Autoreise mit Baby: So vermeidest Du Stress (7 hilfreiche Tipps)

Es gibt ein paar wichtige Dos und Don’ts, wie Baby UND Eltern bei einer längeren Reise mit Auto entspannt ankommen:

Unsere erste Autoreise mit Baby (siehe Foto oben, das sind wir!) war ein durchaus mutiges Unterfangen: Das Baby war gerade mal drei Monate alt, und sie war ans Autofahren überhaupt nicht gewöhnt. Außerdem sollte die Reise von Berlin über die Alpen nach Ligurien / Norditalien gehen. Nicht gerade ein Katzensprung. Glücklicherweise waren wir eher übervorsichtig und skeptisch, und haben deswegen alles getan, um die Reise so stressfrei wie möglich zu gestalten. So hat letztendlich alles super geklappt. Trotzdem haben wir damals und bei weiteren Autoreisen mit Baby und/oder kleinem Kind einiges gelernt und erfahren. Hier meine 8 Tipps für Autoreisen mit Baby:

1. Bei langen Fahrten die Reise in 4-6-stündige Etappen aufteilen. Dazwischen übernachten.

Mit kleinem Baby empfiehlt es sich weder für das Baby noch für die Eltern, pro Tag länger als 5-6 Stunden zu fahren (reine Fahrtzeit). Noch besser sind etwa vier Stunden pro Tag/Etappe. Nach einer solchen Etappe von 4-6 Stunden (plus Pausenzeiten) sollte man eine längere Pause einlegen, am besten über Nacht. Wir sind damals in drei Etappen nach Ligurien gefahren – die erste und längste Etappe führte uns in fünfeinhalb Stunden von Berlin nach Stuttgart (wir hatten damals ein schnelles und sehr sicheres Auto und sind – ähem – auf der Autobahn recht schnell gefahren…). In Stuttgart haben wir bei der Oma übernachtet. Die zweite Etappe führte uns dann in ca. vier Stunden von Stuttgart auf den Gotthard (Schweiz), wo wir oben auf dem Pass in dem alten Hotel übernachteten, das es dort schon seit Jahrhunderten gibt – ein tolles Erlebnis! Die dritte Etappe brachte uns am nächsten Tag vom Gotthard in weiteren vier Stunden über den Lago Maggiore in unser Bergdorf nach Ligurien.

Nicht nur wegen der Entschleunigung sind solche kurze Etappen zu empfehlen. Man gewöhnt sich auch besser und schrittweise an das veränderte Klima, was auch für das viel empfindlichere Baby gut ist. Man hat außerdem mehr Zeit für ausgiebige Pausen, was nicht zu unterschätzen ist (siehe Punkt 2.)! Außerdem kann man etwas von den Schönheiten und Höhepunkten an der Strecke mitnehmen. Ich muss gestehen, unser Aufenthalt auf dem Gotthard-Pass gehört zu den eindrücklichsten Erlebnissen dieser Reise.

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Die kurze Wanderung um den Gotthard-Pass mit dem Baby im Manduca war traumhaft schön! Weil wir nur 4 Stunden am Tag fuhren, konnten wir uns diese Wanderung extra locker leisten.

Also: Lieber 2×4 als 1×8 Stunden fahren. Es kommt vor allem Euch Eltern zugute!

2. Viele Pausen machen – und sich bei den Pausen Zeit nehmen.

Ja, das sagen sie alle, aber es ist wirklich wichtig. Das Baby möchte ja auch gestillt oder gefüttert werden. All das braucht seine Zeit, und die sollte man sich unbedingt nehmen. Punkt. Keine Hetze bei einer Reise mit kleinem Baby! Ein zu großer Ehrgeiz hinsichtlich der Reisezeit nützt niemandem etwas, sondern geht ganz sicher nach hinten los. Also: Sobald das Baby weint oder unruhig ist, erstmal eine Pause machen. Ungefähr jede Stunde, spätestens jede zweite ist eine Pause sinnvoll.

Dabei empfiehlt es sich, dem Baby nicht nur Gelegenheit zu geben, etwas zu trinken, sondern auch, sich zu bewegen. Denn das lange gekrümmte Sitzen in der Babyschale tut dem kleinen Körperchen nicht gut. Nicht auf die Uhr schielen beim Pausemachen. Mit einem Baby dauert es eben seine Zeit.

