Mein Name ist Katja Schmid, ich bin Intuitions- und Beziehungstrainerin, Coach, Psychologische Beraterin und schreibe, neben weiteren Buchprojekten, zusätzlich für meinen Blog www.frauenweisheiten.de. Mit meinem Ehemann und unseren vier Kindern lebe ich in Bayern. Von meinen vier Kindern habe ich zwei per Hausgeburt zur Welt gebracht, mein zweites und drittes Kind. Heute möchte ich von meiner ersten Geburt zuhause, der Geburt meines zweiten Kindes, berichten.

Es war der 14. Februar 2013, ich war gerade in der 41. Schwangerschaftswoche und schon mit allen Sinnen auf die Geburt meines zweiten Kindes vorbereitet.

Schwangere mit großem Babybauch, kurz vor der Entbindung.

Irgendwie fühlte mich an diesem Tag anders als sonst, weshalb ich gleich vormittags meine Hebamme informierte. Sie war erst am Tag zuvor bei mir gewesen, um mich zu untersuchen und wollte abends auf eine Tanzveranstaltung, versicherte mir aber, dass ich mir keine Sorgen machen müsse und sie definitiv sofort kommt, wenn es losgehen sollte.

Am Nachmittag wurde mir übel, ich musste mich übergeben und fühlte mich sehr müde. Meine damals vierjährige ältere Tochter legte sich nach dem Kindergarten zu mir und schlief ein wenig. Ein besonderer Moment für mich, nochmal allein mit ihr zu sein, bevor das Geschwisterchen zur Welt kommen würde…

Ich spürte einfach, dass es an diesem Tag soweit sein würde, denn auch im Zuge der Geburt meines ersten Kindes hatte ich mich übergeben müssen und ich wertete dies als Zeichen meines Körpers.

Gegen 18 Uhr fühlte ich zunächst sanfte und noch unregelmäßige Wehen. Für mich fühlte es sich spannend an, „echte“ Wehen kennenzulernen, denn bei der ersten Geburt hatte ich eine medikamentöse Einleitung und zudem eine PDA gehabt. Ich war innerlich aufgeregt und freudig. Mein Mann brachte die Große ins Bett und ich konzentrierte mich darauf, die Wehen zu spüren, die Abstände zu überwachen und mich innerlich auf die bevorstehende Geburt vorzubereiten.

Um etwa 20 Uhr herum rief mein Mann unsere Hebamme und unsere Doula (eine Geburtsbegleiterin, die nur für die werdende Mutter da ist) an, und bat beide, sich auf den Weg zu machen, denn die Wehen waren zu dieser Zeit schon stärker und regelmäßiger. Es war klar, dass dies kein falscher Alarm war, sondern die Geburt im Gange war. Das spürten wir beide ganz deutlich. Interessanterweise hatte mein Mann in der Nacht zuvor einen intensiven Traum gehabt, in dem er sich so fühlte, als hätte er unser Baby zur Welt gebracht. Im Nachhinein empfinde ich das wie ein Zeichen für die bevorstehende Geburt.

Um mich zu entspannen, ging ich zwischenzeitlich in die warme Badewanne und legte mich für Verschnaufpausen dann wieder ins Bett. Es dauerte nicht lange, bis unsere Doula eintraf. Sie schaute, wie es mir geht, atmete gemeinsam mit mir, war einfach für mich da. Mein Mann hatte zwischenzeitlich alles vorbereitet und eine schöne, wohlige, angenehme Atmosphäre bereitet, unser Wohn-/Schlafzimmer beheizt, Kerzen und leise, entspannende Musik angemacht.

Auch das Bett war als Geburtsort vorbereitet. Wir hatten auf die Matratze eine Malerfolie gelegt, darüber ein frisches Bettlaken, noch eine Malerfolie und darüber ein dunkleres Bettlaken.

All dies unterstützte mich dabei, ruhig und entspannt zu sein und mich ganz auf die Geburt einlassen zu können. Kurze Zeit später traf auch unsere Hebamme ein. Beide Geburtsbegleiterinnen waren einfach da, präsent und hielten sich weitestgehend zurück. Es fühlte sich für mich sehr vertrauens- und kraftvoll an, so auf mich, mein inneres Erleben und meinen Körper konzentriert sein zu können. Mein Mann war die gesamte Zeit über an meiner Seite und ich spürte, dass er seine ganze Energie auf mich und unser Baby konzentrierte. Auch einige gute Bekannte von uns waren gedanklich bei uns und schickten Gebete und gute Wünsche.

