Plastikfrei beim Babybrei: Warum das so wichtig ist

Plastik vermeiden ist wichtiger denn je geworden. Wie man schon beim Babybrei Plastik vermeidet, und warum das fürs Baby UND für die Erde so wichtig ist, lest Ihr hier:

Viele Eltern kaufen Babygeschirr aus Plastik (und geben ihren kleinen Kindern darauf Gesünderes als die bunten Macarons auf unserem Beitragsbild ;-). Dass Babyteller gern mal herunterfallen oder auch mal durchs Zimmer geschleudert werden (oh ja!), ist klar. Da scheint sich das leichte, unkaputtbare Plastik anzubieten.

Aber es gibt viele und gewichtige Gründe, warum man sich gerade für die ganz Kleinen nach alternativen Materialien beim Geschirr umsehen sollte. Ja, eigentlich muss. Und natürlich auch bei anderen Haushaltsartikeln wie Schüsseln, Eimer, Folie und selbstverständlich auch beim Spielzeug. Die Gründe sind gesundheitlicher und vor allem auch ökologischer Art:

1. Gesundheitsschädliche Stoffe

Plastik beinhaltet Phthalate (Weichmacher), Bisphenol A und häufig auch PAK („PAK oder 1000 Zigaretten pro Stunde„) oder das Krebs erzeugende Acetaldehyd. Diese gefährlichen Stoffe nehmen Menschen über die Nahrung (z.B. durch Plastikflaschen) oder über Hautkontakt auf. Sie haben Auswirkungen auf unseren Hormonhaushalt und können zu Unfruchtbarkeit, Veränderung des Erbgutes und zu Allergien führen. Gerade Babys mit ihrer bis zu 10x durchlässigeren Haut lassen die schädlichen Stoffe leicht durch und sollten darum besonders vor ihnen geschützt werden!

2. Mikroplastik

Seit ungefähr einem Jahr ist Mikroplastik in aller Munde. Im wahrsten Sinne des Wortes. Bei einer Pilotstudie vom Jahr 2018, über die sämtliche seriöse Medien berichteten, hat sich herausgestellt, dass in Deutschland wahrscheinlich schon jeder Mensch Mikroplastik-Partikel im Körper trägt. Denn wir nehmen Mikroplastik bereits durch Wasser und durch Nahrung aller Art auf. Mikroplastik sind die ganz kleinen Partikel, zu denen Plastikteile sich auflösen, wenn sie längere Zeit Wasser und/oder Salz ausgesetzt sind. Da so viel Plastik in den Gewässern der Welt treibt, sind die Ozeane bereits voller Mikroplastik-Partikel. Denn Plastik wird nicht zersetzt, sondern zerfällt „nur“ in immer kleinere Teile. Und so gerät das Plastik, das von Pflanzen und Tieren aufgenommen wird, in die Nahrungskette auch von uns Menschen.

3. Plastik bindet Giftstoffe

Das im Meer treibende Mikroplastik ist nicht nur an sich gefährlich. Zusätzlich bindet es Giftstoffe, die über Meerestiere dann zusätzlich in unsere Nahrungskette gelangen.

4. Es wird gigantisch viel mehr Plastik produziert als noch vor 50 Jahren

Es war diesen Monat im SPIEGEL zu lesen: Im Jahr 1950 lag die weltweite jährliche Plastikproduktion bei 1,7 Millionen Tonnen. 1990, d.h. 40 Jahre später, lag sie schon bei 105 Millionen Tonnen. Das ist in etwa 60x mehr in nur 40 Jahren! Aber nochmal knapp 27 Jahre später, nämlich im Jahr 2017, lag die Plastikproduktion bei erschreckenden 348 Millionen Tonnen! Das heißt, seit 1990 hat sich die Plastikproduktion nochmal verdreieinhalb-facht!

5. Es wird in Deutschland nur wenig Plastik recycelt

Wir in Deutschland denken ja, der Inhalt unserer gelben Tonne werde recycelt, und darum sei „unser deutsches Verpackung-Plastik“ bedenkenlos verwendbar. Aber das stimmt leider überhaupt nicht! Wie ebenfalls im SPIEGEL vom 19. Januar 2019 zu lesen war, wird erstmal ein großer Teil aus unseren Gelben Säcken verbrannt. Denn Recycling ist kostspielig und lohnt sich finanziell nicht. Ein weiterer großer Teil unseres Plastikmülls wird in ferne Länder verkauft, offiziell, um dort wieder verwertet zu werden. Aber dies geschieht nicht unbedingt. China nimmt unseren verdreckten Müll wegen neuer Gesetze seit Kurzem gar nicht mehr an. So landet unser Plastik-Müll nun in fernasiatischen und afrikanischen Ländern, die sich zum Teil wenig drum scheren, was damit geschieht. Die Konsequenz: Der Müll landet in Flüssen und schließlich im Meer. Ja, genau: Der Müll aus unseren „guten“ gelben Säcken!

