„Bestes Brötchen der Welt“ (mein Kind): Knusprig-weiche Buttermilch-Dinkel-Fladen

Diese Brötchen sind der Knaller und dazu mega-gesund. Und dazu sind die Brötchen noch total einfach herzustellen, das geht wirklich wie nebenher. Das Rezept heute hier:

Ich habe das Rezept für diese Brötchen (die eigentlich Fladen sind) von meiner Mutter bekommen, die es sich selbst ausgedacht hat. In den Weihnachtsferien hat sie uns auf dem Land diese Brötchen gebacken, weil wir dort nicht so leicht an gutes Brot kommen. Es gibt dort nur die Supermärkte im nächsten Städtchen mit dem üblichen Fabrikbrot-Sortiment.

Meine Mutter hat in ihrem Leben so viel gebacken, dass sie keine Rezepte mehr braucht, sondern nach Gefühl improvisiert. Weil sie die meisten Vollkornbrötchen wegen des vielen Teiges innen drin nicht so gern mag, hat sie diese herrlichen Fladen entwickelt, die außen knusprig sind und innen nur eine dünne weiche Schicht haben.

Die Fladen sind mit Absicht flach, aber man kann sie aufschneiden und pikant belegen oder mit etwas Süßem bestreichen. Uns allen ging es gleich: Wir konnten gar nicht mehr aufhören! Wie haben wir geschleckt und geschmatzt, als es die frisch gebackenen Fladen zum Frühstück gab! Die Kinder waren sich einig, dass diese Fladen „viel besser als Toast“ schmecken (und das will etwas heißen).

So schmeckt’s auch den Kindern: Mit Frischkäse und Himbeermarmelade und mit Avocado

Vorlaufzeit einplanen

Das Rezept braucht etwas Vorlaufzeit, da der Teig über Nacht oder fast einen Tag lang im Kühlschrank geht. Wenn Ihr die Fladen zum Frühstück essen wollt, empfehle ich folgende Arbeitszeiten: Den Teig am Abend zubereiten (dauert ca. 5 Minuten) und über Nacht gehen lassen. Eine Stunde vor dem Frühstück am nächsten Tag formt Ihr die Fladen (10-15 min), lasst sie 20 min lang gehen und backt sie dann 20 Minuten. Fertig.

Hier das Rezept:

Zutaten für ca. 10 Fladen

  • 500 g Dinkelmehl, entweder Typ 1050 oder halb Weiß-, halb Vollkornmehl
  • ein halber Würfel frische Hefe
  • ca. 100 ml lauwarmes Wasser
  • 2 TL Zucker oder Honig
  • ca. 200-300 ml Buttermilch und/oder Crème Fraiche-, Joghurt- oder Kefir-Reste (was der Kühlschrank so hergibt)
  • 2 TL Salz
  • ca. 2 Handvoll Mehl zum Kneten und Formen des Teiges

Zubereitung

Schritt 1: Hefeteig herstellen

Mindestens 8 und bis zu 20 Stunden vor dem Essen vermischt Ihr in einem Schüsselchen 2-3 TL Zucker mit ca. 100 ml lauwarmem Wasser. Achtung, das Wasser darf sich an der Hand keinesfalls warm anfühlen, sonst ist es zu warm und die Hefepilze sterben. Lieber zu kaltes als zu warmes Wasser nehmen!

In diesem Zuckerwasser löst Ihr nun mit einer Gabel die Hefe auf und lasst die Mischung kurz stehen. Jetzt könnt Ihr entweder alle Zutaten vermengen und den Teig kneten (ist einfacher und funktioniert prima, wenn der Teig so lange gehen darf wie hier beschrieben), oder Ihr baut noch den Vorteig ein, wie er im Buche steht: Ihr schüttet das Mehl in eine große Schüssel, macht eine Mulde in der Mitte und schüttet das Hefe-Wasser hinein. Oben auf das Hefe-Wasser streut Ihr noch etwas Mehl. Ihr bedeckt die Schüssel mit einem sauberen Geschirrtuch und lasst den „Vorteig“ ca. 10-15 min an einem warmen Ort gehen, z.B. oben auf dem Schrank, wo es in geheizten Wohnungen am wärmsten ist.

Nach dem kurzen Gehen sollten sich auf der Hefemischung Blasen gebildet haben. Nun gebt Ihr ca. 2 TL Salz und vorsichtig erstmal nur ca. 150-200 ml Buttermilch und die Milchprodukte-Reste hinzu und verknetet alles miteinander. Entweder mit den Händen oder mit dem Knethaken des Rührgeräts.

