Wie Du Deinem Kind bei Insektenstichen hilfst // Teil 1: Insektenstiche vermeiden

Sommerzeit ist auch Insektenzeit. In Teil 1 unserer 3-teiligen Serie zum Thema Insektenstiche haben wir 10 Tipps, wie man Insektenstiche vermeiden kann:

Was lockt Insekten an?

Es sind Schweiß und andere Körpergerüche, auch der Geruch aus dem Mund, die Insekten anlocken. Wespen kommen auch aufgrund von Essensgerüchen (Fleisch, Wurst, Zuckerhaltiges, Fruchtsäfte, Obstkuchen) gern in die Nähe der Menschen. Jedoch stechen bzw. beißen Bienen, Wespen und Hornissen sowie Ameisen nur zu, wenn sie sich bedroht fühlen. Zecken, Bremsen und Mücken dagegen suchen aktiv das Blut von Tieren und Menschen.

Wie gefährlich sind die Stiche?

Normalerweise sind Insektenstiche harmlos, wenn auch im Falle von Bienen, Wespen, Bremsen und Hornissen durchaus schmerzhaft. Besonders für kleine Kinder. Gefährlich sind Insektenstiche bei Allergie und wenn Bienen und Wespen im Mund- und Rachenraum zustechen. Dann können nämlich die Atemwege zuschwellen, so dass Erstickungsgefahr droht.

Auch können Insektenstiche sich entzünden, besonders wenn sie immer wieder aufgekratzt werden. Die Entzündungsgefahr sollte nicht unterschätzt werden!

Am besten ist es, wenn es gar nicht erst zu Stichen kommt. Vorsorge ist bei Insektenstichen wirklich das Mittel der Wahl, besonders bei kleinen Kindern. Hier helfen folgende Produkte und Maßnahmen:

10 Tipps zur Vermeidung von Insektenstichen

1. Ein gutes und ungefährliches Insektenschutzmittel wählen

Insektenschutzmittel können Eure Kinder gut vor Insektenstichen schützen. Jedoch muss man wie immer genau auf die Inhaltsstoffe und die chemische Zusammensetzung achten.

Viele der im Handel angebotenen synthetischen Inseltenschutzmittel  funktionieren, sind aber für Kinder unter 2 Jahren nicht uneingeschränkt geeignet. Der bekannteste synthetische Stoff gegen Mücken ist Diethyltoluamid (DEET), der jedoch für Kinder unter zwei Jahren nicht unbedenklich ist. Auch Bayrepel, der Wirkstoff in Autan, ist nicht uneingeschränkt für kleine Kinder zu empfehlen.

Natürliche Mittel wie Citronella (z.B. in Anti-Mücken-Kerzen oder in Zitronenöl) vertreiben Mücken, wirken jedoch nur kurz. Gegen Mücken helfen auch Eukalyptusöl, Nelkenöl und Lavendel. Als Öle müssen die Mittel jedoch häufig erneuert werden.

Besser eignen sich gegen Mücken z.B. diese Anti-Mücken-Pflaster für Kinder. Die Pflaster wirken  72 Stunden lang gegen Insekten. Der Schutz basiert auf der mücken-abwehrenden Wirkung von Eukalyptus und Citronella. Man klebt die Pflaster an die Kleidung (nicht direkt auf die Haut), in die Nähe des Bettes oder der Orte, wo die Kinder sich aufhalten. Natürlich ist das Pflaster auch bei Erwachsenen wirksam. Niedlich sind hier die Tiermotive und die praktische Aufbewahrungsbox. In der Packung sind 24 Pflaster enthalten.

Wer Sonnenschutz und Mückenschutz kombinieren möchte (oder muss), ist mit dieser mineralischen Sonnencreme inkl. Mückenschutz von Eco Cosmetics optimal versorgt.

Die Lotion ist nach Ecocert zertifiziert und auch für sensible Kinderhaut geeignet. Hier sollte jedoch öfter nachgecremt werden – was sich bei Sonnencreme ja sowieso empfiehlt (siehe hier unseren Beitrag zum Sonnenschutz!)

Sonnenschutz und Mückenschutz in einem

Synthetische Insektenschutzmittel empfehlen wir aus gesundheitlichen und ökologischen Gründen hier nicht. Solltet Ihr jedoch einmal keine andere Wahl haben, denkt bitte daran, die synthetischen Mittel immer sparsam, niemals großflächig und nur in der niedrigsten Konzentrationsdosis (10%) zu verwenden. Mittel mit DEET solltet Ihr Euren kleinen Kindern unter zwei Jahren maximal einmal pro Tag auftragen. Ältere Kinder vertragen auch mal zwei bis drei Einreibungen pro Tag. Niemals sollte aber Insektenschutzmittel auf Wunden oder Sonnenbrandstellen aufgetragen werden. Kinder sollten die Mittel auch nicht auf die Handinnenfläche bekommen, da das Mittel hier abgeleckt werden könnte.

