„Waaas, Du stillst immer noch?“ Wie man klug und überlegen auf nervige Verwandten-Kommentare reagiert

Wir modernen Mütter fürchten eins am meisten, wenn wir zum Feiertagsbesuch zu den Eltern fahren: Die nervigen oder gar verletzenden Kommentare der Verwandten auf unseren Umgang mit unseren Babys oder Kleinkindern. Wir Ihr angemessen auf diese Sprüche oder vielsagenden Blicke reagiert, verrate ich Euch heute. Erst gibt es eine Liste mit allgemeinen Tipps und dann Vorschläge für Sätze, wie man auf die typischen Verwandten-„Angriffe“ reagiert.

Die Feiertage verbringen ja viele von uns mit der Familie. Oma und Opa wollen das Baby oder die Kinder sehen, und auch wir finden es wichtig, dass unsere Kinder eine Beziehung zu ihren Großeltern und anderen Verwandten entwickeln. Besonders, wenn wir nicht am selben Ort wohnen.

Aber gerade in Ausnahmesituationen an Feiertagen, oder wenn wir uns nicht so häufig sehen und uns erst wieder neu aufeinander einstellen müssen, sind Konflikte vorprogrammiert.

Vor allem, wenn durch den jüngsten Zuwachs das Familiengefüge sich neu sortiert, sind die Erwartungen hoch. Wenn dann noch hinzukommt, dass durch Feiertage ein mehr oder weniger routinierter Ablauf durcheinander gerät (bei uns UND bei Muttern), ist die Chance groß, dass man gestresst ist und daraufhin gereizter und genervter reagiert als sonst.

Oft ist der Konflikt mit dem Baby eigentlich nur ein Platzhalter für Konflikte, die zwischen uns und unseren Verwandten bestehen. Diese Konflikte haben oft mit Bevormundung zu tun, oder mit dem Gefühl, nie für voll genommen zu werden, oder auch mit der Verletzung, als Kind, Jugendliche und/oder Erwachsene nicht genügend wahr- oder ernst genommen worden zu sein.

Da ich meine erste Tochter stillte, bis sie zweieinhalb Jahre alt war, habe ich sehr, sehr oft diesen viel sagenden, abwertenden „Ihr stillt ja immer noch, kein Wunder, dass Dein Kind so an Dir klebt„-Blick ertragen müssen, und viele verletzende Kommentare heruntergeschluckt. Oder ich habe aufbrausend reagiert und wir haben erbittert über „Langzeitstillen – ja oder nein“ gestritten, ohne dass wir jemals zu einem befriedigenden Ergebnis gekommen wären.

Seitdem habe ich mich viel mit dem Thema auseinander gesetzt, andere Reaktionen ausprobiert und mich auch professionell beraten lassen. Denn natürlich will ich ja die Klügere sein und nicht immer wieder die alten Konflikte austragen. Beim zweiten Kind ist es schon viel, viel besser gelaufen. Ich selbst war um einiges sicherer und unempfindlicher, aber ich konnte eben auch souveräner, ja überlegt und überlegen auf fiese Spruch- und Vielsagender-Blick-Angriffe reagieren.

Sieben hilfreiche Tipps für souveränes Verhalten an den Feiertagen:


Tipp 1: Gute innere Vorbereitung

Stell Dich schon vorher darauf ein, dass es eventuell schwierige Situationen/Kommentare geben könnte. Stelle Dir in jeder möglichen Minute die Situationen und Sprüche (siehe unten) vor und bereite Dich innerlich darauf vor, wie Du reagieren wirst. Denn Du musst ein Stückweit Ruhe mitbringen, wenn Du souverän reagieren willst. Gute Vorbereitung und Entwickeln einer gelassenen Grundhaltung ist die halbe Miete!

