Draußen im April: Kräuterwanderung mit Kindern

Da der Frühling dieses Jahr etwas später kommt, können wir jetzt noch Frühlingskräuter sammeln. Lest hier, welche Wildkräuter wir mit den Kindern gefunden haben und wie herrlich die Kinder es draußen fanden:

Unsere wunderbare Tagesmutter hatte alle Familien zu einer Kräuterwanderung in die Natur eingeladen. Alle hatten Picknick und Sammelkörbe für die Kräuter dabei.

Wir hatten es vor allem auf den Bärlauch abgesehen, der im Berliner Norden um die Panke herum zu finden ist, wenn man weiß, wo man suchen muss. Wir hatten außerdem das Glück, dass einer der Väter einer der ersten Demeter-Bauern in Ostdeutschland war und sich mit Wildkräutern auskannte.

Die Kinder rannten natürlich am Treffpunkt gleich los auf die Wiesen und kletterten auf Bäume: HansNatur_Kraeuterwanderung02

Auch mit Gummistiefeln kann man auf Bäume klettern!

Überall grünte und blühte es in allen herrlichen Schattierungen der frühlingshaften Natur:

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Am Waldrand angekommen, fanden wir dann auch bald das erste Wildkräuter, nämlich die mir bis dahin völlig unbekannte Knoblauchrauke:

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Die Knoblauchrauke schmeckt jung sehr zart nach Knoblauch und ein klein wenig scharf. Wenn sie älter wird, wird sie bitterer.

Das zweite Kräuterchen, das wir fanden, war der Giersch – ein Wildkräuter-Klassiker:

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Und dann kamen wir in den Anemonenwald. Ich liebe Anemonen über alles! Für meine Augen gibt es kaum einen schöneren Anblick als einen Frühlingswald, dessen Boden mit Anemonen bedeckt ist. (Manche nennen sie Buschwindröschen.) Diese grüne Fülle, die Üppigkeit und der verwirrende, trügerische Eindruck von Kraft – denn die zarten Glöckchen verwelken in Windeseile, wenn man sie pflückt. Anemonen sind Blumen, die nur in die Natur und nicht in die Vase gehören. So sahen sich unsere Augen an den Blümchen satt.

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Anemonen lieben wie Bärlauch den feuchten Halbschatten, und so war es nicht verwunderlich, dass wir bald die üppigen Bärlauchvorkommen an den weiten Ausläufen des Bach-Ufers fanden:

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Bärlauch, wohin das Auge blickte!

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Auch die Blütenknospen schmecken nach Bärlauch, am intensivsten jedoch die Blätter.

Die Kinder pflückten eifrig mit und bald waren die Körbe gefüllt:

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Und wir konnten noch mehr Wildkräuter sammeln: Hirtentäschel, von dem man die winzigen herzförmigen Blättchen essen kann,…

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…ganz jungen, zarten Löwenzahn und natürlich junge Brennesseln, aus denen man Suppe oder Spinat zubereiten kann. Hier findet Ihr mein frühlingshaftes Rezept für Wildkräuter-Spinat mit Bratkartoffeln und Ei.

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Die größeren Kinder entwickelten Ehrgeiz, trotz des Aua-Risikos Brennnesseln zu pflücken und kamen auf die Idee, die Pflanzen mit großen Blättern anzufassen. Ich war baff, auf diese einfache Idee war ich noch nie gekommen!

Und dann lernte ich etwas ganz Neues, nämlich dass auch ganz junge Buchenblätter essbar sind! Sie schmecken allerdings nicht besonders gut, irgendwie einfach nach Blatt:

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Dann war es Mittag und wir waren am Ufer eines Schilf umstandenen Sees angekommen. Hier wurden Decken ausgebreitet und alle Familien packten das Picknick aus – vom Würstchen bis zum veganen Himbeer-Schokoladenkuchen war alles dabei, und alle teilten alles.

Als alle satt waren, kletterten die größeren Kinder auf die beeindruckenden Bäume am Waldrand:

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Wir hörten einen Specht und einer der Väter hat so gute Augen, dass er ihn in den Blätterkronen ausfindig machen und ich ihn fotografieren konnte:

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Dann machten wir uns auf den Rückweg. Beim Überqueren des Baches bekamen einige Kinder nasse Füße, aber das machte nichts; keines vergoss auch nur eine Träne.  Zu spannend war, was die Großen trieben! Denn in einem kleinen Teich hinter dem Bach ließen die Großen bereits Steine flitschen:

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Wir kamen noch an einer wunderbaren Gänseblümchen- und Traubenhyazinthen-Wiese vorbei, wo die Kinder endlich nach Herzenslust Blumen pflücken durften.

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Zu Hause angekommen, machten wir aus den gesammelten Kräutern eine Wildkräuterbutter. Dazu schnitt ich die gesammelten Kräuter alle ganz fein mit einem scharfen Messer und verdrückte sie mit einer Gabel kräftig mit einem großen Stück Butter und mehreren Prisen Salz (ja, man braucht viel Salz!). Den größten Anteil an den Kräutern hatte der Bärlauch – streng genommen war es eine Bärlauchbutter mit winzigen Anteilen Giersch, Knoblauchrauke, Löwenzahn und Brennnessel.

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Unser Abendbrot war köstlich: Frisches Vollkornbrot mit Kräuterbutter und Gurkenscheiben. Auch den Kindern schmeckte es.

Tipp:
Wer sich nicht auskennt mit guten Sammelstellen in seiner Umgebung, wird vielleicht auf der Seite von Mundraub.org fündig – eine tolle Seite auch für wilde Sammelstellen von anderen Kräutern und Früchten!

 

Ein Kommentar, RSS

  1. Angelika Brunke 7. Juli 2016 @ 14:16

    Was für ein schöner Tag mit den Kindern, der wird bestimmt in langer und wunderschöner Erinnerung bleiben.

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