Was Babys beim Schlafen hilft. 6 Tipps, die wirklich was bringen.

Babys und Schlaf, ein großes Thema. Heute habe ich erprobte Tipps, was Babys dabei hilft, gut zu schlafen.

Zum Thema Babyschlaf gibt es ja unzählige Ratgeber und Artikel online und offline. Außerdem viele althergebrachte Meinungen und Ideen, wie es denn „eigentlich“ sein müsse mit dem Baby und dem Schlafen, gerne z.B. in den Köpfen von Verwandten. Und die unmenschlichen „Schlafprogramme“, die zu Recht in den letzten Jahren massiv in die Kritik geraten sind.

Der Schlaf ist für alle Eltern ein großes Thema. Ich kenne keine Eltern, die im ersten Lebensjahr des Babys keine Augenringe hatten oder nicht über Schlafmangel gestöhnt hätten. Es ist manchmal hart. Und manchmal sehr hart. Viele Eltern wünschen sich, dass es leichter wäre. Manche sind vollkommen fertig und fühlen sich wie Zombies. Auch ich hatte solche Zeiten.

Ich bin mit dem Thema Schlaf mehrfach an meine Grenzen gekommen. In meinen neun Jahren Elternschaft habe ich mich intensiv mit dem Schlaf von Kindern und Babys auseinandergesetzt, sehr viel gelesen und viel ausprobiert. Ich habe auch unzählige Geschichten von anderen Eltern gehört, wie sie das mit dem Schlaf machen, was bei ihnen geholfen hat und was nicht.

Diese 6 Tipps sind meiner Erfahrung nach die einzigen, die wirklich etwas bringen:

1. Nähe zu den Eltern

Ganz klar: Babys schlafen am geborgensten in der Nähe der Eltern. Das Familienbett setzt sich ja unter aufgeklärten Eltern immer mehr durch und verliert ganz langsam den Tabu-Status. Dennoch reden viele Leute immer noch nicht gern darüber, dass sie ihr Baby im Elternbett schlafen lassen – dabei tun es ganz, ganz viele Familien. Zu fest sitzen die Denkmuster, dass man damit das Kind an die Eltern binde, es verwöhne oder dass das „doch nicht richtig sei“. Ich will hier nicht alle Vorteile des Familienbetts auflisten (solche Artikel findet Ihr zu Hauf, z.B. hier und hier). Ich möchte aber ein großes Plädoyer für das Familienbett aussprechen und Euch ermutigen, für Euch zu überlegen, wie und in welcher Konstellation Ihr alle gut zusammen schlafen könnt, ohne die Bedürfnisse Einzelner zu vernachlässigen. Es gibt zig Varianten für Familienbetten – eine große Liegewiese für alle, Schlafebenen für die Größeren, die Eltern in der Mitte, die Kinder an der Wand, oder die Eltern außen und die Kinder innen…. je nach Gegebenheiten und Vorlieben darf man hier gestalten, wie es für die eigene Familie passt.

Eine Alternative zum „richtigen Familienbett“ sind Beistellbetten wie das Babybay, oder auch ein eigenes Bettchen im Elternschlafzimmer. Jede Familie darf ihre eigene Lösung finden und die Situation immer wieder anpassen und verändern. Wichtig ist nur, dass auf die Bedürfnisse des Babys besonders geachtet wird. Denn das Baby ist vollkommen von uns abhängig und kann außer durch Schreien nicht darauf aufmerksam machen, wenn es etwas braucht. Und eines ist klar: Babys brauchen die Nähe zu den Eltern bzw. Bezugspersonen, um sich sicher und geborgen zu fühlen. Besonders beim Schlafen. Und wenn das Baby gut schläft, schlafen auch die Eltern besser.

Wenn es ein eigenes Bettchen fürs Baby sein soll, dann ist ein Wiegenschleier wunderbar. Ein Schleier schenkt Hülle und durch die Farbe eine wohlige Atmosphäre. (Hier zum Themenshop Betthimmel und Wiegenschleier.) Und der Himmel kann später als großes Spieltuch zum Höhlenbauen verwendet werden.

