Warum einen Gang runterschalten im Januar effektiver ist als blinder Aktionismus

Viele setzen sich im Januar mit ihren guten Vorsätzen unter Druck und verfallen in blinden Aktionismus. Dabei muss der Januar kein Monat des tatkräftigen Anpacken sein. Warum es jetzt gut tut, geduldig zu sein und Wünsche mit Hilfe von Gedankenreisen anzugehen, liest Du heute:

Die Natur träumt einen tiefen Traum

Wenn wir dieser Tage in die Natur blicken, sehen wir, dass das Leben sich fast ganz zurückgezogen hat. Die Bäume sind kahl, der Erdboden nackt oder mit schützendem Moos bedeckt. Die Tiere kuscheln sich träumend in ihre Winterhöhlen, die Pflanzenkeime liegen schlummernd im Boden und wissen, dass es noch Zeit braucht, bis die Saat wieder ans Licht drängt.

Waldboden im Januar

Das Leben sammelt nun träumend neue Energie. So wie wir uns in der Nacht schlafen legen, um am Morgen wieder ausgeruht und munter zu sein, so nimmt sich die Natur jetzt die Zeit, um vor dem neuen Wachsen und Gedeihen einige Wochen inne zu halten und ihre Energien umzuwandeln.

Leben im Rhythmus der Jahreszeiten tut uns auch heute noch gut

Ich habe festgestellt, dass es mir als kopflastiger Großstädterin gut tut, mich wieder stärker in die Rhythmen der Jahreszeiten einzubinden. Denn das haben die Menschen seit Jahrtausenden getan. Erst in den letzten hundertfünfzig Jahren haben wir uns durch das elektrische Licht und die ständige Verfügbarkeit von Medien und Unterhaltung von den Rhythmen der Natur entfremdet.

Was die Menschen früher im Januar gemacht haben

Der Januar war früher der Monat des gemütlichen Zusammensitzens und Werkelns. Die Familien saßen im einzigen warmen Zimmer mit der einzigen Kerze eng beieinander und reparierten, was im Lauf des letzten Jahres kaputt gegangen war: Neue Zähne für die Heugabeln wurden geschnitzt, Schuhe geflickt und Kleider gestopft, Töpfe und Möbel restauriert. Und dabei wurden Geschichten erzählt. Die Menschen versanken in den magischen Welten der Märchen und Geschichten, während draußen der Schneesturm tobte. Dabei war genug Zeit und Raum, um den Gedanken freien Lauf zu lassen, um das Alte zu verabschieden, um zu träumen, um sich vorzustellen, was das neue Jahr wohl bringen könnte, und sich auf das Neue innerlich einzustellen, indem man es sich vorstellte und ausmalte.

Was dem Leben im Januar gut tut: Geduld

So wie die Pflanzen im Januar innehalten und warten, bis es wieder Zeit ist zu sprießen, und so wie die Menschen den Januar zum Ausruhen von der harten Arbeit, zum Geschichtenerzählen und zum inneren Einstellen auf das Kommende nutzten, so tut auch uns jetzt GEDULD mit ersehnten Veränderungen gut. Bevor etwas sich nachhaltig verändern und entwickeln kann, braucht es zuvor eine Zeit der Ruhe und des unsichtbaren Wandels. Eine Zeit der inneren Auseinandersetzung, könnte man auch sagen. Es wäre geradezu falsch, jetzt in blindem Aktionismus Dinge anzupacken und zu verändern. Es ist viel wirksamer, den Dingen ihre Zeit zu geben, so schwer es uns in unserer schnelllebigen Zeit auch fällt. Unsere Gesellschaft ist auf strebsame Verfolgung von Zielen, Ergebnisse und das Erreichen von „Milestones“ ausgerichtet. Viel nachhaltiger und solider ist es aber, sich anbahnenden Veränderungen die Zeit zu geben, sich im Einklang mit unserer inneren Bereitschaft zu entwickeln.

Außen: Eisstarre. Innen: Wandlung.

Traumbilder und Gedankenreisen zulassen.

