Kein schöner Land: Volkslied zum Wiederentdecken

Heute stelle ich Euch im Blog ein Lied vor, das Euch dazu ermutigen könnte, wieder einmal gemeinsam zu singen:

Leider singen wir Menschen ja im Alltag nicht mehr viel. Auch ich, die ich sehr gern singe und Volkslieder liebe, stimme im Alltag viel zu selten ein Lied mit den Kindern an. Aber diesen Sommer haben wir gelegentlich gesungen. Wir haben viel Zeit in unserem neuen kleinen Häuschen auf dem Land verbracht, das mitten in der Natur liegt. Hinter dem Haus stehen zwei Linden, unter denen sich auch der Draußen-Essplatz befindet. So fiel mir eines Abends das alte Volkslied „Kein schöner Land“ mit seinen schönen Zeilen ein: „…wo wir uns finden wohl unter Linden zur Abendzeit…“

Das Lied habe ich als Kind schon geliebt. Wir haben es zum Beispiel zum Abschied an den Sommerfesten im Kindergarten meines jüngeren Bruders gesungen; alle Eltern, Kinder und Erzieher an den Händen im Kreis. Ich spüre jetzt noch den Heuduft in meiner Nase, wenn ich das Lied höre.

So habe ich im Juli diesen Jahres mein altes Liederbuch hervorgekramt und den Text wieder gelernt. Am nächsten Abend stimmte ich das Lied nach dem Abendessen unter den Linden an. Ganz ehrlich? Ich habe geheult und konnte es nicht zu Ende singen, so schön war es. Die Kinder haben an den ersten Abenden nur zugehört, aber bald sangen sie mit.

Wenn Ihr Euren Kindern ebenfalls so emotionale Kindheitserlebnisse schenken wollt, von denen sie noch als Erwachsene zehren, dann singt mit ihnen dieses Lied – am besten draußen und an einem schönen Sommerabend. Am allerbesten haltet Euch dabei an den Händen.

Wer (wie ich) ein wenig über die erste Zeile „Kein schöner Land als hier das unsre weit und breit“ stolpert, der kann sich vorstellen, dass hiermit eine Landschaft, nicht das politische Land gemeint ist, und dass man das Lied überall auf der Erde singen kann. Das Wort „Brüder“ würde ich in der vierten Strophe durch „Kinder“ ersetzen, besonders, wenn Ihr mit Kindern singt, und in der letzten Strophe durch „Menschen“. Wer mit dem „Herr im hohen Himmel“ nichts anfangen kann, der lasse die beiden Strophen weg, die von Gott handeln, oder dichte sie ein wenig um (ein Vorschlag von mir als Ersatz für die beiden Strophen unter dem Text). Die „helle Sonne“ in der letzten Strophe begreife ich als eine Vorstellung von einer schöneren, friedlichen Welt ohne Hass, Missgunst, Krieg, Umweltzerstörung, Ungerechtigkeit und Fremdenfeindlichkeit. Wenn man sich das vorstellt, wird das Lied zu einem Bekenntnis für das Streben zum Guten, und für eine bessere Welt für uns und unsere Kinder.

Hier ist ein Youtube-Link für die Melodie, der erträglich ist, nämlich die Schaumburger Märchensänger begleitet von den Hamburger Sinfonikern (man findet nämlich fast nur scheußliche Versionen; ich habe länger gesucht, bis ich diese erträgliche Version fand).

Und hier der Text des Liedes:

Kein schöner Land in dieser Zeit

Kein schöner Land in dieser Zeit,
als hier das unsre weit und breit,
wo wir uns finden
wohl unter Linden
zur Abendzeit.

Da haben wir so manche Stund‘
gesessen wohl in froher Rund‘
und taten singen;
die Lieder klingen
im Eichengrund.

Daß wir uns hier in diesem Tal
noch treffen so viel hundertmal,
Gott mag es schenken,
Gott mag es lenken,
er hat die Gnad‘.

Nun, Brüder, eine gute Nacht,
der Herr im hohen Himmel wacht!
In seiner Güten
uns zu behüten
ist er bedacht.

Ihr Brüder wisst, was uns vereint,
eine andre Sonne hell uns scheint;
in ihr wir leben,
zu ihr wir streben
als die Gemeind‘.

 

Alternativen für die dritte und vierte Strophe:

Daß wir uns hier an diesem Ort
wohl wieder treffen, oder dort,
wo wir bald stehen,
uns wieder sehen,
darauf ein Wort.

Wir wünschen eine gute Nacht
der Mond so hell am Himmel wacht
In seiner Güten
uns zu behüten
ist er bedacht.

 

Ich wünsche Euch viel Freude beim Singen dieses wunderschönen Liedes!

 

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