Abstillen sanft gemacht (Teil 2) – Elf Tipps, wie das Abstillen gelingt

Abstillen fällt nicht immer leicht. Wenn Du gern sanft abstillen möchtest und nicht weißt, wie Du anfangen und durchhalten sollst, helfen Dir meine Tipps weiter:

Abstillen ist wirklich alles andere als leicht. In vielen Fällen ist das Abstillen auch gar nicht unbedingt nötig, wie Ihr hier in Teil 1 nachlesen könnt. Hier, im 2. Teil, geht es darum, wie ein bewusstes Abstillen auch nach längerer Stillzeit gelingen kann, ohne ein Trauma für Mutter oder Kind zu werden. Ganz bewusst soll es hier NICHT um das von Stillberaterinnen empfohlene „langsame Abstillen“ über viele Monate hinweg gehen, das vom Baby ausgeht oder von der Mutter sanft kontrolliert wird. Das ist ganz klar das Beste für Mutter und Kind, da sich so die Hormone und die Gewohnheiten Schritt für Schritt ändern können.

Die Realität sieht jedoch oft anders aus und erlaubt diese ideale Art des Abstillens nicht. So möchte eine Mutter z.B. abstillen, weil sie nicht weiß, wie sie Arbeiten und Stillen unter einen Hut bekommen soll (obwohl das geht). Oder sie kann einfach nicht mehr, weil das Kleinkind seit einem Jahr nachts jede Stunde an die Brust will. Oder weil sie einfach keine Lust mehr darauf hat, dass ein Kind an ihrer Brust nuckelt. All Gründe sind legitim und OK. Denn wenn die Mama kein gutes Gefühl beim Stillen hat, ist auch dem Kind nicht gedient. Nur wenn es der Mama gut geht, kann es auch dem Kind gut gehen.

Meine Tipps sind vor allem für Mamas gedacht, die ein etwas älteres Baby oder Kleinkind abstillen möchten. Das Abstillen von Babys unter 6 Monaten möchte ich hier nicht explizit empfehlen, aber auch das kann notwendig oder gewollt sein, und auch hier helfen meine Tipps weiter!

Aber wenn Du oder Dein Kind nicht mehr stillen möchten, ist es Zeit, abzustillen. Und das ist total in Ordnung, denn: Gestillt werden sollte, so lange MUTTER UND KIND es möchten.

Warum die Stillhormone so stark und wirksam sind

Stillende Mamas sind hormonell auf die Versorgung und Ernährung des Kindes gepolt. Die Stillhormone haben die Wirkung, dass wir sensibler für die Bedürfnisse und Gefühlsäußerungen unser Babys sind. Das zeigt sich dadurch, dass wir es nicht ertragen können, wenn unser Kind weint. Besonders nicht dann, wenn es Hunger hat, an die Brust möchte und diese dann zu allem Überfluss noch spannt…

Menschheitsgeschichtlich hat das ja seinen Sinn: Babys, für deren Mütter die Ernährung ihres Kindes und das sensible Wahrnehmen der kindlichen Bedürfnisse an erster Stelle stand, hatten bessere Überlebenschancen. So hat sich der einfühlsame, fürsorgliche mütterliche Instinkt rund um die Muttermilch durchgesetzt. Eine Mutter, die sofort die Brust rausholt, wenn ihr Kind schreit, handelt nur natürlich und enstprechend ihrer Hormone.

Wie schwierig es ist, gegen einen Instinkt und die Wirkung von Hormonen anzukommen, weiß jeder, der schon einmal verliebt war, oder der versucht, sich im sexuell erregten Zustand „zurückzuhalten“. Die Hormone können so stark sein, dass man alles um einen herum vergisst und nur eines zählt: Mit dem Menschen, in den man so verliebt ist, oder der einen so erregt, zusammen zu sein, ihn zu spüren, ihn anzufassen, und weiter zu machen…

Der Stillhormon-Cocktail hat zwar keine so stark berauschende, zwanghafte Wirkung wie der Cocktail der Hormone bei sexueller Erregung. Aber auch die Wirkung der Stillhormone ist stark, nur wirken sie eher in der „breiten Tiefe“ der Gefühle. Die Stillhormone zwingen uns auf sanfte, aber durchaus nachdrückliche Art dazu, uns unserem Baby zuzuwenden, wenn es weint, es auf den Arm zu nehmen und ihm die Brust zu geben. Erst wenn die Muttermilch fließt, lässt der innere Druck nach.

Rücksicht auf die Gefühle von Mutter und Kind

Abstillen bedeutet, uns gegen unsere Hormone zu wenden. Zwar nehmen im Laufe des Abstillens die Hormone ab und damit auch deren Wirkung, aber das geht nicht so schnell wie wir uns das vielleicht wünschen. Deswegen müssen Tipps zum Thema Abstillen vor allem Rücksicht auf die Hormone und die mit ihnen verbundenen natürlichen Gefühlslagen nehmen. Und zwar beim Baby, aber auch bei der Mutter.

Von Hebammen und Stillberaterinnen wird deswegen empfohlen, so langsam wie möglich abzustillen. Konkret heißt das, dass man über Monate hinweg das Stillen immer etwas hinauszögert und dadurch insgesamt auf immer weniger Stillmahlzeiten kommt. Man bietet die Brust nicht mehr aktiv an, verweigert sie aber auch nicht, wenn das Kind sie will. Dieses Verhalten erfordert jedoch (sanfte) Disziplin über Monate hinweg. Ich hatte nach einem für mich etwas abrupten Stillende beim ersten Kind fest vor, das zweite sanft, auf diese von meiner Stillberaterin empfohlene Weise abzustillen. Doch in der Realität sah es dann anders aus: Ich habe das „Hinauszögern der Stillmahlzeiten“ im Alltag einfach nicht hingekriegt, schon gar nicht in der Nacht, und habe im Endeffekt wie vorher nach Bedarf weiter gestillt. Dadurch entstand bei mir Frust und Unzufriedenheit, denn EIGENTLICH wollte ich doch abstillen und nicht weiter stillen. Als mein Kind fast drei Jahre als war, hatte ich gesundheitliche Probleme. Mir wurde von verschiedenen Seiten geraten abzustillen. Durch diese deutlichen Hinweise merkte ich, dass ich schon länger unzufrieden war und gern abstillen wollte. Ich las alles, was ich zum Thema finden konnte (auch die Literatur, die beim Langzeitstillen unterstützt), und hatte das Glück, dass gerade eine liebe Mutter aus unserem Kindergarten ihr Einjähriges sanft, aber innerhalb von einigen Wochen abgestillt hatte. Da ich mich der Art und Weise dieser Mutter, mit ihren Kindern umzugehen, nahe fühle, habe ich ihre Tipps und Ratschläge gern angenommen und ausprobiert.

Deswegen hat es dann bei uns erstaunlich gut geklappt.

Hier also meine Tipps:

Tipp 1: Sei bereit!

Du musst wirklich abstillen wollen. Je klarer Du in Deinem Wunsch bist, desto leichter wird es Dir fallen. Wer zögert und „eigentlich gar nicht will“, wird es schwer haben. Deswegen lautet mein umgekehrter Tipp auch: Wenn Du zögerst, stille lieber weiter und hol Dir Tipps bei einer Stillberaterin oder einer Stillgruppe, wie Du „Stillen und Arbeit“ oder „Stillen und nervige Verwandten-Kommentare“ oder „Stillen und die innere Kritikerin“ vereinbaren kannst, oder andere Stillprobleme beseitigen kannst.

Tipp 2: Geh in klar definierten Etappen vor.

Ich wusste: Das allmähliche Abstillen, also durch Hinauszögern die Stillmahlzeiten über Monate hinweg natürlich zu reduzieren, kriege ich nicht hin, auch wenn es noch so wünschenswert wäre. Für mich (und andere, mit denen ich gesprochen habe) hat sich bewährt, das Abstillen ganz klar in zwei oder drei überschaubare Etappen zu unterteilen: Zum Beispiel erst nachmittags, dann nachts, dann vormittags abzustillen. Ich persönlich habe es in zwei Etappen geschafft: Erst nachts (und das haben wir dann drei Monate so belassen), dann tags. Denn für mich war es das Dringlichste, endlich wieder einmal länger als eine oder zwei Stunden am Stück schlafen zu können. Bei uns stand in ein paar Wochen ein Urlaub ins Haus, und ich brauchte dringend Erholung. Ursprünglich wollte ich bis zum Urlaub komplett abgestillt haben, aber ich habe es nicht hingekriegt. Und im Urlaub, also an einem fremden Ort, abzustillen, kam für mich nicht in Frage, denn ich wusste, das hätte zu viel Stress bedeutet (für mich und das Kind), und ich wollte den Urlaub und die Sonne genießen. Also nahm ich mir vor: Bis zum Urlaubsanfang in drei Wochen möchte ich gern nachts abgestillt haben. Im Urlaub machen wir Abstill-Pause und genießen erstmal das Erreichte, also die nächtliche Ruhe ohne Stillen. Nach dem Urlaub stille ich dann tagsüber ab.

