Winterlicher Lichtmangel: Was wir dagegen tun können (5 Ideen)

Heute habe ich fünf Ideen, wie wir im Winter genügend Vitamin D bekommen können:

Im Winter bekommen wir in Mittel- und Nordeuropa zu wenig Licht. Das ist nicht nur wegen der trübseligen Stimmung problematisch, die sich unter wochenlangem Wolkenhimmel breit macht. Über das Sonnenlicht bilden wir Menschen nämlich Vitamin D. Vitamin D können wir nicht ausreichend über die Nahrung erhalten, aber es ist für unseren Organismus lebenswichtig. Deswegen brauchen wir Sonnenlicht.

Babys bekommen bei der Geburt in Kliniken ja oft standardmäßig eine hohe Dosis Vitamin D, um Rachitis (= Missbildung des Knochengerüsts) zu verhindern. Aber geschätzt 80% aller Deutschen leiden im Winter unter einem akuten Vitamin-D-Mangel, und kaum jemand weiß es. Dabei führt ein Vitamin-D-Mangel kurzfristig zu Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Schwäche. Ein langfristiger Mangel kann zu schweren Schädigungen führen, darunter am bekanntesten Osteoporose. Aber auch Depressionen, Asthma, Diabetes, Krebs und andere Erkrankungen werden durch Vitamin-D-Mangel begünstigt. In meinem ganz nahen Bekanntenkreis hat letztes Jahr ein älterer Mensch aufgrund von Vitamin-D-Mangel kurzzeitig Nervenschädigungen in den Beinen erlitten, so dass er nicht mehr gehen konnte! Erst nach Gabe von hohen Dosen Vitamin D hat es sich langsam gebessert.

In der Nahrung sind nur geringe Mengen Vitamin D enthalten. Man müsste täglich 1,5 kg Hühnerleber, 20 kg Joghurt oder 10 Kilogramm Käse essen, um den Bedarf zu decken (bei fettigem Fisch etwas weniger, siehe unten).

Was also können wir tun, um dem Mangel an Sonnenlicht und Vitamin D im Winter vorzubeugen?

1. In die Sonne fahren

Ja, ich mache keine Witze. Wer nur irgend kann, sollte im Winter in sonnige Gebiete fahren, oder in die Berge, sozusagen über die Wolken. Ganz ehrlich: Ein halbes Jahr oder ein paar Monate Sabbatical auf der Südhalbkugel, Winterferien in Portugal oder Süditalien, ja nur ein verlängertes Wochenende auf Mallorca können Wunder tun für die Stimmung, das Gemüt und natürlich den Vitamin-D-Spiegel.

Wir haben letztes Jahr im Februar 10 Tage Urlaub auf Mallorca gemacht, am Fuß der wilden Berge der Insel. Was soll ich sagen? Das Licht hat sooo gut getan! Die Sonne brannte vom blauen Himmel, so dass wir manchmal im T-Shirt draußen saßen. Die Mandeln blühten und die Lämmchen blökten in den grünen Tälern. Die Kinder haben sogar kurz im eiskalten Pool des Ferienhauses gebadet. Wir kamen voller Licht und Kraft zurück ins graue Berlin, und wir haben noch lange davon gezehrt.

Es werde Licht: Bei einer Wanderung auf Mallorca im Februar 2017

2. Rausgehen, rausgehen, rausgehen

Klar: Sobald bei uns im Winter einmal die Sonne scheint, heißt es rausgehen und möglichst viel Haut der Sonne aussetzen. In einem Spiegel-Interview zum Thema spricht Jörg Reichrath, Professor für Dermatologie an der Universität des Saarlandes und Mitglied der Arbeitsgruppe Vitamin D der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, Empfehlungen hinsichtlich Vitamin D und Sonnenlicht aus: Einem Vitamin-D-Mangel kann man vorbeugen, wenn man regelmäßig, d.h. am besten jeden Tag, Gesicht, Handrücken und Unterarme für etwa 10-20 Minuten der Sonne aussetzt (je nach Hauttyp und Gewöhnung). Leider ist für die Bildung von Vitamin D die UVB-Strahlung notwendig, die nur bei direktem Sonnenlicht, also nicht unterm Wolkenhimmel, entsteht. Also: Sobald im Winter einmal die Sonne vom Himmel lacht, das unbedingt ausnutzen und Vitamin D tanken!

Auch Babys und kleinen Kindern tut das blaue Himmelslicht unwahrscheinlich gut. Im Winter steht die Sonne so tief, dass kaum Gefahr für Sonnenbrand besteht, wenn das Baby nicht gerade stundenlang in der prallen Sonne liegt. Mein jüngerer Bruder, Anfang Februar geboren, schlief als ganz kleines Baby oft für Stunden draußen an der frischen Luft in seinem Wagen. Er war als kleines Baby immer gesund.

Gerade im Winter: Rausgehen, sobald die Sonne scheint. Tut so gut!

Oder so: Fenster auf und in den Sonnenstrahl setzen!

3. Vitamin D einnehmen

Ich bin keine Anhängerin von Nahrungsergänzungsmitteln, aber bei Vitamin D mache ich eine Ausnahme. Letztes Jahr wurde bei einem Nachbarskind von uns ein krasser Vitamin-D-Mangel festgestellt, als die Eltern sich wunderten, dass das Kind antriebslos, müde, ja fast depressiv war und nicht mehr zur Schule gehen wollte. Erst durch ein großes Blutbild wurde der Vitamin-D-Mangel festgestellt. Tatsächlich wurde es sofort besser, als das Kind Vitamin D-Tropfen einnahm. Sogar unsere alternativ eingestellt Kinderärztin / Homöopathin rät dazu, im Winter Vitamin D einzunehmen. Kauft es am besten in der Apotheke, dort werdet Ihr beraten, welches Vitamin D und welche Dosierung das richtige ist.

