Wochenbett-Tipps: Was ich im Wochenbett wieder so machen würde – und was nicht

Heute teile ich meine Wochenbett-Erfahrungen mit Euch: Es folgen elf hilfreiche Wochenbett-Tipps.

Müde und ramponiert: So fühlen sich die meisten Mamas im Wochenbett. So wie ich auf dem Foto oben, auf dem mein Baby ein paar Tage alt ist. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis sind in den letzten drei Wochen drei Babys geboren worden. In Gedanken an diese drei Familien, besonders die Mamas, denke ich zur Zeit an meine Wochenbett-Zeiten zurück. Ich hatte zwei ganz unterschiedliche Wochenbetten mit einer großen Bandbreite an Gefühlen, positiven und negativen. Tränen und Glück, Düsternis und Himmel, Unten und Oben. Und das ist ganz normal.

Damit Ihr Euer Wochenbett genießen könnt und die Zeit für alle Beteiligten zu etwas Besonderem wird, erfahrt Ihr hier in meinen Wochenbett-Tipps, was ich wieder so machen würde und was nicht.

WAS ICH IM WOCHENBETT WIEDER SO MACHEN WÜRDE

1. DO: Das WochenBETT wörtlich und die Wochenbettzeit ernst nehmen

Es gibt verschiedene Auffassungen darüber, wie lang das Wochenbett dauert – von einer Woche bis zu vier Monaten. Es ist natürlich eine Definitionsfrage und sicher auch von Frau zu Frau unterschiedlich. Ich hatte nach meinen Geburten eher wenig Kraft, obwohl ich im „normalen Leben“ eine energetische, aktive Person bin. Manche könnten dagegen auch im Wochenbett Bäume ausreißen, z.B. Mia vom Blog Mamamia, aber das ist vermutlich eher die Ausnahme. Ein Freund hat mir erzählt, dass die Frauen in seiner Heimat, der Elfenbeinküste, nach der Geburt drei Monate lang nur stillen und mit dem Baby zusammen sind. Alles andere (Kochen, Waschen, Putzen, Besorgungen,…) erledigen Familienangehörige.

Ich würde es wieder so machen (so hat es mir auch meine Hebamme geraten):
die ersten zwei Wochen ab Geburt strikt im Bett bleiben, nur zur Toilette/Dusche und für das Allernötigste aufstehen. Viel liegen, möglichst viel schlafen. Es langsam angehen lassen.
in den ersten vier Wochen möglichst nur drinnen bleiben – vom Bett aufs Sofa an den Küchentisch, vom Küchentisch ins Bett aufs Sofa…
in den ersten drei Monaten den Ball flach halten: möglichst wenig rausgehen, wenig laufen (aber Rückbildung ist wichtig!), keine bis wenige Besuche.

Drei Monate sind eine magische Grenze sowohl für Mütter als auch für die Babys. Nach ungefähr dieser Zeit fühlen sich viele Mütter zum ersten Mal wieder ein bisschen wie früher, können den Blick wieder stärker nach außen richten, interessieren sich wieder für andere Menschen und Dinge als das Baby. Nach drei Monaten ist auch für das Baby die Zeit des Gebärmutter-Heimwehs oft vorbei – Verdauungsprobleme und Schreien nehmen bei vielen Babys ab, das Baby ist sozusagen „auf der Erde angekommen“. Auch bei den Mamas hat sich einiges eingespielt – das Stillen ist zur Routine geworden, es haben sich Abläufe und oft auch gewisse Rhythmen eingefunden. Man ist im Alltag mit Baby angekommen. Bei mir dauerte das beim ersten Kind vier Monate, beim zweiten Kind dreieinhalb Monate. Ich würde es mir wieder zugestehen und mir immer wieder sagen: Ich und mein Baby, meine kleine Familie und ich zählen, nicht die Oma, nicht die Schwiegermutter, nicht die beste (kinderlose) Freundin, und vor allem nicht die kuriose Annahme, eine Mutter könne doch sechs Wochen nach der Geburt locker wieder arbeiten gehen, denn Promi oder französische/amerikanische Freundin XY habe das doch auch geschafft!

