Warum ich allen eine Doula empfehle (6 Gründe)

Eine Doula ist eine Geburtshelferin, die für das Wohl der Mutter bzw. für das Elternpaar zuständig ist. Hier alle Fakten und guten Gründe für eine Doula:

Was ist eigentlich eine Doula?

Das Wort „Doula“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Begleiterin der Frau“. Eine Doula ist keine zweite Hebamme und kann und soll diese auch nicht ersetzen. Sie ersetzt auch nicht den Partner. Doch Hebammen sind ja im Krankenhaus meist für mehrere (oft viel zu viele) Geburten zuständig und haben dadurch leider keine Möglichkeit, sich zeitintensiv um das Wohlbefinden der einzelnen Gebärenden zu kümmern. Und auch der Partner ist manchmal unsicher oder weiß nicht, wie er bei der Geburt gut helfen kann. Klar, es gibt Konstellationen, in denen Hebammen diese Aufgabe neben ihrer eigentlichen Tätigkeit meisterhaft bewältigen, der Normalfall ist das aber nicht.

AUFGABEN:

Eine Doula

  • versteht ganz genau alle physiologischen Abläufe und die emotionalen Bedürfnisse einer Frau während der Geburt
  • unterstützt die Frau und ihren Partner bei ihren Wünschen und Entscheidungen sowie deren Durchsetzung vor, während und nach der Geburt
  • bleibt während der gesamten Geburt an der Seite der gebärenden Frau und dem Partner
  • führt Maßnahmen zur Entlastung, Pflege/Wohltat und Geborgenheit während der Geburt durch und/oder hilft dem Partner, diese richtig durchzuführen
  • hilft bei und erleichtert die Kommunikation zwischen der gebärenden Frau, ihrem Partner und dem Klinikpersonal
  • hat das Ziel, die Geburt für die Frau bzw. das Elternpaar zu einem schönen und erinnerungswürdigen emotionalen Erlebnis zu machen

FAKTEN:

Eine Doula

  • kommt vor der Geburt ein bis drei Mal zu Euch nach Hause, um Eure Wünsche, Besonderheiten usw. zu besprechen
  • kennt sich zum Thema Geburt super aus; sie hat oft zusätzlich das Wissen einer Hebamme.
  • besucht Euch auch nach der Geburt noch einmal, um die Geburt zu besprechen und zu schauen, ob alles in Ordnung ist, oder ob Ihr noch weitere Hilfe benötigt
  • ist eine Leistung, die die Krankenkassen leider noch nicht übernehmen (Nachfragen schadet nicht, vielleicht gibt es bei Deiner Kasse eine Möglichkeit!)
  • Eine Doula kostet ca. zwischen 300 und 800 Euro für alle Leistungen zusammen.

Warum empfehle ich allen Paaren eine Doula?

Grund 1: Weil die Hebamme vor allem dafür zuständig ist, das Baby gesund rauszuholen

Hebammen leisten unersetzliche und wahnsinnig wichtige Arbeit. Viele Hebammen übernehmen auch die emotionale Unterstützung der Frau während der Geburt – oft deswegen, weil kein anderer da ist, der das macht. Aber traditionell ist es die erste und wichtigste Aufgabe der Hebamme, das Baby gesund herauszubringen. Diese Aufgabe steht für Hebammen immer an erster Stelle. Klar, das ist wichtig. Jedoch kann es passieren, dass dabei die Frau und ihre emotionalen Bedürfnisse auf der Strecke bleiben. Keine Hebamme will das, aber die Realität in den Kliniken erlaubt es eben manchmal nicht. Eine Doula jedoch ist die Begleiterin der Frau und hat die Haupt-Aufgabe, für die emotionale Stabilität der Gebärenden, ihren Kräftestand, ihre Motivation und ihren Seelenzustand zu sorgen. Das heißt konkret: Während die Hebamme „für Untenrum zuständig ist“ und den Verlauf der Geburt medizinisch überwacht, achtet die Doula darauf, dass es der Frau zu jedem Zeitpunkt der Geburt emotional gut geht und sie die optimale Unterstützung des Partners und der anderen an der Geburt beteiligten Menschen bekommt.