Ich fühlte mich sehr sicher und sehr wohl. Meine Hebamme überprüfte zwischendurch immer nur kurz mal mit dem Dopton die Herztöne vom Baby und tastete den Muttermund, alles Weitere überließ sie ganz mir, was ich als sehr kraftvoll, vertrauensvoll und beruhigend empfunden habe.

Etwa zweimal wechselte ich noch zwischen Badewanne und Bett hin und her. Mein Mann massierte mir den Rücken und ich konzentrierte mich intensiv darauf, mit den Wehen zu atmen und meinen Mund zu entspannen, denn ich hatte gelernt, dass der Mund entspannt sein muss, damit auch der Muttermund sich öffnen kann. In der Badewanne kam ich irgendwann an den Punkt, an dem ich dachte, ich könne nicht mehr. Dieser Punkt in der Geburt signalisiert, dass es jetzt nicht mehr lange dauern wird und leitet die Austreibungsphase ein. Da ich dies wusste, spürte ich – neben einem Gefühl von Verzweiflung und aufgeben wollen – Freude in mir aufkeimen. Jetzt ist es bald soweit und ich halte mein Baby im Arm! Zu diesem Zeitpunkt war auch der Muttermund vollständig geöffnet und ich fühlte mich zwar schon etwas kraftlos durch die Intensität der Wehen, aber dennoch bereit.

Dann spürte ich plötzlich den Drang, auf die Toilette zu gehen. Doch eigentlich war das das Zeichen, dass die Pressphase jetzt begonnen hatte. Bei meiner ersten Geburt habe ich durch die PDA den Pressdrang nicht gespürt, daher war es eine ganz neue Erfahrung für mich, wie sich das anfühlt. Ich ging dann mithilfe meines Geburts-Teams von der Toilette zum Bett. Die Einmalunterlagen waren dort schon ausgebreitet und es konnte losgehen.

Ich hätte mir übrigens auch eine Wassergeburt sehr gut vorstellen können, aber dafür war unsere damalige Badewanne zu eng und auch das Badezimmer für mein Empfinden zu ungemütlich.

Mutter und Baby nach der Wassergeburt

Als ich mich wieder auf dem Bett befand, begab ich mich in den Vierfüßlerstand und spürte einen enorm starken Pressdrang. Währenddessen saß mein Mann vor mir, atmete mit mir und war ganz präsent, ganz bei mir und der Geburt unseres Kindes. Als dann unsere Hebamme sagte, dass der Kopf schon sichtbar ist und meinen Mann fragte, ob er unser Kind entgegen nehmen möchte, wechselte mein Mann die Position und setzte sich neben die Hebamme.

Der Kopf war dann mit der nächsten Presswehe draußen und danach, nach noch zwei-dreimal Pressen, um 23.17 Uhr, war unser Baby vollständig geboren. Dieser Moment ist mit nichts zu vergleichen, einerseits zutiefst erschöpft und noch ganz mitgenommen von dieser gewaltigen Energie, die durch mich hindurch geflossen ist, andererseits voller Glück und Freude über dieses kleine Wesen. Ich musste erst einmal ein paar Momente durchatmen und habe mich dann vorsichtig hingelegt, während mein Mann unser Baby hielt. Für mich ganz besonders war, dass unser Baby nicht weinte, sondern nur einmal nieste, die Augen öffnete und sich dann umschaute. Sie war völlig ruhig und wirkte sehr wach, klar und ganz entspannt. Ihre dunkelblauen Augen hatten einen ganz kraftvollen Ausdruck.

Ich schaute mir meine kleine Tochter (das erfuhren wir nämlich dann, dass es ein Mädchen ist, wir hatten bis dahin keine Ahnung und hatten uns das Geschlecht nicht sagen lassen) erst einmal aus meiner Position an, bevor ich sie vorsichtig berührte und innerlich ganz bewegt war von diesem Augenblick. Ich muss dazu sagen, dass die Geburt meiner ersten Tochter leider nicht so ruhig und entspannt abgelaufen ist und mir da diese ersten Momente des ruhigen und achtsamen Ankommens sehr gefehlt haben. Nach kurzer Zeit wurde dann auch die Plazenta geboren und erst danach von meinem Mann die Nabelschnur durchtrennt, wobei unsere Tochter in diesem Moment das erste Mal etwas unruhig wirkte, ihr schien das nicht zu gefallen. Unsere Hebamme führte die U1 durch und füllte den Mutterpass aus, sowie das Untersuchungsheft.

Dann habe ich unsere Kleine bald an die Brust angelegt, einfach Haut an Haut, ein wunderbares Gefühl. Während ein kleiner Riß am Damm genäht wurde, hielt mein Mann unsere Tochter im Arm und war ganz verzaubert von ihr. Wir haben unserer Tochter dann erstmal nur eine Windel angezogen, sie in ein weiches Handtuch und eine Decke gehüllt, und in Ruhe ankommen lassen.