Um die Haut nicht unnötig den chemischen Mitteln auszusetzen, könnt Ihr die Mittel auch direkt auf die Kleidung sprühen. Allerdings können die Mittel den Kleidungsstoff angreifen und schädigen.

2. Langärmlige, helle Kleidung tragen

Wenn Ihr in Wald und Feld unterwegs seid und Eure Kinder durch Wiesen streifen, sollten sie möglichst leichte, langärmlige Kleidung in hellen Farben tragen. Die helle Farbe schreckt Insekten eher ab als dunkle. Außerdem können Insekten Stoffe manchmal nicht durchstechen. Man ist jedoch manchmal erstaunt, durch welche Stoffe Insekten stechen können – zum Beispiel kommt eine Mücke durch Feinstrumpfhosen und leichtere Leggins mühelos durch.

3. Vorsicht bei bloßen Füßen

Barfußlaufen ist herrlich und gerade bei den ganz Kleinen das Mittel der Wahl beim Laufenlernen. Blumenwiesen und Sandkästen bergen aber manchmal Gefahr. Bienen und Wespen krabbeln auch gern mal in Sandkästen herum, besonders, wenn dort einmal etwas Süßes hingetropft ist. Auch Erdbienen, die häufiger vorkommen als man gemeinhin meint, graben ihre Unterschlüpfe gern mal in den Sand. Bevor Euer Kind im Sand spielt, solltet Ihr das Umfeld nach Bienen und Wespen absuchen. Wenn Ihr auf Wiesen unterwegs seid, solltet Ihr Euren Kindern zumindest Sandalen anziehen. Auch auf einer einfachen Gänseblümchenwiese im Park oder Schwimmbad erfreuen sich Bienen am Nektar der Blumen.

4. Vorsicht an Orten, an denen Insekten Nahrung finden

Leider mögen auch Bienen und Wespen im Sommer gern Orte, wo wir uns gern mit unseren Kindern aufhalten. Blühende Blumenwiesen, gedeckte Tische mit süßen und herzhaften Leckereien wie Eis und Kuchen, Wurst und Fruchtsaft locken Insekten an. Auch Abfalleimer und Essensreste in Schwimmbädern oder auf Picknickdecken sind gerade bei Wespen gern gesehen. Also ist an solchen Orten Vorsicht geboten – achtet auf Eure Kinder, wenn sie sich Mülleimern mit bunten Papieren nähern, oder wenn Ihr draußen Eis schleckt. Fleisch und Wurst lieben Wespen übrigens ganz besonders.

5. Die Insekten trainieren

Ja, Ihr habt richtig gelesen! Wer öfter an einer bestimmten Stelle draußen sitzt, zum Beispiel auf einer Terrasse, im Garten oder auf einem Balkon, kann die Insekten der Umgebung darauf trainieren, andere Orte statt diesem aufzusuchen. Das klappt aber nur über gutes Futter: Bereits im frühen Sommer kann man ein offenes Glas mit Marmelade oder Apfelsaft an einen weiter entfernten Ort im Garten, in der Hecke oder an einem anderen Ort aufstellen. Der Ort sollte natürlich auch für andere Menschen nicht gefährlich sein, wenn er von Insekten heimgesucht wird. Wenn diese Nahrungsquelle schon früh im Jahr attraktiv und immer verfügbar ist, werden die Wespen der Umgebung auf diese Stelle trainiert und meiden eventuell öfter Euren Frühstückstisch im Garten oder die Buddel-Ecke der Kinder. Dieses „Insektentraining“ wird nicht alle Wespen und Bienen abhalten, Euren Streuselkuchen kosten zu wollen, aber doch ein paar.

Was übrigens nicht hilft, sind „Nest-Attrappen“ wie zusammengeknüllte Papiertüten, die manche Leute zur Abschreckung von Wespen in der Nähe ihrer Balkone oder Terrassen aufhängen. Wir haben es letztes Jahr ausprobiert – die Wespen haben sich in keinster Weise abhalten lassen, uns auf der Gartenterrasse auf die Nerven zu gehen.

6. Ruhe bewahren

Da Bienen und Wespen nur zustechen, wenn sie sich bedroht fühlen, sollte man darauf achten, dass man sie nicht in Panik versetzt, wenn sie schon mal da sind. Panisches Herumfuchteln und Wegscheuchen ist gerade bei Bienen nicht hilfreich. Ja, es ist schwer, Ruhe zu bewahren, aber zumindest wir Erwachsenen sollten uns zusammenreißen und ruhig bleiben, wenn sich mal eine Biene oder Wespe auf die Frühstücksmarmelade setzt. Einfach abwarten oder das Glas vorsichtig weiter weg stellen.

