Alles in den Mund: Was Babys schadet und was nicht

In der oralen Phase stecken Babys alles in den Mund. Aber was schadet? Darf ein Baby Staubflusen essen oder Streichhölzer ablecken? Was Babys an Schmutz vertragen, und wo man aufpassen sollte:

Die Angst vor ekligen Dingen

Da sitzt der Einjährige im Sandkasten und schiebt sich eine Handvoll Sand nach der anderen in den Mund. Die Mutter schaut erst lächelnd zu: Ein bisschen Sand hat schließlich noch keinem Kind geschadet. Aber was, wenn im Sandkasten eine Katze ihr Geschäft verrichtet hat?! Die Mutter springt erschrocken auf, wischt den Sand aus Babys Fäustchen und steckt ihren Finger in seinen Mund, um die Sandreste heraus zu holen. Der Einjährige fängt an zu weinen: er fühlt sich in seinem Tun gestört. Und ist erschrocken von Mamas hektischem Gebahren.

Aber ich lasse mein Kind doch keinen Tierkot essen!

Natürlich ist es völlig nachvollziehbar, dass man aufspringt, wenn die eigenen Kinder etwas Ekliges im Mund haben. Das heißt, etwas, das wir Erwachsenen als eklig bezeichnen würden. Aber schaden tut es dem Kind im Regelfall nicht. Denn die menschliche Magensäure, Babys eingeschlossen, ist so ätzend, dass sie fast allen Keimen und Erregern den Garaus macht. Sand und Erde, Toilettenwasser, ja sogar Tierkot schadet einem Baby normalerweise nicht, so unglaublich das klingen mag. Gerade Tierkot wird in den allermeisten Fällen nicht geschluckt, sondern maximal in den Mund genommen und dann wieder ausgespuckt. Schmecken tut der Kot dem Kind ja vermutlich nicht. Nur wegen Würmern darf man skeptisch sein, denn es gibt sicherlich Menschen, die ihre Hunde nicht regelmäßig entwurmen. Wie groß die Gefahr ist, dass ausgerechnet Dein Kind Kot eines nicht-entwurmten Hundes herunterschluckt, sei hier mal dahingestellt.

Hier eine Liste, wo Ihr als Eltern entspannt bleiben könnt, wenn das Kind etwas davon in den Mund steckt:

Was dem Baby nicht schadet

  • Sandkasten-Sand, Erde und kleine Steinchen: Die menschliche Magensäure ätzt Keime und Erreger weg. Auch größere Mengen Sand, auch kleine Steinchen werden einfach wieder ausgeschieden.
  • Hundekot des eigenen Hundes: super eklig, aber nicht schädlich, solang der Hund ordentlich entwurmt und geimpft wurde. Die Magensäure tut auch hier ihre Dienste.
  • Hunde- und Katzenfutter: Tierfutter unterliegt in Deutschland strengsten Qualitätsauflagen. Menschen können Tierfutter, das in Deutschland verkauft wird, bedenkenlos essen. Jedoch sollten die Tiernäpfe täglich gereinigt werden, da sich sonst Salmonellen oder andere Erreger bilden könnten.
  • Flusen und Krümel vom Boden: Die Keime im Haushalt sind in der Regel nicht gefährlich, sondern stärken das Immunsystem. Es muss auch nicht jeden Tag gesaugt und gewischt werden. Schädlich können jedoch starke chemische Reiniger und Desinfektionsmittel sein. Besser einen ökologischen oder einen Essig-Reiniger verwenden.
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  • Streichholz ablecken: Moderne Sicherheitsstreichhölzer enthalten geringe Mengen an Kaliumchlorat und Schwefel, die Reibeflächen enthalten roten Phosphor, Schwefel oder Schwefelantimon. Das Holz selbst ist der Brennbarkeit wegen mit Paraffin getränkt. Alle diese Stoffe sind aber in den Mengen, wie sie in Streichholzschachteln vorkommen, nicht schädlich.
  • Fliegen und andere Insekten (Bienen, Wespen, Hornissen & Co. wegen der Stichgefahr natürlich ausgenommen ;-): Insekten bestehen vor allem aus Eiweißen und werden vom menschlichen Verdauungssystem problemlos bewältigt.
  • Toilette: Auf der Toilette befinden sich weit weniger Keime als etwa im Spülschwamm, auf der Computertastatur oder in länger gebrauchten Küchenhandtüchern. Der Kühlschrank ist in den allermeisten Haushalten um ein Hundertfaches „keimiger“ als die Toilette!

