Eis-Skulpturen für Garten, Balkon oder Park

Diese zauberhaften Eisskulpturen sind ganz einfach zu machen, aber etwas tricky. Die Tricks verrate ich Euch heute im Blog:

Endlich ist es wirklich kalt! Die Minusgrade haben jetzt auch die Niederungen erreicht und bezaubern uns morgens mit weiß bereiften Ästen und frostüberzogenen Wiesen. Mancherorts ist schon Schnee gefallen und hat ein Winterwunderland aus der trüben graubraunen Herbstlandschaft gezaubert.

Die klirrende Januar-Kälte machen wir uns zunutze und erschaffen mit Hilfe von Töpfen, Backformen und Gläsern diese Eisskulpturen. Man kann sie im Garten an Bäumen oder auf dem Balkon aufhängen. Eine schöne Idee ist es, solche kleinen Wunderwerke im nahe gelegenen Park aufzuhängen und andere Leute damit zu erfreuen.

Eine unserer Skulpturen haben wir in den Park gebracht.

Materialien

  • Gesammeltes aus der Natur oder dem Park: immergrüne Zweige und Blätter wie Buchs, Efeu oder Liguster, verbliebene bunte Herbstblätter, rote Beeren wie Hagebutten, Zapfen, Eicheln, trockene Blütenstände – alles, das Euch schön erscheint. Auch die Blüten von Christrosen eignen sich.
  • evtl. Edelsteine und Dekorationsobjekte wie kleine Figuren, Sterne oder Bänder
  • wasserdichte Formen aus Metall oder Glas (ja, Glas eignet sich!), z.B. Backformen, Auflaufformen oder Töpfe. Springformen eignen sich nicht, da das Wasser ausläuft.
  • Schnur. Paketschnur reicht aus.
  • evtl. kleine, hohe Marmeladengläser
  • evtl. ein paar Handvoll kleiner Steine oder Sand zum Beschweren (siehe unten)
  • evtl. dicker Schraubenzieher oder Bohrmaschine

So wird’s gemacht

Wichtig: Die Temperaturen draußen müssen mindestens -3 °C betragen. Die Tiefkühltruhe ist keine gute Alternative, weil die Eisskulpturen in der sehr kalten Tiefkühltruhe durch den Kristall-Effekt undurchsichtig werden können.

Als erstes überlegt Ihr Euch die Art der Aufhängung, für die es mehrere Möglichkeiten gibt. Wir haben drei ausprobiert und folgende Erfahrungen gemacht:

Dieses Glas ist natürlich viel zu groß für den winzigen Topf. Aber man sieht die Steine darin.

  1. Loch in die Form: Ihr stellt an passender Stelle (nicht zu nah am Rand) ein kleines Glas in die Form, um ein Loch zu erzeugen, durch das man später eine Schnur ziehen kann.
    Vorteil: stabil und sicher.
    Nachteil: das Loch wird relativ groß, weil es keine so kleinen und gleichzeitig schweren Objekte im normalen Haushalt gibt. Leere oder nur mit Wasser gefüllte Gläser treiben spätestens beim Frieren nach oben und/oder kippen um. Wenn man Gläser nehmen möchte, füllt oder legt man zum Beschweren Sand oder Steine hinein. Achtung: keine Gläschen verwenden, die unten dicker sind als oben, sonst kriegt man sie nachher nicht aus dem Eis heraus. Wer einen hohen, schmalen Bleizylinder hat, nimmt diesen  😉
  2. Oder Ihr legt ein langes Stück Paketband ins Wasser:
    Vorteil: wirkt natürlich und ist am einfachsten.
    Nachteil: löst sich beim Antauen der Form leicht, wenn die Schnur zu weit nach außen gerät. Wichtig: Macht die Aufhängung um einiges länger als hier im Bild, weil sonst das Aufhängen um verzweigte Äste echt nervig wird.
  3. Oder Ihr bohrt nach dem Frieren mit Schraubenzieher oder der Bohrmaschine ein dickes Loch durch die Skulptur und zieht hier Schnur hindurch.
    Vorteil: dezent und stabil.
    Nachteil: Eis bricht beim Bohren leicht. Dann muss man die Skulptur eventuell kitten und nochmal fest werden lassen, bevor man sie aufhängt. Ist ein wenig riskant.

