Tipps zum Kindergarten-Start von liebevoller Eingewöhnung bis zur Ausstattung

Der Kindergarten-Start ist ein großer Schritt für Kinder und Eltern. Heute habe ich erprobte Tipps, wie man selbst die Eingewöhnung gut übersteht, wie man dem Kind den Kindergarten-Start erleichtert und welche Dinge im Kindergarten wirklich gut und nützlich sind:

Bald fängt das neue Kindergartenjahr an. Viele kleine Kinder starten in den nächsten Monaten neu bei einer Kita oder einer Tagesmutter. Meine Tipps starten bei der Eingewöhnung (denn das ist der heikelste Punkt beim Kindergarten-Start), dann habe ich Ideen, wie man den Kindergarten-Start in der Familie feiern kann, und schließlich Tipps für schöne Sachen, die jedes Kind im Kindergarten braucht.

Herausforderung Eingewöhnung

Klar, eine Eingewöhnung kann supergut und easypeasy verlaufen. Aber manchmal verläuft die Eingewöhnung nicht so leicht und glatt. Ich habe inzwischen viele Eingewöhnungen miterlebt und mit vielen Eltern über das Thema gesprochen. Bei fast allen, mit denen ich gesprochen habe, sind irgendwann (und manchmal öfter) Tränen geflossen. Denn die Trennung vom Kind ist ein schmerzhafter Prozess, und auch die Erwachsenen müssen Vertrauen in die neuen Bezugspersonen des Kindes aufbauen. Was das für ein großer Schritt ist für alle Beteiligten, wird oft unterschätzt.

Deswegen lautet mein erster Tipp zum Kindergarten-Start:

Tipp 1: Mit den ErzieherInnen sprechen – VOR dem ersten Tag der Eingewöhnung

Ganz, ganz wichtig! Bitte nehmt Euch die Zeit und verlangt auch von den ErzieherInnen, dass sie sich die Zeit für ein ausführliches Gespräch zum Thema Eingewöhnung nehmen. Lasst Euch folgende Aspekte im Gespräch genau erklären:

  • wie die Eingewöhnung abläuft,
  • welche Schritte geplant sind,
  • wie lange es ungefähr dauern wird
  • wie mit schwierigen Situationen umgegangen wird, wenn z.B. das Kind weint und klammert
  • was sie von Euch als Eltern erwarten
  • ob sie Tipps haben

Lasst Euch auch genau erklären, welche pädagogischen Ideen hinter diesem speziellen Ablauf in Eurem Kindergarten stecken und überprüft noch einmal, ob Ihr damit klarkommt. Denn nur, wenn Ihr einverstanden seid mit dem Vorgehen und wisst, was auf Euch und Euer Kind zukommt, könnt Ihr im konkreten Moment richtig reagieren.

Wenn Ihr Bedenken und Ängste habt, ist es jetzt der Ort, sie zu äußern. Es ist für die ErzieherInnen viel leichter, mit Euch und Eurem Kind wertschätzend umzugehen, wenn sie über eventuelle Empfindlichkeiten, Ängste und Bedenken auf Eurer Seite Bescheid wissen.

Denn eine vertrauensvolle, schätzende Zusammenarbeit zwischen Eltern und ErzieherInnen ist das A und O bei einer Eingewöhnung – und überhaupt für die ganze Kindergartenzeit.

Tipp 2: Lasst Emotionen bei Euch zu

Mit dem Kindergartenstart sind auch viele Emotionen bei den Eltern verbunden: Da sind Unsicherheit und Zweifel, ob das Kind schon soweit ist, ob es an dem neuen Lebensort Vertrauen fassen wird, ob die ErzieherInnen nett sind und liebevoll mit dem Kind umgehen werden…. Diese Gefühle brauchen Raum und sollten keinesfalls unterdrückt oder weggeschoben werden. Seid liebevoll auch mit Euch selbst. Es ist definitiv nicht einfach, sein Kind in (vorerst) fremde Hände zu geben. Da dürfen Tränen fließen oder Zweifel Euch die halbe Nacht wach halten. Wichtig ist, dass Ihr die Gefühle zulasst und nicht verdrängt.