7. Mund zu

Kinder sollte man bei herumfliegenden Wespen dazu anhalten, den Mund zuzumachen. Erstens mögen Wespen unseren Mundgeruch und werden davon besonders angelockt, außerdem will man ja vermeiden, dass Wespen in den Mund oder Hals stechen.

8. Vorsicht bei süßen Getränken in Flaschen und Dosen

Süße Getränke in Flaschen oder Dosen sind besonders gefährlich. Wespen, die vom Zucker oder Fruchtzucker der Getränke angelockt werden, klettern gern durch die kleinen Öffnungen und schwimmen dann auf der Oberfläche, manchmal aufgrund dunkler oder undurchsichtiger Gefäße unbemerkt. Wenn ein Kind dann trinkt und eine Wespe in den Mund gerät, entsteht bei dem Tier Panik und es sticht zu. Stiche im Mund- und Rachenraum sind besonders gefährlich – also deckt Getränke immer gut ab.

9. Vorsicht vor Trinkhalmen!

Achtung: Auch Trinkhalme sind gefährlich! Wespen schaffen es auch in die Halme hinein. So kann ein Kind eine Wespe direkt in seinen Mund saugen. Also Kinder im Sommer besser nur Wasser trinken lassen und immer besser aus Gläsern als aus Flaschen oder Dosen, und ohne Strohhalm.

10. Essen im Freien abdecken

Auch Essen sollte im Freien abgedeckt werden. Lasst Eure Kinder nicht allein am Tisch mit süßen und fleischhaltigen Speisen.

Wir wünschen Euch, dass Ihr Mut diesen Tipps lästige Insektenstiche vermeiden könnt diesen Sommer!

In Teil 2 und Teil 3 unserer Serie zum Thema Insektenstiche erfahrt Ihr, was Ihr genau tun sollt, wenn Euer Kind einen Stich abbekommen hat. Eiswürfel und Zwiebel ist nämlich nur die halbe Wahrheit. Teil 2 beschäftigt sich mit Stichen von Mücken, Ameisen und Zecken. In Teil 3 geht es um Bienen-, Bremsen- und Wespenstiche.

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Kinder richtig vor der Sonnen schützen: Mit Checkliste für Dich und Dein Kind

Wie Du Deinem Kind bei Insektenstichen hilfst, Teil 2: Mücken, Ameisen, Bremsen

Wie Du Deinem Kind bei Insektenstichen hilfst, Teil 3: Wespen, Bienen, Zecken (Link folgt, sobald der Beitrag erschienen ist).

 

3 Kommentare, RSS

  1. Avatar

    Kathrin 3. Juli 2017 @ 18:19

    Vielen Dank für den informativen Blogbeitrag. Wir wohnen auf dem Land und reichlich mit insekten zu tun. Leider auch mit Zecken. Wirken die vorgeschlagen Produkte auch gegen Zecken?
    Viele Grüße Kathrin

    • Maike Cölle

      Maike Cölle 4. Juli 2017 @ 8:11

      Liebe Kathrin,
      das Produkt ist nicht explizit gegen Zecken wirksam, sondern gegen Mücken. Um sicher zu gehen, würde ich mit einem anderen Mittel gegen Zecken schützen. Wir sind auch oft auf dem Land, wo es außergewöhnlich viele Zecken gibt – wenn wir uns nicht einsprühen, bringt an jedem Tag mindestens einer eine Zecke nach Hause…. Wir sprühen nicht immer ein, sondern suchen manchmal nur am Abend gründlich ab. Wenn die Zecken ganz frisch zugebissen haben, lassen sie sich gut entfernen, manchmal sogar mit den Fingernägeln. Aber bei uns ist auch kein FSME-Risikogebiet. Wenn Ihr in einem solchen wohnt, würde ich darüber nachdenken, doch ein Mittel aus der Apotheke zu verwenden, das wirksam schützt. Die Apotheker haben sicher einen guten Tipp.
      Liebe Grüße!

      • Avatar

        Kathrin 9. Juli 2017 @ 14:14

        Vielen Dank für die Antwort!
        So machen wir es bisher auch( abendliches Ansuchen und gelegentliches Sprühen). Habe jetzt angefangen, die Kinder mit Cocosöl einzureiben. Mal sehen, ob das was hilft. :-). FSME ist hier, glücklicherweise, auch kein Thema.
        Liebe Grüße Kathrin

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