Flugreise mit Baby: Welche 10 Dinge man im Handgepäck haben sollte

Eine Flugreise mit Baby kann anstrengend werden. Welche 10 Dinge Du dabei unbedingt griffbereit haben solltest, verrate ich Euch heute. Und ich erzähle von meinem schlimmsten Flugerlebnis mit Baby:

Wir sind mit unseren Kindern und Babys schon öfter geflogen. Einige wenige Flüge habe ich auch allein mit Baby unternommen, d.h. ohne Partner. Den schlimmsten Flug habe ich vor rund drei Jahren erlebt, als meine kleine Tochter zehn Monate alt war und ich mit ihr allein von Berlin nach Sizilien flog, um dort Freunde zu besuchen. Da es damals keine günstige Direktverbindung von Berlin nach Palermo gab, hatten wir einen Umstieg in Brüssel. Ich war den Flug sehr entspannt angetreten, denn mit der großen Tochter war Fliegen immer super easy gewesen – sie wurde zum Start gestillt und schlief nach der Aufregung auch immer prompt ein, meistens bis zur Landung.

Nicht jedes Kind ist wie das andere…

Mit der zweiten Tochter war es anders. Noch vor dem Einstieg ins Flugzeug hatte ich bereits zwei Mal die Windeln wechseln müssen: Die Tochter hatte von zu Hause bis zum Gate zweimal Kaka gemacht, einmal auf der Taxifahrt zum Flughafen und dann nochmal kurz vor dem Einstieg. Es war wohl die Aufregung, denn einen Infekt hatte sie nicht. Und natürlich sollte sie mit frischen Windeln ins Flugzeug steigen. Allein das hatte mich schon gestresst, denn das Wickeln auf zwei verschiedenen Flughafentoiletten hatte Zeit und Nerven gekostet.

Schreiendes Baby im Flugzeug: Einfach nur grauenhaft (wenn es das eigene ist).

Im Flugzeug selbst ging der Stress weiter: Trotz Stillen war das Baby schon beim Start kaum zu beruhigen. Die Tochter schrie und schrie und schrie und schrie. Sie schrie den gesamten Flug nach Brüssel durch. Ich bekam sowohl die Genervtheit der anderen Fluggäste als auch die besorgten Blicke der Flugbegleiter zu spüren. Ich fühlte mich von allen wahrgenommen, ja hatte das Gefühl, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Dass ich mein Baby noch stillte, und das sicherlich einige Mitreisende befremdete (und das Verhalten meines Babys ja nicht gerade für die Wirksamkeit des Stillens sprach), machte es auch nicht besser. So wurde auch ich immer aufgeregter, versuchte jedoch mit aller Kraft, nach außen hin, zum Baby hin, ruhig und gefasst zu sein. Das machte es natürlich noch schlimmer. Kurz: Es war grauenhaft. Besonders schlimm waren die gut gemeinten Ratschläge meiner Sitznachbarin, denn ich hatte überhaupt keinen Nerv mehr, um mich noch auf ein höfliches Gespräch zu konzentrieren, ja überhaupt nur annähernd die Fassung zu bewahren. Jeglicher Versuch, das Baby zu beruhigen, scheiterte: Singen, Stillen, Herumtragen, soweit das überhaupt möglich war, denn die Anschnallzeiten sind ja lang und dann versperrt der Service-Wagen den Gang.

Eiseskälte und Durst

Außerdem war es eisig kalt im Flugzeug, weil Flugbegleiter aus mir total unerfindlichen Gründen glauben, die heißen Temperaturen draußen müssten mit eiskalten drinnen kompensiert werden. Und ich hatte Durst: Vor lauter Aufregung um das Gewickele am Flughafen hatte ich es nicht mehr geschafft, eine Flasche Wasser zu kaufen, und das halbe Tässchen Tee, das ich beim Bordservice bekam, war ein Witz. Am Ende des Fluges war ich mit den Nerven so fertig, so ausgekühlt und durstig, dass ich nur noch schluchzte. Ich war so, so, so froh, als wir endlich aussteigen durften. Mein zielstrebiger, sicherer Gang und der vertraute Sitz in der Babytrage beruhigten die Tochter dann aber sofort.

