Wachstum und Natur begreifen: Pflanzen aus Küchengemüse ziehen

Damit Kinder hautnah sehen, was in der Natur passiert, kann man in der Küche Pflanzen aus Möhren und anderen Gemüseresten ziehen:

Zur Zeit drängt draußen in der Natur die Pflanzenkraft ans Licht. Aber das passiert unter der Erde und wir sehen es (noch) nicht. Um diese Vorgänge in der Natur für Kinder sicht- und erlebbar zu machen, können wir in der Küche aus Wurzelgemüsen Pflanzen ziehen. Da sehen die Kinder, wie aus einem Stück Möhre oder einer Knoblauchzehe eine Pflanze emporwächst, und wie sich unten die Wurzeln bilden. Ja, das klappt!

Ich wollte das seit Jahren schon versuchen, dieses Jahr haben wir es endlich geschafft. Allerdings hatte ich gedacht, dass alles etwas schneller geht und üppiger sprießt. Aber man braucht doch ein wenig Geduld. Unsere Gläser standen auf der Fensterbank in der Küche, so konnten wir beim Essen immer die Fortschritte begutachten.

So geht es:

Materialien

  • verschiedene Wurzelgemüse: Möhren, Pastinaken, Petersilienwurzel, Zwiebeln, Knoblauch, evtl. Radieschen
  • pro Wurzelabschnitt ein Glas, z.B. leere Marmeladen- oder Einmachgläser
  • Wasser

Anleitung

Von Möhren, Pastinaken und Petersilienwurzeln oben die Strünke großzügig abschneiden. Mindestens zwei Zentimeter Wurzelfrucht sollten da sein, denn diese dienen der austreibenden Pflanze als Nahrung. Zwiebeln und Knoblauch am besten ganz lassen, weil die austreibenden Wurzeln unten aus der Frucht herauskommen. Das ist auch sehr interessant anzusehen.

Eher so viel Frucht dranlassen wie bei der Pastinake ganz rechts.

Diese Möhre ist nur sehr langsam und zaghaft gewachsen. Vielleicht war hier zu wenig Fruchtfleisch als Nahrung?

Jede Wurzelfrucht mit der Schnittfläche bzw. dem Wurzelansatz nach unten in ein eigenes Glas stellen und ein wenig Wasser hineinfüllen. Nicht zu viel; höchstens ein paar Millimeter hoch. Keinesfalls darf das Wasser ganz nah an die „Austriebsstelle“ heranreichen, sonst vergammelt das Gemüse.

Die Gläser auf eine helle, am besten sonnige Fensterbank stellen und jeden Tag das Wasser erneuern.

Alle Gäste fragten, was in den Gläsern auf der Fensterbank passiert.

Bei Knoblauch und Zwiebeln ist wahrscheinlich schon nach wenigen Tagen etwas zu beobachten. Unser Knoblauch hat schon recht bald lauter weiße Wurzeln bekommen, und nach ca. einer Woche schoss plötzlich der grüne Trieb in Windeseile in die Höhe. Bei Möhren und Pastinaken dauert es etwas länger, aber dann wächst es plötzlich schön grün nach oben!

Die Knoblauchzehe bildet schon nach kurzer Zeit prächtige Wurzeln aus

Und irgendwann wächst in Windeseile ein langer grüner Spross.

Bis die Pflänzchen so weit sind wie unsere auf dem Beitragsbild, dauert es 10-14 Tage – je nach Lichtsituation.

Später können die Pflanzen in die Erde gepflanzt werden. Wir werden das tun und sehen, ob wir aus dem, was sich unter der Erde tut, eventuell Wurzelgemüse ernten können.

An der unten gewölbten Pastinake kann man sehen, wo sich die Wurzel bilden wird.

Nützliche Tipps

1. Nicht alle Pflanzen in einer Schale ziehen

Wir haben zwei Anläufe gebraucht, bis es mit dem Wachsen der Pflanzen geklappt hat. Schon im Januar hatten wir den ersten Versuch unternommen. Da hatten wir alle Gemüse in eine große Schale gestellt. Dabei waren Radieschen, Möhren, Pastinaken, Rote Bete, Zwiebeln, ein Stück Paprika und eine Kartoffel.

Nicht nachmachen – mit allen Pflanzen in einer Schale hat’s nicht geklappt!

Wir haben brav jeden Tag die Schale ausgespült und neues Wasser hineingefüllt, aber die Pflanzen wollten einfach nicht austreiben – dabei war alles Bio-Gemüse, das eigentlich keimfähig sein müsste. Nur die Radieschen trieben ein klein wenig aus, und die halbierte Zwiebel bildete unten eine kräftige Wurzel, so dass die Zwiebel „abhob“. Dafür vergammelten die Radieschen dann nach einer Woche. Und dann wuchs gar nichts mehr.

Im zweiten Versuch bekam jede Wurzel ihr eigenes Glas, und siehe da, es hat geklappt!

2. Ältere Wurzeln mit Triebansätzen verwenden

Achtet bei der Auswahl der Möhren, Pastinaken und Petersilienwurzeln darauf, dass oben möglichst schon winzige grüne Austriebe zu erkennen sind. Das ist meist erst bei älteren Gemüsen der Fall. Schon im Laden könnt Ihr danach schauen. In Bioläden gibt es oft auch etwas ältere Gemüse; Ihr könnt auch die Verkäufer nach älteren Wurzelgemüsen fragen. Die bekommt Ihr vielleicht gratis, wenn Ihr sagt, was Ihr damit vorhabt. Je älter, desto besser.

Bei Zwiebeln und Knoblauch findet sich meist eine Wurzel, die oben schon grün austreibt.

3. Rote Bete klappt nicht

Vielleicht dauert es einfach sehr, sehr lange, aber bei der Roten Bete hat sich innerhalb von 2 Wochen nichts getan. Doch, unten an der Schnittfläche wölbt sich die Stelle, wo die Wurzel austreten könnte — also, vielleicht dauert es nur sehr, sehr lang. Wir werden das beobachten.

4. Jeden Tag Wasser wechseln

Frisches Wasser ist wirklich wichtig! Wir haben auch einmal Mineralwasser genommen, obwohl mein Mann sagte, unser Berliner Leitungswasser habe auch Mineralwasser-Qualität. Ich bilde mir aber ein, dass die Pflanzen an dem Tag mit dem Mineralwasser besonders gut wuchsen…

Erzählt mir gern, ob Ihr das auch versuchen wollt und ob es geklappt hat!

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