Mai 2020

Ein jeder von uns kennt wohl die Situation, in der ein Kind sich nicht benimmt. Wie denn auch, die Kleinen müssen angemessenes Benehmen erst erlernen. Wie stellt man das an und was ist denn „angemessen“? Bringt es etwas in der Erziehung, wenn ich mein Kind jedes Mal ermahne, Bitte und Danke zu sagen? Wie lernt mein Nachwuchs zu teilen und das Schlagen und Kneifen keine Optionen bei Frust sind? Was ist denn ein gut erzogenes Kind überhaupt?

Damals und heute

Es ist noch keine 100 Jahre her, da haben Kinder Ihre Eltern häufig noch gesiezt. Diese Zeiten sind Gott sei Dank vorüber. In den 70er- und 80er Jahren gab es wiederum viele Eltern, die ihre Kinder antiautoritär erzogen haben. Ziel ist es wohl, einen gesunden Mittelweg zu finden. Wir wollen keine dressierten, kleinen Erwachsenen, doch wir wünschen uns natürlich, dass gewisse Regeln und Werte auch für unsere Kinder gelten. Vieles, was wir unseren Kindern mit auf den Weg geben möchten geschieht ganz automatisch – durch das Vorleben der Eltern.

Wir Eltern sind Vorbilder für unser Kind

Wie wir leben und agieren, hängt unmittelbar mit dem Empfinden und Verhalten unserer Kinder zusammen. Uns Erwachsenen fällt es oftmals schwer, Dankbarkeit zu empfinden, für all das, was ist. Dabei ist ein achtsames Dankbar sein so immens wichtig. Denkt man an Freunde, Bekannte, Kollegen oder an Begegnungen mit Fremden, fallen uns sicherlich schroffe und undankbare Reaktionen ein, in denen wir oder der andere nicht angemessen reagiert haben. Wir können andere nicht zu Dankbarkeit und höflichem Miteinander zwingen, aber wir können durch unser eigenes Verhalten schon viel dazu beitragen. Gleiches gilt für unsere Kinder. Wenn wir achtsam und respektvoll miteinander umgehen und dann und wann einfach mal dankbar sind, wird sich dies auch im Verhalten unserer Kinder widerspiegeln.

Mein Kind will einfach nicht Bitte und Danke sagen

Noch immer zieren sich Eltern mit dem „guten Benehmen“ ihrer Kinder. Ihnen gefällt nicht der Gedanke, dass das Kind sich  daneben benehmen könnte, womöglich auch noch vor anderen. Ein unerwünschtes Verhalten von Kindern, fällt ja zudem auf die Eltern zurück, nicht wahr? Es ist nach wie vor keine Seltenheit, dass die Kleinen regelrecht gedrillt werden. Ein Dauerthema in der Erziehung ist zum Beispiel das Bitte und Danke sagen.

Kinder leben im Moment und sie reagieren auch aus dem Moment heraus. Danke und Bitte sagen ist im Alltag mit Mama und Papa spielerisch leicht zu erlernen, wenn man auch in den eigenen vier Wänden auf ein achtsames Miteinander legt.

Die richtige Hand

Wie heißt das Zauberwort?

Gänzlich vermeiden sollte man, das Kind zum Bedanken zu zwingen. Wie unangenehm, wenn Eltern leise soufflieren: „Und nun sag schön Danke, ja?“ und das Kind sich hinter der Mutter oder dem Vater versteckt und jeden Augenkontakt vermeidet. Es fühlt sich unwohl und unter Druck gesetzt. Und möchte man als Eltern tatsächlich, dass das Kind ein Dankeschön herunterleiert, obwohl es die Situation vielleicht gar nicht versteht oder keine Dankbarkeit empfindet?

Tue dir und deinem Kind einen Gefallen: Wenn du so einen Moment noch einmal mit deinem Kind besprechen möchtest, sprecht in Ruhe zu Hause darüber und nicht dort vor Ort. Dies würde die unangenehmen Gefühle deines Kindes nur noch verstärken.

