Ein Plädoyer für kinderreiche Familien -Teil 1

Deutschland steht nicht gerade ganz oben auf der Liste der familienfreundlichsten Länder. Im Durchschnitt bekommen Frauen in Deutschland 1,57 Kinder. Wenig, nicht wahr? Doch wie reagieren oder was denken wir, wenn an uns zum Beispiel eine 7-köpfige, kinderreiche Familie vorbeigeht? Sind 2 Kinder perfekt und wird es ab 4 Kindern grenzwertig?Für Familien mit 3 Kindern oder mehr gibt es Begriffe wie Mehrkinderfamilie oder kinderreiche Familie. Schnell werden Eltern von 3 oder mehr Kindern verurteilt. Derbe Sprüche fallen, die Nase wird gerümpft und Fragen in den Raum geworfen wie: „Wie wollen sie all den Kindern gerecht werden?“ oder „Da bleibt man als Paar doch garantiert auf der Strecke!“

Kinderzeichnung, viele Kinder, Hand in Hand

Wir finden, man sollte kinderreiche Familien mehr unterstützen

Eines steht fest, Eltern von Großfamilien haben Mumm. Sie schätzen vorab ihre Kräfte und Ressourcen ein, sie sind Organisationstalente. Und: Sie entscheiden sich für viele Kinder – für das pralle Leben. Warum denkt die Allgemeinheit dann oftmals so abschätzig über kinderreiche Familien?

Vielleicht fehlt uns einfach die Vorstellungskraft. Wir haben Zuhause eine kleine, 3-4-köpfige Familie und selbst bei uns herrscht manchmal „High Life in Dosen“. Nicht selten ist unser Akku leerer als leer und uns plagt das schlechte Gewissen, ob das alles so richtig ist, wie wir als Elternteil und Familie leben und  erziehen. Wenn es uns schon häufig schwer fällt, wie soll das in einer Familie mit zum Beispiel 6 Kindern funktionieren?

Manchmal fühlt man sich als Familie einfach nicht fertig, nicht komplett

Kennst du das? Natürlich gibt es Eltern, die von Beginn der Familienplanung an wissen, wie viele Kinder sie möchten und setzen dies dann auch genauso um. Doch dann und wann kommt das, was wir Leben nennen, dazwischen. Ein erneuter Kinderwunsch stellt sich wieder ein. Irgendwie fühlt sich die Familie noch nicht komplett an und man bespricht seinen Wunsch mit dem Partner. So werden aus geplanten zwei  Kindern vielleicht drei. Dann gibt es noch die unverhofften Schwangerschaften und es fühlt sich gut und richtig an, die Familien zu vergrößern.

Große Familie

Eltern, die sich für ein Familienleben mit vielen Kindern entscheiden, pfeifen auf die Erwartungshaltungen der anderen. Sie leben ihr kleines, großes Glück. Zudem entstehen heutzutage mehr Patchwork-Familien und so werden aus 2 „normal“ großen Familien, dann kinderreiche Familien.

Immer knapp bei Kasse?


Selbstverständlich gibt es kinderreiche Familien, bei denen es keinen großen finanziellen Unterschied ausmacht, ob nun 3 oder 5 Kinder durch das Haus toben. Leider ist dies aber nur ein kleiner Prozentsatz. Andere Familien müssen sehr wohl auf ihre Ausgaben achten, sei es mit zwei Kindern und mit mehr als 3 Kindern erst recht. Das geht bei der Miete, dem großräumigen Auto und der Kleidung für die Kids los, Ausflüge in Zoos oder Freizeitparks sind der pure Luxus und Klassenfahrten oder Urlaubsreisen reißen tiefe Löcher in die Familienkasse oder sind schlicht weg gar nicht realisierbar.

Einzelkind

Kritiker können nun sagen: „Siehst du, die können ihren Kindern nichts bieten. Immer müssen Eltern kinderreicher Familien auf jeden Cent achten. Die armen Kinder!“ Ist das so? Und was sollte man seinen Kindern „bieten“ können? Ist es nicht viel wichtiger, ein positiv gestimmtes, liebevolles Elternhaus zu bieten, als spektakuläre Ausflüge und die neueste Mode für Kids?

Und: Es gibt so viele Familien, die ganz bewusst auf ein weiteres Kind verzichten (müssen), weil die finanziellen Möglichkeiten einfach nicht gegeben sind.  Mehrkinder-Familien sollten endlich größere Akzeptanz und Unterstützung erfahren, auch finanziell!

Wie siehst du das? Bist du selbst Teil einer großen Familie oder findest du das Gründen einer kinderreichen Familie verantwortungslos? Wir freuen uns über Zuschriften. Nächste Woche kommt übrigens an dieser Stelle unser Kollege Björn zu Wort, der mit 14 Geschwistern groß geworden ist.

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