Tipp 2: Atmen und RUHE

Eines hilft bei fiesen Sprüchen und Blicken tatsächlich sehr gut: erst einmal tief durchatmen und mit geschlossenen Augen bis 10 zählen, dabei denken „Alles ist gut, ich mache alles richtig, und auch Mama/Tante Jutta/Omi meint es nur gut mit mir!“, dann bewusst die Augen aufschlagen, das Gegenüber ansehen und erst dann GELASSEN und FREUNDLICH antworten. Nichts ist destruktiver, als sofort unüberlegt und gereizt zurückzuschießen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es sehr schwer ist, ruhig zu bleiben, aber es lohnt sich! Denn es geht viel stärker darum, aus welcher Haltung und in welchem Ton Du reagierst, als was Du inhaltlich sagst!

Tipp 3: Gute Sätze auswendig lernen

Meine Sätze unten helfen Dir, die richtige Haltung zu bewahren. Ich rate in jedem Fall dazu, die kluge, souveräne Erwachsenen-Reaktion zu wählen. Dann prägst Du Dir die wichtigsten Sätze vor dem Feiertagsbesuch gut ein – Du darfst sie Dir auch gern ein paarmal vor dem Spiegel ins Gesicht sagen, dann kommen sie in der realen Situation sicher authentischer raus. Und keine Sorge, das „Sich-selbst-etwas-vor-dem-Spiegel-ins-Gesicht-sagen“ ist uns allen erstmal furchtbar peinlich. Aber es hilft ungemein.

Tipp 4: Die anderen besser verstehen. Erwachsen sein.

Eines sollten wir uns bewusst machen, denn es ist wahr, auch wenn es sich oft nicht so anfühlt: Unsere Verwandten meinen es tatsächlich gut mit uns. Sie wollen uns wirklich helfen. Sie sind davon überzeugt, dass wir nur zu unerfahren, uninformiert, weich oder leichtgläubig sind, und es deshalb so seltsam machen, wie wir es machen. Sie glauben, wir hätten nicht richtig nachgedacht, würden nur auf dumme Trends reinfallen. Sie glauben wirklich, wir müssten nur darüber aufgeklärt werden, welche negativen Folgen unser leichtgläubig angenommenes Verhalten hat. Deshalb ist es nicht klug, auf kindliche, verletzte Weise zu reagieren, denn damit bestätigen wir nur ihr Bild von uns. Auch die Fakten und Informationen unserer Gurus und Expertinnen aufzuzählen, bringt leider meist wenig. Was dagegen hilft, ist, souverän und erwachsen zu reagieren: Wir zeigen durch die Art und Weise unserer Reaktion, dass wir erwachsen sind, für voll genommen werden müssen und dass unsere Entscheidungen Respekt verdienen.

Tipp 5: Keine Energie verschwenden!

Entferntere Verwandte besser mit einem kurzen, klaren Satz abspeisen und sich umdrehen, als sich auf Details und lange Erklärungen einlassen.

Tipp 6: Nicht auf zermürbende Diskussionen einlassen

Wir müssen nicht jeden Aspekt unserer Entscheidungen offen legen (z.B. die Pro-Langzeitstillen-Argumente, die Fakten, die fürs Familienbett sprechen usw.), denn damit machen wir uns angreifbar. Omis und Tanten können sehr gut darin sein, Argumente und Fakten unserer geschätzten ExpertInnen zu entwerten, herunter zu spielen oder einfach wegzuwischen. Deswegen ist es im Zweifelsfall klüger, sich nicht auf Für-und-Wider-Diskussionen einzulassen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich unsere nahen Verwandten auch durch die besten Argumente nicht überzeugen lassen, wenn sie im Grunde nicht einverstanden sind. Schließlich geht es ja oft gar nicht um die Sache an sich, sondern eigentlich um viel gewichtigere Fragen, z.B. „Habe ich selbst vielleicht etwas falsch gemacht?“ oder „Meine Meinung wird ja wohl auch etwas wert sein – ich habe schließlich auch zwei Kinder groß gezogen!“

Besser als für zermürbende Umstimmungsversuche verwendest Du Deine Kraft auf Deine innere Ruhe. Peile lieber das Ziel an, in Ruhe gelassen zu werden. Auch wenn es weh tut, dass Deine Angehörigen in diesen wichtigen Fragen nicht Deiner Meinung sind – spar Dir die Kraft für das Baby auf und zeige Deinen Verwandten, dass sie Deine Haltung zu respektieren haben.

