Schöne Weihnachtstraditionen schaffen: 11 Ideen und worauf es dabei ankommt

Wie schaffen wir für unsere Familie schöne Weihnachtstraditionen, an die sich die Kinder später mit Wärme erinnern? Dafür habe ich Gedanken und Ideen gesammelt:

Wenn man die Weihnachtsgeschichten von Astrid Lindgren liest, fühlt man die Kraft und die Wärme, die von schönen Weihnachtstraditionen ausgehen. Man riecht buchstäblich, wie sich die Weihnachtstage in Bullerbü oder auf Birkenlund angefühlt haben. Pfefferkuchen backen, Weihnachtsbaum-Schlagen im verschneiten Wald und Vor-den-Fenstern-Weihnachtslieder-Singen, Kaffeetrinken vor dem Kamin und die Erinnerungen, die sogar von der Langeweile des ewigen Wartens an Heiligabend ausgehen: solche Erinnerungen und Erlebnisse wünschen wir auch unseren Kindern.

Aber wir leben doch nicht in einer Bullerbü-Idylle!

Nein, kaum einer lebt heutzutage auf einem idyllischen Bauernhof mitten in der Natur, mit Tieren und einem intakten sozialen Gefüge. Aber auch wenn die meisten von uns nicht in einer Bullerbü-Idylle wohnen, kann man in der eigenen Familie schöne Weihnachtstraditionen etablieren. Ich habe Weihnachten immer geliebt. Auch bevor wir Kinder hatten, legte ich schon Wert auf adventliche und weihnachtliche Gefühle. Als wir dann aber Kinder bekamen, wurde es mir noch wichtiger, schöne Traditionen zu schaffen. Also habe ich einiges ausprobiert und so sind wir mit den Jahren zu schönen Traditionen gekommen, die hoffentlich für meine Kinder zu schönen Erinnerungen werden.

Die Traditionen müssen zur Familie passen

Ganz wichtig dabei ist es, dass die Traditionen zur Familie passen. Es macht überhaupt keinen Sinn, jeden Tag ein „Adventslieder-Singen“ aufs Programm zu setzen, wenn nur Mama oder Papa gern singt und die anderen mit den Augen rollen. Wenn Mama drei linke Hände beim Basteln hat, muss nicht gebastelt werden – es sei denn, das „Nicht-Gelingen“ wird zum lustigen Ritual (absolut charmant!). Und wo der Alltag stressig ist und man sich am Feierabend und Wochenende nur nach Ruhe und Erholung sehnt, müssen nicht dosenweise Adventsplätzchen gebacken werden. Nur was von guten Gefühlen und schöner Stimmung begleitet wird, eignet sich als Tradition.

Für uns hat sich auch herausgestellt, dass es besonders schön ist, wenn sich wirklich jedes Jahr alle Traditionen genau gleich wiederholen. Kinder, besonders kleine, lieben Wiederholungen, ja, sie brauchen sie regelrecht. So stellen sich Vertrautheit und Geborgenheit ein, und sie bekommen das Gefühl, dass die Welt verlässlich ist. Und man hat etwas, worauf man sich freuen kann.

Ein bestimmtes Essen und ein fester Ablauf an Heiligabend, der Gang zur Kirche, Plätzchenbacken und die familiäre Wehnachts-Deko sind ja auch schon Traditionen. Es muss nicht unbedingt mehr sein. Ich habe für Euch aber noch ein paar besondere Anregungen und Ideen gesammelt, die meist nicht aufwändig oder teuer sind. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die in Erinnerung bleiben.

Idee 1: Gemeinsam Weihnachtsbaum schlagen gehen

Ein bisschen Bullerbü geht auch hier und heute! In fast allen Städten und Dörfern gibt es die Möglichkeit, sich einen Weihnachtsbaum im Wald zu schlagen. In Großstädten muss man dazu raus aufs Land fahren und sich bei der Recherche für den richtigen Ort ein bisschen Mühe geben. Wir machen dies seit Jahren am 2. Advent und genießen den Ausflug immer sehr. Die Kinder lieben es, den Baum mit aussuchen zu dürfen. Bei unserem Haus auf dem Land gibt es zum Weihnachtsbaumschlagen ein kleines Advents-Fest am Forsthaus mit Wildschwein am Spieß und Glühwein; sehr idyllisch. Dort waren wir dieses Jahr zum ersten Mal und wissen nun: das wird unsere neue Tradition am 2. Advent.

Ein selbst geschlagener Weihnachtsbaum duftet betörend nach Tannenharz

Idee 2: Weihnachtskleid

Unsere Kinder bekommen am Morgen des Heiligabend feierlich ein schönes neues Kleid überreicht, das sie am Festabend anziehen dürfen. Bei uns ein absolutes Highlight, auf das sich die Kinder total freuen.

Idee 3: Schatzsuche zur Weihnachtsbücher-Kiste

Diese Idee habe ich von einer Leserin auf Facebook: Sie veranstalten vor dem ersten Advent eine Schatzsuche zur Weihnachtsbücher-Kiste. Die Schatzkarte ist das erste Geschenk im Adventskalender. Was für eine tolle Idee für Familien, in denen gern und viel gelesen wird! Machen wir ab nächstem Jahr auch.

Idee 4: Adventskranz-Lied

Wir singen beim Anzünden des Adventskranzes immer ein bestimmtes Lied. Bei uns ist das ganz klassisch „Wir sagen Euch an den lieben Advent“.