Direkt nach der Geburt wird das Baby an die Brust gelegt.

Dann saßen wir noch ein wenig beisammen für einen kurzen Mitternachtssnack, bevor sich unsere beiden Geburtsbegleiterinnen verabschiedeten und wir uns schlafen legten – so gut das möglich war, denn so eine Geburt ist – so anstrengend sie ist – auch verdammt aufregend.

Alles, was im ersten Moment nicht unbedingt notwendig war, haben wir auf den nächsten Tag verschoben…am nächsten Morgen dann wartete auf die große Schwester eine Überraschung, denn sie hatte die Geburt völlig verschlafen und nichts von dem mitbekommen, was in der Nacht passiert war. Ganz ungläubig schaute sie erst uns und dann ihr kleines Schwesterchen an. Und dann war sie natürlich mächtig stolz.

Auch für die Namensfindung ließen wir uns Zeit, nämlich ganze drei Tage. Das brauchte es auch, um einen Namen zu finden, der zu unserer kleinen Tochter passen würde und diese kraftvolle, besondere Energie, die sie ausstrahlte, einfangen würde: Athena Alana, geboren zuhause am Valentinstag im Jahr 2013.

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Mein Name ist Katja Schmid, ich bin Intuitions- und Beziehungstrainerin, Coach, Psychologische Beraterin und schreibe, neben weiteren Buchprojekten, zusätzlich für meinen Blog www.frauenweisheiten.de. Ich lebe mit meinem Ehemann und unseren vier Kindern in Bayern. Zwei meiner vier Kinder habe ich zuhause geboren, mein zweites und drittes Kind. Hier erfahrt ihr die Hintergründe für diese Entscheidungen, was man für eine Hausgeburt braucht, sowie was für mich bei den Hausgeburten anders war als bei den Klinikgeburten.

Bevor ich darauf eingehe, warum wir uns für die Hausgeburt entschieden haben, ist mir folgendes wichtig:

Ich persönlich glaube, dass jede Frau selbst entscheiden sollte, wo und wie sie ihr Baby zur Welt bringen möchte. Natürlich im Idealfall im Einklang mit dem Partner. Ich glaube auch, dass bei einem Großteil der Geburten keinerlei medizinische Intervention notwendig ist, dass unsere Körper genau wissen, was zu tun ist und dass es möglich ist, mit der richtigen Vorbereitung schmerzfrei und entspannt zu gebären – sofern es keine Risikofaktoren oder Komplikationen gibt.

Andererseits bin ich dankbar für Geburtskliniken, Geburtshäuser etc. und dass es Ärzte gibt, die für die Geburtshilfe ausgebildet sind. Denn in manchen Fällen ist die Klinik einfach die bessere Wahl, vor allen Dingen dann, wenn es schon in der Schwangerschaft Risiken oder Komplikationen gibt oder Kind bzw. Mutter plötzlich akut gefährdet sind. Zudem würde ich keiner Frau, die sich damit unwohl oder unsicher fühlt, empfehlen, zuhause zu gebären. Eine Geburt ist ein ganz persönliches Erlebnis, und es ist wichtig, dass die werdende Mutter sich wohl, sicher und gut aufgehoben in ihrem Geburtsumfeld fühlt. Auch wenn der Partner sich mit der Wahl des Geburtsortes unsicher oder unwohl fühlt, kann sich dies unter Umständen auf die Gebärende und eventuell auch auf den Geburtsverlauf negativ auswirken.

Bestimmte Risiken oder Erkrankungen der Mutter schließen eine Hausgeburt von vornherein aus. Auch dürfen Hebammen in Deutschland versicherungstechnisch – soweit ich weiß – keine Zwillingsgeburten oder Beckenendlagen zu Hause begleiten, es sei denn, ein Arzt ist anwesend.

Warum eine Hausgeburt?

Nach der Geburt meines ersten Kindes, die ich als traumatisch empfunden habe , fiel mir die Entscheidung zu einer Hausgeburt beim zweiten Kind relativ leicht, wobei ich auch sagen muss, dass dieser Entscheidung ein intensiver innerer Reife- und Entwicklungsprozeß vorausgegangen war. Ich spürte den starken Wunsch, mich nicht noch einmal den Abläufen in einer Geburtsklinik anpassen zu müssen. Mein zweites Kind wollte ich gerne in einer angenehmen Umgebung, ohne Stress, möglichst ohne Eingriffe in den natürlichen Geburtsverlauf und zusammen mit einer mir vertrauten Hebamme zur Welt bringen.

