Wir basteln eine Waldorf-Laterne – Teil 1

Es ist nicht mehr lang bis zu St. Martin. Hier sehr Ihr, wie man eine schöne waldörfliche Laterne für den Martinsumzug selbst herstellen kann. Es ist nicht so schwierig, wie es aussieht! Heute kommt Teil 1: Material besorgen und das bunte Papier herstellen. Der allererste Schritt: Wir besorgen uns schöne Stöcke.

Wir haben uns bereits bei den Freunden im Garten schöne Laternenstöcke gesucht. Für kleine Kinder unter vier sollten die Stöcke nicht zu lang sein, da die Laterne sonst zu schwer wird und die Kinder sie nicht tragen möchten. Ich empfehle eine Stocklänge von 20 bis 30, maximal 40 cm. Lieber zu kurz als zu lang! Auch zu dünn sollten die Stöcke nicht sein, da kleine Patschhändchen die Stöcke sonst nicht gut greifen können. Hier der Stock, den unsere kleine Tochter sich ausgesucht hat – ich finde ihn mit seinen 33 cm fast noch etwas zu lang:

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Dann besorgt Ihr alles, was Euch von den folgenden Materialien und Utensilien noch fehlt. Im Bastelladen sollte man alles bekommen, in der Laternenzeit auch die Tragflügel aus Draht:

  • Aquarellpapier der Maße 30×40 cm, ca. 200g/m2 schwer — Zur Not geht auch Nicht-Aquarell-Papier, nur dick genug sollte es sein, damit die Laterne stabil wird
  • Aquarell- oder Wasserfarben (gelb und rot oder orange)
  • scharfes Messer zum Ablösen der Papierbögen vom Block und zum Einritzen des Stockes
  • großer Pinsel
  • Wasserglas
  • Schwamm (Puristen benutzen einen Naturschwamm)
  • guter Klebstoff, z.B. Kraftkleber, oder doppelseitiges Klebeband
  • ein paar Esslöffel Babyöl oder Speiseöl mit ein paar Tropfen Aroma-Öl
  • weicher Pinsel zum Einölen
  • langes Lineal, am besten 40 oder 50 cm lang
  • Falzhilfe (SEHR hilfreich!) – das pinke Ding auf dem Bild unter dem Klebstoff
  • Bleistift
  • Papierschere
  • Laternentragebügel
  • dicke Nähnadel
  • Tragestock, ca. 20-35, max. 40 cm lang
  • Blumendraht
  • Teelicht mit kleinem, möglichst leichtem Glasschutz oder Weihnachtsbaumkerze mit Kerzenhalter für Laternen

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Beim Bemalen des Papiers können Eure Kinder gut mitmachen. Es ist ratsam, kleinen Kindern unter vier nur zwei Farben anzubieten, da sie sonst alle Farben ineinander mischen und eine braune Soße entsteht. Wenn sie nur Rot und Gelb bekommen und das vermischen, entsteht ein wunderschön leuchtendes Orange, das mal etwas in Rötliche, mal etwas in Gelbliche changiert.

Wie wird’s gemacht?

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Ihr löst mit einem scharfen, spitzen Messer einen Bogen Aquarellpapier vom Block und nässt dann das Papier mit dem Schwamm. Das Nässen mit dem Schwamm schaffen auch kleine Kinder schon sehr gut! Das Papier kann gern tüchtig nass gemacht werden, dadurch entstehen schöne Effekte, wenn die Farben ineinander laufen. Dann könnt Ihr anfangen, Farbe aufzutragen — Ihr könnt Streifen, Wellen, Tupfen oder eine Schnecke malen, oder einfach nur unregelmäßige Flecken. Wenn man nur mit Rot und Gelb arbeitet, wird es auf jeden Fall schön!

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Meine Kinder wollten unbedingt mit ihren Farbkästen malen, in denen mehr Farben enthalten sind. Das werden jetzt eben bunte Laternen, die an manchen Stellen dunkel sind. Denn wenn die Laternen im Dunkeln leuchten, sehen die blauen und lilanen Stellen einfach nur dunkel aus, da das Licht durch sie nicht so gut durchdringt wie durch gelb, rot und orange.

Wenn das ganze Papier kräftig mit Farbe bedeckt ist, lässt man es vollständig trocknen. Das dauert mindestens eine Stunde. Die Kinder haben nach dem Malen einiger Bögen meist auch genug von der Arbeit.

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Tipp: Bemalt gleich mehrere Bögen, denn farbig bemaltes Aquarellpapier kann man auch für andere Basteleien nutzen, die ich Euch Richtung Advent vorstellen werde – etwas ganz Einfaches hat die große Tochter sofort aus einem Papier-Rest angefertigt – eine Winz-Laterne aus einem zusammengerollten, bemalten Papierrest, in das sie ein Teelicht gestellt hat. Was hier aussieht wie ein Rußfleck, ist ein blauer Farbklecks auf dem Papier, der unter der Beleuchtung schwarz wirkt.

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Morgen geht es weiter mit Schritt 2: Falzen, Kleben, Schneiden und zum Schluss Einölen. Das Falzen und Kleben ist etwas für Erwachsene oder für Kinder ab ca. 10 Jahren. Beim Einölen können die kleinen Kinder ab ca. 2 – 3 Jahren wieder mitmachen.

Viel Spaß bei Basteln! Welche Farben haben Eure Kinder für die Waldorf-Laterne aufs Papier gezaubert?

 

PS: Teil 2 kommt morgen — Nachtrag: Ihr findet die Teile 2 und 3 der Bastelanleitung hier und hier.

8 Kommentare, RSS

  1. Maike Cölle

    Maike Cölle 3. November 2015 @ 15:39

    Danke für den hilfreichen Hinweis, Ramona!

  2. Avatar

    Ping 11. November 2016 @ 20:21

    Vielen Dank für diese ausführliche Einleitung! Ich hatte sehr viel Spaß mit meinen Kindern die Laterne zu basteln. Fünf Stück sind es geworden, jedes davon einzigartig schön.

    • Maike Cölle

      Maike Cölle 11. November 2016 @ 20:55

      Toll, fünf Stück! Ich hoffe, Ihr hattet heute einen schönen Umzug — oder noch in den nächsten Tagen! Das wünsche ich Euch jedenfalls!

  3. Avatar

    Josephine 4. Oktober 2018 @ 8:17

    Könnte man statt dem Falzen das Papier wohl auch in eine Käseschachtel kleben?
    Sonst muss ich 27 Laternen falzen 😀

    • Maike Cölle

      Maike Cölle 4. Oktober 2018 @ 9:48

      Hallo Josephine, na klar! Dazu würde ich oben das Papier einmal falzen, um einen stabilen Rand zu schaffen, dann auf die richtige Größe zurechtschneiden (Umfang der Käseschachtel) und einkleben. Warum nicht? Viel Freude Euch mit den 27 Laternen 🙂

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