2. DO: Wenn Besuch kommt, einen Bademantel tragen (dann bleibt der Besuch nicht so lang :-).

Ich weiß, es gibt Mamas, die ein Bedürfnis haben, ihr Neugeborenes vorzuzeigen, und das ist auch okay. Wenn Du dieses Bedürfnis hast, oder Dein Glück gern mit Freunden und Verwandten teilen möchtest, dann solltest Du diesem Wunsch nachgehen. Damit gehst Du jedoch immer das Risiko ein, dass Besuch zu lange bleibt und Dir die kostbare Zeit stiehlt, in der das Baby mal schläft und Du endlich mal duschen oder Fotos verschicken könntest…. Ich hatte kein Bedürfnis, das Kind „vorzuzeigen“ (so süß ich meine Babys auch fand) und habe demnach auch niemanden explizit eingeladen. Aber gerade beim ersten Kind hatte ich noch nicht den Mut, Besuchsanfragen mit einem freundlichen, aber klaren Nein zu beantworten. So hat dann doch gelegentlich jemand an der Tür geklingelt. Meine tolle Hebamme hatte mir aber den Tipp gegeben, bei Besuch einen Bademantel zu tragen, weil dieser Aufzug dem Besuch signalisiert, dass man „nur mal kurz aufgestanden ist“.

Tatsächlich ist unser Besuch dann auch nicht so lang geblieben. Wenn Du noch kein Wochenbett erlebt hast, wirst Du an dieser Stelle vielleicht die Stirn runzeln. Aber 90% der Mütter, denen ich vom „Wochenbett-Bademantel“ erzählt habe, mussten grinsen und stimmten zu, dass Besuch im Wochenbett (in den ersten Wochen) eigentlich nur anstrengend ist, und dass man froh ist, wenn er nach kurzer Zeit wieder geht.

3. DO: Besuche und Kommunikation reduzieren. Aber: Smartphone nutzen.

Wir unterschätzen, wie viel Zeit und Konzentration uns Telefonieren, Mailen, Simsen, Instagrammen,… kostet. Aber im Wochenbett hat man von zwei Dingen immer viel zu wenig: Zeit und Kraft. Von der Fähigkeit sich zu konzentrieren ganz zu schweigen. Zu Besuchen steht ja oben schon das Wichtigste. Ich würde auch im dritten Wochenbett möglichst keinen Besuch empfangen, wenig telefonieren und möglichst wenig bis keine Zeit am Computer verbringen. Einfach, weil es mich zu viel Zeit kostet, die von meiner raren Schlafzeit oder den kostbaren 15 Minuten zum Duschen abgezogen werden.

Was ich aber (mit etwas schlechtem Gewissen) wieder so machen würde: Beim Stillen auf dem Handy Eltern-Blogs lesen und gelegentlich SMSes oder e-mails schreiben. Zum schlechten Gewissen: Man hat ja dieses Bild vor Augen – die lächelnde, rotwangige Mama sitzt verklärt mit ihrem Neugeborenen im Bett, stillt zufrieden, und Babys und Mamas Augen sind über die gesamte Stilldauer glücklich ineinander vertieft. Die Mama spürt das Baby über die gesamte Zeit und ist mit ihm durch ein unsichtbares, aber starkes Band verbunden. — Pustekuchen! Das kommt natürlich vor und sollte es auch, denn natürlich stärkt es die Bindung zum Baby und ist etwas sehr Schönes. Da aber das Stillen mit einem kleinen Baby manchmal 45 Minuten dauert, oder man manchmal sogar über einen halben Tag lang mit kurzen Pausen dauerstillt, war für mich das Smartphone mit Online-Zugang oft die Rettung. Man muss es ja nicht übertreiben, aber mit dem Telefon habe ich beim Stillen nicht nur die wichtigsten Kontakte gepflegt und dem Clan-Gefühl auf den Eltern-Blogs gefrönt, sondern auch gelegentlich ein Filmchen in einer Online-Mediathek geschaut. Etwas Schönes, Beruhigendes finde ich jederzeit in der arte Mediathek – hier laufen zum Beispiel immer schönste Naturdokumentationen. Das ist Seelenpflege für die Mama, die auch wichtig ist!