Noch froher war ich, dass wir anderthalb Stunden Aufenthalt in Brüssel hatten. Wir verbrachten die Zeit mehr oder weniger in der geräumigen Mutter-Kind-Toilette mit Wickeltisch, wo es STILL war, und dann in einem gemütlichen Sessel in einem wenig frequentierten Geschäft ohne Musik, wo uns die verständnisvolle Verkäuferin netterweise eine halbe Stunde sitzen ließ.

Bei diesem Flug hat sich ganz deutlich gezeigt, welche Dinge bei einer Flugreise mit Baby wirklich nützlich, ja unabdingbar sind:

1. Tragetuch oder Babytrage

Nein, man schafft es auf dem Flughafen nicht, das Baby auf dem Arm zu tragen. Denn wenn ein Baby im Arm sitzt, ist es quasi unmöglich, den Pass aus der Tasche zu kramen und all die anderen Dinge zu vollführen, die bei einem Flug so anfallen: Auspacken und Wieder-Einpacken der Tasche bei der Sicherheitskontrolle, Befreien von festgeklemmten Gepäckwagen, Heraussuchen der Bordkarte, Öffnen und Schließen der Tasche usw. Außerdem sind die Wege auf Flughäfen manchmal unverschämt lang, was man immer wieder total unterschätzt. In Brüssel mussten wir z.B. einen halben Kilometer zurücklegen, bis wir an unserem Abflug-Gate waren (ich scherze nicht!). Ich war soo froh, dass ich unseren Manduca dabei hatte! Ich habe bei dieser Reise tatsächlich ein Dankgebet an den König der Babytragen gesendet. Glaubt mir: Babytrage oder Tragetuch ist beim Fliegen mit Babys absolut unverzichtbar. (Dieses Tragetuch ist gerade im Angebot bei Hans Natur, außerdem die unverwüstliche Trage Manduca). Tragetuch oder Babytrage: Mit Abstand das wichtigste Utensil für eine Flugreise mit Baby!

2. Mehr Feuchttücher, Windeln und Wickelunterlagen als gedacht

Ihr braucht Feuchttücher bzw. feuchte Waschlappen en masse. Auf einer Flugreise geht einfach dauernd was daneben, man fasst eklige Sachen an oder muss das Baby aus anderen Gründen abwischen. Von Feuchttüchern kann man nicht genug dabei haben – glaubt nicht, dass die praktische Reisepackung mit den 10 Stück ausreicht! Im Zweifelsfall lieber eine 80er-Packung mitnehmen.

Außerdem müssen die Babys meiner Erfahrung nach auf Reisen ständig Kaka. Und zwar immer ausgerechnet dann, wenn es nicht passt und man es eigentlich nicht erwartet. Aus diesem Grund sollte man mindestens zwei oder gar drei Windeln mehr mitnehmen als man sonst für die Zeit der Reise brauchen würde. Und mindestens zwei Wickelunterlagen einpacken, denn nichts ist ekliger als sein Baby direkt auf einen Flughafen-Wickeltisch legen zu müssen, wenn der Raum nach fremden Ausscheidungen stinkt und die eigene Wickelunterlage schon verschmutzt ist. Ich verspreche Euch: Man wirft die Unterlage nach dem Gebrauch sehr gern weg. Deswegen unbedingt mindestens zwei mitnehmen. Und alles bitte ins Handgepäck, denn das Malheur passiert genau dann, wenn das Gepäck abgegeben ist.

3. Wechselkleidung

Genau wegen der unvorhersehbaren Malheure nehmt genug Wechselkleidung fürs Baby mit. Mindestens einen oder zwei Bodies extra und ein warmes Jäckchen, falls es im Flugzeug kalt wird.