Tipp 7: Den Verwandten Lesefutter ausdrucken

Siehe Tipp 6. Es ist schwer, komplexe Themen mündlich überzeugend zu referieren. Ganz besonders, wenn Du (noch) stillst. Besser, Du druckst Deinen Angehörigen gute Artikel zum Thema aus und sagst ihnen, sie sollten es einmal lesen. Den Link schicken reicht nicht, druck es besser für sie aus! Linktipps zu allen umstrittenen Themen findest Du unten bei den nervigen Sprüchen. Am besten nimmst Du Ausdrucke aller für Dich relevanten Artikel mit!

 

In diesem Sinne: Schlechte und gute Reaktionen auf nervige Verwandten-Sprüche

Die Sprüche der Kategorie „schlagfertig“ hebst Du Dir bitte für Dein inneres Grinsen und Amüsement auf. Bitte nicht in der Realität anwenden! Die „Kindchenschema-Reaktionen“ sollen Dir zeigen, was leider oft nicht funktioniert, weil wir die Erwartungen unseres Gegenüber damit nur erfüllen und nichts ändern. Sie sind also auch nicht zur Nachahmung empfohlen.

Spruch 1: „Waaas – Du stillst immer noch?“

Schlagfertige, aber schlechte Reaktion: „Was — und Du trinkst immer noch Deine Likörchen?“

Kindchenschema-Reaktion (auch besser nicht anwenden): Weggucken, Erröten, Verstecken, Stammeln, Ausweichen.

Souveräne Erwachsenen-Reaktion: Freundlich lächeln, der Person gerade in die Augen sehen und in ruhigem, möglichst glücklichem, warmem Ton sagen: „Ja! Und es ist sehr schön. Es geht uns sehr gut damit. Wenn Du möchtest, kann ich Dir später in Ruhe mehr darüber erzählen. Jetzt möchte ich gern erstmal in Ruhe mein Kind zu Ende füttern. Danke, dass Du uns noch ein paar Minuten für uns allein lässt!“ (Freundlich lächeln und sich dann eindeutig dem Kind zuwenden)

Hier findest Du einen guten, ausführlichen Beitrag zum Thema „Wir stillen noch“ mit vielen Argumenten fürs längere Stillen. Am Ende des Artikels weitere interessante Links.
Buchempfehlung zum Stillen von älteren Babys und Kleinkindern: „Wir stillen noch“ von Norma Jane Bumgarner.

Spruch 2: „Aber da kommt doch gar keine richtige Milch mehr! Davon wird das Kind doch gar nicht mehr satt!“

Schlagfertige, aber schlechte Reaktion: „Ist ja klar, dass Du das sagst. Du brauchst ja auch drei Stück Sahnetorte, um nur annähernd satt zu werden.“

Kindchenschema-Reaktion: „Völliger Quatsch! Wirklich! Es kommt so viel, wie das Baby braucht und raussaugt! Das hat meine Stillberaterin auch gesagt, und die ist von der La Leche Liga!“

Souveräne Erwachsenen-Reaktion: Ruhe bewahren und die andere Person ansehen. Fein lächeln (nicht zynisch!) und auf das Kind und seine speckigen Beinchen deuten: „Ich finde, Lena sieht ziemlich gut ernährt aus, und unsere Kinderärztin ist ganz meiner Meinung. Wenn Du möchtest, kann ich Dir gern mehr zum Thema ‚Muttermilch-Qualität beim Langzeitstillen‘ erzählen, das ist richtig spannend und überraschend. Jetzt möchte ich aber gern erstmal in Ruhe mein Kind zu Ende füttern. Danke, dass Du uns noch ein paar Minuten Zeit lässt!“ (Freundlich lächeln und dem Kind zuwenden)

Linktipp zum Thema: Hier eine kurze, überzeugende Darstellung, dass Muttermilch über die gesamte Stilldauer hinweg (auch bis ins Kleinkindalter hinein) ihre gute Qualität behält.
Buchempfehlung: „Wir stillen noch“ von Norma Jane Bumgarner.