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Wir auf unserer Ligurien-Reise bei einer Pause. Wir sehen ja durchaus entspannt aus.

 3. Ultra-leichte Tücher aus Baumwolle einpacken

Leichte Baumwoll-Tücher waren uns bei unseren Autoreisen und -fahrten mit kleinen Kindern und Babys von unschätzbarem Wert. Wir verhängten damit die Scheiben gegen die grelle Sonne (ja, man kann dazu natürlich auch einen normalen Sichtschutz nehmen, die Baumwolltücher sind aber flexibler und noch für andere Zwecke geeignet). Außerdem kann man an heißen Tagen das Baby damit trotzdem ganz leicht zudecken, was einfach immer gut ist, oder es pucken, wenn das nötig sein sollte. Und zur Not kann man sie sogar als Wickelunterlage verwenden, wenn sonst nichts da ist.

Da wir nicht so gerne Spucktücher an die Autofenster machen wollten (aber nur zu, wenn Ihr da schmerzfrei seid :-), haben wir diese bunten Baumwolltücher genommen, da sie so schöne Farben haben, super preiswert und haptisch angenehm sind, und auch ansonsten perfekt für alle genannten Zwecke sind.

Solche Tücher meine ich, die kann man immer brauchen, siehe hier (10 kreative Ideen mit Spieltüchern im Familienalltag):

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4. Leichte Kuscheldecke zum Zudecken mitnehmen

Auch im Sommer ist es gut, das Baby zuzudecken, besonders, wenn man die Babyschale mit dem schlafenden Kind auch mal mit in die Autobahnraststätte nimmt. Mit einer Decke ist ein Baby immer ein wenig „geschützt“ gegen alles von außen. Ich habe das (vielleicht nur für mich) psychologisch immer als beruhigend empfunden, wenn mein Baby auf Reisen zugedeckt war. Ein wundervolle leichte Decke, die auch im Sommer nicht zu heiß wird, ist diese hier (das ist eine wunderbar leichte Bio-Natur-Merinodecke, die man auch als Wickeldecke benutzen kann.

5. Mehr Windeln, Feuchttücher und Wickelunterlagen als gedacht mitnehmen

Ja, genau das. Wenn Dein Baby zu Hause im Alltag ca. 5 Windeln pro Tag braucht, nimmt für die Reise mindestens 7 pro Tag mit. Man wickelt einfach öfter und ebenso hat man das Gefühl, das Kind muss öfter. Fruchttücher braucht man auch ständig, weil einfach dauernd was daneben geht, und wenn’s „nur“ Milch in Mamas Ausschnitt ist. Und Wickelunterlagen zu wenig zu haben, kann auf Reisen echt eklig sein. Ich sage nur, Wickeltische auf Autobahnraststätten… Und eine bereits verschmutzte Wickelunterlage will man gerade auf Reisen wirklich nicht noch einmal benutzen…

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Manchmal muss man auf Autoreisen an ungewöhnlichen Orten wickeln: Wie hier auf einem alten (abgedeckten) Brunnen in einem ligurischen Bergdorf.

6. Die Babyschale hinter dem Fahrer installieren.

Dies gilt vor allem dann, wenn z.B. Mama vorne neben dem Fahrer sitzen möchte und trotzdem das baby betreuen möchte. Denn wenn das Baby hinter ihr sitzt, kommt sie weder an es heran noch kann sie es sehen. Am besten fährt Mama natürlich hinten neben dem Baby mit.

7. Besondere Leckereien fürs Baby mitnehmen

Irgendwann kommt der Moment, wo auch das ruhigste Baby im Auto weint, man aber wirklich nicht anhalten, das Baby herumtragen und stillen möchte (auch wenn das natürlich das Beste fürs Baby wäre). Manchmal wacht es eben 5 Minuten nach der langen Pause auf, oder man kurvt gerade eine serpentinenreiche Bergstraße entlang, wo man nicht anhalten kann. Dann ist es hilfreich, etwas zu haben, womit man das Baby „außerhalb der Norm“ beruhigen kann. Einige werden mir hier nicht zustimmen, aber ich finde, in solch einem Fall ist bei älteren Babys, die schon etwas essen können, auch mal etwas Süßes erlaubt, etwa ein Keks mit Zucker, den es sonst nicht gibt. Bananen sind natürlich vorzuziehen, wenn sie den Zweck erfüllen. Aber außergewöhnliche Situationen rechtfertigen auch mal außergewöhnliche Mittel, zumindest wenn dadurch das Baby und damit auch die Mutter beruhigt wird. Ich finde: Wenn es das Baby für 20 Minuten glücklich macht, an einem Keks zu lutschen, darf das sein, bis man die nächste Pause machen kann oder möchte.

