Blumenpresse basteln: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Mit einer Blumenpresse presst man Blumen und Blätter und stellt daraus dann schöne Dinge her. Eine Blumenpresse kann man sich aus Holz- und Pappresten sowie ein paar Schrauben selbst herstellen. Wie das geht, zeige ich Euch heute:

Ich hatte als Kind eine Blumenpresse und habe damit zu jeder Jahreszeit gepresst, was ich draußen in der Natur fand – Wiesenblumen, Gänseblümchen und Blätter von Sträuchern und Bäumen. Jetzt hat meine große Tochter das Pressen von Blumen und Blättern entdeckt. Jetzt im Mai blüht ja draußen alles, da findet man überall Blüten und Blumen zum Pressen. Weil wir von einer anderen Bastelei Holzreste übrig hatten und Wellpappe ja in den städtischen Papiertonnen immer zu finden ist, kamen wir auf die Idee, Blumenpressen selbst herzustellen.

Das hat total Spaß gemacht und unsere Pressen sind auch toll geworden. Aber ehrlich gesagt war es wegen der dicken Schrauben, Flügelmuttern und anderem Material (Holzbohrer in der richtigen Dicke…) letztendlich ganz schön teuer, nämlich ohne Holz und Farben rund 12 Euro pro Presse. Mit Holz kommt man dann schon auf mindestens 15-16 Euro (reine Materialkosten); wer noch Farben und Versiegelung (Klarlack o.ä.) kaufen muss, kommt entsprechend teurer. Es hat auch Zeit gedauert, bis die Pressen fertig waren. Inklusive Materialbeschaffung haben wir drei Nachmittage gebraucht und für die zwei Pressen insgesamt rund 30 Euro ausgegeben, obwohl wir schon das Holz hatten.

Alternative: Eine günstige Blumenpresse kaufen

Deswegen sollte man sich gut überlegen, ob man stattdessen nicht lieber diese schöne Blumenpresse für 14,95 € bei Hans Natur bestellt. Die ist ja auch 2 Tage nach Bestellung da. Sie ist total schön bemalt und vom Preis her unschlagbar (auch nur knapp 15 €!), außerdem in einem traditionellen Familienbetrieb gefertigt. Das Holz stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern.

Wer jetzt trotzdem noch da ist und selbst eine Blumenpresse bauen möchte, erfährt jetzt hier, wie man das macht – mit all meinen Tipps und Tricks:

Benötigtes Material und Werkzeug für eine Blumenpresse

  • Sperrholz-Rest für 2 gleich große Quadrate (Dicke: etwa 8 mm). Die Seitenlänge der Quadrate sollte etwa zwischen 16 und 25 cm liegen. Baumärkte haben oft Reste bei ihrer Zusäg-Abteilung und sägen auch kostenlos zu. Wir haben Birkenholz-Sperrholz verwendet.
  • Bohrmaschine mit Holzbohrer, etwa 1-2 mm dicker als die verwendeten Schrauben – Tipp: schaut, welche Holzbohrer Ihr habt und kauft die dazu passenden Schrauben
  • dicke Schrauben, 8 bis 10 mm dick, auf jeden Fall 1-2 mm dünner als Euer Holzbohrer
  • 4 zu den Schrauben genau passende Flügelmuttern. In unserem Baumarkt gab es 4 Flügelmuttern als Päckchen
  • 8 zu den Schrauben passende Unterlegscheiben
  • evtl. Handschleifgerät mit Schleifpapier (bis ca. 180) oder Schleifklotz und Schleifpapier (120-180)
  • bunte Lackfarbe und kleine Pinsel zum Bemalen
  • Klarlack oder Fixierspray zum Versiegeln
  • wer die Blumenpresse nicht bemalen möchte: Bienenwachslasur oder andere Holzversiegelung
  • Wellpappe (aus Versandkartons)
  • Zeitungs- oder Löschpapier
  • gute Schere

Das alles braucht man, um eine Blumenpresse herzustellen

Herstellung

Schritt 1: Holz zusägen

Im Baumarkt lässt man das Sperrholz zu passenden Quadraten zusägen. Wenn man dort einen Holzrest kauft, wird meist kostenfrei zugesägt.