Dabei hilft es, Träumen und Wunschbildern Raum zu geben. Diese sind mit Gefühlen verbunden und verankern sich darum fester im Gehirn als rationale Aktionspläne. Sie entfalten ihre Wirkung nachhaltiger als etwas ein „guter Vorsatz“. Warum nicht einmal ein Traumtagebuch führen?  Dadurch wird innerlich viel wichtige Entwicklung angestoßen.

Besonders hilfreich ist es jetzt, sich jeden Tag eine Viertelstunde lang dem Tagträumen hinzugeben und eine Gedankenreise zu unternehmen. Dabei setzt man sich gemütlich hin, wickelt sich in eine Wolldecke (z.B. diese gemütliche Kuscheldecke aus Schurwolle von Hans Natur). Wärme und Gemütlichkeit sind bei solchen Gedankenreisen wirklich wichtig. Dann schließt man die Augen, und atmet eine Minute ruhig ein und aus. Schließlich malt man sich in der Phantasie Bilder aus, wie man sich in naher Zukunft gefühlsmäßig gern sehen würde. Die Bilder müssen keine realistischen Situationen sein, die Du in Wirklichkeit erleben möchtest, sondern eher Bilder für Gefühle und innere Haltungen, die Du empfinden und in Dir verankern willst. Diese Technik nennt sich Autosuggestion und ist psychologisch äußerst wirksam. (Hier zum Thema Autosuggestion auf Wikipedia). Autosuggestion wird auch zu Therapiezwecken eingesetzt; Coaches nutzen es ebenfalls seit Jahrzehnten. Die Wirkung entsteht dadurch, dass wir alte Muster im Gehirn überschreiben. Wenn wir unsere innere Einstellung und unsere Gefühle zu etwas verändern (also nicht-hilfreiche, wenig förderliche Gehirnbahnen neuronal überschreiben), sehen wir die Welt um uns herum plötzlich mit anderen Augen. Wir strahlen dadurch auch etwas anderes aus, was dazu führt, dass andere, neue Dinge passieren (oder wir diese einfach plötzlich wahrnehmen), und wir daraufhin in unserer neuen Einstellung bestätigt werden. Es ist Tatsache, dass Autosuggestion wirkt. Es ist auch nicht esoterisch, sondern basiert auf Ergebnissen der Hirnforschung. Ich habe es in einigen Selbstversuchen ausprobiert und unglaubliche Dinge damit erreicht. Unter anderem habe ich mit 21 einmal ein (eher kleines) Essproblem mit Autosuggestion beseitigt und daraufhin innerhalb von 5 Monaten 8 Kilo abgenommen – und nie wieder zugenommen.

Bei Deinen Gedankenreisen darfst Du gern maßlos übertreiben — nur keine Hemmungen! Gesteh Dir Größe, absolute Schönheit, himmelhohes Jauchzen und Frohlocken, ja Maßlosigkeit zu. Denn die Realität wird automatisch kleiner sein als die Phantasie. Also gestalte die Phantasie so groß und schön wie nur irgend denkbar!

Beispiele für Gedankenreisen und Traumbilder

Wenn Du z.B. selbstsicherer werden möchtest, stell Dir vor, wie Du eine Rede vor großem Publikum hältst oder vor ihnen singst, und wie Du damit alle emotional in Deinen Bann ziehst, so dass sie ganz still sind… Wie alle Dir wild zujubeln, wenn Du Deinen Vortrag beendet hast., und wie Du Dich verbeugst. Wie toll Dein Kleid und wie schön der riesige Blumenstrauß ist, den Du bekommst, und wie zart er duftet! Mal Dir alles ganz genau und im Detail aus, stell Dir vor, wie die Kerzen an den Wänden flackern oder der Staub vor dem Scheinwerfer tanzt. Träum Dich in eine schöne Welt, wie sie Dir gefällt!

