14 natürliche Tipps zum Schwangerwerden. Das könnt Ihr tun!

Was begünstigt das Schwangerwerden? 14 Tipps von „Akupunktur“ bis „Zink“:

Mit dem weiblichen Zyklus kennt Ihr Euch aus, nehme ich an, wenn Ihr schwanger werden wollt. Wahrscheinlich nutzt Ihr auch einen Eisprungkalender oder gar eine App, die Euch bei der Babyplanung unterstützt. Aber für Schwierigkeiten bei der Empfängnis gibt es unterschiedliche Gründe, und manchmal liegt es nicht am „falschen Zeitpunkt“ beim Sex (manchmal aber schon, siehe Tipp 14!). Jedoch werden viele, die mit dem Satz „Ich werde einfach nicht schwanger!“ oder gar mit einem Wunsch nach Hormonbehandlung zum Gynäkologen oder in eine Kinderwunschpraxis kommen, erstmal wieder nach Hause geschickt. Denn bevor Hormone oder gar künstliche Befruchtung „verordnet“ werden, können und sollten Paare erstmal für optimale Bedingungen sorgen. Ja, das kann Sorgfalt und Disziplin kosten und auch Verzicht bedeuten. Aber dafür werdet Ihr vielleicht mit dem belohnt, was Ihr Euch am allermeisten wünscht: Ein Baby im Bauch!

Ganz wichtig: Für ideale körperliche und seelische Bedingungen sorgen

Gerade wenn ein Körper sensibel ist und Schwangerschaft sich nicht „einfach von selbst“ einstellt, sollten Frau und Mann alles aus ihrem Leben verbannen, was sie belastet. Beide sollten viel von dem tun, was ihnen, ihrem Körper, ihrem Geist und ihrer Seele gut tut. Denn auch wenn ein Ei befruchtet wurde: Es nistet sich nur dann nachhaltig in der Gebärmutter ein, wenn im Körper der Frau die Bedingungen günstig sind. Von zwei befruchteten Eiern nistet sich laut Uni Bonn* im Durchschnitt nur eines erfolgreich ein; in den ersten 4-5 Schwangerschaftswochen wird fast jedes zweite befruchtete Ei (oft von den Frauen unbemerkt) wieder mit der Mentruationsblutung ausgeschieden.* Gerade wenn Menstruationsblutungen einmal verzögert einsetzen, kann es sein, dass hier ein befruchtetes Ei keine idealen Bedingungen vorgefunden hat, sich deshalb nicht festgesetzt hat und schließlich wieder ausgeschieden wurde.

Deshalb ist es so wichtig, dass wir darauf achten, dass in Körper und Seele möglichst optimale Bedingungen herrschen. Und zwar bei Frau UND Mann.

Folgende Dinge könnt Ihr tun:

1. Das Glück suchen.

Auch wenn Du glaubst, nur ein Baby im Bauch könnte Dich wirklich glücklich machen – frage Dich und spüre nach, was Dir sonst noch gut tut. Was stimmt Dich heiter, fröhlich, glücklich und gelöst? In der Natur spazieren oder schwimmen gehen? Die Freundin in Barcelona besuchen? Etwas Neues lernen? Liebe Menschen zum Essen einladen? Lesen, Kickboxen, Tennis, Flöte spielen, Stricken, Yoga? Finde Wege, um es öfter zu tun oder zu erleben! Natürlich gilt das auch für sexuelle Praktiken und alles Romantische zu zweit, ist aber ganz und gar nicht darauf beschränkt. Bereitet Euch Freude und genießt Euer Leben!