Auch die Schwangerschaft sollte so natürlich wie möglich ablaufen. Das heißt, keine unnötigen Ultraschall-Untersuchungen (in meiner ersten Schwangerschaft wurden – ohne medizinische Indikation – insgesamt 19 Ultraschall-Untersuchungen gemacht!) oder Tests, usw. Mein Mann und ich empfinden beide Schwangerschaft und Geburt als etwas ganz Ursprüngliches und vertrauen darauf, dass eine Frau grundsätzlich die Kraft und Fähigkeit, das Natürlichste was es gibt, selbst zu vollbringen, in sich trägt. Und eigentlich war es auch mein Mann, der – ganz selbstverständlich – die Hausgeburt vorschlug.

Trotz schöner Vorstellungen war ich mir auch ein wenig unsicher, denn ich wußte noch nicht, wie eine Hausgeburt abläuft, was man dafür braucht und wie man sich vorbereitet. Ich konnte niemanden in meinem privaten Umfeld fragen. Auch musste ich erstmal eine passende Hausgeburtshebamme finden, was schon zum damaligen Zeitpunkt (inzwischen über sieben Jahre her) nicht ganz einfach war.

Für die Schwangerenvorsorge ging ich zunächst zu meinem damaligen Frauenarzt und wechselte dann nach einem Umzug in eine Hebammenpraxis. Dort bekam ich dann den Tip für eine Hausgeburtshebamme, und wechselte für Vorsorge und die Betreuung während der Geburt zu ihr. Sie machte mit uns einen wunderbaren, ganz individuellen Partner-Geburtsvorbereitungskurs und gab mir Bücher zum Lesen als Vorbereitung für die Geburt. Wir waren generell auf einer Wellenlänge, was für mich wichtig ist für eine schöne, entspannte und ruhige Geburt. Sie war es auch, die mir sehr viel Vertrauen in mich selbst vermittelte und eher wie eine gute Freundin an unserer Seite war, was mir viel bedeutet hat.

Bei der dritten Schwangerschaft dann war für uns der Weg mit Schwangerenvorsorge bei der Hebamme und anschließender Hausgeburt ganz selbstverständlich. Ich war nur zweimal bei einem Arzt, zum Screening in der 29. Schwangerschaftswoche, um Risiken und Komplikationen auszuschließen und zur Untersuchung in der 37. Schwangerschaftswoche, um die Lage zu kontrollieren und das OK für die Hausgeburt zu erteilen. Die Geburt beim dritten Kind habe ich als noch entspannter und kraftvoller empfunden als meine erste Hausgeburt, da es hinsichtlich Ablauf etc. keine Unsicherheiten meinerseits mehr gab. Bei dieser dritten Geburt war für mich das Besondere, dass mein komplettes Geburtsteam (Mann, Hebamme, Doula) sich auf meinen Wunsch sehr im Hintergrund hielt, ich war wirklich ganz auf mich, mein Baby und die Geburt konzentriert, wollte nicht berührt oder gestört werden im Geburtsprozess, und das hat mein Vertrauen in mich, mein Gefühl, meinen Körper, meine Kraft nochmals um ein Vielfaches gestärkt und gefestigt.

Ich hatte übrigens bei beiden Hausgeburten zusätzlich zu meiner vertrauten Hebamme auch beide Male die gleiche Doula (sie ist eine Geburtsbegleiterin, die ganz für die werdende Mutter da ist) dabei.

Eine Doula begleitet dich unterstützend und achtsam bei der Geburt.

Auch für mein viertes Kind wählte ich die Schwangerenvorsorge bei der Hebamme und plante eine Hausgeburt. Aufgrund eines Risikofaktors, der sich erst bei einer Untersuchung in der 40. Schwangerschaftswoche zeigte und auf ärztlichen Rat hin entschied ich mich gegen die Geburt zuhause und für eine ambulante Geburt in der Klinik mit Einleitung. Auch diese Geburt verlief relativ angenehm und selbstbestimmt, auch wenn ich mich mit manchen äußeren Gegebenheiten in der Klinik nicht wohl gefühlt habe.

Was benötigt man für eine Hausgeburt?

Unsere Hausgeburtshebamme gab uns eine ausführliche Liste mit Dingen, die wir besorgen bzw. bereitlegen sollten. Von diesen Dingen benötigten wir bei beiden Hausgeburten folgendes:

– Einmalunterlagen aus der Apotheke

– große Binden für den Wochenfluss

– Malerfolie (als Unterlage unters Bettlaken)

– große Mülltüten

– dunkle Handtücher

– Decke/Handtuch/Pucktuch fürs Baby

– Schüssel o.ä. für die Plazenta

– Windeln und Kleidung fürs Baby

– Uhr (sollte sichtbar sein oder bereit liegen, um den genauen Geburtszeitpunkt zu notieren)

Alles andere, z.B. Damm-Massageöl, Wärmeflasche, Einlauf, Wegbeschreibung zur Klinik und Telefonnummer für den Fall einer Verlegung, haben wir bei beiden Hausgeburten nicht benötigt.

