Waldorf-Laterne Teil 3: Knicken und Tragestock befestigen

Teil 3 der Bastelanleitung für die herbstliche Waldorf-Laterne vollendet unser Werk: Wir bringen die Laterne durch vorsichtiges Knicken in Form, und befestigen den Tragebügel sowie den Stock an der Laterne. Und das Lichtlein darf natürlich auch nicht fehlen.

Schritt 1: Formen der Laterne durch Knicken oder: Der richtige Knick
Es geht los mit dem Knicken, das die Laterne in ihre endgültige Form bringt. Ich habe heute Nacht gegrübelt, wie ich den Knickvorgang am besten in Worte fasse, und habe dabei viele Sätze formuliert und wieder verworfen. Es ist nämlich sehr viel einfacher und intuitiver, wenn man das Knicken einmal sieht, und sich dann einfach selbst versucht. Nur durch vorsichtiges Üben bekommt man im wahrsten Sinne des Wortes „den richtigen Knick raus“. Deswegen habe ich mich entschieden, Euch dieses kleine Filmchen ans Herz zu legen. Springt an die Stelle 4:40, dort beginnt das Knicken. Schaut es Euch ein paarmal an und macht Euch dann einfach selbst ans Werk.

Für diejenigen, die (wie ich) kein Fan der Video-Plattform sind, hier die mir am einfachsten erscheinende verbale Erklärung:

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Alle horizontalen und vertikalen Knicklinien (also alle äußeren Kanten der kleinen Rechtecke) werden nach innen gedrückt und alle Diagonalen werden nach außen gedrückt. Das bedeutet, dass am Schluss die Mittelpunkte aller Quadrate, also die Kreuzungspunkte der Diagonalen, nach außen vorstehen, und die vier Laternenkanten in drei vertikalen Abschnitten eingedrückt sind. Man beginnt damit, das oberste Drittel einer Laternenkante vorsichtig nach innen zu drücken und geht dann reihum und von oben nach unten vor. Das Interessante ist: Man braucht gar nicht viel Kraft, wenn man es einmal heraus hat! Es ist eine Art Zen-Erlebnis, wenn man den Knick raus hat und merkt, wie leicht es ist, was anfangs so knifflig erschien.

Bei diesem Arbeitsschritt werdet Ihr dankbar sein, wenn Ihr präzise und kräftig gefalzt habt.

Geschafft? Sieht es nicht toll aus?! Ich muss sagen, ich bin jedes Mal begeistert, wenn dieser Schritt geschafft ist.

Für die nächsten Arbeitsschritte benötigt Ihr:
– Tragebügel
– Nähnadel
– Stock
– Schnitzmesser oder scharfes Küchenmesser
– Blumendraht

Schritt 2: Anbringen des Tragebügels
Mit einer dicken Nähnadel stecht Ihr zwei Löcher in den oberen Rand der Laterne, einander gegenüber und möglichst mittig. Es ist wichtig, dass die Löcher möglichst klein sind (also keinesfalls einen Locher verwenden!), so dass der Tragebügel wirklich fest sitzt. Dann biegt Ihr die beiden Enden des Bügels einmal um. Das erfordert viel Kraft – ich gebe zu, ich habe am Ende die Zähne benutzt und mich gefragt, warum die Hersteller die Bügel nicht schon umgeknickt liefern. Sie müssen doch in jedem Fall umgeknickt werden, oder nicht? Oder sind die Produkttester bei denen bärenstarke Riesenkerle, die auch Eisenstangen verbiegen können?

Nun gut – zurück zu unserer Laterne: Wenn Ihr es geschafft habt, die Enden umzubiegen, werden die Enden durch die kleinen Löcher gefriemelt.

Schritt 3: Den Tragestock mit einem Haken versehen
Mit dem Messer ritzt Ihr ca. 2-3 cm vom Ende des Stocks entfernt eine möglichst tiefe Kerbe in den Stock.

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Dann schneidet Ihr ca. 40 cm Blumendraht ab und wickelt diesen zwei Mal durch die Kerbe um den Stock und verdrillt dann die beiden Enden des Blumendrahts fest und eng miteinander. Wenn die beiden Drähte bis zum Ende verdrillt sind, nehmt Ihr den verdrillten Draht sozusagen doppelt, d.h. das offene Ende wird nochmal um die Kerbe gewickelt und unten am Draht fest gemacht. Dann wird der einmal gedrillte Draht nochmal verdrillt und zu einem Haken geformt. Der Haken kann gern kurz sein, Hauptsache, er ist schön fest und biegt sich nicht von allein um, wenn etwas Schweres drangehängt wird. Der Haken kann nun in den Tragebügel eingehängt werden.

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Schritt 4: Das Licht einsetzen

Nun setzt Ihr das Teelicht in ein kleines Glasschälchen und beides in die Laterne. Oder Ihr befestigt den Laternen-Kerzenhalter im Laternenboden und steckt eine Weihnachtsbaumkerze hinein.

Die Laterne ist fertig! Nun könnt Ihr sie andächtig einmal entzünden!

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Und? Wie hat es bei Euch geklappt? Habt Ihr den Knick raus?

 

PS: Teil 1 der Bastelanleitung findet Ihr hier,
Teil 2 der Bastelanleitung hier.

 

 

 

6 Kommentare, RSS

  1. Pingback / Trackback

    5. November 2015 @ 10:48 Antworten

  2. Avatar

    Renate 10. November 2017 @ 14:06

    Vielen Dank für die gute Anleitung.
    Allerdings habe ich kein 200-g-Papier bekommen und deshalb 250 g genommen. Vermutlich deshalb gelingt es mir nicht, die Laterne zu knicken. Hast du noch einen Tipp?
    Außerdem haben sich bei mir die Kleberänder nach dem Ölen wieder gelöst. Ich habe das provisorisch und nicht sehr schön mit dem Tacker gelöst.
    LG

    • Maike Cölle

      Maike Cölle 11. November 2017 @ 18:33

      Liebe Renate,
      wenn Du die Knicklinien ganz doll mit einem Kuli (ohne Mine) oder ähnlich perforierst vor dem Knicken, sollte das Knicken kein Problem sein. Das müsste auch mit dickerem Papier gehen… Ja, das Öl wirkt dem Kleber ein wenig entgegen. Da ist Hackern eine gute Lösung, wenn auch nicht ganz „klassisch“ 🙂 Man müsste einen sehr starken Kleber nehmen. besonders wenn die Knicklinien nicht so doll vorgeprägt sind, knickt das natürlich gern wieder hoch. Deshalb mein Tipp: Die Knicklinien ganz stark vorprägen. Liebe Grüße!

      • Avatar

        Renate 11. November 2017 @ 23:35

        Danke für die Antwort.
        Eigentlich habe ich die Linien stark vorgeprägt mit einem nicht zu scharfen Messer, an einigen Stellen sind sie sogar etwas eingerissen.
        Na ja, nächstes Mal werde ich es wohl mit dünnerem Papier versuchen.
        Liebe Grüße

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