Die Einteilung in Etappen hat mir den großen Druck genommen und das Vorhaben überschaubar gemacht. Mich hat es kolossal erleichtert, dass ich nicht von jetzt auf morgen 100% abstillen „muss“, sondern erstmal nur nachts. So konnte ich mir sagen: Tagsüber stillen wir ja weiter, ist ja alles nicht so schlimm! Aber nachts habe ich dann endlich Ruhe! (Sorry für die etwas harschen Worte, aber so hat es sich damals für mich angefühlt)!

Tipp 3: Lass Dein Kind niemals allein. Steht schwierige Momente gemeinsam durch.

Tipp 3 ist eigentlich eine Regel, die unumstößlich gilt, wenn man Respekt vor der Würde und den Gefühlen kleiner Menschen hat. Ohne Tränen beim Kind wird Abstillen sicher nicht ablaufen. Und natürlich lassen wir ein weinendes Kind mit seinem Kummer niemals allein. Beim Kind bleiben ist nicht nur eine Sache des Anstands und des Mitgefühls, sondern hilft auch uns Mamas. Es ist ja nicht nur für das Kind, sondern auch für uns schwierig. WIR sind schließlich die Ursache für die Tränen („Ich gebe dem Kind nicht, was es möchte“) – und das macht die Kindertränen für uns so schwer zu ertragen. Wer sich mit einem nach der Brust weinenden Kind auf dem Arm nicht mehr sicher ist, überhaupt abstillen zu wollen, der wird eventuell „aufgeben“ – und auch das ist OK! Wenn Du nicht sicher bist, zieh es nicht auf Deubel komm raus durch, sondern stille weiter, und die Welt drumherum wird sich irgendwie fügen, das verspreche ich. Aber wer sicher ist, abstillen zu wollen, der kann auch diese schwierigen Momente zusammen mit dem Kind durchstehen (besonders wenn man Tipp 5 beherzigt!). So lange Du bei Deinem Kind bleibst, es im Arm oder auf dem Schoß hältst, es wiegst und/oder streichelst, hat es Sicherheit und erfährt Nähe und Zuwendung. Dass es jetzt nicht an der Brust nuckeln darf, wie es das bisher gewohnt war, kann ein Kind verkraften, und umso besser, je älter es ist. Merke: Mamas Nähe ist viel, viel wichtiger als die Milch. Deswegen bin ich auch dafür, dass Du als Mutter das Abstill-Trösten übernimmst und nicht der Papa, wie es oft gemacht wird, in der Annahme, das „funktioniere“ besser, weil das Kind „kapiert“, dass es bei Papa ja keine Milch gibt. Wenn Du als Mutter das Trösten übernimmst, bleibt bis auf das Nuckeln an der Brust alles gleich. Für das Kind ist dann zwar nicht alles perfekt, aber eines bleibt: Mama ist bei mir und hält mich fest.

Tipp 4: Definiere Deine Stillpausen mit der Uhr. Und halte Dich dran.

Auch wenn es sich spießig oder „deutsch“ oder sogar kaltherzig anhört: Definiere Deine angestrebten Stillpausen mit der Uhr. Egal, ob Deine Pausen kurz oder lang sind. Meine „Nacht“, in der ich als erstes abstillen wollte, ging zuerst von 11 Uhr abends bis 5 Uhr morgens, und ab ca. der zweiten Woche dann bis 6 Uhr morgens. Das heißt, ich durfte mein Kind in der ersten Woche noch bis 22:59 Uhr stillen, danach aber nicht mehr. Und bis 5:00 Uhr morgens gab es nichts, aber ab 5:01 Uhr durfte gestillt werden. Deine Etappen können auch nur zwei oder drei Stunden lang sein, etwa nachmittags von 16 bis 19 Uhr. Aber ich empfehle, sich wirklich an die genauen Zeiten zu halten (OK, auf 10 Minuten kommt’s nicht an, aber ich würde es nicht zu sehr einreißen lassen). Dieser Tipp hört sich vielleicht zunächst bescheuert an, aber meine Erfahrung sagt: Mit den Uhrzeiten klappt es besser! Vor allem für uns Mamas – da wissen wir, es ist bald wieder so weit, wir dürfen ja in einer Stunde oder 20 Minuten wieder stillen, haben aber gleichzeitig die Beruhigung, dass wir auf einem klaren Weg sind. Und das erfüllt uns mit Zuversicht und Zufriedenheit. Ich muss sagen, dass ich persönlich mich ziemlich genau an die Uhrzeiten gehalten habe. Natürlich musste ich mein Kind in den ersten Nächten erst länger, dann aber immer kürzer trösten, aber das haben wir geschafft.

Und wer jetzt sagt: „Das ist ja so unmenschlich wie die bösen Einschlafprogramme! Da wird auch gesagt, man muss sich streng an der Uhr orientieren!“, dem sage ich: Nein, es ist nicht unmenschlich. Denn es gilt Tipp 3, und der macht den großen Unterschied!

Tipp 5: Formuliere ein Trost-Mantra (Trost-Spruch).

Meine Trost-Sprüche haben mir beim Abstillen wohl am allermeisten geholfen. Ich glaube, ohne mein Trost-Mantra hätte ich es nicht geschafft, denn es hat mich UND das Kind in schwierigen Momenten beruhigt und gestärkt. Den Tipp für das „Trost-Mantra“ habe ich von einer befreundeten Mutter bekommen und ich bin ihr bis heute dankbar (danke, Bozena!). Ein Trost-Mantra besteht aus einem Spruch oder mehreren Sätze, die Du Dir und dem Kind immer wieder aufsagst/„vorbetest“, wenn es weint und an die Brust möchte, Du aber jetzt nicht stillen möchtest. Mein Trost-Mantra lautete in etwa: „Wir beide schaffen das. Du bist stark und ich bin stark. Ich bin bei Dir. Wir beide sind zusammen. Ich helfe Dir, und Du hilfst mir. Ich habe Dich sehr lieb. Wir beide schaffen das…“ Wichtig ist, dass Du die Sätze leise und liebevoll, aber klar aussprichst. Zuerst sollen sie DICH stärken. Sobald Du ihre Kraft annehmen kannst und spürst, übertragen sich die Ruhe und Zuversicht auch auf Dein Kind (ehrlich, das funktioniert, ich schwöre!). Das mag am Anfang noch nicht so gut gelingen, und das ist auch nicht schlimm – alles braucht seine Zeit beim Abstillen. Aber nach einigen Malen Aufsagen wirst Du sicherer werden und die stärkende Wirkung der Sätze spüren und weitergeben.

Tipp 6: Lass Deinen Tränen freien Lauf. Und lass Dich trösten.

Auch für Dich bedeutet Abstillen Trennung. Deine Tränen werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit irgendwann oder öfter fließen wollen. Vielleicht nicht am ersten Tag, aber irgendwann kommen sie. Denn je nach Länge der in Angriff genommenen Etappe reduzieren sich die Hormone und lassen Dich ein Stückchen „kälter“, einsamer und trauriger zurück. Ja, das klingt jetzt drastisch, aber genau so fühlt es sich an. Und deswegen darfst und sollst Du weinen, wie immer, wenn Du traurig bist. Und Du brauchst jetzt Trost! Natürlich hilft es sehr gut, mit dem Baby oder dem Kind zu kuscheln und zu weinen, aber auch die Arme und Hände des Partners oder der Partnerin wirken Wunder. Sprich mit Deinem Partner über die Situation und bitte ihn um Trost, wenn es sein muss. Sehr hilfreich ist es, schon vor dem Abstillen einmal darüber zu reden und dem Partner zu sagen, dass man in den nächsten Tagen/Wochen manchmal Trost und Extra-Kuscheln brauchen wird. Dann braucht es, wenn die Tränen plötzlich fließen, nicht so viel Erklärung.

Tipp 7: Rechne für das „Bewältigen“ jeder Etappe mindestens ca. eine oder zwei Wochen.