Krass: Achtzig Prozent aller Abfälle (nicht nur Plastik!) weltweit gelangen über Flüsse in die Ozeane!

Also: Müll vermeiden, und insbesondere Finger weg vom Plastik!

6. Plastik braucht Jahrhunderte, um zu verrotten

Viele Produkte und Gegenstände aus Plastik sind Wegwerf-Artikel. Sie werden einmal benutzt und landen dann direkt im Müll. Mehr als Ungefähr ein Drittel der oben genannten hergestellten Plastikprodukte werden nur wenige Minuten genutzt, z.B. Plastikbesteck oder Plastikbecher. Plastiktüten brauchen 100 bis 500 Jahre, um zu zerfallen, werden aber nur maximal einige Stunden genutzt.

7. Plastik tötet Hunderttausende von Meerestieren

Wir alle haben sicher schonmal einen Film gesehen, in dem ein Meeresvogel oder anderes Meerestier an Plastikmüll im Bauch oder um den Kopf gewickelt starb. Meerestiere, Vögel und Fische verwechseln das im Ozean treibende Plastik mit Nahrung und verhungern dann qualvoll mit einem Magen voller Plastik. Es sterben jährlich ca. 100.000 im Meer lebende Säugetiere (!), also z.B. Wale und Delphine an den Folgen des Mülls.

8. Plastik wird aus Erdöl hergestellt

Ca. 5% des jährlich geförderten Erdöls geht in die Plastikproduktion. Also sollten wir, wenn wir von Fracking und der Verschwendung von endlichen Ressourcen nichts halten, nicht nur auf umweltfreundliche Energiequellen wie Ökostrom setzen, sondern auch Plastik vermeiden.

9. Plastik reist um den Erdball

Vieles von dem Plastik, dass bei uns verkauft und verwendet wird, wird zuvor importiert. Das heißt, es legt lange Wege zurück und belastet durch den Transport zusätzlich die Umwelt. Und wenn es dann nach der Verwendung noch zum „Recyceln“ wieder in ferne Länder transportiert wird, belastet es die Umwelt noch einmal. Das sollte nicht sein!

Alternativen

Zu Plastik gibt es mittlerweile in fast jeglicher Hinsicht tolle ökologische Alternativen. Um die Plastikvermeidung hat sich eine weltweite Bewegung gebildet. Diese ist zwar im vergleich zur gewissenlos Plastik verbrauchenden Masse noch klein, aber es ist ein Anfang!

Es gibt inzwischen viele tolle Initiativen, Blogs und Instagram-Profile, die sich mit Plastik- und Müllvermeidung sowie Plastik-Alternativen beschäftigen. Unter dem Stichwort „Zero Waste“ („Null Müll“) findet man auch in Deutschland tolle VorreiterInnen, die zeigen, wie es geht.

Statt Plastikfolie kann man z.B. Bienenwachs-Tücher verwenden. Hier zu unserer Anleitung, wie man Bienenwachstücher einfach selbst herstellen und damit Plastik vermeiden kann.

Statt Plastik-Zahnbürsten kann man Bambus-Zahnbürsten kaufen, statt Plastik-Seifenspendern aus dem Drogeriemarkt Stückseife wie zu Omas Zeiten, und statt vieler Putzmittel in Plastikflaschen kann man Essigessenz, Natron oder Zitronensaft verwenden. Dies sind nur sehr gängige Beispiele unter sehr, sehr vielen!

Um Verpackungsmüll zu vermeiden, kann man in vielen Großstädten schon in Unverpackt-Läden einkaufen. Eine ganz tolle Alternative! In Berlin gibt es z.B. den Laden „Original Unverpackt“ in der Wiener Straße, in Hamburg den Laden Stückgut mit zwei Filialen in Ottensen und St. Pauli, und in München der Ohne-Laden mit zwei Filialen in der Maxvorstadt sowie seit heute in Haidhausen. Tolle Sache!! Vielleicht gibt es ja auch in Deiner Stadt schon einen solchen Laden.