2. Etwas gegen depressive Verstimmungen / Depressionen tun

Wenn Du zu Depressionen oder depressiven Stimmungen neigst, hol Dir Hilfe. „Aber ich wünsche mir doch nur ein Kind! Ich muss doch nur schwanger werden, dann geht es mir wieder gut!“ Wer das glaubt, hat schon verloren: Depressionen lassen sich nämlich nicht durch die Veränderung von Umständen lösen, sondern nur durch einen Wandel der eigenen Einstellung. Also, hol Dir Hilfe! Und wenn es nur eine Anregung ist, wie man aus dem Gedankenkarussell ausbrechen kann. Es muss ja nicht immer gleich eine Psychotherapie sein: Auch Beratungs- und Seelsorgestellen, Hebammen, Homöopathen, Heilpraktiker oder andere Heilkundige sind gute Anlaufstellen, je nach Geschmack und Lebenshaltung. Traut Euch einfach – jedes Gespräch hilft weiter. Erstgespräche sind oft kostenlos, da kann man schauen, wie man sich fühlt und ob es Hilfe verspricht.

3. Zucker und Weißmehl vom Speiseplan streichen

Jaja, Zucker und Weißmehl, die alten Feinde. Aber tatsächlich wirken Zucker und Weißmehl auf das empfindliche Hormon-Gleichgewicht ein, das für eine Schwangerschaft notwendig ist. Weißmehl wird im Körper wie Zucker verstoffwechselt. Beide sind hochkalorische Kohlenhydrate, die keine Vitalstoffe beinhalten. Beide führen zudem zu Mangelernährung, da zu ihrer Verstoffwechselung wichtige Ressourcen/Vitalstoffe aus dem Körper abgezogen werden. Beide haben auch einen direkten Einfluss auf den Adrenalinspiegel. Der wiederum kann auf den Östrogen- und Progesteronspiegel sowie auf den ebenso wichtigen Androgen-Haushalt einwirken (Progesteron und Dehydroepiandrosteron (DHEA)), die entscheidend für eine günstige „Schwangerschaftsumgebung“ im Körper sind.

4. Dreifach gesättigte Fettsäuren essen

Omega 3-Fettsäuren haben einen Einfluss auf den Hormonhaushalt. Viele Omega 3-Fettsäuren finden sich in Leinöl, Chiasamen sowie in atlantischem Lachs und Sardellen.

5. Folsäure einnehmen

Auch wenn ich grundsätzlich keine Freundin von Nahrungsergänzungsmitteln bin: Folsäure würde ich bei Kinderwunsch einnehmen. Folsäure gehört zum Vitamin-B-Komplex, der wichtig für die Produktion von genetischem Material ist. Bei Folsäure-Mangel in den ersten Schwangerschaftswochen kann es zudem zu genetischen Fehlbildungen am Fötus kommen. Folsäure erhöht auch die Fruchtbarkeit.

6. Alkohol und Zigaretten vermeiden

Es versteht sich eigentlich von selbst: Alkohol und Zigaretten sind schädlich und begünstigen keine Schwangerschaft. Um es salopp zu sagen: Wenn ich ein befruchtetes Ei wäre und mir überlegen müsste, ob ich mich in einer bestimmten Gebärmutter einnisten sollte oder nicht, würde ich es mir dreimal überlegen, wenn der Körper alkoholisiert und/oder nikotinverseucht wäre.

Die Kinderwunschklinik der Universität Bonn empfiehlt, bei Kinderwunsch das Rauchen aufzugeben.

7. Stress vermeiden

Auch das liest man überall und kann es nicht mehr hören. Aber es ist wirklich, wirklich entscheidend (ich spreche hier aus Erfahrung)! Bei Stress wird Adrenalin produziert, und Adrenalin ist ein Hormon. Alle Hormone im Körper beeinflussen sich gegenseitig. Es ist ganz einfach: Zu viel Adrenalin m Körper kann Schwangerschaften verhindern.

Deswegen sollten Paare mit Kinderwunsch alles daran setzen, Stress abzubauen. Harter Job oder zu viele Projekte? Abgeben, aufgeben, delegieren! Stressiges Ehrenamt? Aufgeben – wenigstens vorübereghend. Du kannst nicht nein sagen? Lerne es! Wenn Ihr schwanger werden wollt, kommt runter und macht langsam. Mit Kind müsst Ihr das sowieso! Unsere Welt dreht sich für manche Menschen leider zu schnell, um in Ruhe Kinder zu bekommen. Da müsst Ihr aktiv gegensteuern. Und nein: Darum kommt Ihr leider nicht herum. Denn mit zu viel Stress im Körper klappt’s nicht mit dem Schwangerwerden.