Ich möchte hier eigentlich keine klaren Zeiten definieren. Denn wie lange etwas mit einem Baby oder Kleinkind dauert, ist von Mensch zu Mensch, von Fall zu Fall und Konstellation zu Konstellation unterschiedlich. Über den Daumen gepeilt kann man aber rechnen: Für das Einüben einer 6-stündigen Stillpause, etwa in der Nacht von 11 bis 5 Uhr morgens, rechne ungefähr zwei Wochen, besonders, wenn das Eure erste Etappe ist. Für das Einüben einer zweiten oder kürzeren Etappe, etwa von 15/16 Uhr bis 19 Uhr, rechne ungefähr eine Woche, besonders und mindestens, wenn sich eine Etappe direkt an eine andere bereits „abgestillte“ anschließt. Es kann aber auch länger dauern oder schneller gehen.

Tipp 8: Zwischen zwei längeren Stillpausen sollte während der Abstillzeit mindestens einmal gestillt werden.

Wenn Du etwa nachts abgestillt hast und das Abstillen am Tag „dranhängen“ willst, ist es ratsam, am Anfang noch einmal morgens und einmal abends zu stillen, also sozusagen zwischen den beiden längeren Stillpausen. So ist es einfacher für Deine milchbildenden Brüste und auch für Dein Kind. Die beiden letzten Schritte zum vollen Abstillen sind dann das Weglassen erst des morgendlichen, dann des abendlichen Stillens. Dies kann man auch länger noch beibehalten, wenn’s beliebt, zum Beispiel noch länger über den (Wieder-)Einstieg ins Berufsleben hinaus. Morgens und abends noch zu stillen ist ja sehr gut mit Arbeit vereinbar. Und die Brust gewöhnt sich erstaunlich gut und erstaunlich schnell daran.

Tipp 9: Nimm Phytolacca (homöopathisches Mittel).

Nimm die homöopathischen Globuli Phytolacca zur Unterstützung. Du bekommst die Kügelchen rezeptfrei in der Apotheke. Sie unterstützen alle Prozesse, die mit Muttermilch und Stillen zu tun haben. Lass Dir in der Apotheke sagen, wie und wie viele Du einnehmen sollst, wenn Du abstillen willst. Ich habe beim zweiten Abstillen drei- bis fünfmal sechs Kügelchen pro Tag unter der Zunge zergehen lassen, auch noch eine Weile nach dem Abstillen. Die Kügelchen haben mir sehr geholfen – bei der großen Tochter habe ich sie nicht genommen und das Abstillen war um einiges schwieriger.

Tipp 10: Hör auf, wenn es sich nicht richtig anfühlt.

Wenn Du unsicher wirst, ob Du es aushältst, Dein Kind weinen zu sehen, weil es Deine Brust will und Du sie ihm nicht gibst, dann höre auf Dein Bauchgefühl und verschiebe das Abstillen. Das ist allemal besser als sich in etwas zu verrennen, es halbherzig und dann schlecht zu machen, und schließlich frustriert aufzugeben. Wie gesagt, Stillen ist unter allen denkbaren Bedingungen möglich. Wenn Du lieber weiter stillen willst, aber Probleme dabei hast, wende Dich an eine Stillgruppe oder Stillberaterin.

Tipp 11: Gib Deinem Kind Nähe und Geborgenheit an Stelle der Brust.

Ganz, ganz wichtig: Für die Abstillzeit und auch noch länger danach gilt: Mehr Nähe, Kuscheln, Zeit und Ruhe für das Kind mit der Mama. Beherzige das Bedürfnis Deines Kindes nach mehr Nähe und Geborgenheit und kuschelt, so viel Ihr könnt. Auch vermehrtes Tragen kann jetzt wichtig sein. Seid nicht überrascht, wenn Euer Kind öfter zu Euch will und “weinerlicher” ist. Es braucht als Ersatz für das Trinken an der Brust einfach mehr Nähe. Gib ihm, was es braucht und schau auch, was Du brauchst.

Welche Erfahrungen habt Ihr beim Abstillen gemacht? Was hat Euch am meisten geholfen? Danke, wenn Ihr diesen Artikel und Eure Tipps teilt!

50 Gedanken zu „Abstillen sanft gemacht (Teil 2) – Elf Tipps, wie das Abstillen gelingt“

  1. Iris sagt:

    Vielen Dank für diesen hilfreichen Beitrag! Ich möchte bald mein fast 3-jähriges Kind abstillen, aber bisher wusste ich nicht recht, wie ich dabei am besten vorgehe. Es sollte sich auf der einen Seite nicht ewig hinziehen, auf der anderen Seite aber so schonend wie möglich für mein Kind (und auch für mich) sein. In diesem Beitrag habe ich zum ersten Mal eine gute Lösungsmöglichkeit für meine Situation gefunden und habe nun einen Abstillplan erstellen können.

    1. Maike Cölle sagt:

      Liebe Iris,
      vielen Dank! Du bist genau die Zielgruppe für den Artikel 🙂 Ich hätte, als ich mein Dreijähriges abstillen wollte, genau diese Tipps gebraucht. Weil es so nach den Tipps der lieben Freundin, so gut gegangen ist, habe ich es für andere aufgeschrieben. In der Tat halten sich alle über das Thema bedeckt, weil es bei den “Stillfreundlichen” dann eben immer heißt “Das Kind soll sich selbst abstillen”. Aber manche müssen eben doch abstillen (bei mir waren es z.B. gesundheitliche Gründe). Ich würde mich freuen, wenn Du auch schreibst, wie es bei Dir gegangen ist. Über weitere Tipps freuen wir uns hier auch!

  2. Lena sagt:

    Hallo Maike,
    ich versuche seit ein paar Nächten auch von 23h-5h nicht mehr zu stillen. Ich frage mich jedoch: klappt das, wenn das Kind neben einem schläft? Hast du deine Tochter beim Einschlafen und morgens im Bett gestillt? Begreift ein Kind (meine Tochter ist 13 Monate) diese rein Uhrzeit-basierte Änderung? Ich bin mir nicht sicher, aber es sind auch erst ein paar Nächte…
    Liebe Grüße und Danke für eine kurze Antwort!

  3. Maike Cölle sagt:

    Liebe Lena, ja, meine Tochter hat direkt neben mir im Bett gelegen und ich habe sie sowohl zum Einschlafen als auch direkt um 5 gestillt. Ob die Kinder es “begreifen”? Rational verstehen sie es mit 13 Monaten natürlich nicht, und sie haben auch noch keine Zeitgefühl. Aber sie verstehen, dass es jetzt nichts gibt und dass Du da bist. Der Schlüssel ist, dass Du ruhig und klar bleibst (so schwierig das ist, ich weiß, besonders wenn das Kind weint…). Mir haben damals wirklich die Sprüche, das Aufsagen der Sätze am besten geholfen “Ich bin bei Dir. Wir schaffen das gemeinsam. Ich bin immer für Dich da….” Das hat MICH vor allem beruhigt und dem Kind vermittelt: “Mama ist da und sie ist ruhig, dann ist alles im Grunde gut”. Bei uns war es nur ca. 8 Nächte schwierig, jede Nacht musste ich seltener mit ihr durchs Wohnzimmer streifen, dann hat sie nach 2 Wochen einfach durchgeschlafen. Sie ist nicht mehr aufgewacht, obwohl sie neben mir lag. Aber sie war auch älter – fast drei Jahre alt. Wenn Du unsicher bist, verschiebe das Abstillen nochmal, wenn nötig. Natürlich kenne ich Deine Situation nicht. Meine Erfahrung ist, dass Stillen auch unter unmöglichst erscheinenden Umständen doch weiterhin möglich ist. Z.B. neben der Arbeit, oder wenn das Kind in den Kindergarten/KiTa soll. In beiden Fällen kann das Weiterstillen Mutter und Kind helfen, die Veränderung zu verarbeiten. Ich hoffe, ich konnte Dir helfen! Ich bin natürlich keine Stillberaterin. Eine solche findet Du z.B. bei der La Leche Liga, da kannst Du auch anrufen oder wirst zurückgerufen. Die sind dort ganz toll. Auch wenn sie im Grunde genommen das Weiterstillen befürworten, helfen sie auch, den Abstillprozess liebevoll zu begleiten. Das machen sie auch ganz einfühlsam.

    1. Lena sagt:

      Lieben Dank!
      Ich werde es dann genau so weiter versuchen, es klappt nach fast einer Woche ohne Rumlaufen oder schuckeln, sie schläft auf meinem Bauch liegend schnell wieder ein, beim zweiten Wachwerden gibt es etwas länger Protest. Tatsächlich ist der nahende Arbeitsbeginn der Grund, aber auch dass mich die vielen Unterbrechungen nachts etwas mürbe machen,v.a. das Einschlafnuckeln. Leider hat sie weder Daumen noch Schnuffeltuch, ich hoffe irgendwas findet sich da noch. Und über Tagesmuttereingewöhnung u Jobbeginn hinweg werde ich vermutlich noch ein wenig weiterstillen, denn ich glaube auch in der Phase ganz aufzuhören wäre nicht gut und hilft mir selbst auch (auch wenn ich eigentlich nicht vorhatte so lange zu stillen). Liebe Grüße!