4. DO: Vor der Geburt bestimmte Dinge einkaufen: Quark, Weißkohl, Binden, Nasenspray, Ingredienzien für die chinesische Wochenbettsuppe

Einige Dinge waren für mich im frühen Wochenbett unschätzbare Hilfen. Zu diesen fünf Dingen kann ich jeder Wöchnerin nur raten. Ich würde sie wieder schon vor der Geburt besorgen bzw. sie vom Mann besorgen lassen, bevor ich aus dem Krankenhaus/Geburtshaus nach Hause komme:
Quark und Weißkohl: Ein Umschlag aus im Kühlschrank deutlich runtergekühltem Quark in einem eiskalten Weißkohl-Blatt ist die größte Linderung für die prallen Brüste beim Milcheinschuss (und noch einige Tage danach). Ganz wichtig nach einer Hausgeburt!
Binden: Zumindest als Erstmutter unterschätzt man den Wochenfluss. Unbedingt eine Packung großer Inkontinenz-Einlagen sowie kleinere Damenbinden bereit halten. Nichts ist schlimmer, als wenn es stark blutet und man keine passenden Binden hat! Aber kauft nicht zu viel — man braucht die großen Binden meist nur wenige Tage lang. Nach einigen Tagen reichen kleinere Damenbinden aus. Man sollte sie häufig wechseln, weil die Binden einen Infektionsherd darstellen.
Nasenspray gegen Hämorrhoiden: Das mag einige wundern, ist aber tatsächlich mein ultimativer Geheimtipp. Meine Hebamme hat mir den Tipp unter der Hand gegeben: Hämorrhoiden sind nach einer Behandlung mit Nasenspray nach 24 Stunden komplett verschwunden!  Ich habe es ausprobiert, und es stimmt. Das Ganze hat folgenden Hintergrund: Hämorrhoiden entstehen bei der Geburt durch das Pressen. Sie sind aber eigentlich nur eine Art „Gewebe-Schwellung“, so ähnlich wie die geschwollenen Schleimhäute beim Schnupfen. Nasenspray hilft, dass die Schwellung adhoc zurückgeht, deswegen funktioniert das auch bei den Hämorrhoiden so gut. Aber aufgepasst: Nasenspray wurde nur als Mittel gegen geschwollene Nasen-Schleimhäute getestet, deswegen ist es offiziell nicht für die Anwendung gegen Hämorrhoiden gedacht (das würde auch der Industrie der meist wirkungslosen Hämorrhoiden-Salben den Garaus machen, an denen viel verdient wird…). Aus diesem Grund dürfen Apotheker es nicht verkaufen, wenn Du ihnen erzählst, dass Du es gegen Hämorrhoiden einsetzt. Deswegen darf die Hebamme das eigentlich nicht offiziell raten. Aber es funktioniert: Ich hatte schon nach einigen Stunden keine Schmerzen mehr und die fiese Warze war komplett zurückgegangen.
Ingredienzien für die chinesische Wochenbettsuppe: Diese Suppe ist köstlich und einfach eine Wohltat im Wochenbett. Eigentlich ist es eine Hühnersuppe mit Gemüse, in der ein paar chinesische Kräuter mitgekocht werden. In beiden Wochenbetten war diese Suppe das erste und einzige, was ich essen wollte. Traditionell wird sie bei den ersten Wehen aufgesetzt und kocht, bis das Baby da ist. Und ist die erste Nahrung für die Mama nach der Geburt. Das ultimative Rezept findet Ihr hier. Und hier könnt Ihr die chinesischen Kräuter bestellen, die man dafür braucht. Eine ganz normale europäische Hühnersuppe ohne die chinesischen Wundermittelchen ist aber auch prima.

5. DO: Die Tränen fließen lassen und unerwartete Gefühle zulassen

Im Wochenbett haben fast alle von uns Gefühle, mit denen sie nicht gerechnet haben, und sei es nur der kurze Moment der Wut auf das Baby, das immer noch schreit, obwohl Du wirklich, alles, alles, alles getan hast, damit es ihm gut geht. Erschöpfung und Müdigkeit in einem vorher nicht gekannten Ausmaß erlebt jede frisch gebackene Mutter. Viele haben aber zusätzlich ihnen bisher unbekannte negative Gefühle: Ängste, plötzliche starke Unsicherheit (dabei hat man doch vorher zu jedem denkbaren Thema etwas gelesen!), „Ich liebe mein Kind nicht!“, „Ich bin keine gute Mutter!“, „Ich schaffe das nicht!“, und so weiter und so fort. Solche Gefühle sind ganz normal, auch wenn die Bilder in den Broschüren, Zeitschriften und Gratis-Heftchen aus der Apotheke etwas anderes suggerieren.

