Das beste Spiel für anregende Silvesterfeiern. Prickelnde Unterhaltung garantiert!

Erlebnisse vom letzten Jahr erzählen, Zukunftswünsche aussprechen und dabei ein unglaubliches Prickeln empfinden, das bietet mein Silvesterspiel. Das Spiel ist mit drei Bögen Papier und einem Würfel in 10 Minuten selbst gemacht. Wie es geht und wie man es spielt, lest Ihr hier:

Ich erinnere mich noch gut an die Silvester, an denen wir noch keine Kinder hatten. Vor gefühlt zehn Jahren feierten wir einmal in einer größeren Runde äußerst heiterer Erwachsener um die 30. In dieser Runde spielten wir das von mir just an diesem Tag ausgedachte Silvesterspiel, das uns für mindestens anderthalb Stunden wahrlich elektrisiert hat. Gut, es knisterte heftig unter einigen Leuten am Tisch, und es gab leckeres Essen und geistreiche Getränke, aber für die konzentrierte, fast euphorisch fokussierte Hochstimmung war das Spiel verantwortlich. Ehrlich, ich glaube, ich hatte kaum einmal mehr Spaß an einem Spiel als an diesem Silvesterabend, und die Teilnehmer der damaligen Runde stimmen mir da zu.

Worum geht’s bei dem Spiel?

Bei dem Silvesterspiel geht es darum, Geschichten, Anekdoten, Eigenschaften und Ansichten der Mitspieler zu erfahren. Man lernt sich besser kennen, weil man kleine, aber aussagekräftige Einblicke in Alltag, Gefühle und Wahrnehmungen der anderen erhält. Oder man hat einfach Spaß am Raten, Erfinden, Reimen und Rätseln, das kann man ganz nach Geschmack der Spielrunde bestimmen und bunt mit dem Anekdoten-Erzählen mischen, ganz wie man mag!

Wie wird es gespielt?

Auf dem Tisch liegt ein Stapel Karten mit Begriffen, ein Würfel und die „Würfelliste“ (s.u.). Reihum wird gewürfelt und eine Karte mit einem Begriff gezogen. Darauf stehen einfache, alltägliche Begriffe wie „Sonne“, „Mutter“ oder „Bett“. Je nach Augenzahl auf dem Würfel geschieht nun etwas mit dem gezogenen Begriff, was man vor dem Spiel festgelegt und auf der Würfelliste notiert hat:

  • Anekdote erzählen: Derjenige, der gezogen und gewürfelt hat, erzählt eine Anekdote aus dem letzten Jahr, in der der Begriff eine Rolle spielt. Man kann auch in „lustige Anekdote“ und „ernsthafte Anekdote“ unterteilen.
  • Reim/Trinkspruch: Es wird ein Reim, Vers oder Trinkspruch auf eine Person am Tisch gemacht, in dem/der der Begriff vorkommt,
  • Wunsch für nächste Jahr: Man spricht einen Wunsch für’s nächste Jahr aus, entweder für sich oder für einen Mitspieler.

Auch Aufgaben für die ganze Gruppe sind denkbar:

  • Assoziationskette: Die Gruppe bildet bei einer bestimmten Zahl eine Assoziationskette,
  • Begriff raten: Die Gruppe errät den Begriff über pantomimische Darstellung, verbale Beschreibung oder durch das Stellen von Fragen, die nur mit Ja oder Nein beantwortet werden dürfen.

Beispiel: Eine Person würfelt eine Fünf und zieht den Begriff „Glas“. Da für die gewürfelte Zahl 5 festgelegt ist, dass ein Erlebnis aus dem letzten Jahr erzählt werden soll, überlegt derjenige und erzählt dann, wie ihm im Büro im vergangenen Februar ein Glas mit Kaffee herunter gefallen ist und der Kaffee sich auf das eine wichtige Dokument ergossen hat, das…. Hätte er zu dem Begriff die Drei gewürfelt, der für „Assoziationskette“ steht, hätte er laut gerufen „Assoziationskette! Glas!“ und sein Nachbar hätte das erste Wort gesagt, das ihm zum Begriff „Glas“ einfällt, etwa „Wasser“. Der nächste hätte dann zum Wort „Wasser“ assoziiert, und immer so weiter, einmal um den Tisch herum, und bitte mit Tempo!