  4. Petra sagt:

    Liebe Maike,
    Vielen Dank für diesen tollen Artikel, das war genau was ich gebraucht habe.
    Mein Sohn ist 2 Jahre alt, stillt noch echt viel, aber wir möchten bald ein zweites Kind. Da bin ich natürlich am Überlegen, wie ich das mache… ob ich in der Schwangerschaft weiter stille, später vielleicht sogar im Tandem oder vorher abstille… ich weiß es zwar immer noch nicht, aber zumindest bin ich jetzt um viele tolle und wertvolle Ideen reicher! (und bin nochmal in dem Gedanken bestärkt, dass Abstillen moralisch möglich ist).
    Herzlichen Dank nochmal! Alles Gute für dich und deine Familie!
    Petra

    1. Maike Cölle sagt:

      Liebe Petra, vielen Dank! Ich wünsche Dir alles Gute bei der richtigen Entscheidung! Höre da auch auf Deinen Bauch, denn rational kann man alles begründen. Da gibt es kein objektives “richtig” oder “falsch”, sondern nur der für Euch richtige Weg. Alles Gute dabei!!! Maike

  5. Simone sagt:

    Hallo Maike, vielen Dank dafür das du deine Abstillerfahrung mit uns teilst.
    Meine kleine ist bald 22 Monate und für mich wird es langsam Zeit das Thema anzugehen.
    Als ‘langzeitstillmami’ bekommt man meistens zu hören, dass das Kind sich doch dann auch bitte selbst abstillen soll.
    Aber für mich ist jetzt die Zeit gekommen das wann selbst du bestimmen.
    Über das ‘wie’ mache ich mir schon Wochen Gedanken .
    bin froh deinen Beitrag gefunden zu haben und werde berichten wie es bei uns verlaufen ist.
    LG Simone

    1. Maike Cölle sagt:

      Liebe Simone,
      vielen Dank für Deine Rückmeldung! Ja, genau diese Erfahrung habe ich eben auch gemacht und fühlte mich hilflos. Genau deswegen habe ich den Artikel geschrieben. Lass mich gern wissen, wie es bei Euch verlaufen ist! Liebe Grüße und viel Kraft wünsche ich Euch!

  6. Sonja Seel sagt:

    Bin auch sehr dankbar , das es viele gibt die noch Langzeit stillen und diesen Bericht dazu . Meine Lucy ist jetzt 2 Jahre und 6 Monate . War mit ihr beim Zahnarzt , zur Kontrolle . Sie stellte fragen? : wegen Nuckel oder ob sie die Flasche noch hat ? Nuckel haben wir vor 2 Wochen abgewöhnt .ging leichter als ich dachte . Aber sie hat ja noch ihre Titi , wie sie immer sagt . Auf jedenfall ist es so , da sagte sie das Lucy eine Zahnfehlstellungen hat , und das sie eine Zahnspange tragen muss wenn es sich nicht von alleine wieder verschiebt . ( habe der Zahnärztin vor Scharm nichts von den stillen erzählt . Bei mir ist Panik ausgebrochen. Dachte gleich daran das es das stillen bez. nuckeln in der Nacht ist . Die Nächte sind auch sehr furchtbar weil sie oft , sehr oft in der Nacht gestillt werden will , obwohl ich sooo müde bin . Sie hat ein großes Kinderbett , und schlafe bei ihr da auch überwiegend. Jetzt hatte ich nach dem Zahnarzt sie nochmal gestillt und am Abend zu Bett nicht mehr . Mein Herz hat mich zerrissen, weil sie so bitterlich geweint hat . Aber ich ziehe das jetzt durch . DANKE , das du so leicht verständlich dein abstill Bericht uns geschrieben hast .es stärkt mich sehr .

    1. Maike Cölle sagt:

      Liebe Sonja, ach je, das hört sich so an, als ob das nicht so einfach ist. Aber bitte lass Dir nicht einreden, dass Zahnfehlstellungen vom Stillen kommen! Die Brustwarze ist doch ganz weich! Wenn, dann war das der Nucki und nicht das Stillen. Ruhige Nächte sind wichtig für uns Mütter, die wir ja auch tagsüber sehr gefordert sind, auch wenn wir nicht arbeiten gehen. Wir müssen auch an uns denken, denn wenn wir zusammenklappen, ist auch dem Kind nicht geholfen. Ich fand es tröstlich, dass ich erstmal nur nachts abstillen kann, um endlich wieder länger am Stück schlafen zu können. Das hat erstaunlich gut und schnell geklappt. Tagsüber kann man ja später noch abstillen. Damit hat es ja vielleicht nicht so eine Eile, wenn die Nächte wieder ruhiger sind. Euch viel Kraft!!

  7. Mel sagt:

    Liebe Maike,
    ohne Deinen Beitrag hätte ich nicht den Mut das durchzuziehen. Unsere Maus ist jetzt 16 Monate und in 4 Wochen muss ich wieder arbeiten. Es geht nur um das nachts abstillen. Tagsüber ist sie stillfrei. Besonders möchte ich hervorheben, dass das Gefühl, das Weinen nicht aushalten zu können, vor allem hormonell bedingt ist. Jetzt erklärt sicher mich so Einiges.
    Du hast mich sehr berührt mit deinem Beitrag, mir aus der Seele gesprochen. Vor allem der Hinweis, dass Tausend Dank für deine mehr als wertvollen Tipps, Danke für die Entdeckung: Endlich versteht mich jemand auf dieser Welt und gibt mir die Kraft, die ich brauche.
    Liebe Grüße Mel mit Mäuslein

    1. Maike Cölle sagt:

      Liebe Mel, ich danke Dir für Deine Worte. Ja, es ist wirklich nicht einfach, es zu schaffen. Ich freue mich sehr, dass Du die Kraft hattest, auch, mir diese Rückmeldung zu geben – darüber freue mich mich total. Tassen, tausend Dank!

  8. Silke sagt:

    Hi,
    Ich bin wohl langsam der absolute Stillaltehase. Mein Kind wird in zwei Monaten sechs Jahre alt und stillt, nach zwischendurch immer wiederkehrenden Phasen des kaum noch Stillens, aktuell wieder richtig viel. Meine innere Schallgrenze war immer die magische 6, aber nun, da sie naht, beginne ich zu schwanken. Es ist für uns beide so schön und gemütlich – es ist nur selten anstrengend, nachts wird schon seit Ewigkeiten nicht mehr gestillt, außer bei Krankheit, und “nein” zu sagen, ist auch normalerweise nie nur ein Problem – und wenn, dann nur, weil ich mit mir selbst nicht stimmig bin.
    Dennoch merke ich, dass ich wieder ein bisschen rudere, und da hilft mir gerade Dein Artikel sehr: Für mein Rudern gibt es eigentlich nur zwei Gründe:
    1. SO lange zu stillen, ist doch wirklich ZU schrill, oder?
    2. Stillt sie sich jemals von selbst ab? “Muss” ICH das doch machen?

    Wenn ich über beides nachdenke, wird mir klar, dass ich bei 1 denke, dass das doch egal ist, so lange wir uns damit wohl fühlen. Bei 2 glaube ich immer noch, dass sie es DOCH von selbst aufgeben wird, wenn Sie soweit ist.

    Danke für Deinen Artikel, der mir neue Klarheit gibt!

    LG Silke

    1. Maike Cölle sagt:

      Liebe Silke, klar ist es in unseren Breiten und heutzutage eher ungewöhnlich, so lange zu stillen. “Schrill” ist ein lustiger Begriff dafür, das finde ich richtig gut 🙂 Klar ist: Aber wenn es Euch gefällt und Euch gut tut, ist es doch toll! Ich weiß nicht, ob Du sie abstillen musst oder ob sie es (bald?) tut… Wenn Du dazu Fragen hast oder doch Zweifel, wende Dich mal an die La Leche Liga. Die wissen ALLES übers Stillen und beraten kostenlos, auch am Telefon. Und das machen sie ganz toll. Danke für Deinen Beitrag!

  9. Janina sagt:

    Liebe Maike,
    Ich möchte mich gerne anschließen und mich auch für diesen schönen Artikel bedanken. Es ist der erste, den ich zu diesem Thema lese, denn auch für mich ist die Zeit gekommen das Stillen zumindest akut zu reduzieren.
    Mein Sohn ist 13 Monate alt und eigentlich war es immer mein Wunsch, dass er sich irgendwann selbst abstillt.
    Schon seit einiger Zeit macht mich die Dauerübermüdung aber sehr fertig und inzwischen merke ich, dass bei mir die Nerven blank liegen und mir nur noch zum Heulen zumute ist.
    Vor allem frage ich mich nun, wieso viele Mütter mit dem Abstillen auf Flaschennahrung umsteigen und ob das überhaupt notwendig ist. Braucht ein 13 Monate altes Kind noch zusetzlich Nahrung in der Nacht um durchzuschlafen wenn es feste Nahrung zum Abendbrot gegessen hat?