Der Raum, in dem die Geburt stattfinden soll, sollte außerdem eine angenehme Temperatur haben und bei Bedarf zusätzlich beheizbar sein. Weiterhin ist es von Vorteil, wenn alle benötigten Räume (z.B. Badezimmer, Schlafzimmer, Toilette) ohne über mehrere Treppen zu gehen erreichbar sind. Für uns reichten Badewanne und Bett für die Wehen bzw. die Geburten aus. Manche Frauen besorgen sich aber auch einen Geburtspool für eine Wassergeburt oder verwenden während der Wehen einen Gymnastikball. Für mich waren für eine schöne und wohlige Atmosphäre auch Kerzen, ätherische Öle und ruhige, entspannte Musik essentiell.

Als wichtig empfand ich außerdem auch die emotionale und mentale innerliche Vorbereitung auf die Hausgeburt und die Aufarbeitung der Geburtserfahrung meines ersten Kindes. Auch sich mit der eigenen Geburt zu beschäftigen und wie diese abgelaufen ist, empfand ich als hilfreich. Meine Hebamme und meine Doula haben mich hierbei sehr unterstützt.

Was bringt die Hebamme mit?

Die Hebamme bringt ihren Hebammenkoffer mit allen wichtigen Utensilien die sich auch zur Vorsorge darin befinden mit (unter anderem das Dopton, mit dem sie die Herztöne des Babys abhört, Blutdruckmeßgerät, Urinteststreifen, Einmal-Handschuhe, Desinfektionsmittel, usw.), außerdem für die Geburt zusätzlich Nabelklammern, Utensilien zum Nähen, Notfall-Medikamente, Federwaage, Maßband, usw. Jedenfalls ist die Hebamme für sämtliche Vorkommnisse ausgerüstet und kann z.B. auch falls dies notwendig werden würde eine Infusion legen.

Auch ein neues U-Untersuchungsheft bringt sie mit und trägt dort nach der Geburt die Daten für die U1 ein.

Was ist der Unterschied zwischen Hausgeburt und Klinikgeburt?

Den Unterschied zwischen Haus- und Klinikgeburt kann ich nur aus meinem eigenen Erleben darstellen, mir ist bewusst, dass andere Frauen hier möglicherweise völlig andere Erfahrungen gemacht haben. Ich persönlich favorisiere, wenn keine Risiken oder Komplikationen vorliegen, die Hausgeburt, einfach weil ich mich damit wohler und entspannter fühle.

Für mich sind die Unterschiede zwischen Haus- und Klinikgeburt vor allem, dass ich bei einer Hausgeburt in meiner gewohnten Umgebung bin, weiß was sich wo befindet, ich habe die Freiheit, jederzeit z.B. in die Badewanne, unter die Dusche oder auf die Toilette zu gehen, etwas zu essen oder zu trinken, zudem kann ich mich nach der Geburt ganz entspannt hinlegen, habe keine Fahrtwege und kann die Umgebung für die Geburt so gestalten, wie ich es als angenehm empfinde. Auch kann ich selbst entscheiden, ob Geschwister oder sonstige Personen zur Geburt anwesend sein dürfen, ich kann meinen Geburtsort für mich passend gestalten und muss nicht auf ein unbequemes und enges Klinikbett klettern. Die Geburten zuhause habe ich anders erlebt, als dies bei den Klinikgeburten der Fall war: Das Geburtserlebnis zuhause war tiefer, reicher und ich fühlte mich vollkommen geborgen, sicher und geschützt. Es glich eher einer spirituellen Erfahrung, auf die ich mich ganz bewusst einlassen konnte und die durch nichts gestört wurde.

Vom praktischen Standpunkt aus gesehen, muss als weiterer wichtiger Unterschied zwischen Haus- und Klinikgeburt auch genannt werden, dass bei einer Hausgeburt für die Hebamme normalerweise eine Rufbereitschaftspauschale anfällt, die die Krankenkassen selten vollständig übernehmen und die von Hebamme zu Hebamme unterschiedlich hoch sein kann.