Im Wochenbett sind wir aufgrund der Hormone und der Müdigkeit um ein Vielfaches empfindlicher, sensibler, durchlässiger als in anderen Lebensphasen. Und das ist gut so, denn so können wir die Signale des Babys feinfühlig wahrnehmen. Die schlechteste Lösung ist jedenfalls, die Gefühle zu unterdrücken oder sie für Dich zu behalten. Ich würde es wieder so machen: Heulen, wenn mir danach ist. Den Tränen freien Lauf zu lassen, ist gerade im Wochenbett wichtig. Es bedeutet, dass Du die Dinge nimmst, wie sie kommen (was Du mit Baby ohnehin lernen musst…). Beim Weinen im Wochenbett gibt es außerdem einen positiven Nebeneffekt: Der Tränenfluss bringt auch den Milchfluss in Schwung.

Du solltest Dich bei negativen Gefühlen außerdem unbedingt jemandem anvertrauen, auch wenn es zunächst schwer fällt. Dein Liebster, eine erfahrene Mutter Deines Vertrauens (nicht unbedingt Deine eigene!), oder Deine Nachsorge-Hebamme sind dafür gute AnsprechpartnerInnen. Meine unvergleichliche Hebamme hat mir aus manchem tiefen Tränental geholfen.

Wenn die Gefühle deutlich zu düster/negativ sind und über den immer wieder vorüber gehenden Babyblues hinausgehen, oder Du das Gefühl hast, nicht für Dein Baby sorgen zu wollen oder zu können, leidest Du vielleicht (wie 10-20% aller Wöchnerinnen laut Wikipedia!) unter einer postpartalen Depression, einer meist vorübergehenden Art der Depression, die durch Geburt oder Wochenbett ausgelöst wird. Das bedeutet nicht, dass Du „verrückt“ bist oder lebenslang depressiv sein wirst – es bedeutet vor allem, dass Du jetzt akut Hilfe brauchst. Wende Dich an Deine Hebamme, wenn Du diese Vermutung hast, oder direkt an den Verein Schatten und Licht e.V., der sich speziell mit postpartaler Depression beschäftigt – hier gibt es auch einen Test zur Selbsteinschätzung.

6. DO: Umsorgen lassen

Das ist vielleicht das Wichtigste im Wochenbett: Sich möglichst umfangreich umsorgen zu lassen. Mit einem Neugeborenen bist Du vielleicht in der sensibelsten, hilfebedürftigsten Phase Deines Lebens. Lass Dir helfen, wo es nur irgend geht, und sorge möglichst schon vor der Geburt vor:

– Haushaltshilfe von der Krankenkasse: Wenn niemand da ist, der/die für Dich kochen/putzen/waschen kann: Besorge Dir eine Haushaltshilfe. Die wird vielen Mamas von der Krankenkasse bezahlt oder bezuschusst, was leider immer noch zu wenige wissen. Dazu bedarf es einer Verordnung/Bescheinigung vom Gynäkologen/Gynäkologin, die aber nicht allzu schwer zu bekommen ist. Ein zweites Kind im Haushalt und Kreislaufprobleme reichen als Begründung schon aus, außerdem Kaiserschnitte und vieles anderes. Erfrage die Bedingungen bei Deiner Krankenkasse und besorge Dir möglichst früh schon eine Hilfe. Mein Tipp: Lass jemanden kommen, den/die Du noch nicht kennst. Sonst wird aus dem Putzen und Kochen schnell eine Besuchsatmosphäre. Der Wert einer Haushaltshilfe liegt darin, dass jemand Haushaltsdinge wegschafft, während Du Dich ums Baby kümmern, endlich mal mitschlafen oder ein Bad nehmen kannst. Die Haushaltshilfe soll Dir Freiräume schaffen.
Vorkochen: Wenn Du keine Haushaltshilfe bewilligt bekommst oder keine möchtest: Koche Essen vor und friere es ein. Lass Dir gesagt sein: Du wirst im Wochenbett keine Zeit zum Kochen haben!
Hilfe annehmen: Nimm Hilfe an, wenn Dir welche angeboten wird. Doch wäge ab, ob es Dich wirklich entlastet. Wenn die Schwiegermutter zwar kocht und putzt, aber ständig an Dir herumkrittelt und Deine Art, mit Deinem Baby umzugehen, in Frage stellt, verzichtest Du vielleicht lieber.
Essen statt Babysachen mitbringen lassen: Sage etwaigem Besuch, er/sie solle lieber ein frisch gekochtes Mittagessen mitbringen als den zehnten Babystrampler in 50/56 oder die fünfte Rassel.