    Ich danke Dir für die hilfreichen Tipps! Jetzt verstehe ich mich selbst noch ein wenig mehr und weiß besser mit der Situation umzugehen.

    Viele Grüße von Janina

    1. Maike Cölle sagt:

      Liebe Janina,
      vielen Dank. Ich freue mich, wenn der Artikel anderen hilft, die in dieser Situation sind. Ja, tatsächlich muss man einem 13-monatigen Kind eigentlich keine Flaschenmilch mehr geben – schaden tut es allerdings auch nicht, denke ich, es sei denn, man möchte auf “Unnatürliches” wie Milchpulver verzichten. Ein 13-monatigen Kind kann schon gut am Familientisch mitessen, wenn man sich ein bisschen darauf einstellt – erst am Tisch salzen, Gemüse für das Baby in großen Stücken lassen, damit es sie festhalten kann usw. Hier mein Artikel zum Thema Beikosteinführung mit interessanten Links zum so genannten “Baby Led Weaning”, wo man Kinder einfach mitessen lässt. https://blog.hans-natur.de/familienleben/baby/was-tun-wenn-mein-baby-die-beikost-den-brei-verweigert Liebe Grüße, Maike

  10. Birgit sagt:

    Ich danke dir von ganzem Herzen für diesen Artikel, der das beste und hilfreichste für unsere Situation ist, was ich gelesen habe. Wir (Kindchen ist gut zwei Jahre alt) sind jetzt bei Tag vier ohne Stillen und es ging bis jetzt erstaunlich tränenarm. Allerdings hatte ich das nächtliche Abstillen schon vor einigen Monaten durchgezogen und das war der Horror. Daher erwartete ich nun das Allerschlimmste. Deine Tipps haben mir ein bisschen die Angst genommen und mir bestätigt, dass ich nicht allein mit meinen “Sorgen” bin. Alles Liebe!

    1. Maike Cölle sagt:

      Liebe Birgit, vielen Dank. Ja, für genau diese Situation findet man nicht viel im Netz. Ich habe mich damals auch allein gefühlt. Ich wünsche Euch viel Kraft und Mut für diese Aufgabe. Wichtig ist, dass Du auch zu Dir gut bist, Dir etwaige “Rückschläge” oder Verzögerungen liebevoll verzeihst und auf Dich und das Kind achtest. Alles Gute Euch!

  11. Mel sagt:

    Liebe Maike,
    ich habe deinen Artikel gelesen und fand ihn prima. Ich beschäftige mich seit einigen Tagen mit dem Gedanken des Abstillens. Ich stille seit ca. 4 Monaten nur noch nachts, da ich seit 3 Monaten wieder arbeite. Das Abstillen tagsüber hat prima und völlig entspannt funktioniert. Unser Zwerg ist jetzt 11 Monate alt und in diesem Monat ist mein Mann noch zu Hause und könnte die Nächte übernehmen. Allerdings frage ich mich, ob es nicht gemein ist, wenn ich mich da so einfach rausziehe und den Zwerg und Papa alleine lasse. Der Papa ist auf alle Fälle auch Bezugsperson.
    Liebe Grüße Melanie

    1. Maike Cölle sagt:

      Liebe Melanie, danke für Deinen Beitrag. Vielleicht könnt Ihr es einfach mal ausprobieren? Dein Mann übernimmt mal eine Nacht und Ihr schaut, wie es läuft. Deine Gefühle und natürlich die des Kindes sind dabei sind auch wichtig – wenn es Dir ins Herz schneidet, wenn der Kleine auf dem Arm des Papas weint und zu Dir will, dann kannst Du ja darauf reagieren und ihn an Dich nehmen. Aber vielleicht ist es ja nur halb so schlimm. Hier geht sicher probieren über studieren. Nichts muss, alles kann. Ich persönlich habe eben die Erfahrung gemacht, dass es sch für mich besser, “fairer” anfühlte, wenn ich mein Kind tröste und schuckle. Damals war die Tochter aber noch deutlich stärker an mich gebunden als an den Papa. S sind die Konstellationen eben überall anders, deswegen gibt es auch kein Patentrezept, das überall gleich gut läuft. Ihr könntet auch erstmal “nur” von 20 Uhr bis 2 Uhr nachts abstillen, also das nächtliche Abstillen in zwei Schritte aufteilen. Das hat mir wie gesagt geholfen. Euch alles Gute und liebe Grüße!

  12. Elli sagt:

    Hallo Maike,

    Danke für deinen schönen Beitrag zum Thema Abstillen. Ich habe mich sehr gut wiedererkannt in einigen deiner Beschreibungen.
    Meine Tochter ist 15 Monate und ich stille noch sehr viel. Tagsüber und vA Nachts.
    “Eigentlich” wollte ich mit 12 Monaten abgestillt haben und “eigentlich” wollte ich am liebsten, dass sie sich dabei selbst ganz sanft abstillt (eben so wie andere Mamis das manchmal so schön beschreiben.) Aber wie du schon meintest, haben die Kinder da oft so ihren eigenen Willen und ich bin gerade nicht so glücklich mit der Situation.

    Am schlimmsten waren und sind für mich immer die Nächte (max zwei Stunden Schlaf am Stück) und viele meinten zu mir “still doch endlich ab, dann werden die Nächte auch ruhiger”.
    Ich hab es dann auch immer wieder probiert tagsüber weniger zu Stillen indem ich ihr die Brust immer mal wieder verweigert habe, doch es hat sich einfach falsch angefühlt wenn sie geweint hat. Ich weiß jetzt, dass das “falsch anfühlen” zum Teil die Hormone sind, aber auch dass ich/wir einfach noch nicht bereit sind.

    Nun zu meinem AHA Erlebnis in deinem Artikel :). Dieses war, dass du ZUERST Nachts abgestillt hast. Das Stillen an sich stört mich nämlich garnicht so, nur die Nächte machen mich einfach fertig. Immer dachte ich der “richtige” Weg wäre tagsüber immer weniger zu Stillen und erst wenn das geschafft ist kann man sich an die Nächte machen. Doch nun habe ich von dir und auch anderen gelesen und gehört, dass sie ERST Nachts abgestillt haben und tagsüber noch eine Weile weitergestillt. Das hört sich für mich gerade sehr toll an. Ich wünsche mir so sehr etwas mehr Schlaf, dass ich da glaub ich auch stark bleiben kann wenn es hart wird (und ich fürchte das wird es, sie weint immer so furchtbar hysterisch wenn ich ihr die Brust mal nicht geben will 🙁 )

    Auch, dass ICH sie trösten soll und nicht der Papa hört sich richtig an, obwohl ich immer gehört habe das wäre nur “unnötige Quälerei” wegen des Milchgeruchs.

    Ich frage mich nun nur ob ich den letzten Zahn (sie hat sonst bereits alle) noch abwarten soll oder gleich losstarten mit dem Projekt. Eigentlich hätte ich genug Energie gerade um es versuchen zu wollen.
    Meinst du es ist auch gut, wenn ich mit 12-05:00 “nicht Stillen” anfange und es dann langsam auf immer mehr Stunden des “nicht Stillens” Nachts steigere?

    Vielen Dank nocheinmal und liebe Grüße,
    Elli

    1. Maike Cölle sagt:

      Liebe Elli, danke für die schöne Rückmeldung. Ja, man hört allerlei Dinge über das Abstillen. Ich fand es auch so erleichternd, dass man “etappenweise” abstillen kann und nicht alles auf einmal muss. Bei uns war es auch nachts so quälend und ich gesundheitlich ziemlich angeschlagen, dass sich nachts unbedingt etwas ändern musste. Deswegen kann ich Dich gut verstehen! Wenn Du Kraft hast, fang ruhig an, denn Zähne können immer kommen…. dann kann man immer noch eine kleine Pause einlegen zur Not. Das kann schließlich auch dauern mit dem Zahn 😉
      12 bis 5 Uhr klingt auch total machbar! Also, einfach loslegen!!
      Viel Kraft und liebe Grüße,
      Maike

  13. Patrizia sagt:

    Liebe Maike, dein Beitrag finde ich sehr gut! Ich wollte mich bei dir erkunden bezüglich “Tipp 9: Nimm Phytolacca (homöopathisches Mittel)”. Inwiefern helfen diese beim Abstillprozess? Das die Milch zurück geht oder eher auf emotionaler Ebene? Oder beides?