Wenn Ihr Euch für eine Form der Aufhängung entschieden habt, füllt Ihr die Back- und Auflaufformen oder Töpfe ca. 5 cm hoch mit Wasser. Wer Aufhänge-Form 1 gewählt hat, stellt nicht zu nah am Rand ein möglichst kleines, hohes Gefäß hinein und füllt dieses mit Steinen oder Sand, damit es nicht nach oben treibt.

Dann legt Ihr die gesammelten Materialien hinein. Weniger ist hier mehr. Wer möchte, kann auch Edelsteine und andere Dekorationsobjekte wie Bänder, kleine Goldsterne und ähnliches verwenden. Hier haben Eure Kinder vielleicht Ideen und Wünsche. Die Idee mit den Edelsteinen kam bei uns zum Beispiel von der Tochter.

Hier fehlt noch das Glas für das Aufhänge-Loch. Wir haben hier Christrosen-Blüten und Edelsteine verwendet.

Dann stellt Ihr die Formen für mehrere Stunden nach draußen. Je nach Größe der Formen dauert das Festwerden ca. drei bis fünf Stunden.

Hier haben wir das Becherchen für das Loch nur mit Wasser gefüllt. Es ist dann nach oben getrieben und es entstand nur eine Delle, durch die wir dann nochmal bohren mussten

Wenn das Wasser ganz durchgefroren ist, holt man nur die erste Form herein. Als erstes entfernt man ggf. den Sand oder die Steine aus den Gläsern und füllt diese mit heißem Wasser (so heiß wie möglich). Die Gefäße kleben noch fest im Eis; um sie loszukriegen, schmilzt man mit dem heißen Wasser ein wenig das Eis um sie herum, so dass man sie herausziehen kann.

Dann lässt man heißes Wasser ins Spülbecken und stellt die Form kurz hinein. Eine Minute sollte locker ausreichen. Es macht nichts, wenn etwas heißes Wasser über die Skulpturen läuft. So schnell tauen sie nicht auf, wenn es draußen klirrend kalt war. Im Gegenteil: Wenn etwas Wasser drüber läuft, kann die eventuell etwas kristallisierte Oberfläche wieder klar werden. Man prüft immer wieder, ob sich die Skulptur beim Umdrehen schon aus der Form löst. Wenn dies der Fall ist, bringt man sie schnell wieder nach draußen (aber natürlich ohne Form) und holt die nächste Skulptur herein. Natürlich muss man ggf. vorher noch das Glas für das Loch loskriegen. Dafür muss man evtl. mehrmals heißes Wasser nachfüllen. Aua, dabei werden die Hände schön kalt.

So, jetzt löst sich die Skulptur aus der Form

Jetzt noch ein bisschen Wasser drüber laufen lassen, um oberflächliche Trübungen zu vertreiben

Wer Aufhänge-Methode 3 (Bohren) gewählt hat, bohrt nun vorsichtig und möglichst rasch ein Loch in die Skulptur (mein Mann war ganz wild drauf :-). Nun zieht man ggf. Schnur durch die Löcher und bringt die Skulpturen dann schnell wieder nach draußen.

Tipp: Macht eine gaaaaanz lange Schnur dran. Die schweren Skulpturen können nur an recht dicken Ästen sicher hängen, die meist Verzweigungen haben. Um die Skulpturen daran sicher aufhängen zu können, braucht man lange Schnüre.

Viel Spaß mit dieser Winterwunder-Bastelei!

 

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