Idee 5: Morgendliche Kerzenstunde

Es kann jeden Advents-Morgen geschehen, oder nur an den Advents-Sonntagen: Wir sitzen im Advent jeden Morgen eine halbe Stunde nur bei Kerzenschein zusammen. Die Kinder essen Orangen-Schnitzchen und bekommen einen Kakao, die Adventskalender werden geöffnet und wir lesen „Schnüpperle“ und andere Weihnachtsgeschichten. Das ist unsere heilige adventliche Familienzeit.

Idee 6: Der besondere Adventskalender ohne Geschenke

Hier habe ich unseren besonderen, interaktiven Adventskalender schon einmal vorgestellt. Es wird im Wohnzimmer eine Landschaft aufgebaut aus Moos, Zapfen, Zweigen und/oder Spieltüchern, in der die Figuren von Josef und Maria jeden Tag einen Schritt weiter in Richtung Krippe gesetzt werden. Dazu kann man jeden Tag ein Teelicht mehr entzünden und weitere Figuren wie Schafe und Hirten hinzustellen. Kurz vor Heiligabend kommt der Engel hinzu, und beim Weihnachtsfest bekommt Maria den kleinen Jesus in den Arm oder in die Krippe.

Wer nicht so viel Platz hat, kann die Landschaft auch klein gestalten und erst nur Schafe und Hirten hineinstellen. Maria und Josef kommen erst ein paar Tage vor Weihnachten hinzu. So ist der weg nicht zu lang.

Idee 7: Geben

Einmal in der Adventszeit bringen wir zu Fuß etwas Schönes oder Nützliches zu einer Sammelstelle für Bedürftige. Das sind bei uns aussortierte warme Sachen für Obdachlose. Das kann man natürlich auch am Heiligabend machen. In der Großstadt hat man auch die Möglichkeit, etwas Leckeres, Nahrhaftes an alle Obdachlosen und armen Menschen zu verteilen, die man sieht.

Idee 8: Pfefferkuchen oder ein besonderes Plätzchen backen

Ich finde Backen mit Kindern eher anstrengend, außerdem backt meine Muter wie eine Göttin, so dass wir zu Weihnachten von ihr mit den leckersten Plätzchen versorgt werden. Aber wir backen wenigstens ein-, zweimal. Auf jeden Fall die klassischen „Ausstecherle“, wie sie bei uns heißen, und dann, am 4. Advent, Pfefferkuchen (hier zum Rezept), die bei uns dann wie in Bullerbü an den Weihnachtsbaum gehängt werden.

Idee 9: Gemeinsam IN RUHE den Weihnachtsbaum schmücken

Es lohnt sich, alle Einkäufe und Besorgungen schon am 23.12. abgeschlossen zu haben und auch das Essen für den Heiligabend schon am Vortag vorzubereiten. Dann kann man den Vormittag des Heiligen Abends gemütlich zu Hause verbringen, gemeinsam mit allen Anwesenden den Weihnachtsbaum aufstellen und ihn dann zusammen schmücken. Wir machen das schon seit Jahren so und es ist immer wahnsinnig gemütlich. Die Kinder dürfen ihren Schlafanzug anbehalten und es laufen unsere schönsten Weihnachtsplatten. Wenn der Baum fertig geschmückt ist, bekommen die Kinder ihr Weihnachtskleid.

Idee 10: Einen besonderen Weihnachtsduft kreieren

Zu dieser Idee habe ich mich von Astrid Lindgren inspirieren lassen. Maditas und Lisabets Mutti auf Birkenlund zieht zum Weihnachtsfest Hyazinthen, die am Heiligabend Teil des besonderes „Weihnachstduftes“ werden. Sie werden an Heiligabend im Wohnzimmer verteilt.

Man kann auch ein gutes, natürlich duftendes Raumspray aus dem Bioladen verwenden, z.B. einen Orangenduft, den man ausschließlich an Weihnachten einsetzt. Oder man stellt kleine Schälchen mit Zimtpulver auf, was auch sehr gut weihnachtlich duftet.

Idee 11: Der besondere Spaziergang an Heiligabend

Wie hier beschrieben, macht es mit kleinen Kindern Sinn, an Heiligabend einmal rauszugehen. Ein Elternteil kann drin bleiben und vorbereiten, aber die Kinder sollten an die frische Luft und sich bewegen. So kann man  den berühmten Stubenkoller verhindern. Auf dem Land ist es ja nicht schwer, eine schöne Spazierstrecke zu finden. In der Stadt könnte man jedes Jahr zu einer bestimmten Kirche (und dann rundherum) oder zum Marktplatz gehen, oder durch einen schönen Park laufen, der vielleicht ein Stück weiter entfernt liegt. In der Stadt kann man auch „Hinterhof-Entdecken“ spielen – eine solche Entdeckungs-Tour durch das eigene Viertel wird den Kindern sicher als spannend und besonders in Erinnerung bleiben.

Welche Weihnachtstraditionen habt Ihr?  Ich ergänze diese Liste gern!

 

Das könnte Dich auch interessieren:

Sieben Tipps für einen entspannten Heiligabend mit kleinen Kindern

Familien-Wonnemomente im Dezember: Drei Ideen für drinnen

Zeit und Besinnlichkeit statt Stress: Wie wir das in der Adventszeit schaffen

 

 

 

 

 

 

 

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfleder sind markiert *

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Simple Share Buttons