4. Fettigen Fisch oder vollwertig-vitalstoffreich essen

Wer absolut keine Nahrungsergänzungsmittel nehmen möchte, kann stattdessen fettigen Fisch essen, in dem die Vitamin-D-Konzentration höher ist als in anderen Lebensmitteln. In Lachs oder Makrele findet sich z.B. eine relativ hohe Konzentration an Vitamin D. Ohne ihre fischreiche Ernährung hätten die Inuit und andere Völker, die nördlich des Polarkreises leben, in den dunklen Wintermonaten nicht überlebt. Jedoch muss man auch vom Fisch viel verzehren, um auf die erforderliche Dosis zu kommen.

Eine Alternative zum fettigen Fisch ist eine konsequente Ernährung mit vitalstoffreicher Vollwertkost nach Dr. Bruker. Das heißt, jeden Tag rohes Vollwert-Getreide als süßen oder pikanten Frischlornbrei, Obst, Gemüse und Salat in Hülle und Fülle und am besten roh, dazu abwechslungsreiche Hülsenfrüchte sowie Getreidespeisen und gutes Vollkornbrot.

5. Solarium oder Höhensonne

Bei Solarien heißt es aufpassen: Zwar sind seit der 2011 eingesetzten Sonnenschutzverordnung Solarien mit sanfteren Geräten ausgestattet als früher. Jedoch ist darauf zu achten, dass das besuchte Solarium auch UV-B-Strahlung beinhaltet, sonst nützt es nichts für die Vitamin-D-Produktion. Auch sollte man wegen Sonnenbrandgefahr nicht länger als 10-15 Minuten pro Woche ins Solarium (Quelle: diese informative Website).

Es gibt auch Höhensonnen mit UV-B-Strahlung. Generell gilt sowohl bei Solarien als auch bei Höhensonnen: Unbedingt ein vertrauenswürdiges, als gut getestetes Produkt wählen und es nicht übertreiben mit der Bestrahlung.

Unsere gute Sonne mit ihrer natürlichen UV-B-Strahlung ist immer noch die verlässlichste und natürlichste Quelle für Vitamin D!

 

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4 Kommentare, RSS

  1. Roswitha 14. Februar 2018 @ 9:07

    Liebe Maike,

    deine Empfehlungen bezüglich der Sonne sind richtig und wichtig.
    Ich gönne mir regelmäßig ein Luft- oder Sonnenbad, auch im Winter mit offenem Fenster das ist herrlich für die Stimmung und für die Gesundheit.
    Wenn man sich „vitalstoffreich vollwertig“ ernährt und dies nicht nur hin und wieder mal, sondern weitgehend richtig und konsequent, braucht man weder fettigen Fisch noch Vit.D Tropfen.
    Außerdem schützt diese Ernährungsform vor allen ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten. Im Stoffwechsel herrscht ein gewisses Gleichgewicht das kann man durch Vitamin-Substitution u.a. ganz schön durcheinander bringen. Das Thema ist komplex und in diesem Rahmen nicht abhandelbar.
    Dir trotzdem herzlichen Dank für deine guten Beiträge, die ich immer mit Interesse lese.

    Liebe Grüße und einen schönen sonnigen Tag, Roswitha

    …weitere Informationen und Tipps bei der GGB-Lahnstein

    https://gesundheitsberater.de/der-grosse-reibach-nahrungsergaenzungsmittel/

    • Maike Cölle

      Maike Cölle 14. Februar 2018 @ 9:38

      Liebe Roswitha, danke! Ich stimme Dir voll zu. Ich höre aus Deinen Worten Dr. Bruker sprechen, mit dem ich sozusagen aufgewachsen bin 🙂 Mein Vater kannte Dr. Bruker persönlich und hatte in den 70er und 80er Jahren mit der GGB Lahnstein zu tun. Er hat als Verleger Bücher über Dr. Bruker veröffentlicht und mit seiner Zeitschrift „natürlich und gesund“ die Ernährung nach Dr. Bruker verbreitet. Ja klar, wenn man sich konsequent vollwertig ernährt und regelmäßig sonnt, hat man keine Probleme mit Vitamin D-Mangel! Liebe Grüße an Dich!

    • Maike Cölle

      Maike Cölle 14. Februar 2018 @ 9:45

      Ich habe die vitalstoffreiche Vollwertkost jetzt unter dem „fettigen Fisch“ hinzugefügt, denn Du hast recht, das sollte man nicht unerwähnt lassen! Danke für die Anregung!

  2. Roswitha 16. Februar 2018 @ 6:59

    Liebe Maike,

    herzlichen Dank,
    die Ergänzung gefällt mir sehr gut!

    Es rührt mich sehr, dass dein Papa Dr. Bruker nahe gestanden hat und in dessen Sinne
    tätig war. Gibt es denn da noch eine Verbindung? Ich hoffe deine Eltern sind noch weitgehend gesund und glücklich. Extra liebe Grüße von mir!

    Ich bin 1986 auf diese Ernährung aufmerksam geworden, lernte Dr. Bruker auch noch
    persönlich kennen und ich bin sehr dankbar, dass ich damals schon auf diesen Weg gekommen bin.

    Euch alles Liebe und Gute und ein drücken aus der Ferne,

    Roswitha

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