Es hilft, dem Partner von Euren Gefühlen zu erzählen. Ihr dürft gern an der Schulter des Partners oder der Partnerin Rotz und Wasser heulen. Auch den Erzieherinnen dürft Ihr von Euren eventuellen Ängsten und Zweifeln, auch von Eurer Trauer erzählen. Das schafft Vertrauen und Verbindung, was letztlich Eurem Kind zugute kommt. Habt keine Scheu, Euch verletzlich zu zeigen. Keiner, der mit Eurem Kind liebevoll umgehen soll, wird Euch dafür verurteilen oder belächeln.

Tipp 3: Lasst dem Kind seine Gefühle

Beim Kind kommen die Emotionen erst bei der Eingewöhnung selbst, da es im Hier und Jetzt lebt. Natürlich lieben sie Mama und Papa am meisten und würden gern immer bei ihnen bleiben. Das Kind steht mit dem Kindergarten-Start vor großen Anforderungen: Es muss in der Eingewöhnungszeit Vertrauen zu neuen Bezugspersonen aufbauen, neue Menschen (Erwachsene und Kinder) kennen lernen, verstehen lernen, dass Mama und Papa wieder kommen und trotzdem da sind, auch wenn sie eine Weile fort sind, sich in einer neuen Umgebung zurechtfinden und neue Abläufe, Rituale und Gewohnheiten kennen lernen. Diese Herausforderungen sind mit Gefühlen verbunden. Manchmal mit großen Gefühlen, mit Ängsten, Wut und Trauer. Euer Kind will sich nicht von Euch trennen, Euch nicht gehen lassen, Euch vermissen. Das ist ganz richtig und wichtig so!

Besonders wichtig ist es hierbei, dass Ihr Eurem Kind diese Gefühle nicht „ausredet“, sondern sie ihm lasst. Auch Kinder müssen traurig sein dürfen, sie dürfen auch wütend sein und schreien. Denn sie können ihren Gefühlen anders (noch) keinen Ausdruck verleihen. Bitte sagt zu Eurem Kind nicht: „Ist doch nicht so schlimm!“ – denn ganz offensichtlich IST es für das Kind schlimm, wenn es weint oder sich an Euch klammert.

Bei großen Gefühlen von Kindern helfen folgende Schritte:

  1. Annehmen, was ist. Das Gefühl wahrnehmen, annehmen und nicht versuchen, es „wegzureden“. Das Gefühl (und die Gefühlsäußerung!) darf da sein und es muss nicht „aufhören“. Gefühle dürfen sein und dürfen dauern. Auch wir Erwachsenen sind nicht getröstet, wenn jemand zu uns sagt „Ist doch nicht so schlimm“, oder „Ich komme doch in drei Wochen wieder“, wenn uns etwas zum Weinen bringt oder wir jemanden vermissen.
  2. Da sein. Bei starken Gefühlen muss jemand beim Kind sein und es in seinem Gefühl begleiten. Einfach da sein, das Weinen und Schreien aushalten, und dabei ruhig und liebevoll bleiben. Das ist für uns Erwachsene manchmal nicht einfach, hilft aber dem Kind ungemein. In der Eingewöhnung besprecht mit den ErzieherInnen, wer das Kind auf welche Weise begleitet, wenn es traurig ist. Eine klare Verabredung hilft hier ungemein weiter.
  3. Trotz Gefühlen Ruhe bewahren. Manchmal kommen bei uns Wut, Frust, Trauer und Ungeduld hoch, wenn unser Kind weint oder schreit. Das ist normal, besonders bei der Eingewöhnung, denn da kommen Schuld- und Angstfragen und unsere eigene (Gefühls-) Geschichte hoch. Aber Ihr solltet trotzdem versuchen, diese Gefühle zwar zu bemerken und anzunehmen, das „Hinauslassen“ dieser Gefühle aber zu vermeiden. Das ist natürlich die hohe Kür der Elternschaft und alles andere als einfach. Es gelingt besser, wenn man sich dafür ein Mantra zurecht legt und es sich innerlich aufsagt, wenn Wut und Ungeduld zuschlagen, etwa „Ja, ich bin jetzt total wütend/traurig/sauer/ungeduldig, und das ist OK so. Ich bin trotzdem in Ordnung, denn auch ich habe meine Geschichte und darf solche Gefühle haben. Aber wenn ich jetzt schreie, schimpfe oder etwas Fieses zu meinem Kind sage, helfe ich keinem von uns. Also, Zorn/Wut/Trauer/Ungeduld, Ihr seid da, ich spüre Euch ganz deutlich und nehme Euch an. Doch jetzt geht vorerst, damit ich liebevoll zu meinem Kind sein kann.“ Wenn Ihr die Augen schließt und diese Sätze innerlich zu Euch sagt, geht die Gefühlswallung meist schnell vorbei. Ihr werdet im Nachhinein dankbar sein, dass Ihr Ruhe bewahrt habt und ganz erwachsen mit Euren Gefühlen umgegangen seid.