Grund 2: Weil die Doula Aufgaben übernimmt, die sonst kein anderer machen könnte

Ich hatte eine Geburt mit und eine Geburt ohne Doula. Und weiß darum, warum mir bei der ersten Geburt eine Doula gefehlt hat. Eine Beleghebamme war und ist schwer zu bekommen, diese sind ja rar gesät. Und man weiß am Ende nie, ob sie zum Geburtstermin auch wirklich Zeit haben. Eine Doula aber hält sich ein bis zwei Wochen vor und nach dem errechneten Geburtstermin nur für Dich frei und hat keine anderen Geburten in dieser Zeit.

Unsere Doula kam bei den ersten stärkeren Wehen zu uns nach Hause. Aufgrund der Geräusche, die ich zu diesem Zeitpunkt bei den Wehen machte, konnte sie uns direkt raten, dass wir jetzt ins Krankenhaus aufbrechen sollten, obwohl die Wehen noch relativ weit auseinander lagen. Und tatsächlich war es höchste Eisenbahn, wie sich bei der Fahrt herausstellte: Auf dem 45 Minuten dauernden Weg zum Krankenhaus half mir die Doula im Auto über die erste Geburtsphase hinweg, die plötzlich ganz schnell voranschritt. Sie bestärkte mich, atmete mit mir und beruhigte mich durch ihre Ruhe und Anwesenheit, während mein Mann total nervös hinterm Steuer saß. Ich weiß nicht, wie ich die Fahrt ohne die Doula überstanden hätte! In der Klinik kamen die Wehen schon alle 40 Sekunden und waren sehr schmerzhaft, weil die Fruchtblase beim Aussteigen aus dem Auto geplatzt war und das Baby mit dem Kopf direkt auf den Muttermund drückte. Die Klinik-Hebammen waren bei unserer Ankunft gerade bei anderen Geburten, und mein Mann musste die Anmeldung regeln. Also begleitete die Doula mich armstützend vom Parkplatz zum Kreißsaal. Ich war so froh, dass sie an meiner Seite war. Weil ich atmen und schreien musste, erklärte die Doula dann der schnell herbei geeilten Hebamme und der Ärztin, was bisher geschehen war und was ich mir für die Geburt gewünscht hatte. Dass ich eventuell in der Badewanne gebären wollte usw. So konnte ich mich weiterhin auf die Wehen konzentrieren und musste nichts erklären oder einfordern. Das war wahnsinnig hilfreich!

Während der folgenden zwei Stunden zeigte die Doula meinem Mann geduldig und diskret, wie er mich unterstützen konnte, sagte ihm, wie er sich hinsetzen könnte, wie und wo er mich jetzt berühren könnte, ob fest oder sanft, ob streichend oder stützend. Das war einfach super, weil mein Mann diesbezüglich eher zögerlich war. Denn er hatte Angst, etwas falsch zu machen.

Nachdem meine Tochter glücklich geboren war, zog die Doula sich zurück und ließ uns Eltern in Ruhe unser Baby kennen lernen. Aber sie ging nicht etwa nach Hause. Sie packte unseren Kram zusammen und leitete alles Organisatorische in die Wege, damit ich und mein Mann ohne Druck und blöde Aufgaben vom Kreißsaal auf die Station kamen.

Auch gab es ja vor der Geburt schon zwei oder drei Treffen mit der Doula, in der sie sich die Zeit nahm, mich, meinen Mann und meine/unsere Wünsche, mein Wesen, die Geschichte der vorigen Geburt, meine körperlichen und seelischen Besonderheiten und meine/unsere Art genau kennen zu lernen.