Spruch 3: „Und – schläft sie durch?“

Schlagfertige, aber wenig hilfreiche Reaktion: „Nein, aber ich schlafe auch nicht durch!“

Kindchenschema-Reaktion: (genervt) „Ou Mann, das fragst Du jedes Mal, das hängt mir zum Hals raus! Nein, sie schläft noch nicht durch! Und bitte — lass mich endlich damit in Ruhe!“

Souveräne Erwachsenen-Reaktion: „Ja, sie schläft durch.“ Punkt. Ich weiß, es ist ziemlich schwer, so zu antworten, denn wir möchten ja nicht lügen. Da ist es schön zu wissen, dass bei Babys unter einem Jahr schon als Durchschlafen gilt, wenn sie 5 Stunden am Stück schlafen, etwa von 20 Uhr bis 1 Uhr nachts. Danach dürfen sie gern jede Stunde aufwachen und es gilt trotzdem als Durchschlafen. Und wisst Ihr was? Ich finde, bei diesem Punkt darf man gern mal flunkern, je nach Gegenüber. Zumindest wenn es nervige Diskussionen erspart.
Wenn Du nicht so souverän sein kannst oder Dein Baby wirklich ab Zu-Bett-Geh-Zeit jede Stunde wach wird (was OK und normal ist), kannst Du auch folgendermaßen reagieren (sprich es möglichst überzeugt und in stolzem Ton aus, nicht patzig aus!): „Ja, sie schläft genau entwicklungsgerecht. … Ja, das freut uns sehr.“ Bei weiteren Nachfragen: „Wir haben da unser eigenes Schlaf-Programm, und das läuft gut!“ (und dann humorvoll mit den Augen zwinkern). Wenn das Gegenüber dann weiter nachfragt, ist er/sie indiskret. Man darf dann auch gern sagen: „Wir haben das im Griff und wir sind uns sicher, dass wir das Richtige tun.“

Linktipp zum Thema Durchschlafen: „Der Traum vom Durchschlafen“ auf Nestling.org
Buchempfehlung zum Thema Babyschlaf: „Ich will bei Euch schlafen! Ruhige Nächte für Eltern und Kinder“ von Sibylle Lüpold

Spruch 4: „Er muss lernen, allein einzuschlafen!“

Schlagfertige, aber schlechte Reaktion: „Und Du auch, oder? Soweit ich weiß, schläfst Du doch jeden Abend mit Heinz ein, oder?“

Kindchenschema-Reaktion: „Überhaupt nicht! Babys müssen noch nicht allein einschlafen. Wenn Steinzeit-Babys allein gewesen wären, wären sie von wilden Tieren gefressen worden und dann gäbe es uns Menschen gar nicht mehr. Es ist das Normalste der Welt, dass kleine Kinder beim Einschlafen Schutz und Nähe brauchen.“

Souveräne Erwachsenen-Reaktion: Lächeln und ruhig bleiben. Dem Gegenüber in die Augen sehen und möglichst freundlich sprechen: „Nein. Das muss er nicht. Ein Baby schreien zu lassen, kommt für uns nicht in Frage. Für uns ist es in Ordnung, beim Einschlafen bei ihm zu sein und ihm Nähe und Geborgenheit zu schenken. Wenn er größer ist, wird er allein einschlafen. Aber jetzt machen wir es so, und uns geht es gut damit.“

Link-Tipps zum Thema Familienbett/Gemeinsam schlafen: Zum Familienbett auf Hebammenblog.de
Brief eines Babys, das allein einschlafen lernen musste auf stillkinder.at 
Empfehlenswertes Buch zum Thema Schlafen: „Schlafen und Wachen“ von William Sears

Spruch 5: „Du verwöhnst ihn! So wird er nie selbständig, sondern zum Tyrannen!“

Schlagfertige, aber schlechte Reaktion: „Laut Google ist ein Tyrann jemand, der allein ein Land regiert und auch Gewalt einsetzt, um an der Macht zu bleiben und seine Ziele zu erreichen. Wenn ich hier mein Baby ansehe, glaube ich nicht, dass er in absehbarer Zeit ein Tyrann wird!“