In Deiner Vorstellung: Du ziehst das Publikum in Bann…

Wenn Du Dich gern besser auf Dich selbst verlassen können möchtest, stell Dir vor, wie Du nackt bei Dunkelheit in einem tiefen blauen See schwimmst. Sieh den Sternenhimmel über Dir, höre das Zirpen der Grillen und die das leise Platschen, das durch Deine Schwimmzüge entsteht. Fühle, wie sicher Du bist in diesem dunkeltürkisenen Wasser, stell Dir vor, wie Du dabei glücklich und tief erfüllt bist. Nichts kann Dich aus der Bahn werfen!

Wenn Du unglücklich bist und das Gefühl hast, das Gute im Leben nicht verdient zu haben, kannst Du folgende Gedankenreise machen: Du kommst aus einer kargen Wüste durstig in einen saftigen Dschungel und stellst Dich dort nackt unter einen Wasserfall. Du lässt das erfrischende Wasser über Deinen Körper laufen, trinkst das Wasser in vollen Zügen und breitest die Arme nach oben aus. Du lachst laut der warmen Sonne entgegen, die durch die Tropfen des Wasserfalls glitzert. Oben siehst Du süße Früchte im Überfluss an den Bäumen hängen. Du schnalzt mit den Fingern; sofort kommen süße kleine Äffchen und bringen Dir mundgerecht geschnittene exotische Früchte und Leckereien. (Nicht lachen :-); obwohl, bei der Gedankenreise darfst Du natürlich lachen, so viel Du willst!) Wichtig ist, dass Du Dir vorstellst, wie freudig und glücklich Du Dich an der Fülle des Lebens labst, die Du verdient hast wie alle anderen auch. Letzteres Beispiel ist übrigens inspiriert von dem erhellenden Blogartikel „Bist Du auch eine Empfangsverweigerin?“ der Beraterin Christina Schmautz, in dem sie uns dazu aufruft, die Fülle des Lebens für uns zuzulassen. Denn oft sind es nicht die Umstände, die dazu führen, dass wir unglücklich sind und das Gefühl haben, nicht genug „abzubekommen“, sondern unsere unbewusste Verweigerungshaltung den Geschenken des Lebens gegenüber. Oft sind es wir, die nicht annehmen können.

Wie Du die Chance erhöhst, dass Deine Pläne für 2017 Wirklichkeit werden

Psychologen und Berater sind sich einig, dass Veränderungen nicht dadurch entstehen, dass wir uns gute Vorsätze machen und dann blindlings drauflos agieren. Dass bei guten Vorsätzen à la „Ich gehe jetzt jeden Tag joggen“ die Energie in kürzester Zeit wieder verpufft, wissen alle. Es ist viel effizienter und wirksamer, wenn Du Dir die Zeit nimmst, Dir die Gefühle und die innere Haltung vorzustellen, die mit Deinem Wunschtraum in Verbindung stehen, und diese Gefühle und Haltungen dabei in Dir zu verankern.

Du willst 2017 endlich Dein Haus renovieren? Nimm Dir jetzt Zeit, um Dir vorzustellen, wie das Haus aussehen könnte, und lass Dich dabei nicht vom Realismus (Geld, Größe, Materialien…) hemmen. Stell Dir lieber Dein absoluter Traumhaus vor, mit Riesen-Pool, Wasserfall von der exotischen Dachterrasse in den verwunschenen Garten, Schaukel- und Ankleidezimmer, kleiner Konditorei und Bibliothek, einem Tanzsaal mit Flügel und fünf tollen Gästezimmern. Dann stell Dir vor, wie Einrichtungsmagazine über Dein Haus berichten, und wie Deine Schwiegermutter anruft und Dir beeindruckt zu Deiner Leistung gratuliert. Du hast dieses Haus verdient. Und Du hast die Kraft, es zu erschaffen. Es ist Dein Haus. Wichtig ist, dass Du die positiven Gefühle dazu selbstverständlich zulässt. In der Vorstellung ist alles erlaubt!