Beispiel zum Thema „Wünsche fürs nächste Jahr“:  Beim Begriff „Glas“ könnte man z.B. sagen „Ich wünsche mir, dass mir im nächsten Jahr nicht so viel kaputt geht“, oder „Ich wünsche Marie, dass sie im nächsten Jahr öfter mal ein Glas trinken gehen kann“.

Prickelnde Einblicke in Leben und Persönlichkeit der Mitspieler

Meine Erfahrung ist es, dass alle gern Anekdoten erzählen und hören. Was sind bei uns schon für interessante, ausgefallene und überraschende Einblicke und Geschichten ans Licht gekommen, die man dem oder der Erzählenden nicht zugetraut hätte! Plötzlich kommt heraus, dass er oder sie Nudeln hasst, oder dieses Jahr einmal eine Selbsthilfegruppe aufgesucht hat, oder dass sie den Winter mehr als den Sommer liebt, oder dass er niemals eine Fliege töten würde. Natürlich liegt es an den Mitmachenden, wie offen sie sind und wie sie Begebenheiten in Worte packen können. Je nach Stimmung in der Gruppe können wir so skurrile, entlarvende Einblicke in den Alltag, die Interessen und die Psyche der Mitspielenden erhalten, was einen ungeheuer unterhaltenden und prickelnden Effekt hat. Und wir lernen uns alle (noch) besser kennen!

Das Spiel herstellen: So geht’s

Aus einem Bogen etwas festerem Papier oder leichtem Karton schneidet Ihr Kärtchen (oder Ihr nehmt Karteikarten oder andere Blanko-Karten). Es ist ganz egal, ob sie alle gleich groß sind, das ist bei diesem Spiel nebensächlich, also brecht Euch keinen dabei ab. Ungefähr 20 bis 30 Karten von der Größe normaler Spielkarten sollten es werden. Dazu reichen zwei Bogen Din-A-4-Papier oder -Karton aus.

Aargh, ich bin Perfektionistin, deswegen werden bei mir die Kärtchen mit der Schneidemaschine getrimmt. Muss aber echt nicht sein; schief geschnittene Karten sind eigentlich sympathischer!

Auf diese Kärtchen schreibt Ihr nun Begriffe, die nicht allzu spezifisch sind und mit denen jeder Mensch unserer Breiten irgendeine Verbindung hat, z.B. Begriffe wie diese:

Sonne
Laufen
Computer
Kerze
Kleid
Schuh
Bad
Eis
Urlaub
Auto
Freundin
Stuhl
Arzt
Hund
Berg
Abend
Bett
Freund
Schwimmen
Blumenstrauß
Vater
Party/Fest
Handy
Kuchen
Reise
Bruder/Schwester
Pferd
Berlin
Regen
Rot
Schwarz
Behörde
Haus
Sofa
Fahrrad
Wald
Supermarkt
Baum
Mutter

Meine große Tochter wollte unbedingt die Kärtchen mit dem tollen schwarzen Stift beschriften (hier schreibt sie „Stadt“)

Weitere Ideen für Begriffe und Aktivitäten

Ihr könnt als Begriffe auch Eure Stadt, Euer Wohnviertel oder die Eurer Freunde aufschreiben, eventuell bestimmte Reiseziele oder Orte auf der Welt, oder Tätigkeiten und Hobbies (Kochen, Lesen, Wandern, Reiten…), auch Tiere oder Institutionen (Schule, Kindergarten…), je nachdem, was in Eurer Gruppe lebendig ist. Wenn Ihr von bestimmten (pikanten?) Geschichten, Interessen oder Vorlieben in Eurem Freundeskreis wisst, schreibt ein Wort dazu auf, das man damit assoziiert.

Dann fertigt Ihr noch die so genannte Würfelliste an. Das ist ein Din-A-4-Blatt an, auf dem die Aktivitäten aufgeschrieben sind, die bei den gewürfelten Zahlen von 1 bis 6 mit den Begriffen durchgeführt werden, also z.B.