Der Teig soll klebrig und feucht sein, er soll sich jetzt NICHT vom Schüsselrand lösen. Also vorsichtig mehr Buttermilch bzw. andere Milchprodukte zugeben, bis der Teig schön klebt und zieht. Ihr knetet insgesamt ca. 5-7 Minuten; das tut einem Hefeteig sehr gut. Ganz besonders, wenn man mit den warmen Händen knetet!

Wenn alles schön homogen und vermischt ist, bestreut Ihr alles wieder mit etwas Mehl und bedeckt die Schüssel mit einem Geschirrtuch.

Schritt 2: Kühl gehen lassen

Dann kommt der Teig in den Kühlschrank oder, wenn es nicht gerade friert, nach draußen auf Terrasse oder Balkon, gern in die Nähe des Hauses, wo es nicht zu kalt ist. Kühlschranktemperatur von ca. 7°C ist optimal, ein wenig kälter oder wärmer geht aber auch. Dort bleibt der Teig jetzt ca. 8-20 Stunden stehen und geht; sehr langes Gehen in kühler Temperatur schadet ihm nicht, im Gegenteil.

So sieht der Teig nach dem langen Gehen aus

Schritt 3: Kneten

Wenn der Teig gegangen ist, sollte er sich schön vergrößert haben. Ihr nehmt den noch feuchten Batzen aus der Schüssel und knetet ihn unter Zuhilfenahme von Mehl zu einem Teig, der gerade nicht mehr stark an den Fingern kleben bleibt, aber so feucht wie möglich ist. Je feuchter, desto besser.

Schön kneten, auch wenn’s klebt

Schritt 4: Fladen formen

Als erstes legt Ihr ein Backblech mit Backpapier aus und stellt es bereit. Ihr könnt jetzt auch den Ofen vorheizen, nämlich auf 250°C Ober-/Unterhitze.

Zum Formen der Fladen braucht Ihr noch mehr Mehl. Ein Fladen wird folgendermaßen geformt: Ihr formt eine Kugel, die etwa zwei Drittel so groß wie ein Tennisball ist. Dazu rollt Ihr den Teig kräftig auf der Arbeitsplatte/Tischplatte hin und her, bis es eine schöne Kugel ohne Spalten ist.

Kugeln formen und diese in Mehl wälzen

Manchmal braucht man dazu wieder etwas Mehl, weil es zu sehr klebt. Dann wälzt Ihr die Kugel großzügig in Mehl und drückt sie mit den Fingerkuppen platt. Dabei kann man den Fladen immer wieder mit etwas Mehl bestäuben, aber das Mehl nicht mehr direkt unterkneten; es soll auf der Oberfläche bleiben. Dann die Fladen aufs Backblech geben.

Dann mit den Fingerkuppen in Mehl flach drücken

Die Fladen sollten etwa 1 cm hoch sein. Sie werden durch Gehen und Backen etwa doppelt so dick werden, also nicht zu dünn machen.

Fladen auf Backblech

Schritt 5: Wieder gehen lassen

Nun sollten die Fladen auf dem Blech ca. noch 20-30 Minuten gehen.

Schritt 6: Backen

Die Fladen werden bei 250°C in den Ofen geschoben und so 10 Minuten lang gebacken. Dann könnt Ihr den Ofen auf 100°C herunter schalten und die Fladen weitere 10-12 Minuten lang backen. Das Motto lautet: Lieber kurz und heiß als lang und warm. Die Fladen sind ja flach und trocknen aus, wenn sie zu lang backen. Ihr kennt Euren Ofen am besten; am besten schaut Ihr nach den ersten 10 Minuten Backzeit regelmäßig in den Ofen. Bei der ersten leichten Bräunung können die Fladen heraus, spätestens nach insgesamt 25 Minuten. Bei kleineren Fladen kann die Backzeit durchaus kürzer sein. Am besten immer wieder in den Ofen schauen und an einem Fladen fühlen, ob er noch zu weich ist.

Herrlich: Frisch gebackene Fladenbrötchen. Wie das duftet im Haus!

Und dann abkühlen lassen und genießen – mit Butter und Honig, mit Frischkäse und Tomate, mit Banane und Haselnüssen, mit würzigem Käse oder frischer Himbeermarmelade – diese Fladen schmecken mit allem. Mir am besten mit Butter, Avocado, Zwiebeln, Salz und Pfeffer; den Kindern schmeckt’s mit Frischkäse und Himbeermarmelade.

