Draußen im Sommer: 8 simple Ideen für tolle Entdeckungen in der Natur

Ein Naturausflug kann für kleine Kinder ein wahres Abenteuer werden. Wie das gelingt, darum geht es heute:

Vor ein paar Tagen habe ich hier ja schon darüber geschrieben, wie gut Entschleunigung im Urlaub kleinen Kindern tut, und dass kleine Kinder gar keine Attraktionen und tollen Ausflugsziele brauchen, um glücklich zu sein. Heute möchte ich Euch Anregungen geben, wie Ihr mit ganz einfachen Mitteln einen schlichten Ausflug in die Natur zu einem Abenteuer für Eure Kinder werden lasst.

Dabei habe ich mich auch von dem wundervollen Buch „Mit Kindern die Naur entdecken“ von Veronika Straaß inspirieren lassen, das Ihr hier bei Hans Natur bestellen könnt. Veronika Straaß ist Biologin und Autorin und hat in dem wunderbar mit Fotos bebilderten Buch „88 Ideen für Spiele und Spaß rund ums Jahr“ gesammelt. Das Buch versammelt wirklich gute und simple Tipps, um die Beziehung zwischen Eltern und Kindern zu stärken – lauter einfach umzusetzende Ideen für jeden Tag und zwischendurch. Eine Einführung für die fantasievolle und praktische Begleitung von Kindern in der Natur rundet das Buch ab. Absolut zu empfehlen, das Buch!

Hier meine Tipps für abenteuerliche Ausflüge mit Kindern im Sommer:

1. Besser einen Ausflug an einen festen Ort als Spaziergang mit Ziel

Viel besser als ein Ziel, zu dem man länger laufen muss, ist ein fester Ort mit einer abwechslungsreichen Umgebung. Also z.B. eher eine Picknickwiese am Waldrand als ein Weg, der zu einem Grillplatz im Wald führt. Denn kleinere Kinder bis ca. drei, vier Jahre können noch nicht gut zielgerichtet laufen. Sie bewegen sich lieber kreuz und quer um einen festen Ort bzw. um Euch Eltern herum. Ein festes, weiter entferntes Marschziel („Aber wir wollen doch noch bis zum Waldspielplatz kommen!“) ist dabei kontraproduktiv, weil es Druck auf Euch Eltern ausübt, das Ziel auch zu erreichen. Für zielgerichtete Strecken ist es besser, einen Buggy mitzunehmen, sonst seid Ihr ständig dabei, Eure Kinder zum Weitergehen zu bringen, wo sie doch lieber am Wegesrand etwas entdecken wollen. Das birgt Stresspotenzial.

Idealer ist mit kleinen Kindern ein Picknickplatz in der Natur, der vom Parkplatz des Autos aus in wenigen Minuten zu erreichen ist, wo man verweilen kann und die Kinder sich frei bewegen dürfen. Perfekt wäre z.B. ein Ort, wo es eine Wiese mit Blumen, etwas Wald und am besten auch Wasser wie einen kleinen Bach oder einen See gibt, oder einen kleinen Brunnen oder ähnliches. Natürlich eignet sich auch ein Strand ganz wunderbar für Entdeckungen und abenteuerliche Spiele.

Eine solche Wiese am Waldrand ist gut für einen Natur-Ausflug geeignet – mehr braucht es nicht!

2. Den Kindern das Entdecken und das Tempo überlassen

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass ein Ausflug auch für uns am erholsamsten verläuft, wenn wir uns auf das Tempo und die Entdeckungslust der Kinder einstellen. Einer packt das Picknick aus (oder liest in einem Buch!), das andere Elter folgt den Kindern bei ihren Entdeckungen und lässt sie machen. Eine halbe Stunde lang von Blume zu Blume gehen? Klar, wenn es das Kind erfreut! Dabei könnt eventuell auch Ihr Euch auf der Picknickdecke ein wenig entspannen. Wenn die Kinder in den Wald laufen, kann man ja mitgehen und ein wenig auf sie achten. Sie werden ganz bestimmt tolle Dinge entdecken (Anregungen für naturverbundene Entdeckungen und Spiele folgen).