    Liebe Grüsse

    Patrizia

    1. Maike Cölle sagt:

      Liebe Patrizia, beides! Es ist ein Mittel, das alle Prozesse in Bezug auf Milch/Milchbildung unterstützt, auch emotional. Aber ich bin keine Homöopathin oder Apothekerin, deswegen frag am besten nochmal in der Apotheke Deines Vertrauens nach (auch bezüglich der Mengen, die genommen werden sollen), oder frage eine gute Hebamme. Übrigens hast Du Anspruch auf Hebammenleistung, so lange Du stillst, also kannst Du (wenn Du eine findest….) auch gegen Bezahlung nochmal eine Hebamme zu Rate ziehen.
      Viel Kraft Dur für den Prozess!
      Liebe Grüße, Maike

  14. Simone sagt:

    Liebe Maike, vielen, lieben Dank für deinen Beitrag. Ich habe nun mit der ersten Etappe mit dem Abstillen nachts begonnen- sechs Stunden ohne Milch klappt. Wie schaffe ich es aber, dass er gar keine Milch mehr braucht? Ich stille nun um 22uhr und um 4uhr. Reicht es, wenn er dann statt Milch Wasser bekommt? Ich freue mich von dir zu hören. Liebe Grüße, Simone

    1. Maike Cölle sagt:

      Liebe Simone, ich glaube, das musst Du ausprobieren. Das ist ganz sicher bei allen Babys/Familien unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab, u.a. dem Alter des Babys, ob er schon Wasser trinkt usw.. Aber wunderbar, dass Du Schritt 1 geschafft hast, das ist doch schon mal was. Man muss schon Geduld haben…. Milch ist super lecker und süß und nahrhaft, deswegen mögen die Babys das zu Recht so gern und lassen sich manchmal nicht gern mit Brei oder gar Wasser “abspeisen”. Ich würde einfach darauf abzielen, die nicht-gestillte Zeit immer mehr zu verlängern. Und Obacht, es kommt natürlich auch darauf alt, wie alt Dein Baby ist. Wenn er unter 6 Monate at ist, braucht er vielleicht noch die beiden Mahlzeiten um 22 Uhr und um 4. Ich bin keine Stillberaterin und kann aus der Ferne und ohne Euch zu kennen, gar kein Urteil fällen, deswegen wende Dich bitte an eine Hebamme oder eine Stillberaterin. Es gibt viele kostenlose Stillberatungen. Ich hoffe, ich konnte Dir helfen!

      1. Lisa Hartmann sagt:

        Hallo Maike,
        Danke für den tollen Beitrag!
        Mein Sohn ist 15 Monate und ich stille auch noch oft ( zum einschlafen, nachts viele Male oder auch wenn er einfach möchte). Ich habe schon oft über das abstillen nachgedacht, aber es bisher nie angehen können/wollen. Die Reihenfolge des Abstillens oder auch der Ersatz zur Brust waren für mich immer große Themen, weshalb ich es dann doch gelassen habe.
        Auch der meinst geratene Tipp das Kind mit dem Vater für 2 Tage alleine zu lassen, war für mich unvorstellbar.
        Durch deinen Beitrag bestätigen sich meine Intuitionen und ich kann mit gutem Gewissen bald an das nächtliche Abstillen Herangehen.
        Vielen Dank dafür 🙂

        1. Maike Cölle sagt:

          Liebe Lisa, ich danke Dir! Ich freue mich, dass meine Tipps helfen. Für mich waren damals eine so unvorstellbare Erleichterung, dass ich ja nicht ganz abstillte, sondern nurnachts. Denn das war das, was mich einfach auslaugte und fertig machte. Aber tagsüber stillte ich gern. Und lange dachte ich, ich müsse komplett abstillen, um ruhige Nächte zu haben. Dass es auch geht, nur nachts abzustillen, habe ich zuerst nicht geglaubt. Aber es geht wunderbar!

  15. Kristin Ziegeler sagt:

    Liebe Maike, auch mir gefällt Dein Beitrag sehr gut. Vielen Dank! Mein Thema ist wohl noch “Tipp 1” (Bin ich wirklich bereit?). Das fällt mir schwer. Ich fühle mich nach knapp 14 Monaten Dauerstillen nachts oft am Ende meiner Kräfte, gleichzeitig möchte ich meinem Kleinen das geben, was er braucht…
    In jedem Fall habe ich es doch mal wenige Nächte probiert mit einer trinkpause – in der Hoffnung, irgendwann mal länger am Stück schlafen zu können. Der Kleine hat es auch recht gut akzeptiert (habe ihn auf meinen Bauch gelegt). Wo ich aber unsicher bin: er stillt total unregelmäßig- selbst wenn er zur gleichen Zeit ins Bett geht. Kann sein, dass er um 23 Uhr schon 3mal gestillt hat, kann (selten) sein, dass noch nicht. D.h. für ihn ist/wäre das Stillfenster oft nicht nur 6 Stunden, sondern länger. Und so überlege ich jeden Tag/jede Nacht, welches Zeitfenster ich nehmen soll… hast Du da vielleicht einen Tipp? Liebe Grüße Kristin

    1. Maike Cölle sagt:

      Liebe Kristin, danke für Deinen Beitrag. Ich kann gut verstehen, dass Du einerseits einmal länger am Stück schlafen willst, andererseits aber auch Deinem Baby geben möchtest, was es braucht. Ich kann Dich jedoch auch nur ermutigen, auch gut auf Dich zu achten. Denn es ist so einfach wie schwierig: Nur wenn es Dir gut geht, kannst Du auch gut für Deinen Kleinen sorgen. Deswegen ist es wichtig, dass Du auf Deine Kräfte achtest, und da ist Schlaf schon sehr wichtig. Es ist prima, dass er die nächtlichen Stillpausen gut akzeptiert, das heißt, er ist dafür auf jeden Fall bereit. Es hat sich eben eine Gewohnheit eingeschlichen. Ich würde es einmal mit dem Fenster ab 23 Uhr versuchen. Das bietet sich doch an, wenn es nur selten ist, dass er dann noch nicht gestillt hat. Wenn das Fenster zur Gewohnheit wird, wird er (vermutlich) im Laufe der Zeit immer seltener vorher NICHT stillen. Ich würde es einfach mal probieren für eine Woche oder so. Du kannst Dir immer wieder sagen, dass Du ja nicht komplett abstillst, sondern erstmal nachts für eine Ruhepause für Dich sorgst. Denn Deine Kraft ist auch wichtig! Mit 14 Monaten sind die meisten Babys nicht mehr auf mehrere Mahlzeiten pro Nacht angewiesen. Und wenn er morgens ja wieder stillen darf, ist es doch wunderbar. Ich hoffe, ich konnte helfen!

      1. Maike Cölle sagt:

        Danke, liebe Kristin!

  16. Kristin sagt:

    Vielen Dank für Deine einfühlsame und patente Antwort! Hilft auf jeden Fall! Liebe Grüße Kristin

  17. Sabrina sagt:

    Vielen Dank liebe Maike für diesen tollen Artikel. Wir Langzeit-Still-Mamas müssen zusammenhalten und uns gegenseitig Mut machen. Unsere Umgebung macht es uns ja meistens schon schwer genug.
    Ich stille nun seit fast 2,5 Jahren und wir genießen es nach wie vor. Es ist so schön zu sehen wie sich mein kleiner freut, wenn er nach der Kita wieder an die Brust darf. Für mich könnte es noch ewig so weitergehen, aber in letzter Zeit werden die Nächte zunehmend anstrengend. Deshalb habe ich beschlossen genau auf diese Weise das nächtliche Abstillen zu versuchen. Mein Kleiner ist allerdings sehr willensstark, ich befürchte schon jetzt das schlimmste. Mal schauen, ob ich die Nerven habe es durchzuziehen. Ich möchte ihn ja tagsüber weiterstillen nur nachts eben nicht mehr. Vielen Dank für die guten Tipps. Ich überlege mir jetzt gleich mal mein Mantra! Ganz liebe Grüße!