Wo sollte man aufpassen?

  • Nicht mit Herpes zu kleinen Babys! Herpes ist harmlos für Erwachsene, doch für kleine Babys kann Herpes lebensgefährlich sein! Wer ein Herpesbläschen hat, darf keinen engen Kontakt mit kleinen Babys haben.
  • Infekte bei Neugeborenen: das Immunsystem ist bei Neugeborenen noch nicht besonders gut entwickelt. Deswegen sollten Menschen mit Infekten nicht in die Nähe von Neugeborenen kommen. Und wer von draußen bzw. vom Einkaufen/U-Bahn usw. kommt, sollte sich gründlich die Hände mit Seife waschen, bevor er/sie das Baby anfasst.
  • Wasser aus der Badeente: Meist haben Badeenten unten ein Loch, durch das Wasser ins Innere der Ente geraten kann. Wenn eine Badeente mit altem Wasser ein paar Tage am Wannenrand stand, kann sich in ihr Schimmel bilden. Während ein paar Schluck Badewasser Babys nicht schadet, kann das schimmlige Enten-Wasser doch mal eine Magenverstimmung auslösen. Aber es gibt auch Badeenten ohne Loch:
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  • Zigarettenkippen: Schon das Nikotin aus einer Zigarette kann tödlich für ein Baby sein! Zwar würde wohl kein Baby eine ganze Zigarette essen (wenn, dann verzehren Babys ein paar winzige Krümelchen). Es gibt auch Leute, die sagen, dass Nikotin in der Magensäure schwer löslich ist, so dass nur geringe Mengen über einen längeren Zeitraum aufgenommen und dann von der Leber entgiftet werden. Zigarettenkippen gehören dennoch nicht in die Reichweite von Babys. Hier wirklich aufpassen, auch auf dem Spielplatz!
  • Kuscheltiere und Plastikspielzeug: Besonders wenn auch andere Kinder mit dem Spielzeug spielen, sollte es regelmäßig gewaschen oder tiefgekühlt werden, um Krankheits-Keime abzutöten. Holzspielzeug ist übrigens hygienischer als Plastikspielzeug, siehe dieser Artikel. Plastikspielzeug wie Lego kann in Netzen in der Waschmaschine bei 30°C gewaschen werden.
  • Öffentliche Gebäude und Verkehrsmittel: Nach Kontakt mit Türklinken, Böden, Haltegriffen etc. in öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln sollten Erwachsene sich gründlich die Hände mit Wasser und Seife waschen (besser als Desinfektionsmittel!), um eventuelle Keime und Krankheitserreger zu entfernen, bevor sie das Baby anfassen.

Fazit

Ein bisschen Schmutz darf sein!

Die meisten „ekligen Sachen“ schaden Babys viel weniger als vermutet. Normale Hygiene mit sanften Reinigungsmitteln reicht zu Hause absolut aus. Der Kontakt mit häuslichen Keimen stärkt Babys Immunsystem und schützt vor Allergien. Desinfektionsmittel lösen übrigens eher Allergien aus als dass sie Krankheiten verhindern. Vor dem Kontakt mit kleinen Babys sollte man aber immer die Hände mit Seife waschen, besonders wenn man draußen unterwegs war, wo auch viele andere Menschen unterwegs waren.

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