Danke sagen

Erziehung – Wir verlangen ganz schön viel

Gib die richtige Hand, sag Dankeschön, es wird nicht gehauen, das musst du jetzt teilen, entschuldige dich, sag Guten Tag, es heißt ich möchte, statt ich will, Ellbogen vom Tisch, du musst auch verlieren können – dies könnte man noch unendlich fortführen. Kindern fordert akkurates Benehmen, das Erlernen von Regeln viel ab. Hilfreich ist es, als Eltern innezuhalten, um sich zu überlegen, was für sie wirklich zählt. Welche Regeln, welche Werte möchte ich meinem Kind vermitteln und was halte ich für absoluten Nonsens? Wir Eltern müssen ebenfalls etwas lernen – nämlich Fünf mal gerade sein zu lassen und bei schlechter Tagesform der Kinder, immer mal wieder ein Auge zuzudrücken.

Sinnvoll ist es, dem Kind altersgerecht zu erklären, warum man auf bestimmte Dinge Wert legt. Einige Eltern schwören darauf, sich taub zu stellen, wenn im Befehlston ein Kommando an die Eltern gerichtet wird wie „Mama, trinken.“ Nach kurzer Überlegung folgt dann häufig ein Bitte durch den Nachwuchs.

Füße auf dem Tisch

Kindermund tut Wahrheit kund

Und das stimmt. Fast alle Eltern haben eine oder mehrere Geschichten zu erzählen, wie ihr Kind sie im Alltag bei anderen einmal in große Verlegenheit gebracht hat. Das kann ein: „Mama, guck mal die Frau mit den komischen Haaren!“ im Laden sein oder beim Familienbesuch ein „Papa hat heute zu Hause gesagt, er hat überhaupt keine Lust euch heute zu besuchen.“ Hier hilft nur Gelassenheit und die Hoffnung, dass das Gegenüber genauso entspannt reagiert. Bitte zwinge dein Kind nicht, sich sofort zu entschuldigen, denn es begreift gar nicht, warum es etwas Falsches getan haben soll. Hat es ja im Grunde auch nicht. Einerseits verlangen wir von unserem Kind, stets die Wahrheit zu sagen, um auf der anderen Seite Wahres nicht auszusprechen. Ganz schön knifflig…

Die Sache mit den Kraftausdrücken

Im Kindergarten lernen Kinder jede Menge wertvolle Dinge, aber leider, leider auch das ein oder andere Schimpfwort. Wir Eltern machen große Augen, wenn das Kind zu Hause, ganz unbedarft, sein neu erlerntes Wort zum Besten gibt. Die Kleinen finden es großartig: Schlimme Wörter sagen, ganz wie die Erwachsenen und die Großen reagieren da auch richtig doll drauf. Toll! Bei Mama und Papa kommt das neue Wortrepertoire nicht so gut an. Was tun als Eltern? Zu sehr solltest du den neu erworbenen Wortschatz nicht thematisieren, gleichwohl aber deinem Kind erklären, dass Schimpfwörter bei euch nicht erwünscht sind und andere tief verletzen können.

Mit größeren Kindern kann man übrigens ganz wunderbar ein Schimpfwort-Sparschwein einrichten, in das dann jedes Mal ein kleiner Betrag wandert, wenn ein vermeintlicher Kraftausdruck fällt. Achtung Erfahrungswert: Eltern müssen ab und zu auch einzahlen…

Was im Leben wirklich zählt

Wir wünschen uns später für unsere Kinder ein zufriedenes, glückliches Leben und möchten ihnen aus diesem Grunde viel mit auf den Weg geben. Übe dich in Geduld, wenn das Benehmen deiner Kleinen manchmal zu wünschen übrig lässt. Viel wichtiger als die Erziehung sind doch Werte wie Mitgefühl, Hilfsbereitschaft, Wahrhaftigkeit, Respekt oder zum Beispiel ein achtsames Miteinander. Sind diese verinnerlicht und werden von allen Familienmitgliedern gelebt und wertgeschätzt, stellt sich ein gutes Benehmen ganz von alleine ein.

Möchtest du noch mehr zum Thema Erziehung lesen, dann schau bei unserem Blogbeitrag Credo der Erziehung zum guten Kind: 20 Glaubenssätze vorbei.

In unserem Shop findest du wertvolle Ratgeber, wie zum Beispiel Kinder verstehen.