  18. Lisa sagt:

    Liebe Maike,

    Vielen lieben Dank für deinen tollen Artikel, den ich glücklicherweise gefunden habe. Deine Tipps sind wirklich toll und sie haben mich sofort motiviert!! Ich habe wirklich noch nie so einen schönen und verständnisvollen Artikel über das Abstillen gelesen. Ich habe ihn direkt an meine Freundinnen weitergeleitet:)! Nun zu meiner Frage, ob es bei dir auch so war..Unser Sohn ist gerade 1 Jahr geworden und hat in dieser Zeit nur 1 Mal durchgeschlafen..ich habe tagsüber kaum Kraft mehr für unseren Wirbelwind, keine Großeltern in der Nähe etc. Ich habe nun die 3. Nacht hinter mir ohne stillen..klar die erste Nacht war Horror, aber es wurde besser und auch von der Zeitspanne her musste ich ihn kürzer umher tragen. Heute Nacht hat er 7.5 Stunden ohne stillen geschafft bzw wir beide :)! Allerdings möchte er tagsüber nun umso mehr gestillt werden. Nachmittags 2/3 mal..das war vorher nie so und heute sogar mittags 2 mal nachdem es Mittagessen gab. Ist es jetzt so weil er nachts die brust nicht mehr bekommt oder was meinst du woran es liegen könnte? Ich Frage mich auch wie ich dann dieses stillen wieder abgewöhnt bekomme;-( wir haben vorher nur morgens, abends und nachts gestillt. Ab und an war es auch am Nachmittag, aber wirklich selten. Im Moment zahnt er auch wie verrückt..was natürlich auch ein Grund für das Stillen wäre.
    Ich danke dir vielmals im Voraus für deine Tipps/Antwort:)!
    Liebe Grüße

    1. Maike Cölle sagt:

      Liebe Lisa,
      danke für Deinen Beitrag! Wow, wie toll, dass er schon 7,5 Stunden ind er Nacht durchschläft, das ist sicher für Dich eine große Erleichterung. Es ist einfach nicht gut, wenn wir Eltern zu erschöpft sind, dann ist auch dem Kind nicht gedient.
      Das häufigere Stillen am Tag kann meiner Ansicht nach sehr gut davon kommen, dass er nachts nicht mehr so viel stillt – er holt dann sozusagen tagsüber Nähe und Nahrung nach. Aber es könnte auch am warmen Wetter liegen, oder einfach an einem Entwicklungsschub…. es gibt unterschiedliche Gründe, warum Kinder mehr trinken.
      Hab ein wenig Geduld und gib ihm erstmal tagsüber, was er braucht. Das wird sich ganz bestimmt einpendeln. Wenn es mal zwei, drei Woche nachts mit dem Länger schlafen klappt, kannst Du den nächsten Schritt tun und am Tag die Stillpausen einlegen, die Du brauchst. Ich hoffe, ich konnte helfen!

  19. Stüppi sagt:

    Vielen herzlichen Dank für diesen wirklich tollen Artikel. Ich war schon lange auf der Suche nach wirklich hilfreichen Tipps.

    Ich bin dennoch sehr verzweifelt und habe Angst, dass ich etwas falsch mache.
    Meine Tochter ist nun kurz vor ihrem 3. Geburtstag und ich komme in der Nacht häufig an meine Grenzen, gerade dann, wenn es um Dauerstillen über 2 Stunden am Stück geht, oder ich wirklich gar keine Chance habe mich abzulegen.

    Über Tag möchte ich gar nicht abstillen und möchte es ihr auch so gern weitergeben, aber so schaffe ich es wegen der Nächte nicht mehr lang.

    Als ich in der letzten Nacht meine Grenze klar mitgeteilt habe und gesagt habe, dass ich mich ablegen muss und schlafen möchte, gab es wirklich ganz schlimmes verzweifeltes weinen und Gekreische. Es geht mitten ins Herz.
    Sie schläft schon immer bei uns im Familienbett, ich bin wirklich immer für sie da.
    Aber ich habe dann keine Chance sie zu schmusen oder so. Sie möchte dann an die Brust und sonst nichts.
    Ich habe immer das Gefühl, dass andere Kinder dann kuscheln möchten und nicht so heftig schreien. Ich möchte nichts zwischen uns kaputt machen und schon gar nicht durch etwas, was uns so sehr verbindet.
    Was mache ich nur?

    Entschuldigung für diesen langen Text.
    Herzliche Grüße

  20. Jette sagt:

    Liebe Maike,

    du hast ja schon so viel tolles Feedback zu Deinem wirklich unfassbar guten Artikel bekommen, aber ich mlchte mich trotzdem auch nochmal dafür bedanken. Ich habe diesen Artikel vor 2 Wochen entdeckt, mir Gedanken gemacht und beschlossen einige Anregungen für unser Abstillen in der Nacht zu nutzen. Mein Kleiner ist 1 Jahr alt geworden, ich bin wieder schwanger und kann das Dauernuckeln in der Nacht kräftemässig nicht mehr aufholen. Mein Mann und ich waren fest entschlossen und haben unserem Kleinen ein paar Tage vorher von unserem Plan erzählt, um ihn vorzubereiten. Der Plan war milchfrei von 23 Uhr bis 6 Uhr. In der Nacht um 1.30 Uhr war es dann soweit. Es gab riesen Geschrei und furchtbar viele Tränen. Mein Mann war zuständig für die “Ersatzgetränkebar” mit Milch und Wasser und ich habe ihn geschaukelt. Wir haben ihm beide gut zugeredet. Mein Mann und ich haben uns irgendwann leise miteinander unterhalten. Das hat unseren Kleinen so beruhigt, dass er nach 2 Stunden wieder eingeschlafen ist und bis zum Morgen durchgeschlafen hat. Ich hatte vorher so viele Tips bekommen und konnte mich weder mit Schreien lassen noch mit “du musst ein Wochenende ausziehen” anfreunden. Wenn man den Weg des Abstillens gehen muss oder möchte, sind deine Tips Gold wert. Dafür möchte ich DANKE sagen. Vielen lieben Dank!

  21. Anna-Lena Girelli sagt:

    Liebe Maike,
    auch mir hat dein Artikel sehr geholfen. Vor allem hilft es mir den Druck und Stress bei dem doch emotionalen Prozess rauszunehmen, denn ich muss ja “nur” eine bestimmte Zeit schaffen und ich nehme meinem Kind nicht gleich alles durch das sanfte Abstillen. Ich bin jetzt schon fast zwei Wochen dabei. Allerdings bereitet mir eine Sache Schwierigkeiten und da wollte ich dich um einen Rat fragen: während des Abstillens soll ich die Brust nicht anbieten und in meinem Fall brauche ich zunächst erstmal eine stillfreie Zeit von 9-14 Uhr. Es passiert immer öfters, dass mein Kleiner um 6.45 Uhr oder 7 Uhr vor dem Aufstehen trinkt. Wenn er die Brust um 9 Uhr nich einfordert und ich dann bia 14 Uhr durchziehen muss, sind es ja aber gleich 7h statt 5h. Sollte ich um 9 Uhr also aktiv anbieten, um mein Zeitfenster zu schaffen? 7h ohne schafft mein Kleiner noch nicht. Er hat von Anfang an sehr oft, aber dafür wenig getrunken.
    Ich hoffe, du hast mein Dilemma verstanden.

    Danke schon mal fürs Lesen
    Anna-Lena

    1. Ellen sagt:

      Hallo liebe Anna-Lena,

      vielen Dank für deine Nachricht. Am aller wichtigsten ist doch, dass das sanfte Abstillen weder für dein Kind noch für dich quälend ist. Wenn dir oder deinem Baby die lange Zeitspanne von 7 bis 14:oo Uhr Probleme bereitet, kannst du versuchen, deinen Sohn um 9:00 Uhr die Brust anzubieten. Wahrscheinlich wird er gar nicht so viel trinken, da er von der Morgenmahlzeit um 7:00 Uhr noch gesättigt ist, aber es könnte ein wenig Erleichterung verschaffen.

      Liebe Grüße sendet Ellen vom HANS NATUR Team

  22. Sakuri sagt:

    Vielen Dank für diesen tollen Artikel!!
    Wir haben dank Kinderkrippe und meinem Job zuerst ziemlich problemlos tagsüber angestillt. Mein Bärchen ist jetzt 14 Monate alt und ich würde nun am liebsten ganz abstillen. Wir haben versucht, das Einschlafstillen wegzulassen, indem wir ihm erklärten, dass nur noch dann gestillt werde, wenn es dunkel sei. Statt Stillen wollten wir ihm zum Einschlafen Kuscheln, Bücher ansehen, herumtragen etc anbieten. – Das hat überhaupt nicht geklappt. Zwischen seiner üblichen Einschlafzeit um 18.30 und der nächtlichen Dunkelheit (ca 21.00 uhr) hatten wir richtige Kämpfe um meinen Busen. Tränen natürlich inklusive. Und als es dann endlich dunkel war, hat er sich nach dem Stillen gar nicht mehr abgedockt… Oder nur sehr sehr kurz…
    Nach 3 Abenden habe ich aufgegeben. Und jetzt, ein paar Wochen später, stillen wir nachts immernoch 4 bis 5 mal, gefühlt stundenlang… ich kann ihn zwar manchmal zum Glück mit einem Fläschchen Hafermilch zum abdocken überreden, insgesamt ist es aber eine total verfahrende Kiste. Vor diesem “nur noch bei Dunkelheit”-Ding haben wir nur 1-2 mal nach dem Einschlafen gestillt…
    Wie hast du denn die Stillpausen durchgehalten? Fläschchen? Nur Tragen/Trösten/Mantra? Und was kann man gegen “tätliche Angriffe” also Shirt-Runterziehen, Kopf in den Ausschnitt stecken etc. Machen?