Grund 3: Hebammenmangel und schlechte Bedingungen in Krankenhäusern

Viele Geburten verlaufen ja wunderbar und werden trotz Anstrengung und Schmerz zu schönen Erinnerungen. Aber leider nehmen dramatische Geburtserlebnisse auch in Deutschland immer mehr zu. Die Gründe dafür sind vielfältig: fehlendes Klinikpersonal, immer weniger Kreißsäle in Krankenhäusern und der allerorts diskutierte Hebammenmangel führen zu schlechten Umständen während der Geburt, d.h. zu mangelnder Betreuung und fehlender emotionaler Unterstützung in diesem so wichtigen Moment des Lebens für Eltern und Baby. Die andere Seite sind Abweichungen im Geburtsverlauf, die manchmal unerwünschte medizinische Eingriffe nach sich ziehen und dann zu traumatischen Erlebnissen werden können.

Hier kann eine Doula Wunder wirken. Leider kommt es ja in Kliniken oft zu Maßnahmen mit unerwünschten Ergebnissen (PDA, Geburtseinleitung, Kaiserschnitt…), weil Durchschnittszeiten für Geburten eingehalten werden müssen, um keine zu hohen Kosten zu verursachen (es ist ein Jammer!!!). Das kann für die gebärende Frau traumatisch werden, etwa, weil ihr das Geburtsgeschehen aus der Hand genommen wird, weil sie Angst bekommt, weil sie den Kontakt zu ihrem Körper oder das Vertrauen in sich selbst verliert. Man ist zu keinem Zeitpunkt verletzlicher und sensibler als während einer Geburt. Wenn etwa das Klinikpersonal der Meinung ist, „man müsse das jetzt mal beschleunigen“ oder „das hält die Frau so nicht durch, jetzt brauchen wir eine PDA“, kann die Doula dafür sorgen, dass so etwas nicht unbedacht und über den Kopf der Frau hinweg angeordnet wird. Und dass die Wünsche der Frau in den Entscheidungsprozess einbezogen werden. Damit es IHRE Geburt bleibt.

Grund 4: Weil manche Partner Unterstützung brauchen

Eine Doula kann Euch als Paar bei der Geburt wunderbar professionell unterstützen. Wenn Du einen Partner hast, der Dir immer jeden Wunsch von den Augen abliest und Dich so gut kennt, dass er immer weiß, was Du brauchst — Glückwunsch!! Aber auch ein solcher Traumpartner (der selten ist 🙂 ) kann während der Geburt unsicher oder nervös werden. Oder einfach nicht wissen, was Dir jetzt gut tut. Unter der Geburt, etwa wenn man schreit oder laut stöhnt, möchte man manchmal keine Berührung und keine guten, aufmunternden Worte. Das Klischee, dass die Frau den geliebten Mann während der Geburt fies beschimpft, kommt nicht von ungefähr. Denn auch wenn der Mann es gut meint und Sachen macht, die normalerweise Wunder wirken – unter der Geburt kann es sein, dass Du da überhaupt keine Lust drauf hast. Die Geburt ist ein Ausnahmezustand, emotional und körperlich, etwas Großes, Tolles und Wunderbares, aber auch der Höhepunkt an Empfindlichkeit. Das Gefühl, allein mit diesem Erlebnis zu sein, kann stark werden und zu Unmut führen, wenn andere meinen zu wissen, was einem gerade guttun würde oder wenn sie ängstlich mitfühlend um einen herumtüddeln. Es gibt Frauen, die normalerweise zurückhaltende, leise Vögelchen sind und unter der Geburt plötzlich das Krankenhaus zusammenbrüllen. Und es gibt selbstbewusste, klare, laute Frauen, die während der Geburt plötzlich vor Angst und Überforderung weinen und am liebsten aufgeben würden. Das kann einen Partner durchaus überfordern.