Aufbewahrung

Man kann die Fladen auch zwei, drei Minuten kürzer backen und dann bei Bedarf aufgeschnitten in den Toaster stecken. Sie halten sich ein paar Tage im Kühlschrank. Einfrieren lassen sie sich auch prima; sie tauen schnell auf und sind dann im Toaster ganz schnell frisch aufgebacken.

Guten Genuss – vielleicht habt Ihr ja Lust, solche Brötchen zum Sonntagsfrühstück zu backen!

 

Passende Produkte

Diese tollen Brotdosen aus nachwachsenden Rohstoffen. Da passt so ein Dinkelfladen genau rein:

Brotbox aus nachwachsenden Rohstoffen mit Mittelsteg – gibts auch in Blau und Orange. Hier leider ohne Fladen 🙂

 

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5 Kommentare, RSS

  1. Roswitha 12. März 2018 @ 3:54

    Liebe Maike,

    gestern hatten wir Besuch und ich hatte deine Fladen ausprobiert.
    Es war eine kurzfristige Idee, so dass ich den Teig nur 3 Stunden im Kühlschrank stehen lassen konnte. Ich hatte neben den anderen Zutaten frisch gemahlenes Dinkel-Vollkornmehl genommen, Schmand und etwas Sahne.
    Die Fladen- Brötchen waren so lecker, dass sie ratzfatz aufgegessen waren.
    Das Rezept werde ich in mein Repertoire aufnehmen. Vielen Dank!

    Inspiriert hatte mich eure wunderschöne Geschichte um Prinzessin Nana und ihren Freund Emil.
    Zu Ostern gibt es für die Enkelkinder die schönen Dosen und für jeden einen Emil dazu für in die Kindergartentasche. Die schöne kleine Decke, im Angebot von Hans Natur, wird ein Geschenk für das bald kommende Baby der Freundin meiner Tochter.

    Liebe Grüße nach Berlin, Roswitha

    • Maike Cölle

      Maike Cölle 12. März 2018 @ 8:41

      Liebe Roswitha, danke! Wir backen die Fladen jetzt auch regelmäßig, heute steht es auch wieder auf dem Programm. Ich variiere immer ein bisschen- sie schmecken auch süßlich mit Milch und etwas Honig, und klar, man kann sie auch mit reinem Vollkornmehr backen. Ich mahle das Vollkornmehl auch immer frisch. Und wie schön, dass Nana und Emil Dich inspiriert haben 🙂 Das war ein großer Spaß, meine Tochter hat die Dose und die Flasche heute in die Schule mitgenommen – nicht nur für das Vesper, sondern vor allem für die Erzählrunde. Da will sie von unserem Spaziergang mit Geschichte erzählen.
      Den Stoff habe ich übrigens nicht vergessen, aber es hat damals vor Weihnachten einfach nicht mehr geklappt, weil wir erst kurz vor Weihnachten aufs Land gefahren sind, wo der Stoff liegt. Sag gern per e-mial Bescheid, wenn Du noch welchen brauchst.

  2. Roswitha 12. März 2018 @ 14:45

    Liebe Maike,

    lustig, ich bin gerade auch wieder am Backen, die Fladen kommen gleich in den Ofen. Ich habe mal eine Version in vollwertig vegan ausprobiert, sieht gut aus, bin gespannt ob ich den köstlichen Geschmack und das Fluffige so gut hinbekommen habe, wie bei deinem Rezept.

    Die Geschichte werde ich mir auf jeden Fall ausdrucken und meiner ältesten Enkeltochter
    erzählen oder spielen. Im Moment ist sie mit 4 Jahren noch ein bisschen klein. Gestern hatten wir ein Puppenspiel zusammen aufgeführt – Die Böckchen Brüse“, das hat ihr total gut gefallen und wenn sie nochmal zu Besuch kommt, bitte noch einmal:)

    Ich hatte eine Knoten-Puppe aus dem Stoff, den ich in Berlin bestellt hatte, genäht.
    Falls ich nochmal eine nähen möchte, melde ich mich nochmal bei dir, sehr nett dein Angebot, vielen Dank!

    Liebe Grüße, Roswitha

  3. Roswitha 14. März 2018 @ 7:24

    Die Vegan-Version hat zwar auch gut geschmeckt aber dein Rezept hat besser abgeschnitten beim Familien-Testessen:)

    Sonnige Grüße!

    • Maike Cölle

      Maike Cölle 14. März 2018 @ 8:07

      🙂 Bei uns backen auch gerade wieder welche im Ofen 🙂 Diesmal mit einer Vollkorn-Getreidemischung aus Weizen und Gerste. Bin gespannt, wie das schmeckt.

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