Kindchenschema-Reaktion: „Also bitte! Wer verwöhnt denn hier die Kinder am meisten? Wer stopft die Große immer mit Süßigkeiten voll und schenkt ihr zu Ostern Barbies? Also wir sind das nicht! Außerdem kann man kleine Kinder gar nicht verwöhnen! Da sind sich heutzutage alle Experten einig!“

Souveräne Erwachsenen-Reaktion: Wieder durchatmen und ruhig antworten: „Ich kann Eure Befürchtungen gut verstehen. Auch wir möchten kein verwöhntes Kind.  Aber was ist eigentlich Verwöhnen? Es ist das Überschütten mit Dingen, die das Kind eigentlich nicht braucht, oder? Wir geben ihm aber nur das, was er braucht. Wir erfüllen seine grundlegenden Bedürfnisse. Für uns zählen Stillen, Trösten, körperliche Nähe und gemeinsames Schlafen zu den Grundbedürfnissen eines kleinen Kindes. Das ist kein Verwöhnen. Bitte respektiert unseren Weg.“

Linktipp zum Thema: „Warum man Babys nicht verwöhnen kann“ auf Gewuenschtestes-Wunschkind.de (wunderbarer, sehr ausführlicher Artikel zum Thema!)
Buchtipp zum Thema: „Geborgen wachsen“ von Susanne Mierau (ist seit dem 28. März im Handel)

Spruch 6: „Wozu habt Ihr eigentlich den Kinderwagen, wenn Ihr ihn gar nicht benutzt?“

Schlagfertige, aber schlechte Reaktion: „Wir finden ihn einfach soo stylish! Wir lassen ihn vor der Haustür stehen und schmücken ihn mit schönen Dingen – Blumen, Holzketten, alte Kinderkleider. So kommt er viel besser zur Geltung.“

Kindchenschema-Reaktion: „Mann, bist Du altmodisch! Ich schiebe doch mein Kind nicht von mir weg, wenn ich es ganz nah bei mir haben kann. Wozu habe ich denn das Kind bekommen, Bitteschön, nur um es wegzuschieben!? Tragen ist viel besser und gesünder für das Baby, und stärkt außerdem die Bindung! Aber Bindung ist ja wohl ein Fremdwort für Dich…“

Souveräne Erwachsenen-Reaktion: (nickend und und lächelnd:) „Tja, das fragen wir uns ehrlich auch… wir haben wirklich gedacht, ein Kinderwagen gehört unbedingt dazu, und nun haben wir festgestellt, dass wir ihn gar nicht so oft brauchen. Ja, das ist schon schade, aber eigentlich nur ums Geld. Wir haben eben festgestellt und gelernt, dass Tragen viel praktischer, gesünder und schöner ist als das Herumschieben. Naja, manchmal benutzen wir den Wagen ja auch. Und immerhin können wir den Wagen später für gutes Geld weiter verkaufen. — Sag‘ mal, willst Du das Tragen nicht einmal selbst versuchen? Es ist wirklich schön; und ich helfe Dir dabei, das Tuch zu binden!“

Linktipps zum Thema „Tragen“: PDF (Tragefibel, 28 S.) mit ausführlichen Informationen zum Tragen von Babys und Kleinkindern von trageboutique.com
Schöne kurze Zusammenfassung zum Tragen auf Das-Kind-muss-ins-Bett.de
Sammlung von Expertenmeinungen und Studien zum Thema Tragen auf didymos.de
Buchtipp: „Ein Baby will getragen sein“ von Evelin Kirkilionis

Spruch 7: „Es schadet ihr doch nicht, wenn sie ein bisschen an meinen Händen laufen lernt – schau mal, was sie dabei für einen Spaß hat!“

Schlagfertige, aber schlechte Reaktion: „Und mir macht es Spaß, zu koksen und zu kiffen. Aber ich habe von Dir gelernt, dass nicht alles gut für einen ist, was Spaß macht. Schau mal Deine Hüften an.“