Und auch für Mama kann ein zweites Kleid oder T-Shirt nicht schaden. Denn gerade in Ausnahmesituationen landet doch mal mehr Milch oder Spucke im Ausschnitt.

Zu Kleidung für Mama siehe auch Punkte 9 und 10.

4. Eine riesengroße Tasche

Es deutet sich bereits an – Ihr braucht viel Stauraum für die vielen nützlichen Dinge. So einiges Voluminöses muss während der Reise griffbereit sein, deswegen achtet darauf, dass Eure Handgepäck-Tasche möglichst groß ist. Meiner Erfahrung nach solltest Du, die Du das Baby während der Reise betreust, die Dinge direkt bei Dir griffbereit haben. Nicht ist nerviger, als wenn das benötigte Utensil beim Partner oder der Partnerin  in der Tasche ist, und diese/r wurde dann doch drei Reihen weiter vorn platziert (was durchaus passieren kann), oder er/sie hat seine Tasche oben ins Gepäckfach gepackt (wo man während der langen Start- und Landezeit nicht rankommt).

5. Alles griffbereit halten: Tasche nicht ins Gepäckfach stellen, sondern unter den Vordersitz verstauen

Einer der wichtigsten Tipps: Stell Deine Handgepäck-Tasche ja nicht oben ins Gepäckfach, sondern behalte sie griffbereit bei Dir am Sitz. Du darfst sie unter den Vordersitz stellen. Vielleicht ist auch ein Platz neben Dir frei, dann stell die Tasche dorthin. (Oft wird neben Müttern mit Baby ein Platz frei gehalten, wenn das Flugzeug nicht ausgebucht ist). Bei Start und Landung muss die Tasche allerdings unter den Vordersitz. Lass Dir die Tasche nicht von Flugbegleitern wegnehmen und im Gepäckfach verstauen! Während der doch ziemlich langen Anschnallzeit während dem Start ist die kritischste Zeit, da solltet Ihr alles ohne Umstände erreichen können, was Ihr eventuell braucht.

6. Essen und Trinken fürs Kind. Und für die Eltern!

Was viele nicht wissen: Mit Baby dürfen auch Getränke ins Handgepäck und sogar durch die Sicherheitskontrolle. Wenn Ihr sagt „Das ist nötig fürs Baby“, lassen Euch die Sicherheitsleute auch eine Flasche Saft oder Wasser. Also nutz das aus, mach Dir eine Thermoskanne Tee oder nimm eine große Flasche Wasser mit. Natürlich kann man auf allen Flughäfen nach der Sicherheitskontrolle auch Wasser kaufen, das mit ins Flugzeug darf. Meiner Erfahrung nach aber schafft man es nicht immer, noch ein Wasser zu kaufen (siehe oben). Denk daran: Vom Bordservice bekommt man nie genug zu trinken, es sei denn, man fliegt mit Billigairlines und kauft sich dort an Bord Getränke, die etwas üppiger ausfallen als die „Gratis-Getränke“ bei Lufthansa & Co. Allerdings muss man dann warten, bis man bedient wird, und das kann quälend lang dauern. Meine Erfahrung ist: Was man hat, das hat man. Deswegen nehme ich immer so viel Trinken von zu Hause mit, wie ich nur tragen kann.

Wer nicht stillt, sollte natürlich auch ausreichend (mehr als Du denkst) Getränke und Essen fürs Baby mitnehmen. Und natürlich musst Du essenstechnisch auch an Dich denken, ganz besonders wenn Du stillst. Ich nehme auf jeden Flug ein oder zwei lecker belegte Brote mit, nicht nur, weil ich die Mayonnaise respektive Margarine auf den gekauften Brötchen nicht ausstehen kann (für mich geht nur Butter). Manchmal gibt es auf dem Flug nur Chips oder Kekse. Oder gar nichts, oder es kostet unverschämt viel Geld und ist dann trotzdem nicht lecker. Ich für meinen Teil habe sofort Hunger, wenn ich im Flugzeug sitze – als Reaktion auf den Stress der letzten drei Stunden (Packen, Abschied, Anfahrt zum Flughafen, Kontrollen, Einstieg, und das alles mit Baby). Ich war immer total dankbar für meine guten Käsebrote mit Gurke und Salat, wenn ich meine Sitznachbarn an trockenen Keksen herumknabbern sah.