Schritt 2: Löcher bohren

Das ist der trickreichste Arbeitsschritt und sollte auf jeden Fall von einem Erwachsenen durchgeführt werden. Achtet darauf, dass Ihr einen passenden Holzbohrer für die Schrauben habt; am besten einen, der 1-2 mm dicker als die Schrauben ist. Das heißt, wenn Ihr einen Holzbohrer der Dicke 10 mm habt, kauft Schrauben der Dicke 8, besser noch 9 mm.

Wichtig ist, dass man genug Abstand zum Rand lässt. Nichts wäre blöder als gespaltenes Holz oder eine zu dünne Stelle. Ich würde ein Lineal verwenden und die Bohrlöcher erst so präzise wie möglich ausmessen und dann anzeichnen.

Beim Bohren vorsichtig vorgehen, da das Sperrholz leicht abplatzt. Bei uns ist jeweils eine Schicht abgeplatzt, obwohl der Mann sehr vorsichtig gebohrt hat; das ist zwar nicht so schön, aber diese Seite verschwindet dann eben innen in der Presse.

Schritt 3: Schleifen

Nun könnt Ihr Löcher, Kanten und Oberflächen schön glatt schleifen. Mit 180er Schleifpapier wird es schon schön fein. Wer Zeit und Muße hat, schleift dann nochmal mit dem super feinen 240er Papier.

Schritt 4: Bemalen

Ihr bemalt die schönste der Holzplatten-Oberflächen mit Lackfarbe oder auch mit Acrylfarbe wie wir. Letztere hält aber nicht so gut, aber wir wollten nicht noch zusätzlich teure Farbe kaufen.

Nach dem Trocknen wird die Bemalung mit Fixierspray oder einer Schicht Klarlack fixiert bzw. versiegelt. Auch die anderen Seiten der Sperrholzplatten werden mit Klarlack oder Bienenwachslasur versiegelt. Über Nacht trocknen lassen.

Schritt 5: Pappe und Papier zuschneiden

Nun schneidet Ihr sowohl aus der Wellpappe als auch aus dem Lösch- oder Zeitungspapier einen Stapel Quadrate mit genau der gleichen Seitenlänge wie Eure Holzplatten. Pro Wellpappenquadrat braucht Ihr zwei Löschpapier- bzw. Zeitungspapierquadrate, minus zwei. Das heißt, wenn Ihr 5 Wellpappenquadrate zuschneidet, braucht Ihr 8 Lösch- oder Zeitungspapierquadrate: 5 x 2 = 10 /// 10 – 2 = 8.

Ausmessen und Schneiden der Wellpappe

Nun stellt Ihr aus einem Stück Pappe eine Schablone in Form eines rechtwinkligen Dreiecks her, um von den Papp- und Papierscheiben jeweils genau gleich große Ecken abzuschneiden. Die Ecken müssen natürlich so weit abgeschnitten werden, dass die Papp- und Papierscheiben mit wenig Luft zwischen die Bohrlöcher/Schrauben der Presse passen. Aufpassen, dass Ihr nicht zu viel abschneidet, sonst wird der Turm später wackelig.

Die Ecken mit Hilfe einer Schablone gleichmäßig wegschneiden

Auch vom Zeitungspapier werden die Ecken weggeschnitten

Schritt 6: Die Blumenpresse zusammenlegen

Wenn das Holz getrocknet und alles zugeschnitten ist, legt Ihr die Presse zusammen:  Ihr schiebt die Schrauben mit Unterlegscheibe (!) von unten in das für unten angedachte Brett. Dann legt Ihr zwischen die Schrauben erst eine Pappscheibe (natürlich ohne Ecken), dann zwei Papiere, dann wieder eine Pappe, zwei Papiere usw, bis alle Papiere und Pappen aufgebraucht sind. Ganz obenauf liegt natürlich eine Pappe.

Dann legt Ihr das bemalte Brett mit der bemalten Seite oben auf die Schrauben, legt wieder Unterlegscheiben darauf und schraubt das ganze dann mit den Flügelmuttern fest.

Fertig zusammengeschraubt: Jetzt kann gepresst werden

Anwendung

Die zu pressenden Blumen und Pflanzen werden jeweils zwischen zwei Lösch- oder Zeitungspapiere gelegt, die Presse dann zusammengesetzt wie oben beschrieben und die Flügelmuttern ganz fest angezogen.

Nach 2-4 Tagen sind die Blumen oder Blätter je nach Dicke fertig gepresst und können verbastelt werden.

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