Johanniskraut-Öl selber machen: Das beste Mittel zur Wundheilung

Selbst gemachtes Johanniskraut-Öl heilt auf natürlichem Wege schlimmste Wunden. Wie es geht und welche fast wunderhaften Heilungen ich mit dem Öl schon erlebt habe, lest Ihr hier:

Meine Oma hat schon Johanniskraut-Öl selbst gemacht. Sie und mein Opa haben regelmäßig die Wiesen und Wälder des südlichen Schwarzwaldes nach Heilkräutern abgesucht und daraus Heilmittel und Tees zubereitet.

Wundervolle Wundheilungen mit Johanniskraut-Öl

In unserer Familie gibt es einige Wundheilungs-Geschichten rund ums Johanniskraut-Öl. Meine Mutter hatte sich einmal mit einer elektrischen Heckenschere fast den Ringfinger abgetrennt. Die Wunde war schlimm und wollte nicht heilen. Obwohl meine Mutter den Finger regelmäßig desinfizierte und steril verband, war die Wunde noch nach Wochen nicht richtig geschlossen und eiterte. Als meine Mutter schließlich ein Pochen verspürte, wollte der Hausarzt ihr Kortison und Antibiotika verschreiben. Weil meine Mutter aber skeptisch bei diesen Mitteln ist, fragte sie meine heilkundige Oma um ihre Meinung. Die riet ihr, Johanniskrautöl darauf zu tun. Meine Mama beschloss, erstmal das zu versuchen, bevor sie Kortison und Antibiotika nahm. Und glaubt es oder nicht: Nach zwei Tagen Behandlung mit Johanniskrautöl war die Wunde geschlossen, eiterte nicht mehr und hatte aufgehört zu pochen! Meine Mutter fuhr mit der Behandlung fort und die Wunde schloss sich fast unsichtbar. Ganz ohne Kortison und Antibiotika.

Eine weitere Geschichte habe ich selbst erlebt. Das Pferd unserer Nachbarn auf dem Land hatte sich eine tiefe Risswunde an der Wange zugezogen. Die Wunde wollte nicht heilen, obwohl die Nachbarin täglich die Salbe draufschmierte, die der Tierarzt verschrieben hatte. Nach fast 10 Tagen war noch keine Besserung in Sicht. Da gab ich der Nachbarin ein Fläschchen meines selbst gemachten Johanniskrautöls. Sie war erstmal skeptisch und traute sich gar nicht, dem Tierarzt davon zu erzählen, aber sie bestrich die Wunde zweimal täglich mit dem Öl. Und wieder geschah das Wunder: Nach zwei Tagen hatte sich die vorher offene Wunde entzündungsfrei geschlossen.

Johanniskraut und Johanni (Sommersonnenwende)

Mitte/Ende Juni, also rund um „Johanni“, der Sommersonnenwende (21. Juni) blüht überall in Deutschland das Johanniskraut. Johanniskraut ist eine auf den ersten Blick unscheinbare Staudenblume mit gelben Blüten. Sie wächst an Wegrändern, aber auch an sonnigen Stellen im Wald.

Wiese mit Johanniskraut Ende Juni 2017

So sieht Johanniskraut von Nahem aus.

Die Pflanze steht symbolisch für die Sommersonnenwende, an dem in der nördlichen Erdhalbkugel der Tag am längsten und die Nacht am kürzesten ist. Ab dem 21. Juni geht es bis zur Wintersonnenwende am 21. Dezember wieder „abwärts“ mit den Sonnenstunden. Symbolpflanze für die Sommersonnenwende ist das Johanniskraut zuerst deswegen, weil es um diese Jahreszeit blüht. Außerdem erinnern seine gelben Blüten an kleine Sonnen. Die asymmetrische Blütenblätterform lässt die Blüte wie einen Propeller aussehen und gibt so der Blüte das Aussehen eines Lichtrades. Die Pflanze ist traditionell Teil der Kräutersträuße, die früher rituell um diese Jahreszeit gesammelt und zur Weihe von Haus und Hof verbrannt wurden. Ihre Wundheilungskraft ist seit vielen Jahrhunderten bekannt.