7. DO: Stillen, Tragen, Familienbett

Für mich haben sich Stillen, Tragen und Familienbett als die wichtigsten, grundlegenden Elemente der Babypflege und des Familienlebens herausgestellt. Alle drei sind ultimativ praktisch und sorgen bestmöglich für Bindung und Geborgenheit. Es mag nicht für jede Mama das Richtige sein, aber ich würde auch beim dritten Kind wieder stillen, das Baby mit ins Familienbett nehmen und so viel wie möglich tragen. Zu allen drei Themen finden sich umfassende Informationen auf zahlreichen Eltern- und Hebammen-Blogs, z.B. bei Susanne Mierau von Geborgen Wachsen.

8. DO: Nackig kuscheln

Als eigenen Punkt möchte ich noch „Nackig kuscheln“ erwähnen. Besonders wenn Du das Gefühl hast, die Bindung zwischen Dir und Deinem Baby sei verbesserungswürdig, ist das nackige Kuscheln mit dem Baby eine wunderbare, wunderbare Hilfe. Außer Stillen, Tragen und gemeinsam Schlafen verbindet Euch nichts so stark wie nackt miteinander zu kuscheln. Dazu reicht bei der Mama ein nackter Oberkörper aus, das Baby sollte ganz nackt sein. Wenn das Baby etwas größer ist, etwa drei Wochen, darf man auch zusammen baden – das ist eine weitere wunderbare Form des „nackigen Kuschelns“. Frag im Zweifelsfall Deine Hebamme, ab wann Du mit Deinem Baby baden darfst. Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. In der Zeit des Wochenflusses wird vom gemeinsamen Baden allgemein abgeraten, da die Keime im Wochenfluss nicht gut für das Neugeborene sind. Aber nackig kuscheln ist top.

WAS ICH IM WOCHENBETT NICHT WIEDER SO MACHEN WÜRDE

9. DON’T: Viele Fotos und Filmchen machen, verwalten und verschicken

Ach herrje. Beim ersten Baby wollte ich meine eigene Mama auf dem Laufenden halten und machte laufend Fotos und Filmehen von der Baby-Tochter. Was ich dabei vergaß: Das Herunterladen, Verwalten, Bearbeiten und Verschicken der Fotos und Filmehen kostet viel Zeit. Ich war manchmal richtiggehend unter Druck, weil ich noch ein Filmchen verschicken wollte, aber das Baby im Nebenzimmer aufwachte.

Im zweiten Wochenbett habe ich wesentlich weniger Fotos und gar keine Filmchen gemacht. So hatte ich schlicht mehr Zeit zum Schlafen und Kuscheln. So würde ich es wieder machen!

10. DON’T: „Das geht schon irgendwie!“ denken

Nein, es geht nicht! Wenn es einem schlecht geht, muss man sich Hilfe holen, siehe Punkt 5. Wenn es niemanden gibt, der sich um Kochen und Haushalt kümmert, brauchen viele zusätzliche Hilfe, siehe Punkt 6. Und wenn man unsicher mit dem Baby ist, fragt man die Hebamme. Ich habe mich in meinem ersten Wochenbett aus Höflichkeit zurück genommen und mir zu wenig Hilfe geholt. Beim zweiten Mal habe ich vorgesorgt und mir jede Hilfe organisiert, die ich nur kriegen konnte. So würde ich es wieder machen!

11. DON’T: Das Baby schick für andere machen

Man bekommt zur Geburt immer ein paar Stücke Kleidung geschenkt, die man überhaupt nicht mag. Ich hatte bei meiner ersten Tochter ein paar solche Teile. Und wisst Ihr was? Wenn ich ihr diese Sachen angezogen habe, war es im Endeffekt immer unpraktisch, hässlich oder ich hatte Angst, dass sie friert. Deswegen habe ich bei der zweiten Tochter darauf geachtet, NUR Babykleidung zu verwenden, die aus guten Materialien (= Wolle/Seide) hergestellt und praktisch ist. Ich habe angezogen, was mir gefällt und gut fürs Kind ist, und nicht, was der Schwiegermutter oder der Freundin aus den USA gefällt. Auch Kleidung aus Wolle kann total niedlich und herzallerliebst aussehen (wie Ihr ja sicher wisst). Meine unübertroffene, das heißt praktische und niedliche Kombination für drinnen besteht aus diesem Body, diesem Strampler und diesem Häubchen.

baby-body-langarm-wolle-seide-rose-geringelt-living-crafts_3_33b89cb5e3a75bc1e2cabe2e62d54bac baby-strampler-merinowolle-seide-natur_7_79b899e29a7fa6b79e7be1ee099a631c engel-haeubchen_e_e63ed2e6765f47e3975cade6e92355f4