8. Zink einnehmen

Auch Zink ist ein wichtiger Helfer bei Problemen mit der Fruchtbarkeit, und zwar für Männer UND Frauen. Zink unterstützt dabei, die Hormone Östrogen und Progesteron auf richtige Weise herzustellen. Beide Hormone sind entscheidend, um einen „schwangerschaftsfreundlichen“ Hormonhaushalt zu bilden. Zink senkt das Risiko einer Fehlgeburt oder eines zu frühen Abgangs des befruchteten Eis.

9. Bestimmte Schmerzmittel vermeiden

Die so genannten „nichtsteroidalen Antirheumatika“ (NSAR) wie Aspirin und Ibuprofen senken die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu weden.

10. Ausreichend trinken

Ein Ei kann nur befruchtet werden, wenn die Spermien sich problemlos bis zum Ei fortbewegen können. Dazu bedarf es genügend Zervixschleim. Um genügend davon produzieren zu können, braucht der Körper ausreichend Flüssigkeit. Frau sollte jeden Tag mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser trinken, um die Zervixschleim-Produktion zu unterstützen. Auch eine gute Durchblutung des entsprechenden Bereichs durch Körperübungen kann hier helfen.

11. Akupunktur / Chinesische Medizin ausprobieren

Akupunktur wirkt. Nicht umsonst ist die chinesische Medizin Jahrtausende alt. Auch wenn man (wie ich) nicht gerade esoterisch ist  – ein Versuch ist es wert. Ich habe Akupunktur, ohne so recht daran zu glauben, sowohl bei Kinderwunsch als auch während meiner Schwangerschaften ausprobiert. Ich bin ganz sicher, es hat geholfen! Ich ging eigentlich zur Akupunktur, weil ich Stress abbauen wollte und eine Freundin mir schwor, dass ihr Akupunktur dabei geholfen hatte. Ich erzählte der Akupunktur-Dame, dass ich gern schwanger werden würde. Keine Ahnung, was sie genau gemacht hat – ich weiß nur, es ging mir nach den Behandlungen besser als zuvor, und ein paar Wochen später war ich schwanger :-)). Während der Schwangerschaft ging ich wieder hin, weil ich aus gesundheitlichen Gründen unbedingt vermeiden wollte, dass der Geburtstermin überschritten wird. Ich ging insgesamt zu drei Behandlungen. Bei der dritten betonte ich noch einmal, wie wichtig es mir sei, dass der Termin nicht überschritten wird. Die Dame lächelte fein und setzte die Nadeln. Auf dem Nachhauseweg spürte ich ein erstes leichtes Ziehen im Unterleib, und um Punkt Mitternacht (0:00 Uhr!) wurde mein Baby geboren!

12. Extremsport aufgeben

Auch Extremsport erzeugt zu viel Adrenalin im Körper. Und dieses, siehe oben, wirkt ungünstig auf den Hormonhaushalt für die Schwangerschaft. Also, wenn Du zu viel sportelst, Dich zu hart rannimmst oder immer nur rennst, lass Dich für eine Weile mal gehen. Auch im übertragenen Sinne sind Langsamkeit und Ruhe fürs Schwangerwerden produktiver als zu viel Bewegung und Geschwindigkeit.

13. Schilddrüse überprüfen

Auch eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse kann eine Schwangerschaft verhindern. Schilddrüsen-Fehlfunktionen sind Gott sei Dank einfach behandelbar: Man nimmt einfach Tabletten ein. Eine gute Einstellung auf das Schilddrüsenhormon ist auch deswegen wichtig, weil dadurch das Risiko von Fehlbildungen beim Fötus vermieden wird.