Johanniskraut in der alternativen Heilkunde

Die Homöopathie und die anthroposophische Gesundheitslehre weisen dem Johanniskraut (Hypericum) die Kraft der Sonne und des Lichtes zu. Johanniskraut braucht viel Licht zum Wachsen; die Kerne können z.B. in der Dunkelheit nicht keimen. Die Pflanze speichere das Licht, die Wärme und die Sonne in sich und könne diese Kraft weiter geben. Besonders gut helfe das homöopathische Mittel bei Nervenschmerzen und Wunden in/auf nervenreichem Gewebe.

Ich habe schon Leute sagen hören, man könne sich in den dunklen Wintermonaten mit Johanniskrautöl einreiben und so den Folgen des Lichtmangels vorbeugen. Tatsächlich erhöht Johanniskraut-Öl die Lichtempfindlichkeit der Haut; wenn die Sonne auf Haut scheint, die mit Johanniskrautöl eingerieben ist, wird sie dunkler als an Stellen ohne Öl. Aufpassen bei empfindlicher Haut wegen Sonnenbrand!

Johanniskraut-Öl selbst herstellen: Gar nicht schwer!

Als ich letztes Jahr rund um unser Haus auf dem Land große Vorkommen Johanniskraut fand, war klar, dass auch ich endlich mein eigenes Öl herstellen musste. Es ist ja ganz einfach.

Erstmal muss man natürlich Johanniskraut finden und sammeln. Das ist der schwierigste Teil, wenn man noch keine Sammelstellen kennt. Die Pflanzen lassen sich leicht abbrechen; man braucht keine Schere dazu. Ein Strauß wie hier auf dem Bild ist üppig genug. Für zwei, drei kleine Fläschchen Öl reicht ein Viertel oder ein Drittel des abgebildeten Straußes. Da Johanniskraut-Öl aber ein schönes Geschenk ist, könnt Ihr größere Mengen herstellen, wenn Ihr genügend Pflanzen findet.

Achtet darauf, dass auf den Blütenblättern winzige rote Pünktchen zu sehen sind, wenn Ihr sie gegen das Licht haltet. Nur „echtes Johanniskraut“ mit roten Pünktchen (sehen aus wie Nadelstiche) ist heilwirksam. Man sieht die Pünktchen meist nur, wenn man die Blüte gegen das Licht hält. Die Pünktchen sind winzige Öldrüsen, in denen sich das reine Johanniskraut-Öl mit dem Wirkstoff Hypericin befindet.

Meine Tochter mit einem großen Strauß Johanniskraut

Benötigte Zutaten und Utensilien für ca. 500 ml Öl

  • ein kleiner Strauß Johanniskraut
  • 500 ml Olivenöl oder neutrales Öl (z.B. Jojoba, oder auch gutes Sonnenblumenöl aus dem Bioladen)
  • großes verschließbares Glasgefäß, in das ca. 750 ml hineinpassen
  • später: kleine Fläschchen zum Abfüllen des Öls

Anleitung Johanniskraut-Öl

Als erstes zupft Ihr die Blüten von den Stängeln und gebt sie in das große Glasgefäß. Sachte runterdrücken, damit viele Blüten in das Gefäß gehen. Je mehr Blüten, desto intensiver wird das Öl.

Nur die gelben Blüten kommen ins Glas.

Wenn das Glas voller Blüten ist, wird es bis zum Rand mit Öl aufgefüllt und fest verschlossen.

Einmal kräftig schütteln und draußen an einen sonnigen Platz stellen. Dort bleibt das Öl jetzt für mehrere Wochen. Ich habe meines letztes Jahr bis zum September draußen stehen lassen, so dass das Öl ganz viel Sonne tanken konnte.

Achtung: Das Glas gelegentlich schütteln. Alle paar Tage und mindestens 1x pro Woche. Also das Glas am besten irgendwo platzieren, wo man es öfter sieht oder daran vorbeikommt. So ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass es regelmäßig geschüttelt wird.

Blüten und Öl stehen wochenlang in der Sommersonne.

Schon nach einer Woche verfärbt sich das Öl rötlich.

Und nach mehreren Wochen „Reife“ ist es knallrot. Das kann durchaus schon Mitte/Ende Juli der Fall sein, längeres Stehen schadet jedoch nichts. Wenn man das Gefühl hat, es ist genug, siebt man die Blüten ab und füllt das Öl mit Hilfe eines Trichters in Fläschchen:

Blutrote, gespeicherte Sonne!

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