Wenn man mit den Augen der Kinder sieht, entdeckt man unbekannte Kreaturen

 

3. Insektenschutz nicht vergessen

Insektenschutz kann absolut über das Gelingen eines Ausfluges entscheiden! Wenn Eure Kinder ständig von Mücken geplagt werden, haben weder sie noch Ihr lang Spaß an dem Ausflug. Also: Mit Mücken- und Zeckenschutz einreiben. Mückenlotion muss auch unter T-Shirts, Kleidchen und Leggings auf die Haut aufgetragen werden, sonst stechen die Mücken einfach durch. Glaubt mir, ich habe Erfahrung.

Mückenpflaster auf die Kleidung, und die Mücken bleiben fern! Hier zu bestellen

4. Spielanregung 1: Blumenkinder suchen

Kinder geraten richtig in Verzückung, wenn man ihnen erzählt, dass unter oder bei den Blumen oder Pflanzen die entsprechenden Blumenfeenkinder wohnen. Wer seinen Kindern jemals „Hänschen im Blaubeerwald“ vorgelesen hat, weiß, was ich meine. Bei den Preiselbeeren wohnen die Preiselbeermädchen, bei den Blaubeeren die Blaubeerenkinder, und unter dem Farn die Farnkinder. Natürlich wollen diese Blumenkinder nicht, dass Erwachsene sie entdecken – aber vor Kindern haben sie keine Angst! Meine kleine Tochter hat natürlich Farnkinder gesehen, als wir zuletzt durch einen farnbestandenen Wald streiften:

Auf der Suche nach den Farnkindern: Psssssst, Mama!

5. Spielanregung 2: Feenwohnung bauen

Wenn man schon weiß, dass zauberische Wesen die Natur bevölkern, kann man ihnen etwas Gutes tun und ihnen eine schöne Wohnung bauen. Dazu sammeln wir Dinge aus der näheren Umgebung und ordnen sie sinnvoll am Fuße eines Baumes oder an einem Stein an. Eine Fee könnte einen Schutz, ein Dach, ein weiches Bett, einen Tisch und natürlich Blumenschmuck brauchen…. Dieses Jahr haben wir bei einem Waldausflug eine Feenwohnung unter einer großen Fichte gebaut:

weiches Feenbett am Fuß einer Fichte, mit Fichtenzapfen-Schutzwall gegen die Waldameisen

6. Spielanregung 3: Mit den Füßen fühlen

Diese Idee habe ich aus Veronika Straaß‘ Buch: Die Kinder ziehen ihre Schuhe aus und laufen mit verbundenen Augen eine Weile barfuß. Kleinere Kinder könnt Ihr führen. So gehen sie über verschiedenen Untergründe und sollen raten, welcher Untergrund es ist: Sand, Erde, Matsch, Blätter, Gras, Zweige, kleine Zapfen, Steinchen….. Habt keine Angst, so leicht passiert ihnen barfuß im Wald nichts. Ihr könnt natürlich auch einen „Fühlpfad“ auf dem Waldweg vorbereiten: Dafür ein paar Handvoll der verschiedenen Materialien sammeln und hintereinander auf dem Waldweg ausstreuen oder anordnen.

7. Spielanregung 4: Etwas Schönes aus Naturmaterialien basteln

Wenn Ihr etwas Schnur, Faden oder Wolle und ein Schnitzmesser mitnehmt, könnt Ihr mit Naturmaterialien tolle Sachen basteln. Zum Beispiel diese Blätter- und Grasbällchen mit Wollumwicklung (genaue Bastelanleitung hier):

Oder, wenn Wasser in der Nähe ist, ein solches Floß (Bastelanleitung und eine zauberhafte Verwendungs-Idee zum Abschied vom Urlaub hier):

Oder ein Borkenschiffchen wie dieses, mit dem man auch ohne Wasser toll spielen kann – eine Anleitung für ein Spiel, für das man kein Wasser braucht, findet Ihr in diesem Artikel:

Oder einfach ein Blumenkranz (eine Anleitung, weil man einen einfachen Blumenkranz windet, findet Ihr hier):

Weitere Ideen für sommerliche Natur-Entdeckungen findet Ihr hier in diesem Artikel vom August letzten Jahres.

 

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