Lecker aus Resten: „Erdäpfelkäs“ (deftiger Brotaufstrich)

Kartoffeln aufs Brot?! Oh ja, das ist extrem lecker! Sowohl ich als auch die Kinder lieben diesen deftigen, sättigenden Brotaufstrich aus Kartoffeln, Sahne und Zwiebeln:

Ich vermute, „Erdäpfelkäs“ war der Arme-Leute-Käse früherer Zeiten. Damals waren Milchprodukte wie Käse und Butter etwas Besonderes, Teures, das es nicht bei allen Menschen täglich gab. Also haben sich die armen Bauern etwas einfallen lassen, das zu Unrecht nicht überall als Brotaufstrich bekannt ist: „Erdäpfelkäs“, ein Reste-Essen aus billigen Zutaten wie Kartoffeln und Zwiebeln. Der Aufstrich passt sehr gut ins Frühjahr, weil um diese Zeit nach dem langen Winter die Vorratskammern leer waren (Fastenzeit!). Aber Zwiebeln und Kartoffeln waren vielleicht immer noch ein paar im Keller, und Schnittlauch ist eins der ersten Kräuter, die draußen wachsen.

Meine südbadische Oma hat zu Kartoffeln auch immer „Erdäpfel“ gesagt. Obwohl, eigentlich sagte sie phonetisch sogar eher „Erdöpfel“, und ich verstand „Herd-Öpfel“. Aber der „Erdäpfelkäs“ ist eigentlich ein bayerisches Brotzeit-Schmankerl. Naja, auf jeden Fall süddeutsch. Und in Bayern sicher auch nicht so unbekannt wie in Berlin oder Süderbrarup.

Ich habe mein erstes Erdäpfelkäs-Rezept in einem bayerischen Kochbuch in einem Buchladen auf dem Flughafen München gesehen, als ich auf der Rückreise nach Berlin und total (wirklich total!) hungrig war. Sofort lief mir das Wasser im Munde zusammen. Deswegen habe ich es mir gemerkt und es bei Ankunft zu Hause sofort zubereitet. Seitdem ist es leicht abgewandelt im festen Repertoire meiner Lieblings-Brotaufstriche. Die Kinder löffeln das Zeug auch pur aus der Schüssel, so köstlich ist es!

So deftig lecker: Frisches, knuspriges Brot mit Erdäpfelkäs und Schnittlauchröllchen

Zutaten als Aufstrich für ca. 8 Brotscheiben

  • 4 mehlig kochende Kartoffeln (zur Not gehen auch vorwiegend oder ganz festkochende, mit mehligen wird’s aber besser)
  • 120-150 ml Schlagsahne, oder auch saure Sahne, Creme Fraiche oder was auch immer an sahnigem Milchprodukt übrig ist. Von Halbfett-Joghurt rate ich ab (zu sauer und nicht fettig genug 🙂
  • 1 kleine bis mittlere Zwiebel
  • Salz und viel schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • Schnittlauchröllchen oder Kresse zum Drüberstreuen

Zubereitung

Die Zwiebel schälen und in möglichst feine Würfel schneiden.

Die Kartoffeln kochen, etwas abkühlen lassen und mit der Küchenreibe grob reiben. Natürlich gehen auch kalte Kartoffeln vom Vortag (Reste genannt :).

Dann etwas mit der Gabel zerdrücken und verrühren, so dass eine homogene Masse entsteht. Die Schlagsahne bzw. saure Sahne, Schmand o.ä. unterrühren.

Die Zwiebelwürfel hinzugeben und gut salzen. Dieser Aufstrich braucht mehr Salz, als man denkt, also nicht sparen.

Nun wird extrem kräftig mit frischem grobem Pfeffer aus der Mühle gewürzt. Ich mache das für mich fast über die Maßen, zweige für die Kindern aber etwas ungepfefferten „Käs“ ab, da sie Pfeffer nicht so mögen.

Ich gebe die Masse dann üppig auf ein frisches, gern noch warmes Butterbrot und streue Schnittlauchröllchen oder Kresse drüber. Köstlich, köstlich, köstlich! Und schmeckt auch noch gut am nächsten Tag, wenn alles schön durchgezogen ist.

Bitte tragt zur Verbreitung dieses tollen schnellen Gerichtes bei! 🙂 Ist mir ein Herzensanliegen!

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6 Kommentare, RSS

  1. Roswitha 5. April 2018 @ 8:13

    Liebe Maike,

    oh ja, sehr köstlich, ich liebe auch solche alten einfachen Brotaufstriche, wie auch die einfache Zwiebelbutter und ich werde dein Rezept alsbald ausprobieren und auch verbreiten, zuerst wird aber noch ein leckeres Sauerteigbrot gebacken …oder deine Dinkelfladenbrötchen!?
    …und ich liebe auch den frischen schwarzen Pfeffer, massenweise….

    Vielen Dank für dein Rezept, die Geschichte macht es nochmal so wertvoll und ich freue mich auf
    das neue Alte…:)

    Liebe Grüße, Roswitha

    • Maike Cölle

      Maike Cölle 5. April 2018 @ 13:37

      Ja, selbst gemachte Brotaufstriche sind toll. Letztens habe ich auch Tomatenbutter probiert, das war auch klasse. Liebe Grüße zurück!

  2. Stefanie 5. April 2018 @ 9:59

    Das klingt absolut super! Heute Abend gibt es bei uns Kresse-Suppe. Da wäre es doch die perfekte Ergänzung! Gut, dass ich sowieso gleich noch zum Bio-Hof fahre – Einkaufszettel wurde soeben spontan erweitert.
    Vielen Dank für dieses Rezept!
    Mit lieben Frühlings-Grüßen aus dem Rheinland,
    Steffi

    • Maike Cölle

      Maike Cölle 5. April 2018 @ 13:37

      Toll, ich freue mich, dass Ihr es ausprobiert! Lasst mich gern wissen, wie es geschmeckt hat. Und Kresse-Suppe, das klingt auch super!!!

      • Stefanie 11. April 2018 @ 5:26

        Es war fantastisch! Ich habe statt der Zwiebel drei Frühlingszwiebeln genommen, weil sie dringend weg mussten. Die Kinder haben die Schüssel nach dem Essen ausgelöffelt.

        • Maike

          Maike 11. April 2018 @ 8:07

          Toll, ich freue mich, dass es Euch geschmeckt hat! Bei uns ist auch immer alles weg. 🙂
          Liebe Grüße und einen schönen Frühlingsanfang!

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