2. In den Armen einschlafen lassen und trickreich ablegen

Habt keine Angst davor, das Baby in den Armen einschlafen zu lassen! Denn in den Armen der Eltern schlafen Babys einfach am besten ein. Damit dann auch das „Ablegen“ klappt, gibt es Tricks:

  1. Wartet nach dem Einschlafen noch eine Weile, bis das Baby wirklich fest schläft. Beim Ablegen sagt Ihr dann mit warmer, aber fester Stimme „Du darfst jetzt in Ruhe schlafen. Ich bin in der Nähe und komme, wenn Du mich brauchst.“ Diese Idee habe ich von einem genialen Kinderarzt gehört, der Vater von 5 Kindern ist und sich auf Babyschlaf spezialisiert hat. Ein solches „Mantra“ hilft auch Euch, sicherer zu werden und der Situation zu vertrauen. Wenn Ihr Sicherheit und Vertrauen ausstrahlt, fühlt das Baby das, versprochen. Bei uns hat es Wunder gewirkt.
  2. Beim Ablegen und noch eine kleine Weile danach ruckelt man das Baby noch ein wenig am Rücken oder Po. Keine Angst, damit weckt Ihr es nicht: Rhythmische Bewegung signalisiert dem Baby „Jemand ist da“. Wenn es schon fest genug schläft, schläft es auch weiter, wenn Ihr damit aufhört.
  3. Dahin ablegen, wo Mama oder Papa schlafen, d.h. wo es vertraut riecht.

Tricks beim Ablegen nach dem Einschlafen im Arm: Ein vertrauensvoller Spruch und ein wenig Ruckeln zum Übergang

3. Rhythmus

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein fester Rhythmus rund ums Schlafen wirklich etwas bringt. Denn tatsächlich stellt sich die innere Uhr eines Babys nach und nach auf die Zeiten ein, wenn man sich einigermaßen daran hält. Ich meine damit, dass man das Baby jeden Tag zu den gleichen Uhrzeiten schlafen legt und versucht, sich einigermaßen daran zu halten. Man muss sich ja nicht gleich sklavisch an die Minuten halten, aber so ungefähr ist schon wichtig. Wenn man es eine bis zwei Wochen durchhält (ja, das ist nicht einfach!), hat sich Babys innere Uhr daran gewöhnt und es wird zu diesen Zeiten müde werden. Natürlich beachtet man dabei das Schlafbedürfnis und das Alter des Babys.

Bei Neugeborenen wird das noch nicht klappen und muss auch gar nicht. Denn in den ersten drei Monaten sollte auch die Mama möglichst viel schlafen, wenn das Babys schläft und sich ansonsten viel umsorgen lassen (Stichwort Pflichten abgeben im Wochenbett). Aber ungefähr mit drei, vier Monaten schläft ein Baby zwei, höchstens drei Mal am Tag und natürlich in der Nacht. Für alle drei (oder vier) Schlafenszeiten kann man eine Uhrzeit festlegen. Mit ungefähr anderthalb Jahren wird aus den zwei Tagesschläfchen meist einer, der klassische Mittagsschlaf.

4. Gemütliches Bett und gesunde Materialien

Eigentlich selbstverständlich: Natürlich muss es in Babys Bett gemütlich und wohlig sein. Babys und Kinder schlafen viel, da sollte man außerdem tunlichst darauf achten, dass sie dabei nichts Giftiges oder Allergie Auslösendes einatmen. Ich bin der festen Überzeugung, dass gesunde Materialien bei Bett und Bettwaren zu einem guten, festen Schlaf beitragen. „Wolle Wirkt Wunder„, ist eines meiner Mottos, denn Wolle riecht lebendig und warm und gehört seit vielen Jahrtausenden zur Schlafumgebung von Menschen. Zu einem gesunden, guten Bett für Babys und Kinder gehören:

5. Abend- und Schlafrituale

Außerdem hilft es ungemein, wenn Ihr vor und während dem Schlafengehen die gleichen Dinge in der immer gleichen Reihenfolge tut, z.B.

  • schon eine halbe Stunde vor der „Schlafenszeit“ das Licht im Zimmer dimmt,
  • beim Wickeln vor dem Schlafengehen immer das gleiche Schlaflied singt,
  • leiser und sanfter sprecht als sonst,
  • dann mit dem Baby auf dem Arm singend noch eine ruhige Runde durchs Zimmer geht und
  • es dann im Bett oder im gemütlichen Sessel in den Schlaf stillt oder das Fläschchen gebt.

Die sinnlichen Eindrücke wie Musik, Licht, Gerüche und Abläufe wirken dabei wie Trigger: Wenn man sich ein, zwei Wochen bemüht, ein solches immer gleiches Ritual zu entwickeln, dann stellt sich das Baby darauf ein und wird wie automatisch in dieser Stimmung müde werden.