Gerade Kinder sollten vor Plastik geschützt werden. Nicht nur um ihrer Gesundheit willen, sondern vor allem, um die Erde als lebenswerten Ort für sie zu erhalten. Wir müssen Vorbild sein!

Kinder mit unserem tollen Biobu Bambusgeschirr

Schon beim Babybrei bzw. BLW kann man mit „plastikfrei“ anfangen – siehe ganz unten unsere tollen Baby- und Kinderteller aus Bambus! Und auch für ältere Kinder gibt es tolle Alternativen zu Plastikflaschen, Brotdosen usw.:

Hier z.B. die bewährten EMIL Glasflaschen zum Anziehen, von denen es noch mehr Designs bei Hans Natur gibt:

EMIL Glasflasche Punkte

Oder die nana Brotdose aus nachwachsenden Rohstoffen, super praktisch, in vier schönen Farben, mit Trennsteg und cleverem Klickverschluss. (NaNa: Natürlich Nachwachsend!)

nana Öko Brotdose

Tolles plastikfreies Babygeschirr von Hans Natur: Aus Bambusspänen

Als Plastik-Alternative bei Kindertellern haben wir wunderbar farbenfrohes Baby- und Kindergeschirr aus Bambusspänen von Biobu im Sortiment:

Ökologisches Kindergeschirr aus Bambus
Kindergeschirr aus Bambus
Kindergeschirr aus Bambus

Unser Kindergeschirr aus Bambusspänen: nachhaltig, gesund und umweltgerecht

Bambus gehört zu den am schnellsten wachsenden Pflanzen auf dieser Erde. Es liegt also auf der Hand, dass die Verwendung von Bambusfasern eine hervorragende Alternative darstellt. Unser farbenfrohes Kindergeschirr wird aus Bambusspänen gefertigt, die bei der Produktion von Bambusparkett und Essstäbchen aus Bambus anfallen. Das heißt, es werden für die Herstellung keine zusätzlichen Bambus-Bäume gerodet. Durch die Zugabe von pflanzlicher Zellulose, Maisstärke aus gentechnikfreiem Anbau und der Zugabe von wasserlöslichen und mineralischen Farbpigmenten entsteht farbenfrohes Kindergeschirr: Teller, Becher und Besteck. Das „Biobu“ Bambus Geschirr ist frei von Weichmachern wie BPA, PVC und Phtalaten. Es ist sehr robust, da die verwendeten Bambusfasern mit 100% lebensmittelechtem Melaninbinder kombiniert wurden.
Der Hersteller EKOBU lässt seine Produkte streng schadstoffprüfen. Es ist zu beachten, dass die Kinderteller sich nicht für die Microwelle eignen.

  • 100% lebensmittelecht  
  • Ohne BPA, PVC und Phthalaten  
  • Spülmaschinengeeignet bis 70°C  
  • Hochwertige Qualität  
  • Angenehm griffige Oberfläche  
  • Widerstandsfähig und robust  
  • Kompostierbarer Werkstoff

Geschirr aus natürlichen Rohstoffen

Natürlich geht es auch ganz natürlich – mit der Breischale aus unbehandeltem Buchenholz und einem Löffel aus Horn. Zwei altbewährte, ganz natürliche Produkte bei uns:

Holzteller Holzschüssel Öko
Breischale für Babys und Kleinkinder aus unbehandeltem Buchenholz, sorgfältig geschliffen. Hygienisch und antibakteriell. Höhe ca. 4,5cm, Durchmesser 14cm. Besonders standfest. Aktuell nur €9,45 statt €10,95.

Kinderlöffel aus Horn
Kinderlöffel aus Horn,12 cm. Löffel aus Naturhorn. Perfekt geeignet als Babylöffel für Babybrei oder Kinderlöffel. Geschmacksneutral. Jeder Löffel ein Unikat. Handgefertigt. Nur €7,95.

Das könnte Dich auch interessieren:

Bienenwachs-Tücher selbst herstellen: Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Dos and Don’ts

Warum Holzspielzeug hygienischer ist als Plastikspielzeug

Geschenke nachhaltig verpacken: 10 Ideen 

8 Kommentare, RSS

  1. Avatar

    Roswitha 24. Januar 2019 @ 8:38

    Toll deine Zusammenfassung des Plastikproblems!
    Man muss sich dies alles „immer wieder“ vor Augen führen und man findet auch immer wieder Ideen zur Verbesserung des eigenen Umgangs.
    Wenn die Plastiktüten zum Einfrieren, die ich allerdings immer wieder auswasche, nicht mehr brauchbar sind, werde ich nur noch Glasbehälter benutzen. Dann gehen auch mit Sicherheit keine giftigen Substanzen in die Lebensmittel über.
    Bei den Zahnbürsten habe ich das Problem, dass ich noch keine aus Bambus gefunden habe, die ganz weiche Bürsten für sensible Zahnhälse hat. Falls jemand etwas weiß, gerne.