Wenn die Freunde/Verwandten einen Beweis brauchen, dass Euer Kind das geschenkte Teilchen auch trägt, kann man zu gegebenem Zeitpunkt eine Foto-Session machen, wo man dem Baby alles Geschenkte einmal anzieht, es einmal ablichtet – und gut ist. Aber auch das ist eigentlich ein DON’T. Denn dem Baby gefällt es meist gar nicht, immer wieder an- und ausgezogen zu werden, es ist Heuchelei und es kostet Euch wertvolle Zeit. Also: Lieber ehrlich sein oder freundlich danke sagen und das Teil dann weglegen. Ist auch besser fürs Karma.

Du möchtest noch mehr Tipps und Erfahrungen von Eltern zum Thema Wochenbett? Hier geht’s lang: Vor zwei Jahren hat nämlich Jana Friedrich vom Hebammenblog zu einer Blogparade zum Thema „Tipps fürs Wochenbett“ aufgerufen. Viele Eltern-Blogger haben sich beteiligt. Aus der Parade ist ein eBook entstanden, das man kostenlos lesen kann.

Auch zum Thema: Sieben Dinge, über die sich eine Mama im Wochenbett wirklich freut.

Welche Tipps zum Wochenbett habt Ihr?

6 Kommentare, RSS

  1. Gela 24. Januar 2016 @ 0:12

    Sorry, ich finde nicht man sollte das so verallgemeinern… ich war kein im Bett Bleiber, ich war so voller Hormone und Energie…
    Und ich habe eins bereut, dass ich so wenig „Filmchen“ in der ersten Zeit gemacht habe!!! Die Zeit kommt nie wieder zurück und Erinnerungen verblassen, diese unbeholfenen Bewegungen, diese Geräusche die sie am Anfang machen… Man lebt immer im Jetzt mit den Kindern und es ist so schön die ersten Videos anzuschauen und sich kurz wieder in diesen Moment zurück rein zu fühlen <3

    • Maike Cölle

      Maike Cölle 24. Januar 2016 @ 10:06

      Hallo Gela, ja, natürlich gibt es auch Mamas, die voller Energie sind, und dann steht Aktivität nichts im Wege. Toll, dass es bei Dir so war! Aber laut meiner Erfahrung/Beobachtung fühlen sich sehr viele Mütter kraftlos, ausgelaugt und überfordert mit der neuen Situation. Dann sollte man kein schlechtes Gewissen haben, im Bett zu bleiben. Ich finde aber nicht, dass ich es verallgemeinert habe, ich schreibe ja mit Absicht „Was ICH wieder so machen würde“, also habe dem einen ganz subjektiven Charakter verliehen.

  2. Kristi 24. Januar 2016 @ 10:19

    Ich finde deinen Beitrag großartig und sehr gut beschrieben.
    Man denkt manchmal in dieser Zeit, man müsse das und dies noch eben machen und das würde sich ja auch eigentlich so gehören und dann bekommt man die Quittung: man fühlt sich ausgepowert bis zum allerletzten Punkt.

    Deine Tipps sollte man sich wirklich zu Herzen nehmen und einfach mehr seinen Bedürfnissen, statt irgend welchen Pflichtgefühlen nachgehen.

    Ganz vielen Dank für deine ehrlichen und offenen Worte!

    • Maike Cölle

      Maike Cölle 24. Januar 2016 @ 11:38

      Dankeschön, Kristi 🙂

  3. Ute 24. Januar 2016 @ 17:27

    Danke für die vielen Anregungen für die Zeit nach der Geburt und für die Schilderungen von der tollen Hebamme!
    Ganz wichtig finde ich die Betonung darauf, sich als Mutter in der Wochenbettzeit, und nicht nur im Bett, umsorgen zu lassen.
    Der uralte Beruf Wochenpflegerin ist inzwischen wieder gefragt, heißt jetzt FamilienLotSinn oder hebammengeschulte Mütterpflegerin. Die Krankenkassen übernehmen z.T. die Kosten wie bei einer Haushalthilfe.

    • Maike Cölle

      Maike Cölle 24. Januar 2016 @ 18:01

      Danke, liebe Ute! Das sind super Tipps! Ja, eine Familienlotsin oder Mütterpflegerin ist super!

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfleder sind markiert *

*

Simple Share Buttons