Eine Doula hilft Euch beiden, in solchen Situationen besser zueinander zu finden. Und wenn der Partner tatsächlich vollkommen überfordert ist und sich für eine Weile zurückziehen möchte (auch das soll vorkommen, bei den stärksten Männern!), dann ist immer noch die Doula da. Sie wird immer ihr Bestes tun, damit Eure Intimität, Eure Beziehung und Eure Partnerschaft von der Geburt profitiert.

Grund 5: Weil eine Doula auch schwierige Geburten angemessen begleiten kann

Es gibt Frauen, denen eine Doula bei der Geburt ganz besonders helfen kann. Dazu zählen Frauen

  • die große Angst vor der Geburt haben
  • die einen Kaiserschnitt machen müssen, obwohl sie das nicht wollen
  • die eine „stille Geburt“ vor sich haben
  • die gewisse medizinische Risiken haben wie chronische Krankheiten, Behinderungen oder Ähnliches
  • die wissen, dass sie ein besonderes Kind erwarten
  • die eine schwierige oder traumatische vorherige Geburt hatten
  • die nach einem Kaiserschnitt spontan gebären möchten

Gerade bei solchen Geburten ist eine Doula Gold wert, weil sie speziell darauf achtet, dass Du die Geburt emotional auf die beste Art und Weise vorbereiten, erleben und verarbeiten kannst. Natürlich ebenfalls zusammen mit Deinem Partner.

Grund 6: Weil die Geburt immens wichtig für Dich, das Baby, den Partner und Eure Beziehung ist

„Hauptsache gesund“, sagte man früher. Das bedeutet: Wenn das Baby gesund ist, ist es egal, wie die Geburt verlaufen ist, und auch egal, wie es der Mutter geht. Dass dieser Satz total fies ist, besonders wenn ihn Frauen hören, deren Geburtsverlauf schwierig war, hat sich mittlerweile herumgesprochen.

Die Wichtigkeit eines emotional gut empfundenen Geburtsverlaufes wird gerade von Erstgebärenden massiv unterschätzt. Außerdem geht man ja gern davon aus, dass bei einem selbst ja schon alles gut gehen würde. „Kaiserschnitt? Bei mir doch sicher nicht!“ — „Geburtsstillstand? – Ach, das kommt doch so gut wie nie vor!“ Es ist ja gut, dass man sich vor der Geburt keine allzu großen Sorgen macht, denn jede Frau kann unter guten Bedingungen ein Baby zur Welt bringen. Das Problem ist, dass die Bedingungen sehr oft überhaupt nicht gut sind. Ich habe schon so viele Geschichten von Frauen gehört, die voll guten Glaubens in die Geburt gingen und dann völlig traumatisiert und niedergeschlagen aus dem Krankenhaus kamen. Weil man über ihren Kopf hinweg entschieden hatte. Weil man ihnen (manchmal ohne Worte) die Fähigkeit absprach, es allein zu schaffen. Weil man zu Hilfsmitteln und/oder Medikamenten riet, die schließlich dazu führten, dass die Geburt nicht weiterging und ein Kaiserschnitt daraus wurde. Weil plötzlich Dinge gemacht wurden, die die Frau nicht einschätzen konnte und die dann traumatisch wurden. Weil ihre Würde und ihre Integrität verletzt wurden. Oder weil sie sich entmachtet fühlte und sie nicht das Gefühl hatte, selbst zu gebären.

In all diesen Situationen kann eine Doula vermitteln, erklären, helfen. Ausgleichen, was fehlt, bei notwendigen Maßnahmen emotional unterstützen, oder helfen, aus den Bedingungen und dem Notwendigen das Bestmögliche für die Frau zu machen.

Wie finde ich eine Doula?

Man kann „Doula“ und seinen Wohnort googeln. Manchmal findet man auch Kärtchen bei Hebammenpraxen oder Kinderärzten. Auch inserieren Doulas gelegentlich in kostenlosen Familien-Magazinen.

Oder man verwendet die Suchfunktion auf folgenden Seiten:

Ich wünsche Euch wundervolle Geburten!

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