Laut Statistik liegt das Risiko, dass bei einer geplanten Hausgeburt unvorhergesehene Komplikationen auftauchen, bei 0,2 bis 0,4 %. Für diesen Fall ist die Hebamme mit einer Notfall-Ausrüstung ausgestattet. Falls aber doch während oder nach der Geburt verlegt werden muss, ist zu bedenken, dass der Weg in die Klinik Zeit in Anspruch nimmt, was gerade in einer ländlichen Gegend bei einem akuten Notfall oder bei ungünstigem Wetter hinderlich sein kann. Zudem gibt es bei einer Hausgeburt keine Möglichkeit einer PDA (Periduralanästhesie oder auch Rückenmarksbetäubung) oder eines Kaiserschnitts, ganz klar.

Im Gegensatz zu zuhause habe ich mich in der Klinik bisher nie wirklich wohl gefühlt. Vielleicht auch einfach deshalb, weil ich dort beide Male unangenehme Erfahrungen gemacht habe. Das ist nicht die Regel, ich weiß das sehr gut aus Erzählungen von anderen Frauen. Dennoch gab es Dinge, die ich als unschön und störend empfunden habe und die für mich ausschlaggebend sind, um die Hausgeburt zu bevorzugen:

In der Klinik ist der Geburtsort, der Kreißsaal, natürlich getrennt vom Zimmer. Wenn man vorher in einem Patientenzimmer war, muss man irgendwie zur Geburt zum Kreißsaal hin (mitunter unter starken Wehen) und nach der Geburt mit dem Neugeborenen auch wieder aufs Zimmer zurück. Auch wenn die Wege kurz sind, habe ich es bei beiden Klinikgeburten als unangenehm empfunden, unter heftigen Wehen in einem Rollstuhl mit dem Aufzug von der Station in den Kreißsaal gebracht zu werden, und dann auf ähnlichem Weg, noch ganz mitgenommen von der Geburt, mit meinem Neugeborenen wieder zurück.

In der Klinik ist man abhängig vom Schichtplan der Hebammen (außer man hat eine Beleghebamme), es kann dort sehr hektisch zugehen, man weiß vorher nicht, wie viele Gebärende gerade anwesend sind und meist ist das Licht, zumindest auf den Fluren, aber auch teilweise im Kreißsaal grell. Oft ist eine Hebamme für mehrere Gebärende gleichzeitig zuständig.

Bei einer Geburt in der Klinik kann es sein, dass man Geräusche oder auch Schreie von anderen Gebärenden hört. Dies kann, gerade wenn man das erste Mal ein Baby zur Welt bringt, verstörend oder erschreckend wirken. Bei einer meiner Geburten in der Klinik wurde mir während der Wehen verwehrt, die Gebärwanne zu nutzen oder kurz unter die warme Dusche zu gehen („zu gefährlich“), auch gab es bei dieser Geburt keine Wärmeflasche im gesamten Kreißsaalbereich. Die Kreißsäle empfand ich immer als steril, ungemütlich und wenig einladend. Einmal war eine Hebamme so unsanft bei der vaginalen Untersuchung, dass mir dies lange in Erinnerung geblieben ist und mich damals sehr erschreckt hat, einmal war die mich betreuende Hebamme angespannt und wirkte sehr gestreßt, da ich am Morgen kurz vor Schichtwechsel plötzlich mit fortgeschrittenen Wehen in den Kreißsaal kam, was niemand erwartet hatte (ich hatte in der Nacht ein Medikament zur Geburtseinleitung erhalten und mir wurde vorher gesagt, dass dieses Medikament praktisch nie gleich bei der ersten niedrigen Dosis anschlägt und ich mich auf ein paar Tage des Einleitens einstellen sollte).

Mir ist aufgefallen, dass in der Klinik selten genug Zeit blieb, um bestimmte Eingriffe (wie z.B. medikamentöse Einleitung, Periduralanästhesie, etc.) wirklich genau zu erklären und auf mögliche Risiken oder Komplikationen hinzuweisen. So schnell es an einer Stelle scheinbar gehen musste, so langwierig, teilweise kompliziert und oft wenig einfühlsam habe ich manche andere Abläufe in der Klinik erlebt, aber dennoch festgestellt, dass auch eine Geburt in der Klinik selbstbestimmt ablaufen kann, wenn man gut informiert und sehr selbstsicher ist und weiß, was man möchte und was nicht. Das Gute an der Klinikgeburt ist, dass bei Risiken und Komplikationen, sowie falls Mutter und/oder Kind akut gefährdet sind, sofort eingegriffen und im Notfall operiert werden kann. Außerdem ist es in der Klinik auch möglich, sich verschiedene Schmerzmittel geben zu lassen, wenn die Wehen als schmerzhaft oder völlig überwältigend empfunden werden. Auch eine medizinische Geburtseinleitung (z.B. aufgrund eines Blasensprunges, einer Erkrankung der Mutter oder sonstigen Risiken, die ein Abwarten auf den natürlichen Wehenbeginn nicht zulassen) kann nur in der Klinik stattfinden.