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Muttermilchbanken retten Leben und zwar die Leben der Frühchen, die dringend Unterstützung benötigen, weil ihre  Mütter häufig  aufgrund von Medikamentengabe  und/oder wegen des Kummers und der Sorgen um die Frühgeburt und deren Folgen keine Muttermilch haben, mit denen sie ihre Babys  füttern können. Wie eine Muttermilchbank funktioniert und wie du selbst konkret helfen kannst, erfährst du hier.

Die Idee der Muttermilchbank ist nicht neu, sondern schon über 100 Jahre alt. Früher gab es eine Großzahl an Muttermilchbanken in Deutschland. In den 80er Jahren schlossen leider die meisten Michbanken. Das lag zum einen daran, dass  die Organisation, als auch die Verwaltung einer Muttermilchbank arbeitsintensiv und nicht zuletzt kostspielig ist, zusätzlich schaffte auch das neu entdeckte HI Virus Unsicherheit, neue Ergänzungsnahrung für Frühchen kam auf den Markt und die Gesundheitspolitik führte Sparmaßnahmen durch, die viele Krankenhäuser hart trafen.

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Slow Family

Zwischen KANN und MUSS liegt eine ganze Menge. Wie geht´s zu mehr Gelassenheit im Familienleben?

Wer kennt sie nicht: Die unausgesprochenen Erwartungen. Ob im Netz, in der Innenstadt oder im Freundeskreis, überall begegnen uns die scheinbar perfekt gemanagten Familien. Kind und Karriere scheint kein Problem, auch Haus und Garten sehen gefühlt jederzeit einladend aus. Wie geht das nur? Oder ist das nur unsere Wahrnehmung, die dieses Bild entstehen lässt? Gibt es vielleicht gar keine Erwartungen anderer an unser eigenes Familienleben?

Im Auf und Ab des Alltags neigen wir zu einem Staffellauf mit Hektik, Stress und „Müssen“. Diese Dynamik überträgt sich auf das Familienleben und bringt uns aus dem Gleichgewicht. Familienzeit wird gekürzt, das Handy liegt ständig griffbereit und die Kinder sind unruhig. Abends landen wir dann geschafft auf dem Sofa neben dem Partner/in und tauschen uns, mit kurzen Worten über den Tagesinhalt aus. Das Gute: Es gibt Möglichkeiten, mehr Jetzt und Hier in den Familienalltag zu integrieren. Für mehr „Slow“ im Alltag. Wie Ihr zu mehr Gelassenheit findet, eine „Slow Family“ werdet und den empfundenen Erwartungsdruck anderer leichter annehmen könnt, erfahrt Ihr in diesem Blogbeitrag.

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Alle Kinder

Wir können es nicht lassen, und beginnen mit der Geschlechterfrage schon beim Spielzeug für Kinder

Es sitzt tief, die Trennung von „Mädchen-Kram“ und „Jungen-Sachen“. Bei dem Versuch herauszufinden, seit wann Geschlechterrollen in unserer westlichen Gesellschaft bestehen, stößt man auf das letzte Drittel des 18. Jahrhunderts. Hier wurde der Kontrast zwischen den Geschlechteridealen deutlicher gelebt. Heute kursiert der Begriff „Gender“ durch unsere Gesellschaft und sorgt für reichlich Diskussionsstoff. Ist es nicht erschreckend, dass wir uns seit so langer Zeit Gedanken um Unterschiede, Aufteilung und Geschlechter machen?! Warum ist es so wichtig für uns, diesen Unterschied definieren zu müssen? Sind wir nicht alle einfach Personen, die ein Miteinander in der Gesellschaft anstreben?

Farben können heutzutage blitzschnell zugeordnet werden, rosa ist für Mädchen und blau für Jungen. Ganz klar – oder etwa nicht?! Ohne Bewertung betrachtet, sind das einfach zwei Farben. Die eine strahlt vielleicht mehr Wärme aus, als die andere. Vielleicht erinnert uns die Farbe an unterschiedliche Gegenstände in der Umwelt. Aber auf ihr steht nicht: Reserviert für Mädchen/Jungen. Sicherlich gibt es natürliche biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern, aber warum weiten wir dieses Thema bis in den Bereich des Spielzeugs aus. Spielzeug ist für alle da! Eine kurze Bestandsaufnahme, warum Jungen mit Puppen und Mädchen mit Lastwagen spielen dürfen. 

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