Du willst 2017 endlich Deine Website an den Start bringen? Stell Dir vor, dass die Website schon fertig ist, und wie Du eine e-mail nach der anderen mit Aufträgen und Kunden bekommst. Stell Dir vor, dass Du einen Preis für Deine Website bekommst (stell Dir ganz konkret die Preisverleihung und die Party danach vor, und wie stolz Du bist. Wichtig ist auch, dass Du Dir in der Vorstellung sicher bist, dass Du den Preis zu Recht erhalten hast — denn Du warst die Beste!). Stell Dir vor, wie eine Lokalzeitung über Dein Business berichtet und Dich daraufhin alle alten Bekannten anrufen. Du kannst das; Websites zu machen ist was ganz Normales für Dich, ja, Du bist eine Expertin, die von Design-Zeitschriften zum Thema „Websites erstellen“ befragt wird. Klar doch! Maßlose Übertreibung und Wunschdenken sind hier am richtigen Platz!

Du willst 10 Kilo abnehmen? Mach eine lange Phantasiereise zu Deinem erträumten Selbst, so unrealistisch es Dir vorkommen mag: Stell Dir vor, wie Dir Männer bewundernd auf der Straße hinterherschauen und Dich anlächeln. Wie Du Blicke auf Dich ziehst. Stell Dir vor, wie Du ein schönes Kleid anhast, das Dir letztes Jahr leider nicht gepasst hat, und wie Du darin tanzt. Stell Dir vor, wie Du wohlig und selbstsicher im Badeanzug am Strand entlang spazierst und Dich dabei pudelwohl fühlst. Stell Dir vor, wie Dein Mann Dir nicht mehr widerstehen kann. Stell Dir vor, wie ein Fotograf Dich bittet, für einen Tag sein Modell zu sein, denn Du seist das perfekte Gesicht für die Modestrecke, die er fotografieren müsse… und Deine verflossene große Liebe sieht Dich wieder und will Dich unbedingt zum Essen einladen…. was auch immer Dich glücklich stimmt, träume genau davon, egal wie unwahrscheinlich es ist!

Super kitschige Vorstellung, unrealistisch? Egal! Beim Träumen erlaubt!

Träumen ohne Ziel und Zweck: Sehr sinnvoll!

Aber man muss gar nicht so konkret „auf ein Ziel hin“ träumen. Es ist auch äußerst sinnvoll, sich einfach nur eine Wiese vorzustellen und dann einfach abzuwarten, welche Bilder da kommen. Was siehst Du? Was geschieht? Wer taucht vielleicht auf in Deiner Vorstellung? Solche Bilder können ungemein wertvoll und inspirierend sein. Sie können sogar einen Weg aufzeigen, oder Dir klar machen, was Du hinter Dir lassen möchtest. Sei Dir gewiss: Traumbilder sind mächtig und wirkungsvoll. Und lass Dich nicht erschrecken, falls etwas Grausames oder Furchtbares als Bild aufkommt. Traumbilder sind immer nur Symbole für seelische Zustände. Der Tod im Traum steht zum Beispiel für Veränderung, für einen neuen Lebensabschnitt, er bedeutet nicht, dass Tod in Kürze eintreten wird.

Deine traumhaften Vorstellungen sind es, die nachhaltig motivieren und Dir die Kraft geben, etwas zu verändern. Denn nur, wenn Du innerlich und gefühlsmäßig bereit für die Veränderung ist, kann diese auch eintreten. Wenn Du selbst nicht innerlich empfindest, dass Du für Deinen Traum und Deine Ziele geschaffen bist, wird sich nichts ändern.

Fazit: Träume, nimm Abschied und gesunde!

Nutze die innehaltende Kraft des Januars und gib Dich Deinen Wunschträumen hin. Lass unrealistische Bilder zu. Gönn Dir in der Vorstellung Gefühle, die Du Dir wünschst, aber (noch) nicht empfinden kannst. Gestehe Dir Zeit zu, und vertraue, dass sich vieles unbewusst wandelt. Lass Deine Träume jetzt die Arbeit machen, aktiv und tätig werden kannst Du, wenn die Zeit wirklich gekommen ist!

 

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