Meine Empfindungen während der Entscheidung zur Hausgeburt

Die Entscheidung zur Hausgeburt fühlte sich für mich ganz natürlich und auch passend an. Trotz innerlicher Aufgeregtheit war da auch sofort ein Gefühl von Vertrauen und Sicherheit in mir.

Sowohl durch unsere großartige Hebamme, als auch durch die sehr positiven, bestärkenden und praktisch formulierten Bücher, die sie mir zur Geburtsvorbereitung gab, fühlte ich mich zum Ende der Schwangerschaft wunderbar auf die Geburt vorbereitet. Beim Buchlesen (z.B. „Selbstbestimmte Geburt“ von Ina May Gaskin, einer amerikanischen Hebamme) kamen natürlich auch mal Zweifel hoch. Was, wenn doch irgendwas schief geht? Was, wenn eine Hausgeburt unmöglich wird (z.B. weil das Baby sich nicht mit dem Köpfchen nach unten gedreht hat – meine Hebamme hatte mir klar zu verstehen gegeben, dass sie keine Beckenendlage per Hausgeburt begleiten wird)?

Meine Anker in dieser Zeit waren zum Einen das positive Visualisieren, zum anderen, dem eigenen Gefühl zu vertrauen. Gleichzeitig bestärkten mich mein Mann, meine Hebamme und Doula enorm.

Und – wir hatten sogar einmal diese Situation, dass sich unser Baby kurz vor der Geburt in Beckenendlage befand. In meiner zweiten Schwangerschaft wurde bei einer Untersuchung in der 37. Schwangerschaftswoche, die eigentlich dazu dienen sollte, mir das OK für die Hausgeburt zu bescheinigen, festgestellt, dass das Baby sich in Beckenendlage befindet. Wir vereinbarten sofort für den nächsten Tag einen Termin zum Vorgespräch für die äußere Wendung (eine Prozedur, die das Baby im Bauch dazu bringen soll, sich durch bestimmte Handgriffe von außen zu drehen) im zuständigen Klinikum.

An diesem Termin wurde dann festgestellt, dass sich unser Baby von selbst wie durch ein Wunder gedreht hatte und mit dem Köpfchen nach unten im Becken befand. Ich schreibe dieses „Wunder“ sowohl verschiedenen Übungen, die ich am Abend zuvor gemacht habe, als auch mentaler Ausrichtung zu. Hierbei habe ich gemerkt, wie wichtig die innere Einstellung und der Glaube sind.

Es ist immer etwas Aufregung damit verbunden, etwas zu machen, was man zuvor noch nie gemacht hat (in dem Fall, ein Baby zuhause nur mit Hebammenbegleitung zu gebären). Aber durch verschiedene Techniken der Angstbewältigung (vor allem durch gezieltes Atmen und Wahrnehmen) habe ich die aufkommenden Zweifel und Ängste sehr gut loslassen können. Auch habe ich mir selbst Techniken angeeignet, mit denen ich im Geburtsprozeß die Wehen problemlos veratmen konnte und diese nicht als schmerzhaft empfunden habe.

Ich habe auch viele Geburtsberichte gelesen und mich in Internetforen informiert und ausgetauscht. Manche Frauen dort berichteten, dass sie kurz vor ihren Hausgeburten die Nachbarn informiert oder einen Zettel an die Tür gehängt haben, damit keiner einen Schreck bekommt, wenn man plötzlich während der Geburt Schreie oder ähnliches hört.

Ich habe mir darüber nie Gedanken gemacht. Meine beiden Hausgeburten verliefen sehr ruhig, ohne Schreie oder ähnliches, und ich fühlte auch nie das Bedürfnis, dabei laute Töne von mir zu geben. Aber da ist jede Frau anders und es ist sicher gut, sich auch über diesen Aspekt vorher Gedanken zu machen, genauso wie über die eventuelle Anwesenheit von Geschwisterkindern. Bei mir haben die älteren Kinder jeweils die Geburten verschlafen, nur nach der zweiten Hausgeburt haben wir die Große geweckt und sie durfte den kleinen Bruder dann für etwa 15-20 Minuten ganz allein halten, was für sie etwas ganz Besonderes war. Die Kleinere war damals erst 20 Monate alt und wollte sich nicht wecken lassen, deshalb ließen wir sie schlafen und haben sie erst am Morgen dazu geholt.

Wie hat das Umfeld auf die Entscheidung zur Hausgeburt reagiert?