8. MUSIK!! Liedtexte einpacken oder Musik auf CD und/oder Smartphone parat haben

Eine Alternative zur Leckerei ist Musik. Unsere Babys ließen sich durch Musik immer supergut beruhigen, manchmal wie auf Knopfdruck. Besonders wenn wir selbst zu singen anfingen, hörten unsere Babys im Auto oft sofort auf zu weinen und lauschten fasziniert. Deswegen habe ich bei allen späteren Autoreisen immer die Liedtexte meiner liebsten Lieder ausgedruckt mitgenommen – „Geh aus, mein Herz und suche Freud“ zum Beispiel. Denn ich erinnere mich noch gut an unsere Ligurien-Reise: Weil ich nur zwei Strophen von „Geh aus, mein Herz“ auswendig konnte, sangen wir diese immer und immer wieder, bis sie uns aus den Ohren herauskamen. Ich lernte damals auch: „Der Kuckuck und der Esel“ ist ja ein echt süßes Lied, aber wenn man es zweihundert Mal gesungen hat, lässt der Spaß daran deutlich nach (leider beruhigte sich das Töchterlein gerade bei diesem Lied besonders gut). Wie sehr wünschte ich mir damals ein paar Liedtexte herbei (und ja, man kann Liedtexte in Sekundenschnelle auch online per Smartphone ins Auto holen – wenn man denn Empfang hat. Den hatten wir in der italienischen Bergwelt damals nicht.)

Alternativ zum Gesang geht natürlich auch eine CD oder die gespeicherte Spotify-Liste. Ich rate aber dazu, schon vor dem Urlaub die Musik zusammenzustellen und vor der Fahrt die Technik einmal auszuprobieren (wirklich!!!), denn nichts ist nerviger, als wenn das Baby hinten schreit und Mama vorne die Bluetooth-Verbindung vom Handy zur Audio-Anlage des Mietwagens nicht hinkriegt. Da schwöre ich auf den Gesang und die ausgedruckten Liedtexte!

Denn: Gerade Mietwagen haben heutzutage oft keine CD-Player mehr. Also erkundigt Euch unbedingt bei der Buchung nach der technischen Ausstattung des/der Mietwagen. Wir haben das im letzten Urlaub schmerzlich erfahren, als wir all die schönen, pädagogisch wertvollen Märchen-CDs für die große Tochter nicht nutzen konnten und auf „Kleiner Affe Dodo“ auf Spotify/Bluetooth+Handy angewiesen waren. Der einzige Trost: Noch heute sehe ich die wunderschöne umbrische Landschaft vor meinem inneren Auge vorbeiziehen, wenn ich die Dodo-Musik höre („Pizza in den Tümpel tauch“… – oh Gott!). Aber auch das ist eine lustige Urlaubs-Erinnerung, eigentlich.

Hier findet Ihr meine Tipps für Flugreisen mit Babys – nämlich welche Dinge man unbedingt im Handgepäck haben sollte, wenn man mit Baby fliegt.

Habt Ihr noch andere Tipps für das Autoreisen mit Baby? Dann nur zu, schreibt einen Kommentar!

 

2 Kommentare, RSS

  1. Barbara Krämer 17. Juli 2017 @ 15:25

    Das klingt alles so leicht und einfach in dem Text… Ich bin leider so überhaupt nicht entspannt beim Autofahren und das überträgt sich auch auf die Kinder, denen Autofahren auch überhaupt nicht gefällt.
    Als meine Lütte 5 Wochen alt war, waren ein langes Wochenende in Urlaub gefahren (fahrzeit ca. 3,5std.) Da der Große nicht musste und die Lütte wirklich die ganze Zeit schlief, sind wir die ganze Strecke durch gefahren. Ich hab hinten zwischen den Kindern gesessen und es war bisher die einzige eigntlich gut entspannte Autoreise, die wir als Familie gemacht haben…

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