Kindchenschema-Reaktion: „Jetzt lass sie sofort los! Das kann ja wohl nicht wahr sein! Ich hab Dir schon x-mal gesagt, dass ich das nicht möchte! Das eigenständige Aufrichten und Laufenlernen ohne Hilfe ist die Voraussetzung für gesundes Selbstvertrauen! Das sagt Emmi Pikler in ihrem Buch, und das ist die Bibel der Bewegungsentwicklung! JETZT LASS SIE SOFORT LOS!“

Souveräne Erwachsenen-Reaktion: Ruhe bewahren. Wortlos hingehen und der Tante/Oma/Opa das Kind sanft entwinden und es auf den Arm nehmen. Sanft ist wichtig. Ruhig und bestimmt sagen: „Das möchten wir nicht.“ Bei jedem weiteren Versuch der Angehörigen genau so wiederholen. Stoisch. Ruhig. Sanft. Da. Muss. Man. Sich. Ganz. Doll. Zusammenreißen. Nach 5 bis 10 Mal haben sie es kapiert.

Linktipps zum Thema „Eigenständiges Laufenlernen“: „Warum es schädlich ist, Babys zu früh hinzusetzen“ auf gewuenschtestes-wunschkind.de – ausführlicher Artikel, der genau so auch für das Laufen lernen gilt
Positive Vorstellung der Pikler-Pädagogik von der Ärztin Dr. med. Andreas Schmelz auf elternwissen.com
Buchtipp: „Lasst mir Zeit“ von Emmi Pikler

Fall 8: Wenn Du doch in eine schreckliche Für-und-Wider-Diskussion geraten bist:

Kindchenschema-Reaktion: Weiterdiskutierten, erbittert weiter Argumente aufzählen, obwohl die andere Person schon längst innerlich blockiert, erbittert kämpfen, den Tränen nahe sein oder in diese ausbrechen.

Souveräne Erwachsenen-Reaktion: Für mindestens 10 Sekunden die Augen schließen und innerlich sammeln. Die andere Person kann gern weiter lamentieren, Du bist jetzt bei Dir und wartest, bis die/der andere merkt, dass Du auf einem anderen Kurs bist. Nach einer Weile (du merkst schon, wann) machst Du die Augen auf und sagst mit klarer, ruhiger Stimme: „Hör mir bitte für eine Minute zu. Ich möchte nicht mehr streiten. Ich habe meine Meinung, und Du hast Deine. Das ist in Ordnung so. Ich merke und finde es lieb, dass Du Dich um mich/uns sorgst. Dafür danke ich Dir. Aber wir haben uns bewusst für unseren Weg entschieden, und wie Du gehört hast, gibt es für unseren Weg auch gute Argumente. Ich habe Deine Argumente und Einwände auch gehört. Ich möchte, dass Du weißt, dass mich Deine Worte beschäftigen und sie mir nahe gehen. Ich wische sie nicht einfach weg, sondern ich verspreche Dir, dass ich darüber nachdenke. Ich will Dir mit unseren Entscheidungen auch keinen Vorwurf machen. Wir möchten aber trotzdem gern auf unserem Weg bleiben. Ich bitte Dich, das zu respektieren und mich nicht immer wieder wegen diesem Thema anzugehen.“

Hans Natur wünscht Euch schöne, konfliktarme Feiertage mit Verwandten, Kind und Kegel! 

 

 

5 Kommentare, RSS

  1. Sandra 16. Mai 2016 @ 11:57

    Das hätte ich vor einigenJahren gut gebrauchen können.
    Ich habe es mir jetzt abgespeichert, es sind wirklich tolle Tips drin, die man auch auf andere Bereiche erweitern kann.
    Vielen Dank.

    • Maike Cölle

      Maike Cölle 16. Mai 2016 @ 14:03

      Danke, liebe Sandra! Ja, es ist ein heikles Thema, die Konflikte mit den Verwandten…. Das gehört zu den Dingen, die man nicht gesagt bekommt, wenn man schwanger wird 🙂

    • Maike Cölle

      Maike Cölle 16. Mai 2016 @ 14:06

      Oh, habe da etwas verwechselt.. Ich dachte, Dein Kommentar bezieht sich auf den Artikel mit den Kommentaren auf nervige Verwandten-Sprüche. Aber das mit dem Teilen ist natürlich auch interessant…

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