Tipp 4: Kein Zeitdruck

Versucht, Euch für die Eingewöhnung genug Zeit zu nehmen. Zeitdruck ist pures Gift bei der Eingewöhnung. Sehr schnelle Eingewöhnungen sind manchmal nicht nachhaltig; sie gehen ein halbes Jahr später nach hinten los, weil das Kind nicht mehr in den Kindergarten gehen will, immer krank ist oder sich im Kindergarten total unwohl fühlt. Natürlich haben die Kindergärten ihren eigenen Plan für die Eingewöhnungen, und Ihr könnt prinzipiell davon ausgehen, dass dieser Plan realistisch und kindgerecht ist. Redet offen mit den ErzieherInnen, wenn Ihr das Gefühl habt, dass es zu schnell geht, und sucht im Gespräch (ohne Vorwürfe und Besserwisserei!) gemeinsam eine Lösung. Oft freuen sich ErzieherInnen, wenn Eltern bereit sind, sich mehr Zeit zu lassen.

In manchen Kindergärten wird in einer Woche eingewöhnt. Bei unserem Kindergarten dauert die Eingewöhnung mindestens zwei Wochen (ohne Schlaf), und die Eltern sind die ganze erste Woche über dabei. In den ersten Tagen ist das Kind nur ein, zwei Stunden im Kindergarten. Diese Praxis habe ich als sehr passend empfunden. Schlafkinder werden bei uns neue Kinder erst dann, wenn sie sich an den Ort, die Abläufe und die Menschen richtig gut gewöhnt haben – und langsam neidisch auf die großen Kinder werden, die zum Schlafen bleiben dürfen 🙂 Das ist manchmal erst mehrere Wochen nach der Eingewöhnung der Fall.

Tipp 5: Familienritual zum Kindergarten-Start

Man muss ja nicht gleich Tanten, Onkel und Oma/Opa einladen. Aber ein kleines Ritual für das neue Kindergartenkind am Morgen des ersten Kindergartentages ist etwas sehr Schönes. Erstens für die Eltern, die sicher gerührt sind, aber zweitens für das Kind, das dadurch den ersten Tag im Kindergarten mit etwas Schönem verbindet.

Wir haben am ersten Kindergartentag den Frühstücksplatz des Kindes mit Spieltüchern, Kerzen und Blumen besonders schön gestaltet:

Wir feierten den Morgen wie einen kleinen Geburtstag: Wir sangen zum Aufstehen „Viel Glück und viel Segen“. Auch gab es ein Geschenk (Spieltücher in verschiedenen Farben und ein lang ersehntes Kuscheltier, nämlich ein Rehkitz) und natürlich auch ein paar Dinge, die das Kind für den Kindergarten brauchte: Schöne lila Gummistiefel aus Naturkautschuk, Wolle-Seide-Hemdchen für die anbrechende kühle Jahreszeit und Hausschuhe (hier nicht im Bild).

In dem rosa Beutel hinten, den die große Tochter mit meiner Hilfe für diesen Anlass für die kleine Schwester genäht hat, befindet sich noch Wechsel-Wäsche (Unterwäsche, Strumpfhose, Hose und Pulli) für den Kindergarten.