7. Naschwerk fürs Kind

Ja, Du hast richtig gelesen. Für Babys, die schon essen, knabbern oder lutschen können, sollte man etwas zum Naschen mitnehmen. Es muss ja kein Lolli sein. Trockenfrüchte, Sesambrezeln, diese Fruchtriegel (Achtung, erst ab dem 12. Monat!), oder ein besonders gern gegessenes Obst (z.B. Blaubeeren) sind auch tolles Naschwerk. Du kennst Dein Baby und weißt, womit es sich eventuell auch in kritischen Situationen beruhigen lässt. Ich finde: In einer Ausnahmesituation wie einer Flugreise ist auch mal was total Ungesundes wie Zuckerkekse oder Schokolade erlaubt, wenn es hilft, das Kind zu beruhigen. Denn ein beruhigtes Kind entspannt in einer Krisensituation auch Dich, und dadurch entspannt sich auch wieder das Kind.

8. Warme Decke

Wieder richtig gelesen. Gerade im Sommer ist es im Flugzeug manchmal absurd kalt, besonders in der Startzeit, wenn die Temperatur noch nicht eingepegelt ist. Also solltest Du unbedingt eine Zudecke für das Baby mitnehmen. Eventuell sogar aus Wolle. Ich habe bisher auf jedem sommerlichen Flug meine Babys zugedeckt, auch, weil eine Decke so einen angenehmen Schutz bietet und nach zu Hause riecht. Ich würde mich nicht auf die grauenvollen Synthetik-Flugzeugdecken verlassen (die auch nicht mehr alle Airlines anbieten). Eine besonders gut geeignete Babydecke fürs Flugzeug ist diese wollene Puck- und Wickeldecke, weil leicht und trotzdem warm.

9. Warme Socken für Mama und Baby

Aus dem gleichen Grund (Flugzeug-Kälte) sind warme Socken für Mama und Baby eine absolute Wohltat. Ich spreche aus Erfahrung! Die Socken am besten gleich nach dem Einstieg anziehen, später, wenn alle sitzen und angeschnallt sind, geht’s nicht mehr so gut.

10. Strickjacke und Leggings für Mama

Auch eine Strickjacke für Mama ist wegen der Flugzeug-Kälte Gold wert. Wenn die Jacke dazu noch eine gewisse Weite hat, kann man damit beim Stillen das Baby zudecken. Auch wenn ich finde, dass ein Kind öffentlich ohne Brustverhüllung gestillt werden dürfen sollte – im Flugzeug habe ich es als angenehm empfunden, mein Kind bzw. meine Brust beim Stillen etwas bedecken zu können. Denn man sitzt schon sehr eng nebeneinander im Flugzeug, und nicht allen Menschen möchte man gern seine Brust in 30 cm Entfernung präsentieren.

Außerdem kann ich nur dazu raten, gerade im Sommer eine Legging mitzunehmen, die nur für den Flug unter das Kleid angezogen wird. Das erfordert allerdings einen Toilettengang vor dem Einstieg (aber der ist ja ohnehin zu empfehlen, schon um die Wasserflasche aufzufüllen 🙂 )

Ich wünsche Euch gute Flugreisen mit weniger Stress als ich vor drei Jahren hatte!

Hier findet Ihr meine Tipps und Erfahrungen für Autoreisen mit Baby!

Und: Habt Ihr noch andere Tipps für Flugreisen mit Babys?

 

 

 

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