Ich erinnere mich an ungläubige Blicke und zweifelnde, negative Kommentare sowohl innerhalb der Familie als auch im Bekanntenkreis, als wir verkündeten, dass wir – also mein Mann und ich – unser erstes gemeinsames Kind (mein Mann ist nicht der leibliche Vater meiner ältesten Tochter) zuhause zur Welt bringen werden.

Von völligem Unverständnis, bis hin zur Begeisterung und Bewunderung war im Umfeld alles dabei. Die einen meinten, dass man doch in der Klinik nach einer Geburt umsorgt wird und warum man denn dann lieber zuhause sein Kind zur Welt bringt, so als ob der Klinikaufenthalt einem Wellness-Urlaub gleich kommt (was ich persönlich aber nie so empfunden habe).

Andere machten sich Sorgen, dass etwas passieren könnte, wenn man das Kind ganz ohne Arzt oder größeres medizinisches Equipment zuhause bekommt. Ein paar wenige sagten, dass sie das sehr mutig finden und diese Entscheidung bewundern.

Wirklich nachgefragt haben aber die, die Unverständnis und Zweifel geäußert haben, nicht. Es gab kaum Gespräche darüber, warum wir uns für die Geburt zuhause entschieden haben. Und das finde ich sehr schade, denn ich glaube, dass man durch solche Gespräche ein Verständnis füreinander entwickeln und andere Sichtweisen kennenlernen könnte.

Für mich war es eigentlich eher eine selbstverständliche Entscheidung, die aus meiner vorherigen Geburtserfahrung resultierte und ich fühlte mich voller Vertrauen in diesem Entschluss, weshalb mich die Bedenken anderer und negative Kommentare kaum berührt haben.

Die Rolle des Mannes

Mein Mann ist derjenige gewesen, der die Hausgeburt überhaupt vorgeschlagen hat, daher ist er eigentlich der Initiator gewesen. Für mich stand nach der ersten Geburt nur fest, dass ich die Erfahrung, die ich in der Klinik gemacht hatte, nicht noch einmal machen wollte. Ich hatte mich zuvor nie mit dem Thema Hausgeburt beschäftigt, noch wußte ich in meiner ersten Schwangerschaft, dass eine Hausgeburt überhaupt möglich ist. Das klingt vielleicht seltsam, aber ich kannte in meinem Umfeld damals einfach keine einzige Frau, die selbst ein Kind zuhause geboren hatte. In Schwangerschaftsratgebern und im Geburtsvorbereitungskurs gab es nur die Darstellung der Geburt in einer Klinik, selbst die Möglichkeit eines Geburtshauses wurde dort nur mal am Rande erwähnt. Die Geburt in einer Klinik war das Normale. Von Hausgeburten sprach niemand. Das empfinde ich im Nachhinein als verwunderlich, da es zum Beispiel in der Generation meiner Großmütter noch sehr verbreitet war, zuhause zu gebären. So hat meine Großmutter mütterlicherseits fünf ihrer sechs Kinder zuhause zur Welt gebracht, nur die jüngste Tochter wurde in einer Klinik geboren.

Jedenfalls bestätigte mir mein Mann, dass er sofort mit der Entscheidung zu den Hausgeburten auch vollstes Vertrauen hatte, dass alles gut gehen würde und dass diese Geburten für ihn etwas sehr Besonderes, sehr Kraftvolles waren. Er empfand sie als tiefe, spirituelle Erlebnisse, die auch unsere Verbindung zueinander gestärkt und vertieft haben. Ich glaube, dass es von großer Bedeutung ist, dass beide Partner sich einig über den Geburtsort sind und wissen, worauf sie sich einlassen. Mein Mann hat mir vollstes Vertrauen entgegen gebracht, ich habe ihn als sehr involviert schon während der Schwangerschaften und Geburtsvorbereitung erlebt, was mir ein großes Maß an Sicherheit vermittelt hat. Während der Geburten war er jeweils mein größter Unterstützer und schien immer genau zu spüren, was ich gerade brauche, um mich sicher, wohl und geborgen zu fühlen. Für mich ist das etwas ganz Besonderes und Wertvolles.

Mein Fazit:

Mein Favorit wird tatsächlich die Hausgeburt bleiben, auch wenn ich bei Risiken oder Komplikationen den Weg in die Klinik auf keinen Fall scheuen würde. Ich habe irgendwo mal gelesen, dass man eine Geburt als ein ähnlich intimes und persönliches Erlebnis wie den Geschlechtsverkehr mit dem Partner sehen kann, und es dahingehend Sinn macht, diese auch in einer Umgebung stattfinden zu lassen, wo man sich – wie beim Sex – völlig entspannen und fallen lassen kann. Für mich fühlt es sich in jedem Fall so an, dass an dieser Aussage etwas Wahres dran ist…

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