    1. Ellen sagt:

      Hallo liebe Sakuri,

      oh je, das klingt nach Kummer auf beiden Seiten. So wie du es beschreibst, hört es sich sehr danach an, dass es vermehrt um ein an der Brust nuckeln geht, als um eine richtige Mahlzeit an der Brust. Oftmals ist das Stillen ja auch viel, viel mehr als pure Nahrungsaufnahme. Stillen bedeutet ja auch Nähe, Geborgenheit und ist natürlich ein kuscheliges Ritual als Einschlafhilfe. Wenn du aktuell 4 bis 5 mal in der Nacht stillst, bekommst du nahezu keinen Schlaf. Bitte bedenke: Auch du benötigst deine Ruhepausen und Schlaf, damit du gut durch den Alltag kommst. Bitte kontaktiere einmal deine Hebamme, die die Nachsorge bei dir durchgeführt hat oder eine Stillberaterin in der Nähe. Beide werden dir sicher gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen.
      Gegen ein Shirt herunter ziehen oder Ähnliches, hilft, fürchte ich, nur liebevolle Konsequenz und viel Geduld.

      Ich drücke fest die Daumen, dass ihr eine gute Lösung für euch findet.

      Liebe Grüße sendet Ellen vom HANS NATUR Team

  23. Linda sagt:

    Hallo Ellen,
    ein toller Artikel der endlich wegweisend wirkt! Ich hatte meine Tochter weitestgehend abgestillt; es gab die Brust „nur“ noch zum abendlichen einschlafen und nachts ca. zwei mal, also ab morgens 08:00-20:00 Uhr keine Brust sonder nur feste Mahlzeiten.. es hat geklappt.. dann kam die Flutkatastrophe im Ahrtal. Die ersten beiden Tage hat es mit dem Mittagsschlaf ohne Brust geklappt, aber dann ging es nicht mehr.. sie hat meinen Mann und mich zeitweise nur zum schlafen gesehen und wollte dementsprechend immer mehr Nähe. Inzwischen schläft sie nichtmal mehr wenn ich nicht neben ihr liege und sie hat von Geburt an in ihrem eigenen Bett gelegen. Chaos.

    Jetzt ist es für mich an der Zeit komplett abzustillen, ich bin erschöpft von der täglichen Baustelle, damit ich weitere funktioniere, brauche ich Schlaf.

    Die kleine ist inzwischen 15 Monate alt. Ich habe das Gefühl das aus meiner Brust ohnehin nix mehr kommt, deswegen bekommt sie auch zusätzlich noch eine Flasche im Wechsel, d.h. kurz an nippel, dann kommt nix, also greift sie sich wieder die Flasche; sie nuckelt also gefühlt eher.

    Ich dachte mir, das ich ihr die Brust zum Mittagsschlaf nicht mehr anbiete sondern nur ihre Flasche. Aber wie soll ich es machen wenn ich später abends abstille? Weil die Zeitspanne von 20:00-08:00 Uhr ist ja doch etwas lange. Soll ich dann bei jedem wach werden von ihr, ihr die Flasche anbieten?

    Oder wie kann man ein Kleinkind noch zum schlafen bewegen? weil sie nur noch neben mir schlafen will und wach wird sobald ich sie in ihr Bett lege, aber ich habe keine Kraft mehr sie weiter zu stillen oder 5 std. versuchen sie hinzulegen.

    Ich würde mich über Tipps freuen; aber weniger über den Tipp das ich Hilfe suchen soll, weil dafür habe ich mit Baustelle einfach keine Zeit, bzw. nicht den Nerv weil mein Kopf ohnehin täglich kurz vorm explodieren ist.

    1. Ellen sagt:

      Guten Morgen liebe Linda,

      erst einmal möchte ich dir danken für deine sehr ehrlichen Worte. Du hast in den vergangenen Monaten Außerordentliches geleistet und ich wünsche dir Kraft für die kommende Zeit. Es ist mehr als verständlich, dass du nun an einen Punkt gekommen bist, an dem du deutlich spürst, dass du auf deine Ressourcen acht geben musst.
      Bitte mach dich nicht verrückt, wie sich das “Nicht-Stillen” von 20:00 Uhr bis 8:00 Uhr einspielt. Deine Tochter hat nach den Veränderungen ein ganz starkes Bedürfnis, eure Nähe zu spüren. Geborgenheit und Liebe kannst du der Kleinen auf so viele Arten zeigen. Vielleicht denkt ihr für die Übergangszeit einmal über ein Familienbett nach. Gut möglich, dass deine Tochter dann viel besser zur Ruhe kommt und du somit auch. Biete ihr ruhig das Fläschchen an, wenn Sie sich gar nicht nachts beruhigen lässt.

      Den EINEN konkreten Tipp, der alles löst, gibt es leider nicht. Kuschelt viel, streichle ihren Rücken, wieg sie hin und her oder singe deiner Tochter sanft etwas vor. Vielleicht kannst du mit deinem Mann einen Stundenplan erstellen, in dem festgehalten wird, wer sich wann ums Kind kümmert, damit du auch mal Luft zum Durchatmen hast. Bitte sei nicht zu stolz, andere um Hilfe zu bitten und gib auf dich acht. Wenn du die Zeit dafür findest, kontaktiere eure Hebamme von damals oder eine Stillberaterin. Sie stehen dir für die Zeit des Abstillens mit wertvollen Tipps zur Seite und es tut immer gut, einen Ansprechpartner zu haben.

      Herzliche Grüße und eine Umarmung sendet Ellen vom HANS NATUR Team

  24. Bettina sagt:

    Vielen Dank für die wertvollen Tipps! Ich möchte gerne unsere 2jährige Tochter abstillen. Ist es eine gute Idee, den Schnuller zeitgleich jetzt wegzulassen und abzuschaffen oder ist das zu viel auf einmal? Vielen Dank für eine kurze Antwort!

    1. Ellen sagt:

      Hallo liebe Bettina,

      wie du vielleicht schon ahnst, lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten. Wenn es dir möglich ist, würde ich erst mit dem Abstillen beginnen. Wenn ihr zwei euch dann gut eingespielt habt, kann man die Schnullerentwöhnung angehen. Bereits das Abstillen wird für euch beide eine Veränderung sein, fällt für deine Kleine zusätzlich der Schnuller weg, könnte dies tatsächlich “zu viel des Guten” sein.

      Liebe Grüße sendet Ellen vom HANS NATUR Team

  25. Sara sagt:

    Hallo,

    ich bin gerade über Ihren Beitrag zum Abstillen gestoßen, da ich in großer Not bin. Ich möchte eigentlich gar nicht abstillen, habe aber nach der C.Impfung schwere Nebenwirkungen erlitten. Mein Körper arbeitet seit Oktober sehr stark. Ich habe auch Autoantikörper gegen körpereigenes Gewebe gebildet. Diese Umstände machen mir ein Stillen mit gutem Gefühl unmöglich. Ich habe kontinuierlich Angst um meine Tochter. Dass ich ihr irgendetwas von dem, was in mir passiert, weitergeben könnte. Ich will eigentlich nicht abstillen, es bricht mir das Herz. Meine Tochter braucht es auch noch so sehr. Was würden Sie mir für meine spezielle Situation empfehlen?

    Vielen Dank von einer sehr besorgten Mutter.

    1. Ellen sagt:

      Hallo liebe Sara,

      es tut uns unendlich leid, dass es dir nicht gut geht. Bitte hab keine falsche Scheu, dir Hilfe zu suchen.

      Berate dich mit deinem behandelndem Arzt und eurem Kinderarzt (damit du gut informiert bist und sie dir deine Ängste nehmen können) und nimm Kontakt zu einer Stillberaterin auf. Eine Stillberaterin steht dir mit Rat und Tat zur Seite, auch in, wie bei dir aktuell, besonderen Situationen. Sie weiß, was zu tun ist und dir tut es gut, jemanden “vom Fach” an deiner Seite zu haben. Eine Stillberaterin in deiner Nähe findest du hier https://www.bdl-stillen.de/fachpersonal/stillberatungssuche/

      Wir wünschen dir von Herzen gute Besserung!

      Dein HANS NATUR Team

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Simple Share Buttons