    Danke liebe Maike,
    recht liebe Grüße von Roswitha

  2. Avatar

    Regina 24. Januar 2019 @ 14:35

    Toller Beitrag! Nur leider wurde bei einem Tipp nicht beachtet, dass zb das Kindergeschirr von Biobu mit einem Melaminbinder hergestellt wird!
    Ab einer Temperatur von 70°C setzt Geschirr aus Melamin die Bestandteile Formaldehyd ( krebserzeugend) und Melamin frei. Auch säure-, fett- und salzhaltige Lebensmittel lösen Melamin und Formaldehyd aus dem Melamingeschirr.Ausserdem ist Melamin-Kunststoff nicht ökologisch abbaubar und sehr schwer zu recyceln.

    • Maike Cölle

      Maike Cölle 25. Januar 2019 @ 15:11

      Liebe Regina, danke für Deinen Beitrag. In dem Blogartikel wird unten in der Produktbecshreibung erwähnt, dass das Geschirr mit einem Melaminbinder hergestellt ist. Der Hersteller lässt das Geschirr streng prüfen. Dennoch danke für den Hinweis über die Gefahren dieses Stoffes!

  3. Avatar

    Christine Horner 24. Januar 2019 @ 18:38

    Liebe maike, wieder ein sehr interessanter Beitrag! Danke dafür!
    Ich hätte eine Frage bzw eine Bitte an dich. Könntest du einmal einen Bericht darüber schreiben, wie ihr den Geburtstag feiert? Ihr habt da bestimmt ein wundervolles und schönes Ritual. Und könntest du das Rezept von deinen Zimtschnecken online stellen?? Die sehen herrlich aus. Und der Duft muss göttlich sein. Butter und Zimt… Hmmmm vielen Dank und liebe Grüße

    • Maike Cölle

      Maike Cölle 25. Januar 2019 @ 15:15

      Liebe Christine, ach, es ist eine gute Idee, über Geburtstagsfeste zu schreiben! Das mach eich sehr gern; im Februar hat eines unserer Kinder Geburtstag, das könnte ich zum Anlass nehmen. Tatsächlich hatte ich das längst einmal vor. Bis jetzt habe ich es aber immer wieder verschoben, weil ich ja für meine Beiträge immer Fotos brauche. Und weil bei uns alle Geburtstage in der dunklen Jahreszeit liegen, werden die Fotos immer nichts — so dass ich es bisher nicht gemacht habe 🙂 Aber nun werde ich das nochmal angehen. Danke für den Hinweis! Das Rezept für die Zimtschnecken findest Du, wenn Du „Kanelbullar feiertaeglich“ googelst. Denn ich habe es von dem Blog feiertaeglich. Und in der Tat duften die Schnecken wunderbar!

  4. Avatar

    Christine 25. Januar 2019 @ 8:59

    Liebe Maike, vielen Dank für deinen Bericht. Wie immer sehr informativ.
    Ich hab eine Frage bzw eine Bitte an dich. Könntest du einmal einen Bericht darüber schreiben, wie ihr den Geburtstag feiert? Ihr habt da bestimmt ein wundervolles und schönes Ritual. Würde mich sehr freuen. Und dann hätte ich noch eine Bitte an dich. Könntest du das Rezept von deinen zimtschnecken online stellen? Die hören sich sooo lecker an. Da rinnt einem beim Lesen schon das Wasser im Mund zusammen. Jamjam. Vielen Dank und liebe Grüße, Christine

    • Maike Cölle

      Maike Cölle 25. Januar 2019 @ 15:16

      Danke nochmal, Christine!! Ich habe auf Deinen ersten Beitrag geantwortet!

      • Avatar

        Christine 25. Januar 2019 @ 15:43

        Hey, super!! Da freu ich mich schon, wenn der Beitrag online geht.
        Ah ok… muss ich gleich mal googeln. Danke!
        Und tut mir leid, dass ich es zweimal geschickt hab aber ich hab nichts gesehen, deswegen hab ich es nochmal geschrieben. Upps… Liebe Grüße

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfleder sind markiert *

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Simple Share Buttons