  1. Anekdote/Geschichte aus dem letzten Jahr erzählen
  2. Wunsch für jemanden aus der Runde fürs nächste Jahr aussprechen
  3. Reim oder Trinkspruch auf eine Person am Tisch machen
  4. Assoziationskette bilden
  5. Den Begriff pantomimisch darstellen oder umschreiben; die Gruppe muss ihn erraten
  6. Wunsch für sich selbst fürs nächste Jahr aussprechen

Diese Würfelliste wird dann beim Spiel in die Tischmitte gelegt, so dass man immer nachsehen kann, was bei den Würfelzahlen gemacht werden soll. (Diese Liste kann man je nach den Vorlieben der Runde natürlich während des Spiels anpassen, siehe unten bei Tipp 3).

Unsere Würfelliste

Außerdem noch ein paar Tipps:

  1. Schreibt nicht zu viele Begriffe auf (20-30 sind schon viel!), denn man kann den Stapel locker mehrmals durchspielen. Es wird ja immer wieder etwas anderes mit den Begriffen angestellt, und die verschiedenen Spielteilnehmer haben zu den Begriffen ja ganz unterschiedliche Geschichten und Ideen.
  2. Geht locker mit den Regeln um. Wenn jemand einen Begriff nicht mag oder ihm dazu nichts einfällt, zieht er einfach eine andere Karte – so what? Wenn jemand keine Reime bilden kann oder will, darf er ruhig nochmal würfeln, wenn er das Reimbilden gewürfelt hat – was soll’s? Es geht um den Spaß, lasst ihn Euch durch Beharren auf die Regeln nicht verderben. Bei diesem Spiel dienen die Regeln nur der Anregung, nicht der Fairness – es gibt bei diesem Spiel kein „gerecht“ oder „ungerecht“.
  3. Passt die Würfelliste im Lauf des Spieles an. Wenn Ihr alle am liebsten Trinksprüche erfindet, darf das natürlich auch bei zwei oder drei der Würfelzahlen gemacht werden – und die vielleicht ungeliebte Assoziationskette wird rausgeschmissen. Wir erzählen alle gern Anekdoten; darum wird das bei uns bei drei von sechs Möglichkeiten gemacht.

Lieber spielen, wenn die Kinder im Bett sind

Meiner Erfahrung nach haben erst Kinder ab ca. 7 bis 8 Jahren Spaß an diesem Spiel. Wirkliche Freude wie uns Erwachsenen macht es erst Kindern ab 10-12. Deswegen rate ich bei kleinen Kindern unter 5 dazu, erst das (vorgezogene) Silvester-Spektakel mit Licht und Wunderkerzen durchzuführen, dann die Kinder ins Bett zu bringen und anschließend während der Warterei bis Mitternacht nur unter Erwachsenen das Spiel zu spielen.

Probiert es aus!

Ich kann nur dazu raten, das Silvesterspiel einmal auszuprobieren und wünsche Euch einen wundervollen, prickelnden Silvesterabend und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

 

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4 Kommentare, RSS

  1. Friedrich 31. Dezember 2016 @ 11:59

    Liebe Maike,

    sehr schöner Artikel! Ich bedanke mich für diese Inspiration. Bei uns ist Sylvester sonst immer so abgelaufen, dass wir einfach alle nur diese Standart-Party-Sendungen im TV angeschaut haben, das hatte rein gar nichts mit Familiengefühl o.ä. zutun. Ich werde mal vorschlagen, dass wir alle zusammen ein solches Spiel ausprobieren! Sieht auf jeden Fall nach Unterhaltung aus.

    Ich bedanke mich vielmals für die Tipps. Mach auf jeden Fall weiter so.

    Liebe Grüße und einen guten Rutsch,
    Friedrich

    • Maike Cölle

      Maike Cölle 31. Dezember 2016 @ 12:03

      Liebe Friedrich, danke für Deinen Kommentar! Ich freue mich, dass die Spielidee Euch inspiriert. Das Schöne an diesem Spiel ist, dass man es beim Spielen an die Vorlieben der Spielrunde anpassen kann. Wer gern Begriffe rät, kann das in den Vordergrund stellen; wer gern Geschichten erzählt, macht das. Oder man macht 20 Minuten das eine stärker und 20 Minuten das andere — wie man will. Viel Spaß Euch heute Abend und einen guten Rutsch später!

  2. Anas 12. Mai 2017 @ 14:29

    Sehr wertvoller Artikel!
    vielen dank

    L.G
    Anas

    • Maike Cölle

      Maike Cölle 12. Mai 2017 @ 15:08

      Danke auch, Anas! Viele Grüße!

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