14. Sex weiter vom Eisprung entfernt haben

Dass Ihr einen Eisprungkalender benutzt oder zumindest überlegt, wann die fruchtbaren Tage sind, setze ich mal voraus. Aber herauszubekommen, wann wirklich das Ei springt, ist nicht einfach. Auch wenn man meint es zu spüren, oder den Eisprung ganz sicher anhand verschiedener Faktoren errechnet, herausgeknobelt und eingegrenzt hat, und immer wieder dazu passenden Sex hatte: Manche Paare werden trotzdem nicht schwanger. Die Natur hat manchmal ihre eigenen Gesetze und Geheimnisse. Gerade bei Frauen über 35 ist manchmal ganz und gar nicht klar, wann die Eier im Verlauf des Zyklusses tatsächlich springen. Meine äußerst erfahrene Frauenärztin, Ex-Hebamme und seit mehr als 40 Jahren im Dienst, gab mir einmal folgenden Tipp: „Ihr Zyklus ist 26 Tage lang? Dann haben Sie mal Sex am 6. Zyklustag! Hab ich gute Erfahrungen mit gemacht!“ Gesagt, getan, und prompt schwanger geworden! Dabei ist der 6. Zyklustag bei einem Zyklus von 26 Tagen ziemlich weit vom errechneten Eisprung entfernt, nämlich rund 7 Tage.

Zweites Beispiel: Eine Freundin, deren Zyklus regelmäßig 28 Tage lang war, wurde mit Sex am 22. Zyklustag schwanger, also eine ganze Woche NACH dem theoretischen Eisprung! Dabei liest man überall, dass ein Ei nach dem Eisprung nur maximal 24 Stunden lang befruchtbar ist. Also entweder ist ihr Ei extrem spät im Zyklus gesprungen, nämlich rund um den 21. Tag, oder es hat unfassbar lang „überlebt“.

Deswegen ist mein heißer Tipp: Wenn Ihr Euren Sex auf die 5 Tage vor und 2 Tage nach dem errechneten Eisprung beschränkt und damit nicht schwanger werdet, probiert es auch mal an „exotischeren“ Tagen länger vor oder nach dem errechneten Eisprung-Termin. Wir alle kennen doch die Geschichten von Frauen, die auch bei den „grünen Tagen“ von elektronischen Empfängnisverhütungsgeräten schwanger wurden. Also ich kenne zwei, denen das passiert ist. Wie gesagt: Die Natur hat manchmal ihre eigenen Gesetze.

Und nun wünsche ich Euch, dass es ganz bald klappt mit dem Schwangerwerden!

* “Die häufigsten Fehlgeburten, die allerdings nur biochemisch nachgewiesen werden können, finden bis zur 4/5 SSW statt, meist ohne das die betroffene Frau wusste, dass sie schwanger war. Hier geht die Medizin von einer berechneten Rate von bis zu 50 % aus. In der 6. bis 8. SSW reduziert sich das Risiko auf ca. 18%. Ab der 17 SSW sinkt das Risiko einer Fehlgeburt auf 2 bis 3%. Etwa 80% der Fehlgeburten passieren in den ersten 12 SSW. Als Ursache hierfür geht man davon aus, dass der Embryo nicht lebensfähig gewesen wäre. Der frühe Abort stellt daher sozusagen einen „Schutzmechanismus“ der Natur dar.“ (Quelle: http://www.kinderwunsch-uni-bonn.de/Haeufigkeit-von-Fehlgeburten.16984.0.html

2 Kommentare, RSS

  1. Avatar

    Elena 14. März 2017 @ 11:51

    Hallo Maike,

    ein ganz toller Artikel mit wichtigen Punkten.
    Vielleicht wäre die Erwähnung eines passenden Gleitmittels bei Kinderwunsch auch interessant für die Leser? Denn viele wissen gar nicht, dass herkömmliche Gleitmittel eher schaden könnten, als das sie „nur“ die Scheidenfeuchtigkeit beseitigen.

    Schau gerne bei uns auf der Seite vorbei: http://www.kinderwunsch-gleitmittel.de

    Beste Grüße
    Elena

    • Maike Cölle

      Maike Cölle 14. März 2017 @ 13:12

      Liebe Elena,
      Dankeschön für Deinen Kommentar!

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