Das lang ersehnte Rehkitz wird in die neuen Spieltücher gewickelt.

Tipp 6: Schöne und gute (&nützliche!) Sachen schenken

Da Kinder ja sowieso ein paar Sachen für den Kindergarten brauchen, kann man diese dem Kind am ersten Kindergartentag schenken. Ihr habt sicher vom Kindergarten Angaben bekommen, was das Kind braucht. Folgende Dinge eignen sich hervorragend als Gaben zum Kindergarten-Start:

Schöne Brotdose

Zum Beispiel diese:

Brotdose „nana“ aus nachwachsenden Rohstoffen, mit praktischem Trennsteg. Unser und der Kinder Liebling! Auch in grün, pink und orange. Nur €12,98 statt €14,90

Schöne Trinkflasche

Zum Beispiel diese:

glas-trinkflasche Emil

EMIL die Flasche zum Anziehen., in vielen schönen Designs Stabile Glasflasche mit einem schützenden Isobehälter. Kindgerechtes Design 100% „Made in Germany“. Geschmacksneutrale Trinkflasche, 400ml. €16,98 statt €17,50.

Trinkflasche Edelstahl

MIZU Trinkflasche Edelstahl 400 ml aus ostfreiem, lebensmittelechtem Edelstahl, in vielen schönen Farben. Unzerbrechlich, geschmacksneutral, spülmaschinengeeignet. Perfekte Öffnungsgrößen zum Trinken und Befüllen. BPA-frei. €17,95

Gummistiefel

Zum Beispiel diese:

BMS Kinder Gummistiefel, in verschiedenen Designs. Schöne Gummistiefel aus Naturkautschuk für gesunde Kinderfüße. Griff- und trittsichere Riffelsohle und integrierte Verstärkung an Spann und Schaft. €29,98 statt €32,95.

Hausschuhe

Hausschuhe Wolle

Kinder Hausschuhe aus gewalkter Schurwolle, in vielen verschiedenen Farben/Designs. Anti-Rutschsohle. Mollig warm und atmungsaktiv, pflegeleicht. Leichtes An- und Ausziehen. Waschbar bis 30°C. €25,95

Regenkleidung bzw. Wind- und Wetter-Kleidung

Zum Beispiel diese:

BMS Wind- und Wetterkleidung – alles von Regenhose bis Outdoor-Jacke, warm und atmungsaktiv, streng schadstoffgeprüft.

Oder unsere schönen Schneeanzüge von Ducksday in verschiedenen Farben:

Ducksday Schneeanzug – wind- und wasserdicht. Thinsulate Innenfutter, beste Wärmeisolation. Extra langer Reißverschluss. Reflektoren, regulierbare Kapuze. €64,95

Ich wünsche Euch und Euren Kindern einen guten Start in den Kindergarten!

Das könnte Dir auch gefallen:

Wie Kinder bei Schmuddelwetter am besten spielen

Welche 7 Dinge ich jetzt schon für Herbst. Winter und Weihnachten vorbereite

Draußen im Sommer: 8 Ideen für tolle Entdeckungen in der Natur

2 Kommentare, RSS

  1. Mia 27. August 2018 @ 6:00

    Wenn man dann auf dem Land einen Kindergartenpaltz bekommen hat, kann man sich ja schon fast als Glückspilz bezeichnen. Noch überraschter waren Bekannte als sie die tolle Ausstattung, die Kindergärten heute zu bieten haben, mit eigenen Augen sehen konnten. Das gute Ambiente hat und die freundlichen Erzieherinnen hatten den Einstieg in den Kindergarten sehr erleichtert.

    • Maike Cölle

      Maike Cölle 27. August 2018 @ 8:51

      Ja, wenn man einen Platz im Kindergarten der Wahl bekommen hat, kann man sich wirklich glücklich schätzen! Und ganz bestimmt sind Kindergärten heute gut ausgestattet und das „Personal“ liebevoll und umsichtig. Ich freue mich, wenn es bei Euch so gut geklappt hat!

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfleder sind markiert *

*

Simple Share Buttons