Auch hier gilt: Bei Neugeborenen wird es erstmal nicht klappen, das Baby zu „konditionieren“, aber mit ca. drei, vier Monaten geht es vielleicht schon. Dennoch kann man auch bei den Neugeborenen schon mit Schlafritualen anfangen – es schadet ganz bestimmt nicht. Und macht darüber hinaus auch total viel Freude, denn auch uns Eltern schenkt eine ruhige halbe Stunde vor dem Zu-Bett-Bringen etwas Ruhe und Entschleunigung im oft hektischen Alltag.

Zum Thema Abend- und Schlafrituale plane ich demnächst einen ausführlichen Artikel.

Auch Papa kann Teil des Abend- und Schlafrituals sein – gerne auch ein großer und wichtiger! 

6. Akzeptanz dessen, was ist

Bestimmte Dinge lassen sich nicht erzwingen, und jedes Kind ist anders. Mein eines Kind wollte zum Beispiel auf keinen Fall vorgesungen haben. Ich fand das total schade, denn ich singe wahnsinnig gern und hatte mich total auf das Schlafliedsingen gefreut. Aber das Kind schrie immer los, sobald ich anfing zu singen (??!). Das andere Kind wiederum hasste Wickeln und Baby-Massage – es schrie in den ersten zwei Monaten wie am Spieß, wenn man es auf den Wickeltisch legte, und noch mehr, wenn ich versuchte, es sanft zu massieren. All das gibt es, und noch viel mehr. Lasst Euch davon nicht ins Bockshorn jagen. Euer Kind ist einzigartig und Ihr seid nicht schuld, dass es bestimmte Vorlieben und Abneigungen hat, dass manche Dinge „nicht gehen“.

Das Einzige, was hier hilft, ist das, was ist, anzunehmen. Damit einen Umgang zu finden. Das Kind und Euch dafür nicht zu verurteilen. Liebevoll mit dem Kind und mit sich selbst zu bleiben. Die unbewussten Ideale und Vorstellungen vom „normalen Kind“ über Bord werfen und sehen, was gut ist und Freude macht.

Wenn das Baby am liebsten AUF der Decke schläft – warum nicht? Man muss nur gut darauf achten, dass es immer genügend Luft bekommt und mit der Nase nicht zu tief einsinken kann.

Fazit:

Einfache „Adhoc“-Lösungen für den Babyschlaf gibt es nicht, und nicht alle Tricks helfen bei allen. Wenn man sich aber eine Weile um Rhythmen und wohltuende Rituale bemüht, dem Baby beim Einschlafen Nähe und Geborgenheit schenkt sowie eine gesunde, natürliche Schlafumgebung schafft, sollte es mit der Nachtruhe besser klappen. Besonders für Euch Eltern natürlich!

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2 Kommentare, RSS

  1. Tanja 4. Mai 2018 @ 23:08

    Hallo, bis zu welchem Alter sind diese „Regeln“ gültig?
    Liebe Grüße
    Tanja

    • Maike Cölle

      Maike Cölle 5. Mai 2018 @ 13:49

      Liebe Tanja, ui, das ist etwas schwer zu sagen… bei den guten Materialien und dem gemütlichen Bett versteht sich ja von selbst, dass das für die gaze Kindheit gilt. Mit Rhythmus (Uhrzeiten) und Abend-Ritualen kann man jederzeit noch anfangen. Wenn man will, auch noch im Grundschulalter 🙂 Es ist etwas ganz Schönes, das Kindern normalerweise Freude macht und Geborgenheit schenkt. Kinder, besonders Kinder im Kindergartenalter, lieben Wiederholungen. Das schenkt ein Gefühl für Verlässlichkeit und Beständigkeit. Ganz wichtig ist auch, dass man einem Baby nichts aufzwingt — kein Baby MUSS immer zur gleichen Uhrzeit müde werden. Wenn Ihr merkt, dass es partout um bestimmte Uhrzeiten nicht müde ist, dann sollte man ihm auf keinen Fall per Ritual das Schlafengehen „aufzwingen“. (Aber einem Baby etwas aufzwingen geht ja sowieso nicht 🙂 Nähe zu den Eltern genießen Kinder manchmal noch bis in die Grundschulzeit hinein. In den Armen einschlafen lassen mögen Kinder auch gern, natürlich vor allem Babys, aber auch 2-, 3-, 4-Jährige mögen das manchmal noch (kommen aber meist auch gut ohne klar). Da ist jedes Kind anders.
      Ich hoffe, ich konnte so einigermaßen helfen!

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