Den Allerkleinsten helfen

Muttermilchbanken retten Leben und zwar die Leben der Frühchen, die dringend Unterstützung benötigen, weil ihre  Mütter häufig  aufgrund von Medikamentengabe  und/oder wegen des Kummers und der Sorgen um die Frühgeburt und deren Folgen keine Muttermilch haben, mit denen sie ihre Babys  füttern können. Wie eine Muttermilchbank funktioniert und wie du selbst konkret helfen kannst, erfährst du hier.

Die Idee der Muttermilchbank ist nicht neu, sondern schon über 100 Jahre alt. Früher gab es eine Großzahl an Muttermilchbanken in Deutschland. In den 80er Jahren schlossen leider die meisten Michbanken. Das lag zum einen daran, dass  die Organisation, als auch die Verwaltung einer Muttermilchbank arbeitsintensiv und nicht zuletzt kostspielig ist, zusätzlich schaffte auch das neu entdeckte HI Virus Unsicherheit, neue Ergänzungsnahrung für Frühchen kam auf den Markt und die Gesundheitspolitik führte Sparmaßnahmen durch, die viele Krankenhäuser hart trafen.

Für einen gesunden Start

Forschern und Ärzten ist klar, eine so wertvolle Zusammensetzung von Inhaltsstoffen, wie sie in der Muttermilch zu finden sind, kann man in keinem Labor nachstellen. Die  WHO empfiehlt Frühchen mit Muttermilch, ggf. auch mit gespendeter Muttermilch, zu füttern. Muttermilch stärkt die Gesundheit und das  Immunsystem der Kleinen und ist besser verträglich als herkömmliche Frühchen-Nahrung.

Stück für Stück werden die Muttermilchbanken in Deutschland wieder ins Leben gerufen. Ziel ist es, dass 2023 jedes Bundesland eine Muttermilchbank hat. Die Milchbanken sind an die Kinderkrankenhäuser angebunden, finanzieren müssen diese sich aber selbstständig, zum Beispiel durch Geldspenden. Krankenkassen bezahlen die Ernährung mit gespendeter Muttermilch nicht.

Frühchenstation

Möchtest du spenden?

Informiere dich, ob es in deiner Stadt ein Krankenhaus mit einer Muttermilchbank gibt und nimm mit der Klinik Kontakt auf, um das weitere Vorgehen zu besprechen und um in Erfahrung zu bringen, ob du dich als Spenderin überhaupt eignest. Selbstverständlich solltest du einen gesunden Lebenstil pflegen, frei von ansteckenden Krankheiten sein, über genügend Milch  verfügen. Nicht nur deine Milch wird strengstens kontrolliert. Es wird auch eine Blutprobe von dir untersucht (sehr ähnliche Tests  wie beim Blutspenden), um zu gewährleisten, dass du absolut fit bist. Sind alle Werte unauffällig finden nach Absprache mit der Klinik Termine zum Abpumpen statt. Eine Laktaktionfachkraft steht dir dabei zur Seite und hilft dir, deine Milch unter hygienischen Bedingungen abzupumpen. Das Abpumpen selbst nimmt nicht viel Zeit in Anspruch und du hast Gewissheit, dass du mit deiner Milch, von der du zu genüge hast, einem kleinen Menschen den Start ins Leben erleichterst und ihn tatkräftig unterstützt.

Muttermilch in Flaschen

Was geschieht mit der Milch?

In jeder Klinik wird die Milch also streng kontrolliert. Die Milch  wird pasteurisiert oder als „Rohmlich“ belassen und dann bei -20° Celsius eingefroren. So hält sich die Muttermilch bis zu 6 Monate und kann bis dahin gefüttert werden. Selbstverständlich wird genau dokumentiert von wem die Milch stammt, wann diese abgepumpt wurde und welchem Baby sie verabreicht wurde. Ist das Frühchen schon stark genug selbstständig zu trinken, wird die gespendete Muttermilch mit Fläschchen und Sauger verabreicht. Vielen Frühchen fällt das Saugen und Schlucken allerdings schwer und die Milch wird per Magensonde verabreicht.

Ziel ist es, dem Baby solange auf der Frühchen Station gespendete Muttermilch anzubieten, bis die Mutter selber in der Lage ist zu stillen. Jede Spende zählt, die Muttermilchbanken haben keine riesigen Vorräte und meistens ist der Bedarf groß an benötigter Muttermilch. Für diese tolle Einrichtung rühren wir mit diesem Beitrag gerne die Werbetrommel und drücken die Daumen, dass in Kürze Muttermilchbanken und der Nutzen dieser Milchbänke populärer werden und ganz bald in jedem Bundesland eine Muttermilchbank zur Verfügung steht.

Dies ist ein Beitrag von unserer lieben Kollegin Ellen.

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